Knaus erfindet den Sky TI neu und vollzieht einen entscheidenden Wechsel beim Fundament. Anstelle des Fiat Ducato dienen nun Motor und Fahrerhaus des moderneren und kommoderen VW Crafter als Basis für die Teilintegrierten-Baureihe. Von diesem Schritt profitiert das Reisemobil in puncto Fahrkomfort und bei Assistenzsystemen. Fahrer und Beifahrer erleben eine Ergonomie und ein Fahrgefühl, die einem modernen Pkw näherkommen als einem Nutzfahrzeug.
Harmonisches Design und neue Technik
Optisch passen der VW Crafter und der neue Knaus-Aufbau harmonisch zusammen. Das Design der T-Haube über dem Fahrerhaus greift die Linien der Crafter-Front bewusst auf, während die durchgehende Seitenlinie und die tief sitzende Schürze ebenfalls zur Einheitlichkeit im Auftreten beitragen sollen. Unter dem Aufbau verbirgt sich eine weitere Neuheit: Als erster Teilintegrierter nutzt der Sky TI das neue Flachrahmenchassis von VW. Mit einem für den 7,59 Meter langen 700 DEG maßgeschneiderten Radstand von knapp vier Metern platziert sich das Fahrwerk zwischen den bisherigen VW-Längen. Zudem sorgt eine um gut 20 Zentimeter verbreiterte Hinterachse für mehr Fahrstabilität. Beim Gewicht soll eine 3,5-t-Variante angeboten werden; realistisch ist eine Auflastung notwendig, vor allem bei Vier-Personen-Betrieb.
Innenraumgestaltung und Funktionalität
Im Bug findet sich eine Face-to-face-Sitzgruppe. Da der Vorderbau des Crafter rund 20 Zentimeter länger ausfällt als beim Fiat, wurde mit Ablagen und Verkleidungen besonderer Wert auf die Fahrerhausgestaltung gelegt. Zwischen den Sitzbänken bildet ein stabiler Tisch mit abgerundeten Kanten das Zentrum. Die Sitzbänke lassen sich zudem zu zwei Gurtsitzen umbauen. Über den Längsbetten hinten gibt es eine üppige Kopffreiheit von fast einem Meter. Trotz der großen Heckgarage unter dem Schlafbereich, was auch dem flachen Chassis mit niedriger Ladekante zu verdanken ist. Der Stauraum selbst bekommt eine breite Zugangstür, durch die auch Fahrradlenker passen sollten.
Innovative Features und Ausstattung
Das Panoramafenster über dem Cockpit besteht aus Echtglas und lässt sich ein paar Zentimeter weit ausstellen, was besonders im Bereich des optionalen Hubbetts für frische Luft sorgen soll. Eine neue Hubbett-Kinematik hebt das Bett im eingefahrenen Zustand noch ein Stück höher unter das Dach als bisherige Konstruktionen – für etwas mehr Stehhöhe. Unter den Füßen der Reisenden verbirgt sich zudem ein völlig neu konstruierter Funktionsboden aus modernem Verbundstoff (früher Metallträger), der Stufen im Wohnraum nivelliert sowie Isolation und Wintertauglichkeit verbessert. Den Vortrieb übernimmt serienmäßig der 140-PS-Motor samt Automatikgetriebe. Eine Variante mit Allradantrieb wird es bei dieser Baureihe nicht geben. Um die europäischen Sicherheitsnormen zu erfüllen, bringt die Serienausstattung eine Rückfahrkamera mit.
Einschränkungen bei der digitalen Vernetzung
Einen kleinen Kompromiss müssen Technikbegeisterte jedoch bei der digitalen Vernetzung eingehen, da die Aufbautechnik von Knaus nicht direkt mit der Software des VW Crafter kommuniziert. Wer darauf gehofft hatte, den Füllstand der Wassertanks auf dem Fahrzeugdisplay im Cockpit abzulesen oder die Bordtechnik über eine "VW"-App zu steuern, muss Abstriche machen. Die Preise standen zum Redaktionsschluss noch nicht endgültig fest. Laut Hersteller soll der Sky TI aber knapp unter 100.000 Euro bleiben.
Knaus Sky TI 700 DEG: Daten und Preis
- Preis: ab 99 900 Euro
- Basis: VW Crafter, VW-Flachrahmen, ab 103 kW/140 PS, Automatik
- Gesamtgewicht: 3,5 t
- Länge/Breite/Höhe: 7,59/2,30/2,87 m
- Empfohlene Personenzahl: 2–4
- Baureihe: Als einer der wenigen Teilintegrierten basiert der neue Sky TI auf dem VW Crafter als Basisfahrzeug. Die Baureihe startet vorerst mit drei Grundrissen: dem 650 MEG, dem hier gezeigten 700 DEG sowie einem 700 DX mit Queensbett, also einem Längs-Doppelbett mit beidseitigem Zustieg.












