Mal ehrlich – niemand ist in der Lage, sich innerhalb von wenigen Tagen auf der Messe einen kompletten Überblick über alle rund 2000 ausgestellten Fahrzeuge zu verschaffen. Geschweige denn darüber, was es an neuem Zubehör gibt.
Hast du das gesehen...?
Wenn die Redaktion in voller Frau- und Mannstärke täglich in die 15 Messehallen ausschwirrt, ist der erste Satz beim Wiedersehen am Abend meist: "Hast du das gesehen?"
Ob clevere Lösung für ein typisches Problem aus der Camperpraxis, innovative technische Neuentwicklung oder gelungene optische Gestaltung, die sofort "Haben-wollen-Reflexe" auslöst – stets finden sich auf der europäischen Caravaning-Leitmesse Produkte, die auch erfahrenen Campern und Fachjournalisten ein anerkennendes Nicken abtrotzen.
Die 7 Caravan-Salon-Highlights der promobil-Redaktion
Sieben Redakteurinnen und Redakteure haben im Folgenden ihre ganz persönlichen Highlights zusammengetragen. Lassen Sie sich mitnehmen auf einen nachträglichen Spaziergang durch die Hallen, zu kleinen und großen "Sehenswürdigkeiten", die einen näheren Blick wert sind.
Laika Kreos – Jürgen Bartosch
Einen neuen Integrierten zu entwickeln, ist immer ein Wagnis. Die Kosten sind hoch, und mitentscheidend für den Erfolg ist die Optik – und die ist bekanntlich Geschmackssache. An dieser Neuerscheinung zeigt sich, dass sich die Hersteller – nach zwei, drei Jahren des gefühlten Stillstands – nun wieder mehr trauen. Respekt dafür.

Der neue Laika Kreos basiert auf dem Mercedes Sprinter und trägt eine komplett neu gestaltete Front von Giorgetto Giugiaro.
Die italienische Marke der Erwin Hymer Group krempelt gerade ihr Modellprogramm komplett um. Neues Aushängeschild von Laika ist der Kreos-Integrierte auf Basis des Mercedes Sprinter, der zum Anspruch und zur Preisklasse dieses Modells viel besser passt als der Fiat Ducato zuvor. Zu meinem Highlight wird die Neufassung aber vor allem durch die völlig neue Optik der Front, die in meinen Augen deutlich automotiver und stimmiger wirkt als noch beim Vorgänger. Der neue, vom renommierten Autodesigner Giorgetto Giugiaro entworfene Look lässt den stattlichen Integrierten dynamisch und kraftvoll erscheinen. Nun passt der äußere Auftritt zum unveränderten, bereits zuvor exklusiven Ausbaustil. Und als Pointe zum Schluss: Mit 169.990 Euro ist der Neue günstiger als der Vorgänger.
Eifelland Relax – Holger Schwarz
Eine Messe wie der Caravan Salon lebt von spannenden Innovationen wie dem Elektrocamper Eifelland Relax.

Als Basis für den Relax dient der 6,31 m lange Nissan Interstar-e.
Eine der ersten Fragen, die sich bei Elektrocampern wie dem Eifelland Relax auf Nissan Interstar-e stellt: Wie hoch ist die Reichweite? 410 km laut WLTP, realistisch sind mit der 87-kWh-Batterie etwa 300 km. Klar, kein Diesel-Niveau, aber mit gewissen Einschränkungen schon reisetauglich. Und das Leergewicht des 3,5-t-Mobils? Etwa 3050 kg – reicht für Camping mit zwei Personen. Zum Ausbau: Den gibt's mit oder ohne Bad und mit guter Möbelqualität. Fehlt der Preis. Das ausgestellte Messemodell liegt bei etwa 90.000 Euro.
Giottiline Siena 340 – Irina Ziegler
Ein Hubbett, das im Wohnmobil unter der Decke verschwindet, begeistert mich jedes Mal aufs Neue. Es macht den begrenzten Platz im Fahrzeug optimal nutzbar. Damit entsteht Raum für sperrige Sportgeräte, eine bequeme Rundsitzgruppe oder mehr Mitreisende – auf dem Caravan Salon findet sich dieses Prinzip in neuen Modellen wieder.

Gerade einmal 5,99 Meter misst der Giottiline Siena 340, der mit einem Grundpreis von rund 62.000 Euro vergleichsweise günstig startet.
Im Giottiline Siena 340 möchte man sich am liebsten in die Hecksitzgruppe zurückziehen, die Beine hochlegen und ein gutes Buch lesen. Wer Wert auf viel Wohnraum legt und auf eine große Heckgarage verzichten kann, bekommt mit dem 5,99 Meter langen Teilintegrierten außerdem eine großzügige Küche und ein Bad mit Schwenkwand und ausreichend Platz zum Duschen. Geschlafen wird im elektrisch absenkbaren Hubbett über der Sitzgruppe. Mit dem Umbau der Sitzgruppe zum zweiten Bett wird der Siena 340 zum Vier-Personen-Mobil; zwei Dreipunkt-Gurtplätze entstehen durch Umbau in der Hecklounge. Ab moderaten 62.000 Euro.
Dethleffs Graneo A 6823-2 – Philip Teleu
Am Dethleffs Graneo begeistert mich vor allem der Alkoven mit den Einzelbetten – und die Rundsitzgruppe im Heck ist mein Wohlfühl-Highlight.

Der fast acht Meter lange Dethleffs Graneo A 6823-2 basiert auf einem Mercedes Sprinter 519 CDI mit 190 PS und Heckantrieb.
Der Dethleffs Graneo A 6823-2 hält für Paare viel Wohnraum sowie gute Autarkie- und Wintereigenschaften bereit. Basis ist ein Mercedes Sprinter 519 CDI mit 190-PS-Motor, Neungang-Automatik und Heckantrieb und 5,5 Tonnen Gesamtgewicht. Eine Allrad-Variante wäre möglich – reizvoll. Auf 7,96 Meter Länge (2,32 m breit, 3,60 m hoch) kombiniert das Modell zwei Einzelbetten vorn mit großem Raumbad und Rundsitzgruppe im Heck. Für die Stromversorgung ist serienmäßig eine 325-Ah-LFP-Batterie an Bord. Der Preis startet bei 169.999 Euro.
Offtrack Verge – Dominic Vierneisel
Der Kauf eines Reisemobils ist nie eine rein rationale Angelegenheit. Meist entscheiden emotionale Gründe mit. Allrad-Reisemobile mit ihrer markanten Optik triggern den "Haben-will-Reflex" besonders – so wie der Offtrack.

Mit 6,50 Metern Länge bleibt der Offtrack Verge trotz eigenständigem Aufbau vergleichsweise kompakt.
"Der ist mal schwarz!" Etlichen CSD-Besucherinnen und Besuchern hat der Offtrack Verge den Kopf verdreht. Der dunkle Aufbau ist sicher mehr etwas für den Bauch als für den Kopf. Allerdings ist das schmale 6,5-m-Mobil gut und robust gemacht. Hinter den Schürzenklappen finden sich viele Stauräume. An die Garage kommt man auch über eine Heckklappe. In der Heckwand gibt's ein Fenster, ebenso vorne oben und seitlich in der T-Haube. Der Querbett-Grundriss ist wohnlich eingerichtet und beleuchtet. Das Alu-Sandwich soll so leicht sein, dass der Verge auch mit 3,5 t funktioniert. Ab 180.000 Euro.
Westfalia Columbus Liner – Timo Großhans
Bei meinem Highlight werden Dinge neu gedacht. Mutig, radikal – mit Altem wird gebrochen und Neues entworfen. Westfalia hat das Dachzelt neu erfunden. Ihr Maisonette-Konzept ist faszinierend. Ein großer Schritt.

Beim Westfalia Columbus Liner wird das Dach selbst zum Highlight: Eine Hälfte dient als Aufstelldach, die andere als Dachterrasse.
Westfalia ist der Pionier in Sachen Campingbusse. In Gotha, wo die Columbus-Reihe gebaut wird, hat man den großen Bus nun ein bisschen neu erfunden: Hälfte Aufstelldach, Hälfte Dachterrasse – wie cool ist das denn? Man liegt hinten im großen Doppellängsbett und kann, einfach so aus Freude, das Dach hochschubsen und in den Himmel schauen. Und wenn man mag, auf seine Terrasse klettern. Mit der Kaffeetasse in der Hand die Welt da draußen begrüßen.

















