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Kompakte Campingbusse – Alternativen zum VW-Bus

Kompakte Campingbusse der Bulli-Klasse Basisfahrzeug-Alternativen zum VW-Bus

Der VW-Bus gilt als Klassiker, entsprechend hoch ist sein Preis – selbst als Gebrauchter. Wir zeigen vergleichbare Basisfahrzeuge, auf die Hersteller setzen und die sich zum Campingbus-Selbstausbau anbieten.

Sie wollen einen Van ausbauen, oder einen gebrauchten Kompaktcamper kaufen? Da fällt den meisten campingbegeisterten Menschen zuerst der VW Bus ein. Der Bulli, wie er liebevoll genannt wird, zieht Wohnwagen, er wird zum Wohnmobil ausgebaut oder als Oldtimer umschwärmt.

Als Transporter ist der VW Bulli ein beliebtes Basisfahrzeug für viele SelbstausbauerInnen: Einerseits passt – egal, ob fest eingebaut oder als Gepäck – eine komplette Campingausstattung hinein. Andererseits fährt sich der Bus so angenehm und komfortabel wie ein Pkw.

VW T2b Westfalia
A. Of
Eine Stil- und Camping-Ikone: Der historische Bulli. Mittlerweile gibt es eine große Auswahl an kompakten Vans, die ihm Konkurrenz machen.

Zahlreiche Konkurrenten scheiterten in der Vergangenheit an der Kombi aus Alltagsfahrzeug und Raumangebot für einen Camper. Die meisten Kleintransporter im VW-Bus-Format waren doch eher als Nutzfahrzeug geplant. Lärmende Motoren, bockige Blattfedern und ein Design, das sich Handwerksbetrieben andient, wollen nicht recht zur aktiven Freizeitgestaltung passen. Das ist aber längst nicht mehr so.

Alternativen für den Bulli

Mittlerweile kommen verschiedene Fahrzeuge als Campervan-Basis oder für den Selbstausbau in Frage. Auch Camping-Fans, die sich einen gebrauchten Campervan kaufen wollen, stoßen auf Basisfahrzeug-Alternativen aus dem VW-Transporter-Umfeld. Konkurrenz machen dem Platzhirsch VW schon seit längerem etwa Mercedes und Ford.

Andere Marken schließen sich zusammen, um mit vereinten Kräften dem Bulli den Rang abzulaufen: In der Kompaktklasse kooperierten zunächst der PSA-Konzern mit Toyota und Opel. Renault machte mit Nissan und Fiat gemeinsame Sache. Mittlerweile macht Stellantis den weiter oben genannten Konkurrenz. Ein Überblick:

  1. Hyundai, Nissan
  2. Citroën, Peugeot, Toyota (+Opel)
  3. Fiat, Opel, Nissan, Renault
  4. Ford
  5. Mercedes
  6. VW

1. Hyundai und Nissan

Hyundai H-1
Hyundai
Hat sich nie als Campervan durchgesetzt: Der Hyundai H1.

Zur Klasse der kompakten Transporter zählt auch der Hyundai H1. Der Hecktriebler hat VW-T6-Format, ist als Bus mit Sitzen oder Kastenwagen lieferbar und überdies ein tapferer Zugwagen. Obwohl er jedoch bereits seit 2008 angeboten wird, hat er unter den deutschen Herstellern von Campingbussen kaum Resonanz gefunden. Mittlerweile gibt es mit dem Hyundai Staria einen Van, der sich auch als Micro-Camper eignen könnte. Mehr Infos dazu hier.

Der Nissan NV 200 taucht in Deutschland ebenfalls fast überhaupt nicht als Campervan auf. Dass er das Potenzial dazu hat, zeigt dieser Mini-Campervan auf Basis des Nissan aus Kanada. Vom NV 200 stellt der deutsche Markt zwar Ausbauten bereit, doch das Fahrzeug ist eine halbe Nummer kleiner als die gezeigten Modelle. Für VW-Freunde dürfte er deshalb keine ernsthafte Alternative sein. Neu gemischt werden die Karten sicher mit der Kooperation von Dethleffs und Nissan: Auf Basis des neuen Vans Nissan Primastar hat die japanische Firma 2022 den Seaside by Dethleffs vorgestellt.

2. Citroën, Peugeot, Toyota

Citroen Spacetourer
Citroen
Als Spacetourer greift der Citroën den beliebten VW Multivan an. Er hat bis zu acht Sitze.

Man erkennt es erst auf den zweiten Blick, doch die Busse und Transporter von Citroën, Peugeot sowie Toyota sind sehr eng verwandt. Sie rollen mit identischer Technik im nordfranzösischen Valenciennes vom Band.

Die Busvarianten der Franzosen, die den VW Multivan ins Visier nehmen, heißen Peugeot Traveller und Citroën Spacetourer. Sitze entgegen der Fahrtrichtung in der Mittelreihe und ein zentraler ausklappbarer Tisch machen Traveller sowie Spacetourer zu rollenden Wohnzimmern. Gediegene Materialien und auf Wunsch ein großes Glasdach darüber tragen ihren Teil dazu bei.

Die schlichteren Kombis und Nutzfahrzeug-artigen Kastenwagen behalten die Namen der Vorgänger, mit denen sie sonst kaum noch etwas gemeinsam haben: Peugeot Expert und Citroën Jumpy. Dritter im Bunde ist der Toyo­ta Proace – dank einer 2012 begonnenen Kooperation. Die Japaner verzichten aber auf ein luxuriöses Busmodell ebenso wie auf markeneigene Details.

Egal ob Traveller, Expert, Spacetourer, Jumpy oder Proace – das Innenambiente dürfte vor allem Peugeot-Fahrern vertraut vorkommen. Design und Bedienelemente orientieren sich an Peugeot-Pkw. Auch die Motoren stammen von dort, werden aber ebenso in Citroën-Pkw eingesetzt. Bemerkenswert ist ihre breite Leistungspalette genauso wie die für alle Varianten effiziente Abgasreinigung mit Adblue-Zusatz.

Citroën Spacetourer
Hersteller
Seit 2016 ist der Citroën auf dem Markt, hier als gehobener Spacetourer.

Die Extras stehen Pkw ebenso wenig nach. Da wäre ein Navi mit Echtzeit-Staumeldung, eine 360-Grad-Kamera mit Vogelperspektive oder eine Verkehrsschilderkennung, die das Tempolimit gleich in den Geschwindigkeitsregler übernehmen kann. Lieferbar sind außerdem elektrisch betätigte Schiebetüren. Kein Zweifel, die neuen Modelle sind mehr Van als Lieferwagen.

Ab 2017 kommt Opel zur PSA-Familie

Aus dem Trio von Citroën, Peugeot und Toyota ist seit der Übernahme von Opel durch den französischen PSA-Konzern ein Quartett geworden. Den Opel Zafira und Vivaro gibt es baugleich in drei Längen von 4,60 bis 5,30 Metern. Beide profitieren von der kompletten Neuentwicklung durch PSA, die ihre jeweiligen Vorgänger technisch und optisch weit hinter sich lässt.

Citroën Spacetourer und Jumpy, Peugeot Traveller und Expert, Toyota Proace und beide Opel-Modelle sind mehr Van als Lieferwagen, bieten aber auch weniger Platz als die Konkurrenz.

Der Transporter von Opel federt komfortabel, fährt sich agil und bietet moderne Sicherheitssysteme wie einen Abstandsregel-Tempomat, Spurhalte- und Notbremsassistent, eine 360-Grad-Rückfahrkamera und sogar ein Head-up-Display. Design und Bedienelemente orientieren sich an Peugeot-Pkw. Groß ist die Motorenpalette des Fronttrieblers mit SCR-Abgasreinigung.

2021 fusioniert PSA mit Fiat Chrysler zu Stellantis

Im Januar 2021 schließen sich Groupe PSA und Fiat Chrysler Automobiles zum Automobilkonzern Stellantis zusammen. Die neue Verwandtschaft wirkt sich direkt bei den Transportern aus: Der Fiat Scudo erlebt 2022 eine Wiedergeburt, als Nachfolger des Talento hat Fiat ihn wiedereingeführt. Parallelen zum Peugeot Traveller und Expert, Citroën Jumpy und Spacetourer, Toyota Proace und Proace Verso und Opel Zafira Life und Vivaro sind nicht zu übersehen,. Den neuen Scudo gibt es auch als E-Scudo mit Elektro-Motor.

Peugeot Expert (2016)

  • Abmessungen (Länge x Breite x Höhe): 4.606/4.956/5.308 x 1.920 x 1.900 mm
  • Innenraum hinter den Vordersitzen (Länge x Breite x Höhe): 2.162/2.512/2.862 x 1.628 x 1.397 mm
  • Motoren: 1,6-Liter-Turbodiesel mit 95/116 PS, 2,0-Liter-Turbodiesel mit 122/150/180 PS
  • Antrieb: 5-/6-Gang-Schaltgetriebe, 6-Stufen-Automatik, Frontantrieb
  • Anhängelast: 1.800–2.500 kg
  • Preisbeispiel Neuwagen (2016) (Kastenwagen Premium mit Klimaanlage, mittellang, 116 PS): 31.119 Euro

Citroën, Peugeot, Opel, Toyota (2019)

  • Karosserievariante: Kasten, Kombi
  • Motoren: 1,6-l-TDI mit 95/116 PS, 2,0-I-TDI mit 122/150/180 PS
  • Antrieb: 5-/6-Gang-Schaltgetriebe, 6-Gang-Wandlerautomatik, Frontantrieb oder Allrad
  • Assistenzsysteme (Sicherheit und Komfort): Abstandstempomat, Spurhalteassistent, Seitenwindassistent, Bremsassistent

 Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, fährt sich ansprechend.

 Gewöhnungsbedürftige Kupplung, wenig Platz.

Ausbauten auf Peugeot, Citroën und Toyota

Citroën und Peugeot haben eine lange Tradi­tion als Basis für Campingbusse. Die Karosserie bietet dafür jedenfalls keine schlechten Voraussetzungen: Sie ist nur 1,90 Meter hoch und erleichtert so die Anpassung eines tiefgaragentauglichen Aufstelldachs. Die Vorgängermodelle von Jumpy und Expert hatte beispielsweise Westfalia eingerichtet. Der Vertrieb lief über Citroën und Peugeot. Ein sehr beliebter Ausbau auf dem Citroën Spacetourer ist der Pössl Campster. Den Toyota Proace und den Opel Transporter baut Hymer-Tochter Crosscamp zum Campervan aus.

3. Fiat, Opel, Nissan, Renault

Opel Vivaro
Opel
Opel Vivaro - kann er es als Camper gegen den VW-Transporter aufnehmen?

Wenn gleich vier Automarken zusammenarbeiten, verlangt das ein wenig Erklärung: Renault und Opel hatten bereits die Vorgänger der 2014 neu erschienenen Schwestermodell Renault Trafic und Opel Vivaro gemeinsam entwickelt. Während der Re­nault im Norden Frankreichs gebaut wird, kommt der Opel aus Südengland. Allerdings trennen sich die Wege mit der Übernahme von Opel durch den PSA Konzern.

Überraschend ließ auch Fiat den Scudo-Nachfolger Fiat Talento bei Renault fertigen. Durch die enge Verbindung über die weltweite Renault-Nissan-Allianz stieß 2016 auch der Nissan NV 300 hinzu. Übersichtlicher ist die Technik des Quartetts: Es gibt nur einen 1,6-Liter-Diesel. Ab 125 PS verfügt er über zwei Turbolader.

Der ebenso in vielen Renault-Pkw verwendete Motor gefällt durch seinen kultivierten Lauf. Wer aber auch vom beladenen Fahrzeug kräftigen Durchzug verlangt, kommt am Biturbo mit 145 PS nicht vorbei. Aus Renault-Modellen kennt man auch das Innendesign mit dem digitalen Tacho. Opel leistet sich bei den Kombi-Modellen eine gewisse Eigenständigkeit durch ein Paket des Haustuners Irmscher. Lederapplikationen und Leichtmetallräder werten den Vivaro dann sichtbar auf.

Renault Trafic Armaturen
Renault
Instrumente und Bedienlogik sind bei allen vier Modellen Renault-typisch, hier der Trafic.

Sieht man davon ab, bevorzugen alle vier Modelle ein sachliches, nutzwertiges Ambiente und halten sich bislang mit Assis­tenzsystemen zurück. Übliche Komfortextras bis hin zum schlüssellosen Zugang sind lieferbar. Ab Werk verzichtet das Quartett auf ausgesprochen freizeitorientierte Varianten. Zwei lieferbare Radstände bieten für vielfältige Campingbusausbau­ten jedoch eine gute Basis. Allerdings überschreitet die Gesamthöhe mit Aufstelldach jeweils knapp die Zwei-Meter-Grenze.

Modellpflege Renault Trafic 2019

2019 bekommt der Renault Trafic eine Modellpflege: Äußerlich wird er dezent überarbeitet mit LED-Scheinwerfern, c-förmigen Tagfahrlichtern und mehr Chrom am Kühler. Zudem ersetzt eine Palette von 2,0-Liter-dCi-Motoren, die ein Leistungsspektrum von 88 kW/120 PS bis 125 kW/170 PS abdecken, die bisherigen 1,6-dCi-Aggregate. Erstmals gibt es ein automatisches Doppelkupplungsgetriebe als Alternative zur Schaltbox.

Renault Trafic
Hersteller
Wie viele andere Hersteller nutzt Renault den Wechsel zu neuen Motoren für eine dezentes Facelift.

Erhältlich war der Transporter auch als Nissan NV 300 und Fiat Talento, jeweils in zwei Längen. Mit Assistenzsystemen hält sich das Trio zurück. Für Campingbus-Ausbauten überaus praktisch ist die Karosserieform, die sich nach oben kaum verjüngt: Das ermöglicht viel Platz und ein breites Dachbett. Die Gesamthöhe überschreitet mit Aufstelldach jedoch die Zwei-Meter-Marke.

Renault Trafic (2016)

  • Abmessungen (Länge x Breite x Höhe): 4.999/5.399 x 1.956 x 1.971/2.495 mm
  • Innenraum hinter den Vordersitzen (Länge x Breite x Höhe): 2.537/2.937 x 1.662 x 1.387/1.898 mm
  • Motoren: 1,6-Liter-Turbodiesel mit 95/120/125/145 PS
  • Antrieb: 6-Gang-Schaltgetriebe, Frontantrieb
  • Anhängelast: 2.000 kg
  • Preisbeispiel Neuwagen (2016) (Kastenwagen Komfort, Klimaanlage, 120 PS Diesel): 30.558 Euro

Renault Trafic, Nissan NV 300, Fiat Talento (2019)

  • Karosserievariante: Kasten, Kombi
  • Motoren: 2,0-I-TDI: 120/145/170 PS
  • Antrieb: 6-Gang-Schaltgetriebe, 6-Gang-DSG-Automatik, Frontantrieb
  • Assistenzsysteme (Sicherheit und Komfort): Nur normaler Tempomat

 Gute Form für Campingausbauten. Gute Fahrleistungen.

 Überschreitet als Campingbus mit Aufstelldach die Zwei-Meter-Grenze.

Ausbauten auf Renault und Opel

Für Renault und Opel wächst die Anzahl der Campingeinrichtungen, die meist charmant daher kommen. Karmann bietet den Trafic mit klassischem Zuschnitt als Karmann Colibri an. Durch den Adria Active steht seit Saison 2017 eine Alternative bereit. Die Marke Ahorn baut den Trafic zum Ahorn Camp Van City aus (hier im Dauertest). Reimo hat für Renault und Opel mehrere Varianten im Angebot. Für den kurzen oder langen Opel Vivaro bietet die Reisemobil-Manufaktur Schirner einen Freizeitausbau an.

Welche Gebrauchte wirkliche Schätzchen sind, können Sie hier nachlesen.

4. Ford

Ford Tourneo Custom Heck
Ford
Mit langem Radstand haben die Custom-Varianten viel Platz für Campingausbauten.

Ab 2012 teilt Ford sein Transporter-Programm neu. Ab diesem Zeitpunkt gibt es die Transit-Modelle, die höhere Gewichtsklassen bedienen, und den Transit Custom, der gezielt für die VW-Bus-Klasse konzipiert wurde. Wie alle europäischen Transit-Varianten entsteht er nahe Istanbul in der Türkei.

2016 machte der Ford Transit Custom einen weiteren großen Schritt. Er bekommt einen 2,0-Liter-Turbodiesel, der den bislang verwendeten 2,2-Liter-Motor ersetzt. Bei ersten Probefahrten konnte sich die Neuentwicklung gut in Szene setzen. Die 130-PS-Version erreicht das Drehmomentniveau des bisherigen 155-PS-Aggregats und geht entsprechend kraftvoll zur Sache. Ebenso erfreulich ist der Gewinn an Laufkultur und der insgesamt niedrigere Geräuschpegel. Ford verspricht außerdem einen geringeren Verbrauch. Im Herbst 2016 setzt Ford dann mit einer optionalen Sechsgang-Automatik noch eins drauf. Sie arbeitet klassisch und komfortbetont mit einem Drehmomentwandler.

Gemessen an früheren Transit-Generationen ist der Transit Custom ohnehin mehr Pkw denn je. Das unterstreicht auch ein breites Angebot an lieferbaren Sonderausstattungen. Ein Fahrspurassistent und eine Rückfahrkamera sind ebenso erhältlich wie ein Verkehrsschild-Erkennungssystem. Die serienmäßig besser ausgestatteten Bus-Varianten heißen Tourneo Custom. Darauf basiert die in diesem Jahr neu aufgelegte Freizeitausführung Euroline.

Kernstück des Euroline ist eine dreisitzige verschiebbare Bank, die sich zum Bett verwandeln lässt. Davor steht ein dank Bodenschienen ebenso flexibler Tisch. Die edle Note im Tourneo-Custom-Programm setzt der sechssitzige Business Edition.

Facelift Ford Transit Custom 2018

2018 erhielt der Ford Transit Custom ein Facelift mit neuen Scheinwerfern und Kühlergrill, vor allem aber ein deutlich wertigeres Armaturenbrett. Optional gibt es ein modernes Multimedia-Navi und einen Geschwindigkeitsbegrenzer, der Tempolimits erkennt und das Auto entsprechend abbremst. Verfügbar sind auch Regelsysteme wie ACC, Seitenwind- und Fahrspurassistent. Drei Leistungsstufen des 2,0-Liter-Diesels von 105 bis 170 PS stehen zur Wahl, die allesamt leise und vibrationsarm zu Werke gehen. Bereits der 130-PS-Motor ist für Campingbusse kräftig genug. Die Vielfalt an Karosserien umfasst zwei Längen und zwei Höhen.

Ford Transit Custom (2016)

  • Abmessungen (Länge x Breite x Höhe): 4.972/5.339 x 1.986 x 1.972/2.338 mm
  • Innenraum hinter den Vordersitzen (Länge x Breite x Höhe): 2.555/2.922 x 1.775 x 1.406/1.778 mm
  • Motoren: 2,0-Liter-Turbodiesel mit 105/130/170 PS
  • Antrieb: 6-Gang-Schaltgetriebe, 6-Stufen-Automatik, Frontantrieb
  • Anhängelast: 2.250–2.800 kg
  • Preisbeispiel Neuwagen (2016) (Kastenwagen Trend mit Klimaanlage, 105 PS): 33.379 Euro

Ford Transit Custom (2019)

  • Karosserievariante: Kasten, Kombi
  • Motoren: 2,0-I-TDI: 105/130/170 PS
  • Antrieb: 6-Gang-Schaltgetriebe, 6-Gang-Wandlerautomatik, Frontantrieb/Allrad
  • Assistenzsysteme (Sicherheit und Komfort): Abstandstempomat, Spurhalteassistent, Seitenwindassistent, Bremsassistent

 Moderner Van mit umfangreichen Assistenzsystemen.

 Gerade beim Nugget fällt der Geräuschpegel hinten auf.

Ausbauten auf Ford

Im Vergleich zu seinen Wettbewerbern hat der Transit Custom eine breite Karosserie mit eher steil aufragenden Wänden – für den Innenausbau ein echter Glücksfall. Ford nutzt dieses Talent im Campingbus Ford Nugget für einen Grundriss mit dreisitziger Bank, die dennoch einen Durch­schlupf zur Heckküche erlaubt. Der von Westfalia ausgebaute und über Ford-Händler vertriebene Nugget ist mit Aufstelldach oder festem Hochdach erhältlich.

Viele Wahlmöglichkeiten gibt es auch beim Reimo Trio Style, der je nach Ausstattung bis zu sieben Sitzplätze bietet. Die Marke Dreamer, die wie Westfalia zur französischen Rapido-Gruppe gehört, macht aus dem Transit Custom den Cap Land mit einem Bad an Bord und seit 2018 die etwas einfacher ausgestatteten Cap Fun und Cap Coast. Ein Kassetten-WC hat der Sleeping Car von 2in1-Mobil im Heck. Seine zentrale L-Sitzgruppe wird nachts zum Bett für zwei Personen.

5. Mercedes

Mercedes Vito Heck
Mercedes-Benz
Mercedes Vito

Zum nachhaltigen Erfolg im Bulli-Segment gehören auch attraktive Modelle für die Freizeit. Das hat man bei Mercedes längst erkannt und seinen 2014 vorgestellten VW-Konkurrenten mit dieser Zielrichtung entwickelt. Das gilt für beide Ausführungen: die noble Mercedes V-Klasse und den rustikalen Vito. Hier wie dort sind werkseitig drehbare Vordersitze, eine zur Liegefläche umklappbare Sitzbank und ein Tisch zu haben. Ausbaubetriebe können den Vito außerdem mit Klappdach ordern.

Die dritte Generation des Vito kommt wie die V-Klasse aus einem Mercedes-Werk im spanischen Baskenland. Beide Modelle teilen sich die Bleche der Karosserie und weitgehend auch die Antriebstechnik. Damit gelangt der Vito ebenfalls in den Genuss äußerst kräftiger Motoren und begehrenswerter Optionen wie Siebengang-Automatik und Allradantrieb.

Für die Einstiegsvarianten steht im Vito auch ein von Renault zugelieferter 1,6-Liter-Turbodiesel zur Wahl. Nur in diesem Fall gibt’s Front- statt Heckantrieb. Fahreindrücke zeigen, dass auch diese Kombination ein harmonisches Ganzes ergibt. Obwohl der Vito speziell innen klar auf Distanz zur schicken V-Klasse geht, profitiert er von der Ausstattungsvielfalt des edlen Bruders. Auch hier bekommt man etwa LED-Scheinwerfer und diverse Assistenzsysteme. Mit solchen Extras schmilzt aber der Preisunterschied zur V-Klasse dahin.

Facelift V-Klasse/Vito 2019

Westfalia Marco Polo
Hersteller
Der Marco Polo von Mercedes. Made by Westfalia. Spezialisten wie Terracamper oder Behl bieten ebenfalls Ausbauten der V-Klasse.

Nach vier Jahren Bauzeit stand im Frühjahr 2019 ein Facelift an, zudem gab es neue Motoren mit zwei Litern Hubraum und bis zu 239 PS und 500 Nm, zudem eine neue Automatik aus dem Pkw-Baukasten. Die kultivierte Großraumlimousine V-Klasse ab rund 38.000 Euro Grundpreis blieb bei Hinter- oder Allradantrieb und einem schick designten Armaturenbrett.

Die Nutzfahrzeug-Variante Vito ist als Einstiegsversion weiter mit einem von Renault zugelieferten 1,6-Liter-Diesel mit 88 oder 114 PS zu haben. Im Vito blieb Vorder- statt Hinterradantrieb, glücklicherweise auch das dennoch recht harmonische Fahrverhalten. Äußerlich tritt er etwas schlichter auf als die V-Klasse; die Basis hat unlackierte Stoßfänger.

Daten Mercedes Vito (2016)

  • Abmessungen (Länge x Breite x Höhe): 4.895/5.140/5.370 x 1.928 x 1.890 mm
  • Innenraum hinter den Vordersitzen (Länge x Breite x Höhe): 2.586/2.831/3.061 x 1.685 x 1.391 mm
  • Motoren: 1,6-Liter-Turbodiesel mit 88/114 PS, 2,1-Liter-Turbodiesel mit 136/163/190 PS
  • Antrieb: 6-Gang-Schaltgetriebe, 7-Stufen-Automatik, Front-, Heck-, Allradantrieb
  • Anhängelast: 1.200–2.500 kg
  • Preisbeispiel Neuwagen (2016) (Kastenwagen, Klimaanlage, 114 PS): 31.813 Euro

Technische Daten Mercedes V-Klasse/Vito (2019)

  • Karosserievariante: Kasten, Kombi
  • Motoren: 1,6-l-TDI mit 88/114 PS und 2,0-I-TDI mit 163/190/239 PS
  • Antrieb: 6-Gang-Schaltgetriebe, 9-Gang-Wandlerautomatik, Vorder-/Hinter-/Allrad
  • Assistenzsysteme (Sicherheit und Komfort) Abstandstempomat, Spurhalteassistent, Seitenwindassistent, Bremsassistent

 Fährt sich wie ein hochklassiger Pkw.

 Wenig Angebot an Campern.

Ausbauten auf Mercedes

Als einziger Campingbus basiert der Marco Polo auf der V-Klasse. Der zusammen mit dem Basisfahrzeug entwickelte Ausbau verströmt auch hinter den Fahrersitzen echtes Mercedes-Gefühl. Dach und Möblierung werden bei Westfalia komplettiert, wo ebenso der Marco Polo Activity entsteht. Seine schlichtere Einrichtung basiert auf dem mittellangen Vito und verzichtet auf Küche und Schränke.

Auf der gleichen Grundlage bietet Westfalia (über sein Händlernetz statt Mercedes) auch ein eigenes Modell an: den Jules Verne mit Duschwanne und Kassettentoilette im Heck. Reimo baut den Mercedes Vito zum fünfsitzigen Trio Style aus. Eine modulartige Vito-Einrichtung kommt von Terracamper.

Als Sunvan V26 aus dem Hause Köhler erhält der Vito ein besonders großes und bequemes Bett. Summermobil Laguna heißt ein weiterer Vito-Ausbau, der auf hohen Alltagsnutzen und Stauraumoptimierung ausgelegt ist.

6. VW T6

VW T6 Multivan Freestyle
VW
Sondermodelle gehören zur VW-Tradition, im Bild der neue Multivan Freestyle mit Bett an Bord.

Der Urmeter dieser Klasse kommt von VW. Seit 2015 ist er bereits in sechster Generation auf dem Markt. Jüngst haben wir beispielsweise den VW T6 gegen Ford Transit und Mercedes Vito im Test miteinander verglichen.

Der VW T6 wird je nach Ausführung in Hannover oder Polen gebaut und deckt schon ab Werk nahezu alle Freizeitwünsche ab. Dafür sorgen die fein ausgefächerten Ausführungen von Multivan und California. Doch Bulli-Freunde sind auch Individualisten, was dem Markt vielerlei Ausbauten anderer Anbieter auf Basis des kurzen oder langen T6 Transporter beschert. Von der Minimalausstattung fürs Wochenende bis zum Komplettausbau mit Bad ist alles dabei.

Der Wechsel von T5 zum T6 brachte keine Revolution mit sich, wohl aber einen weiteren Reifegrad des Konzepts. Vor allem in Sachen Komfort und Ausstattungsmöglichkeiten legte VW nach. Mit Tradition allein kann der T6 seine Position als Klassenprimus schließlich nicht behaupten.

VW T6.1

2019 bekam der T6 ein Facelift und manch technische Neuerung. Volkswagen bietet seinen Bestseller in zahlreichen Varianten an. Vom einfachen Kastenwagen mit geschlossener Blechkarosserie über die rundum verglasten Kombi und Caravelle bis hin zur Großraumlimousine Multivan und dem Campingbus California. Daneben schwören eine ganze Reihe von Ausbauspezialisten auf die Qualitäten beziehungsweise die Popularität des Bulli, der – egal ob fest eingebaut oder variabel – Platz hat für eine komplette Campingausstattung.

VW Multivan T6.1
Einzeltest

Den T6 gibt es in zwei Außenlängen und drei Aufbauhöhen sowie – ungewöhnlich für die Klasse – als Pritschenwagen und als Fahrgestell für seltene aufgebaute Wohnmobile mit dieser Basis. Unbestritten ist das gute Handling des VW. Den Vierzylinder-Turbodiesel mit 2,0 Litern Hubraum gibt es in vier Leistungsstufen von 90 bis 199 PS. Optional kann man das Schalten einer 7-Gang-Automatik überlassen. In der Grundausstattung hat der VW Vorderradantrieb, gegen Aufpreis gibt es den traktionsstarken Allradantrieb 4Motion. Ein optionaler Abstandstempomat und das Umfeldbeobachtungssystem Front Assist inklusive Notbremsfunktion machen das Fahren bequemer und sicherer.

VW T 6.1
Hersteller
Auch als T6.1 ist der Bulli der Platzhirsch bei den kompakten Campern.

Mit dem Facelift baut VW im Herbst das Angebot an Assistenz- und Multimediasystemen aus. Serienmäßig kommt der Seitenwindassistent, optional das Spurhaltesystem mit aktivem Lenkeingriff. Auch einparken kann der T6.1 automatisch. Ein digitales Cockpit und konnektive Systeme sind optional erhältlich. Mit dem T7 und dem ersten E-Bulli ID.Buzz geht VW neue hybride und elektrische Wege. Wie diese sich als Camper schlagen, wird sich bald zeigen.

Daten VW T6 Transporter (2016)

  • Abmessungen (Länge x Breite x Höhe): 4.904/5.304 x 1.904 x 1.990/2.177/2.477 mm
  • Innenraum hinter den Vordersitzen (Länge x Breite x Höhe): 2.572/2.975 x 1.700 x 1.410/1.635/1.940 mm
  • Motoren: 2,0-Liter-Turbodiesel 84/102/150/ 204 PS, 2,0-Liter-Turbobenziner 150/204 PS
  • Antrieb: 5-Gang-/6-Gang-Schaltgetriebe, 7-Stufen-DSG, Front-, Allradantrieb
  • Anhängelast: 2.200–2.500 kg
  • Preisbeispiel Neuwagen (2016) (Kastenwagen, Komfortpaket mit Klimaanlage, 102 PS) 32.892 Euro

Technische Daten VW T6.1 (2019)

  • Karosserievariante: Kasten, Kombi, Pritsche, Fahrgestell
  • Motoren: 2,0-I-TDI: 84/102/150/199 PS
  • Antrieb: 5-/6-Gang-Schaltgetriebe, 7-Gang-DSG-Automatik, Vorder-/Allrad
  • Assistenzsysteme (Sicherheit und Komfort): Abstandstempomat, Spurhalteassistent, Seitenwindassistent, Bremsassistent

 Das Angebot an ausgebauten T6 ist riesig und vielfältig.

 Fast ausschließlich als Campingbus erhältlich. Hoher Preis.

Ausbauten auf dem VW-Bus

Nicht nur VW selbst, sondern auch zahlreiche andere Ausbauspezialisten setzen auf den bekannten Bulli als Basis für kompakte Campingbusse. Hier haben wir eine Übersicht von T6-Ausbauten zusammengestellt.

Eine Übersicht über alle kompakte Campingbus-Ausbauten in Bulli-Größe finden Sie hier:

Wanderer (2022)
Neuheiten

Fazit

Es muss nicht immer ein VW-Bus sein. Egal ob zum Selbstausbau oder als gebrauchter Campervan, bei vielen InteressentInnen steht der T6 oben auf der Wunschliste. Die Konkurrenz macht aber seit einigen Jahren Boden gut und liefert ebenso gute Voraussetzungen ein DIY-Campingbus oder ein Gebraucht-Schatz zu werden. Wir zeigen die Modelle zwischen 2016 und 2019, die es jetzt häufig zu kaufen gibt.

Sie suchen ein größeres Fahrzeug? Dann sollten Sie sich unsere Übersicht mit 3,5-Tonnen-Basisfahrzeugen anschauen.

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