Die CMT im Januar ist immer eine Art Startschuss in die neue Campingsaison und ein guter Zeitpunkt, noch einmal über das Zubehör aus dem Vorjahr zu resümieren. Hier haben wir alle Neuheiten und Highlights der Redaktion zusammengetragen und eingeordnet.
Die All-in-one Heizung
Philipp Heise: Passend zum anhaltenden Winter hat mich auf der CMT ein Heizungssystem beeindruckt. Nachdem Truma 2025 mit der Combi-Neo einen Nachfolger für die bewährte Combi-Heizung an den Start gebracht hat, ist mir beim Hersteller Airxcell bzw. Aqua Hot das Modell WAVE 40 aufgefallen, das den Funktionsumfang der Neo laut Datenblatt nochmals deutlich toppt. Während die Neo mit einem kleinen Durchlauf-Boiler für schnellen und konstanten Warmwasserfluss sorgt, kommt die Wave 40 komplett ohne Boiler aus und kann laut Datenblatt kontinuierlich fünf Liter pro Minute bei 46°C liefern. Als Brennstoff wird dabei auf Diesel gesetzt, obwohl für Europa auch eine Gasvariante in Planung ist. Der Brenner liefert laut Datenblatt 2 bis 10 kW Heizleistung und ist dabei in 2-kW-Schritten steuerbar.
Identisch zur Neo gibt es auch E-Heizfunktion, die entweder 0,9 oder 1,8 kW an Heizleistung beisteuern kann. Verglichen mit den 3 kW elektrischer Heizleistung der Neo ist das nicht viel. Dafür wird die Gasheizleistung der Neo mit maximal 6 kW angegeben. Das unbestrittene Highlight der Wave 40 ist aber ihr Aufbau, dank dem sie sowohl als Warmwasser- als auch als Warmluftheizung genutzt werden kann – und das sogar parallel. Mit einem Gewicht von 20 kg und einem Preis ab 2500 Euro liegt die Diesel-Version preislich auf Augenhöhe mit einer aktuellen Truma Combi6 und ist im Gegensatz zur Combi Neo schon frei am Markt erhältlich.
Fazit: Auf den ersten Blick kombiniert die Aqua Hot Wave 40 die Vorzüge aller modernen Heizsysteme (schnelles Aufheizen, unbegrenzt Warmwasser, hohe, auf Wunsch auch hybride Heizleistung) in einem Gerät. Ein Praxistest steht bisher allerdings noch aus.
Ein würdiger Nespresso-Ersatz

Wie schon im Namen erwähnt, ist die Esperto Mini tatsächlich sehr klein und passt so perfekt in kompakte Küchen.
Philipp Heise: Als kleinsten Kaffeevollautomaten der Welt bewirbt Tchibo die neue Esperto Mini. Und mit nur 16 cm Breite passt sie tatsächlich prima in kompakte Küchen. Anders sieht es bei den sonstigen Abmessungen aus: Mit einer Höhe von 30,5 cm und einer Tiefe von 40 cm passte sie im Test nicht in die Küchenschränke eines teilintegrierten Wohnmobils. Diesen Nachteil macht sie aber mit köstlichem, heißem Kaffee samt feiner Crema mehr als wett. Richtig schick ist zudem der beleuchtete, höhenverstellbare Auslass, der auch größere Tassen zulässt.
Im Vergleich zu Papierpads punktet die Esperto Mini in meinen Augen mit Aroma, da die Bohne erst kurz vor dem Brühvorgang aufgebrochen und gemahlen wird. Dadurch leidet der Geschmack nicht wie bei Papier-Pads schon nach wenigen Tagen. Klar könnte man beim Thema Aroma die versiegelten Alu-Kapseln von Nespresso und Co. anführen. Gegenargument ist allerdings der anfallende Müll: Denn neben der Bohnenverpackung fällt mit der Esperto nur umweltverträglicher Kaffeesatz als Abfallprodukt an.
Weniger schön, aber beim Kaffeevollautomaten unverzichtbar, ist die regelmäßige Reinigung. Dabei punktet die Esperto mini mit einem simplen Aufbau samt entnehmbarer Brühgruppe.
Fazit: Die Esperto Mini ist zwar schwerer und etwas unhandlicher als die Kaffeepad-Maschine, dafür hat sie mich im Test überzeugt und ist mit 250 Euro für einen Vollautomaten fair eingepreist.
Drei Transport-Highlights aus Baden-Württemberg
Philipp Heise: Manchmal entdeckt man auf Messen Produkte, bei denen Skepsis schnell in Begeisterung umschlägt. So ging es uns beim Metamo, entstanden aus der Zusammenarbeit von Eckla – einem deutschen Spezialisten für Transportlösungen – und den Entwicklern des gleichnamigen Systems. Nach eigenen Angaben handelt es sich um den variabelsten Bollerwagen der Welt. Und das wirkt weniger übertrieben, als es zunächst klingt.

Der Metamo kann mehr, als nur im Doppeldeckermodus schwere Lasten transportieren.
Nicht nur im Doppeldeckermodus trägt der Wagen schwere Lasten, per Gasdruckdämpfer verwandelt er sich wie ein Transformer in einen stabilen Tisch. Optional lassen sich ein Grill einhängen, eine Bremse nachrüsten oder die Luftreifen für den Transport per Schnellverschluss abnehmen. Mit der erhältlichen Fahrraddeichsel wird aus dem Bollerwagen sogar ein Anhänger.
Mit 550 bis 650 Euro ist der Preis ambitioniert. Dafür bekommt man aber einen außergewöhnlich durchdachten Bollerwagen mit hohem Nutzwert, hervorragender Materialqualität und Produktion in Deutschland. Ergänzend hat Eckla mit dem Bordseat II und dem Campingboy 2 weitere clevere Transportlösungen für Camper im Programm. Während der Bordseat das SUP zum See bringt und sich anschließend mit wenigen Handgriffen in einen SUP-Sitz verwandelt, taugt der Campingboy als Helfer für alle Transportaufgaben, von Kassettentoilette bis Strandequipment.
Enzo XL: 8-teiliges Kochset von Campo Libre
Irina Ziegler: Beim Campen gehört für mich der Tee am Morgen einfach dazu. Deshalb hat mich das Topfset Enzo XL von Campo Libre sofort überzeugt – endlich ein Camping-Kochset, das mit einem Wasserkessel inklusive Teesieb auch Teetrinker glücklich macht.

Das Topfset Enzo XL von Campo Libre besteht aus acht Teilen. All Teile lassen sich ineinander stapeln.
Zum Set gehören zwei Töpfe mit 3 und 1,5 Litern Fassungsvermögen sowie eine Pfanne. Nicht zu viel und nicht zu wenig für das, was ich in meiner Campingküche gerne zaubere. Da ich auf multifunktionales Zubehör setze, hat mich auch der Dämpfeinsatz begeistert, der sich zusätzlich als Sieb verwenden lässt. Der Deckel passt auf beide Töpfe und die Pfanne, verfügt über Ausgusslöcher zum Abgießen von Kochwasser und lässt sich während des Kochens seitlich am Topf einhängen – praktisch, wenn die Arbeitsfläche knapp ist.
Da der Stauraum in meinem Campingbus begrenzt ist, überzeugt auch das kompakte Packmaß von 25 x 18 Zentimetern. Alle Teile lassen sich ineinander stapeln, und dank Filzeinlegern sowie Fixiergurt bleibt es während der Fahrt angenehm leise. Gefertigt ist das Set aus Edelstahl mit 3-lagigem Aluminiumkern und es eignet sich für alle Herdarten. Für mich ist das Enzo XL ein durchdachtes Komplettset, das zu mir und meiner Campingküche passt.
- Produkt: Enzo XL von Campo Libre
- Gewicht: 2,5 kg
- Preis: 129,99 Euro
- Hier im Bergfreunde-Onlineshop kaufen.
Camper Jarvis – Smarte Steuerung der Bordtechnik
Simon Ribnitzky: Die Bordtechnik digital steuern und überwachen – inzwischen ist das in vielen Campingfahrzeugen möglich. Ob Werkslösung, z. B. von Hymer oder Hobby, oder nachgerüstet von E-Trailer oder Revotion: Die Systeme können inzwischen erstaunlich viel. Füllstände prozentgenau abfragen, Licht, Heizung und Kühlschrank steuern – alles am zentralen Touch-Panel oder in einer App auf dem Smartphone möglich.

Mit dem Camper Jarvis lässt sich die komplette Bordtechnik digital mit nur einem Knopf steuern.
Der neue Anbieter Camper Jarvis, erstmals auf der CMT 2026 in Stuttgart aufgetreten, macht zwei Dinge anders. Erstens: Es besteht kein App-Zwang, die Bedienung erfolgt über einen Dreh-/Drück-Knopf mit integriertem Digital-Display im Fahrzeug. Sämtliche Funktionen lassen sich über diesen SmartKnob erstaunlich intuitiv steuern, wie ich auf der Messe im neuen Campingbus von Flowcamper ausprobieren konnte.
Zweitens: Camper Jarvis ist wirklich smart. Das System denkt für den Camper mit: Es gibt gerade Stromüberschuss aus der Solaranlage? Schon schaltet der Kühlschrank automatisch eine Stufe höher oder es wird Wasser im Boiler temperiert. Zudem registriert ein Sensor, wenn niemand im Fahrzeug ist – und das System schaltet z. B. die Wasserpumpe aus.
Hält Camper Jarvis, was seine Macher versprechen, dürfte es eine echte Erleichterung im Campingalltag darstellen. Ein Unterschied zu manch anderem System, das aus meiner Sicht mitunter mehr Spielerei als Nutzwert bietet. Marktstart für Camper Jarvis soll im Frühjahr/Sommer 2026 sein. Ich bin gespannt, das System in der Praxis zu testen.
Groenberg Weekend
Timo Großhans: Das Zelt gefällt mir richtig gut. Technisch einfach gehalten und trotzdem super funktional. Klar, gepennt habe ich noch nicht drin, aber was ich auf der Messe gesehen habe: tolles Konzept.
Die leichtere der beiden Varianten wiegt nur 12 kg, das balanciere ich locker mit einer Hand, und beide passen vom Packmaß daheim noch in den Keller, auf den Kleiderschrank oder auf den Dachboden. Für mich als Stadtmensch eine echte Option.

Die beiden Weekend-Zeltvariationen von Groenberg wiegen beide jeweils nur etwa zwölf Kilogramm.
Während der Fahrt wird es im Auto transportiert. Klar, da nimmt es auch Stauraum.
Es wird zwei Zelte geben, ab rund 1000 Euro: das Weekend Classic und das Weekend Comfort. Beide Zelte lassen sich auch auf dem Boden oder auf einem Podest knapp über dem Boden aufbauen. Das Podest nennt sich "Weekend Stage" und kostet 200 Euro und spricht vor allem Festivalgänger und alle an, die keine Lust mehr auf Zelte auf matschigem Untergrund haben. Dazu hatte ich übrigens noch nie Lust. Auf Festivals war bei mir lange Volvo-Kombi-Camping angesagt. Dann kam VW Bus.
Was mir gerade noch einfällt: Das Weekend lässt sich auch einfach in einem Flieger mitnehmen. Ab nach Marrakesch, Allrad-Mietwagen und das Weekend dabei? Muss ich mal drüber nachdenken.
Weekend Classic
- Gewicht: 12 kg (18,5 kg inkl. Leiter)
- Maße: 220 × 130 × 120 cm
- Packmaß: ca. 75 × 40 × 25 cm
- Material: Alu, Ripstop, TPU
- Preis: ab 999,95 Euro
- Hier bei Camping Wagner kaufen.
Weekend Comfort
- Gewicht: 14,5 kg (19 kg inkl. Leiter)
- Maße: 220 × 130 × 120 cm
- Packmaß: ca. 75 × 45 × 30 cm
- Material: Alu, Ripstop, TPU
- Sky View Opening: Blick in den Himmel
- Black-out: Dunkel & kühl schlafen
- Zusätzliche Dachlüftung
- Preis: ab 1199,95 Euro
- Hier bei Camping Wagner kaufen.
TENT-PEG-Heringe
Philip Teleu: Bei welcher Gelegenheit haut man schon mit einem Hammer auf einen Golfball? Als gelegentlicher Hobby-Spieler, der die meist weißen Range-Kugeln mit diversen Schlägern und voller Freude über die Range drischt, ist mir das zumindest noch nicht untergekommen. Umso erstaunter war ich, als ich auf der Messe den Golfball-Heringen von Tent-Peg begegnete. Die Heringe gibt es in unterschiedlichen Farben (weiß, orange, gelb, grün und pink) und sie sehen dank ihres Golfballs am Kopfende um einiges schicker aus als der klassische Hering.

Die TENT-PEG-HERINGE fallen dank ihrer bunten Farben auf.
Aber sie haben nicht nur optische Vorteile gegenüber den klassischen Stahlheringen aus dem Zeltlager früher. Denn dank ihres runden Kopfes und aufgrund der elastischen Haptik, die ein Golfball naturgemäß mitbringt, lassen sich die Stahlnägel entspannt in den Boden schlagen. Laut Hersteller sei es sogar gleich, ob weicher oder harter Untergrund. Außerdem verhindert der große Kopf das ungewollte Durchrutschen der Golfheringe durch Schlaufen oder Ösen. Ein weiterer Vorteil: Die runde und eher ungewohnte Form dürfte weniger Wehtun beim Drauftreten als der herkömmliche Stahlhaken, der aus der Campingwiese guckt. Und dank der bunten Farben dürften die Golfbälle auch sichtbarer sein und so das Risiko minimieren, mit dem nackten Fuß dagegenzustoßen.
Vorsicht ist aber trotzdem angesagt, denn wer versucht, einen der Golfbälle mit seinem Lieblingsschläger in die Wallachei nebenan zu bugsieren, dürfte sich nicht nur das teure Golfequipment schrotten, sondern auch die eine oder andere Verletzung davontragen. Wer schon mal Geld für hochwertige Golfbälle ausgegeben hat, der wird sich über die 24,90 Euro, die vier Golfball-Heringe kosten, freuen. Für drei Euro mehr kommen noch eine Tent-Bag mit Kordelzug-Verschluss (für bis zu vier Heringe) und ein Mikrofaser-Tuch (Ten-Peg-Duo-Tuch) dazu.
Fegerclip von Camp Design

Der Fegerclip von Camp Design macht aus jedem Bürstenkopf, Eiskratzer oder Handfeger einen Besen.
Philip Teleu: Das Motto "Keep it simple" trifft beim Fegerclip wie die Faust aufs Auge. Der kleine Clip macht aus einem Handfeger, dem Eiskratzer oder dem Bürstenkopf im Handumdrehen einen langen Besen, mit dem man auch an höher gelegene oder schlecht zugängliche Stellen im und am Reisemobil oder Caravan kommt. Voraussetzung ist allerdings eine Markise an Bord bzw. die dazugehörige Kurbel, denn Clou des Clips ist, dass er die Kurbelstange der Markise, die man eh die ganze Zeit dabeihat, zum Besenstiel umfunktioniert. Der Adapter soll dafür sorgen, dass beide Teile – Bürstenkopf und Kurbel – passgenau, stabil und werkzeugfrei miteinander verbunden sind und diese Kombination zum zuverlässigen Tool für unterwegs wird.
Wobei, so ganz ohne Werkzeug kommt man doch nicht aus – allerdings werden Schraubendreher und Schrauben nur einmal benötigt, wenn man den Clip an die Bürste oder das jeweilige Tool, das verlängert werden soll, anbringt. Für mich ist der Clip eine clevere Sache, denn mit diesem unscheinbaren, aber cleveren Tool erweitert man Reichweite und Möglichkeiten und spart sich ein weiteres Zubehörteil, das wertvollen Platz unterwegs klauen würde. Von mir aus könnte man den Clip daher auch Cleverclip nennen!












