Solartaschen, also tragbare Photovoltaik-Module, sind vergleichsweise günstig und der Einbau auf dem Wohnnobil oder Wohnwagen entfällt. Gegenüber fest installierten Panelen punkten mit Flexibilität: Parkt das Fahrzeug im Schatten, stellt man das Panel einfach ein paar Meter weiter. Verschattung, die den Ertrag von Photovoltaik-Anlagen merklich schmälert, fällt so weniger ins Gewicht. Voraussetzung ist natürlich ein entsprechend langes Kabel. Drei Meter sind zu wenig, zehn reichen für alle Lebenslagen. Aufstellen und Anschließen sind zwar mit einem gewissen Aufwand verbunden, doch mit entsprechender Routine hält sich die Rüstzeit in Grenzen. Das macht sie zur Alternative für Camper, die sich die Montage fester Solarmodule sparen wollen.
In diesem Test vergleichen wir zehn tragbare Solarmodule unterschiedlicher Hersteller. Acht Kandidaten sind klassische klappbare Solartaschen, überwiegend in der beliebten 200-Watt-Klasse, die mit maximal vier Panelsegmenten und um zwei Meter Breite noch einigermaßen unkompliziert zu handhaben ist. Zusätzlich testen wir zwei faltbare Solardecken: Sie werden nicht aufgestellt, sondern ausgelegt oder über Ösen/Schlaufen aufgehängt(z. B. an der Markisenblende oder Seitenwand). Da nicht alle Module gleich stark sind, bewerten wir den gemessenen Tagesertrag normiert auf 100 Watt und im Verhältnis zur Fläche. Selbst zwischen nominell identischen 200‑Watt-Panels zeigte der Test deutliche Unterschiede, die abhängig sind von Zellqualität, Aufbau und der internen Verschaltung der Photovoltaik-Zellen.
Testsieger: Jackery Solarsaga 200 W
Unter sonnigen Bedingungen liefern tragbare Module ordentlich Energie. Den höchsten Tagesertrag liefert der Testsieger Jackery Solarsaga 200 W mit 1,25 kWh (ca. 104 Ah). Zum Bestwert beim Ertrag liefert es noch praktische Ausrichthilfen mit und ist regenfest. Wer weniger investieren will, greift zum DJI IBC-Power-Panel oder zur Berger-Solartasche – beide liefern für rund 250 Euro fast ebenso viel Energie und gehören zu den günstigsten Kandidaten im Feld.
Selbst die 0,87 kWh Ertrag des Ective Sun Dock mit der niedrigsten Punktzahl steigern die Unabhängigkeit beim Campen enorm. Im Hochsommer wäre die Ausbeute gewiss noch höher. Ebenfalls steigern ließe sich der Ertrag durch das Anstellen und Ausrichten der Panele nach der Sonne. Beim Test selbst haben wir darauf verzichtet.
8 Solartaschen im Detail: Ertrag, Handling, Ausstattung
Acht Solartaschen haben den Weg ins promobil-Testfeld gefunden. Zwischen den Kandidaten zeigen sich im Test erhebliche Unterschiede – nicht nur beim Ertrag, sondern auch bei Kabellängen, Aufständerung und Wetterfestigkeit. Genau diese Praxisdetails entscheiden darüber, ob ein Panel am Stellplatz wirklich überzeugt oder nur auf dem Datenblatt glänzt.
- Ertrag normiert (25 %): 4,46 von 5 Punkten
- Ertrag je Fläche (25 %): 4,59 von 5 Punkten
- Ausstattung/Anschluss (20 %): 2 von 5 Punkten
- Handling (20 %): 3,2 von 5 Punkten
- Regenfestigkeit (10 %): 5 Punkte
- Endergebnis: 3,3 von 5 Punkten
Die Solartasche Berger XT 200 W von Fritz Berger gehört trotz ihrer Größe zu den leichteren im Test und lässt sich dank großer Griffe ordentlich tragen. Die vier Segmente sind wasserdicht eingebettet. Die Anschlussdose sitzt in einer Reißverschluss-Tasche auf der Rückseite. Weniger überzeugend: Die Ausstattung ist karg. Es gibt nur ein relativ kurzes Anschlusskabel mit zwei MC4-Steckern; in der Praxis ist ein längeres Kabel hilfreich, um das Panel flexibel auszurichten. Beim Aufstellen helfen zwei relativ breite, aber sehr kurze Ständer. Dadurch bleibt nur ein flacher Anstellwinkel; bei tief stehender Sonne verschenkt man so Potenzial. Stabil steht das Berger dennoch, weil die Ständer mittig sitzen und das Panel recht steif ist.
Beim Ertrag liefert es sehr gute 1130 Wh, normiert 565 Wh/100 Wp und auch flächenbezogen liegt es mit 974 Wh/m² in der Spitzengruppe. Mit rund 250 Euro ein günstiger Kauf.
- Ertrag normiert (25 %): 4,64 von 5 Punkten
- Ertrag je Fläche (25 %): 4,37 von 5 Punkten
- Ausstattung/Anschluss (20 %): 2,7 von 5 Punkten
- Handling (20 %): 4 von 5 Punkten
- Regenfestigkeit (10 %): 0 Punkte
- Endergebnis: 3,4 von 5 Punkten
Die Foldable Power SC200 von Carbest(Reimo) ist ein mittelschwere Solartasche, für die Leistungsklasse eher kurz, dafür etwas höher gebaut. Die vier Segmente sind textil eingefasst und vernäht, wirken solide – allerdings ist das Panel selbst nicht regenfest. Die Anschlussdose sitzt in einer separaten Reißverschlusstasche auf der Rückseite; hier finden sich auch mehrere USB-Ports, um Smartphone & Co. direkt zu laden. Beim Anschluss setzt Carbest konsequent auf Anderson. Das ist mit manchen Powerstations kompatibel, für das Laden der Bordbatterie über einen separaten Solarladeregler braucht es jedoch ein zusätzliches Kabel. Positiv: Zwei Verlängerungen liegen bei, eine davon mit sehr guten fünf Metern – im Alltag Gold wert, wenn das Fahrzeug im Schatten steht. Handling: Zwei große Griffe und eine Tasche erleichtern den Transport. Aufgestellt steht das Panel dank vier breiter Einzelständer stabil; Ösen/Schlaufen an Ständern und Ecken erlauben das Abspannen. Nachteil: Die Ständer sind kurz, der Winkel bleibt flach.
Beim Ertrag liefert Carbest 1170 Wh, normiert 585 Wh/100 Wp – deutlich über dem Schnitt –, und auch pro Fläche liegt es mit 936 Wh/m² im oberen Feld. Mit rund 350 Euro preislich im Mittelfeld.
- Ertrag normiert (25 %): 4,83 von 5 Punkten
- Ertrag je Fläche (25 %): 4,34 von 5 Punkten
- Ausstattung/Anschluss (20 %): 1,5 von 5 Punkten
- Handling (20 %): 3,5 von 5 Punkten
- Regenfestigkeit (10 %): 5 Punkte
- Endergebnis: 3,4 von 5 Punkten
Das IBC-Power-Panel von DJI ist ein einfaches 200- Watt-Modul ohne Schnickschnack, aber mit ein paar Eigenheiten. Am Modul selbst sitzt ein MC4-Anschluss. Im Lieferumfang sind nur ein Adapterkabel von MC4 auf XT60-Buchse sowie ein kurzes MC4-Verlängerungskabel(90 cm) enthalten. Das mag für den Anschluss der DJI-Powerstations reichen(der Hersteller verlangt dafür den markeneigenen Solarladeregler für 59 Euro), zum Laden des Bordakkus ist ein Verlängerungskabel fällig, wenn das Fahrzeug im Schatten steht und das Panel weiter weg zur Sonne muss. Positiv ist die regenfeste Ausführung. Beim Handling gefällt die clevere Winkeleinstellung der Ständer: drei fixe Positionen, schnell und reproduzierbar. Allerdings verteilen sich nur drei Ständer über mehr als zwei Meter Länge – ein Segment bleibt ohne Abstützung. Packmaß und Gewicht sind für ein 200-W-Modul durchschnittlich.
Beim Ertrag spielt DJI mit 1210 Wh, normiert 605 Wh/100 Wp, in der Spitzengruppe; flächenbezogen sind 931 Wh/m² ebenfalls stark. Mit rund 250 Euro ist das Panel günstig.
- Ertrag normiert (25 %): 3,26 von 5 Punkten
- Ertrag je Fläche (25 %): 3,15 von 5 Punkten
- Ausstattung/Anschluss (20 %): 3,5 von 5 Punkten
- Handling (20 %): 3 von 5 Punkten
- Regenfestigkeit (10 %): 0 Punkte
- Endergebnis: 2,4 von 5 Punkten
Das Sun Dock MSP 200 von Ective ist das schwerste Modul im Test – und zugleich das zweitlängste. Beim Zubehör zeigt sich Ective großzügig: Zur Tasche kommen ein 3‑m‑Verlängerungskabel(Anderson auf Batterieklemmen) sowie zwei kurze Anderson-Kabel(30 cm) mit Endhülsen. Damit klappt auch der direkte Anschluss an einen im Fahrzeug vorinstallierten Solarregler. Drei Meter sind ordentlich, in der Praxis wird gelegentlich eine weitere Verlängerung nötig sein. Praktisch im Alltag: zwei USB‑A-Buchsen zum Direktladen von Smartphone & Co. Eine kleine LED informiert über Status und Fehlfunktionen. Magnete in den Griffen halten das Panel auch außerhalb der Tasche zuverlässig geschlossen. Beim Handling punkten vier breite Ständer – je Segment einer –, das sorgt für stabilen Stand. Sie sind jedoch eher kurz, der Anstellwinkel bleibt flach. Die Segmente sind in Gewebe eingenäht: Niesel steckt es weg, im Regen sollte man es wegen fehlender Schauerfestigkeit und der seitlich am Griff recht exponierten Anschlüsse nicht aufstellen.
Der Tagesertrag im Test ist mit 870 Wh unterdurchschnittlich(435 Wh/100 Wp; 725 Wh/m²). Regulär kostet es 318 Euro, der aktuell auf 240 Euro reduzierte Preis ist attraktiver.
- Ertrag normiert (25 %): 5 von 5 Punkten
- Ertrag je Fläche (25 %): 4,56 von 5 Punkten
- Ausstattung/Anschluss (20 %): 2 von 5 Punkten
- Handling (20 %): 3,2 von 5 Punkten
- Regenfestigkeit (10 %): 5 Punkte
- Endergebnis: 4 von 5 Punkten
Die Solarsaga 200 von Jackery ist eine eher leichte, komplett wetterfestes 200-Watt-Solartasche. Tragen lässt sie sich gut, dabei halten Magnete das Panel sicher geschlossen – eine Tasche gibt es nicht. Beim Aufstellen wirkt das Konzept zwiespältig: Angesichts der üppigen Länge von 2,34 Metern sind zwei Ständer eher mager, zwei Segmente kommen ohne Abstützung aus. Immerhin sind die Ständer lang, über Gummibänder geführt: Damit ist das Panel auch steiler anstellbar; das hilft besonders morgens und abends, wenn die Sonne tief steht. Pfiffig ist die kleine"Zielscheibe", die das exakte Ausrichten auf die Sonne erleichtert – sofern sie scheint. Als Ausstattung liegt nur das Anschlusskabel (3 m) bei. Die Anschlüsse sind auf Jackery-Powerstations zugeschnitten; wer eine Bordbatterie laden will, braucht ein Adapterkabel. Smartphones lassen sich dank USB‑A und USB‑C direkt laden.
Beim Ertrag setzt Jackery ein Ausrufezeichen: 1250 Wh sind Bestwert im Test, normiert bleibt es mit 625 Wh/100 Wp ebenfalls vorn. Flächenbezogen liegt es mit 969 Wh/m² in der Spitzengruppe. Als bifaciales Panel kann es zudem Streulicht von hinten nutzen – aufgeständert dürfte das den Vorteil eher noch vergrößern. Preis: 449 Euro.
- Ertrag normiert (25 %): 4,28 von 5 Punkten
- Ertrag je Fläche (25 %): 4,3 von 5 Punkten
- Ausstattung/Anschluss (20 %): 2 von 5 Punkten
- Handling (20 %): 3,5 von 5 Punkten
- Regenfestigkeit (10 %): 0 Punkte
- Endergebnis: 2,9 von 5 Punkten
Das Mestic Foldable MSFO-200 ist ein mittelschweres 200-Watt-Panel im klassischen Taschendesign: vier Segmente, sauber eingefasst und auch ohne extra Tasche beim Transport gut geschützt. Die Anschlussdose sitzt in einer Reißverschlusstasche auf der Rückseite, inklusive Kontroll-LED und zwei USB-Ports. Von dort führt ein 2,90 m langes Kabel mit MC4-Steckern weg – praxistauglich, aber je nach Stellplatz nicht immer lang genug. Ein Adapterkabel für Powerstations mit vier gängigen Buchsen(Anderson, XT60, DC5521, DC7909) gibt es optional. Dank vier Einzelständern steht das Panel recht stabil; per Gummizug lässt sich der Winkel variieren, die Ständer sind jedoch eher kurz. Spritzwasserschutz IP44 ist für unbeaufsichtigtes Draußenlassen zu wenig. Die PERC-Zellen sollen auch Lichtanteile nutzen, die bis zur Zellrückseite vordringen.
Beim Ertrag liegt Mestic mit 1090 Wh(545 Wh/100 Wp) im oberen Mittelfeld; pro Fläche sind 924 Wh/m² ordentlich. Preis: ca. 360 Euro.
- Ertrag normiert (25 %): 4,45 von 5 Punkten
- Ertrag je Fläche (25 %): 5 von 5 Punkten
- Ausstattung/Anschluss (20 %): 3,8 von 5 Punkten
- Handling (20 %): 4 von 5 Punkten
- Regenfestigkeit (10 %): 0 Punkte
- Endergebnis: 3,9 von 5 Punkten
Das Sunfold 165 von ist die mittlere Leistungsklasse der Serie von tHEnergy – und als 165-Watt-Panel mit nur drei Segmenten spürbar handlicher und leichter als die 200-W-Kandidaten. So lässt es sich auch mal hinter die Windschutzscheibe klemmen. Die Flächen sind textil eingefasst und vernäht. Schauerfest ist das Panel(IP44) nicht. Die Anschlussdose sitzt in einer separaten Tasche auf der Rückseite, inklusive USB-Ladebuchsen. Das drei Meter lange Anschlusskabel endet in MC4; dazu legt tH Energy ein Adapterpaket bei(DC; Hohlstecker; Anderson; XT60), was den Anschluss an viele Powerstations erleichtert. Im klassischen Taschenformat tragen sich die zwei gummierten Griffe angenehm. Drei Ständer – je Segment einer – sorgen für einen stabilen Stand. Mit einem Gummiband lässt sich die Neigung variieren, allerdings sind die Ständer für steile Winkel etwas kurz.
Beim Ertrag überrascht das Sunfold positiv: Absolut sind 930 Wh erwartbar, normiert(564 Wh/100 Wp) liegt es im oberen Feld. Auffällig stark ist die Flächenleistung: 1045 Wh/m² – Bestwert im Test: Aus wenig Fläche holt tH Energy viel heraus. Preis: ab 350 Euro.
- Ertrag normiert (25 %): 3 von 5 Punkten
- Ertrag je Fläche (25 %): 3,44 von 5 Punkten
- Ausstattung/Anschluss (20 %): 5 von 5 Punkten
- Handling (20 %): 4,5 von 5 Punkten
- Regenfestigkeit (10 %): 5 Punkte
- Endergebnis: 3,8 von 5 Punkten
Das Big Tiger Monsun(160 W) von ist als einzige Solartasche im Test komplett ausgestattet: Tiger Exped liefert Solarladeregler, ein langes Anschlusskabel(7,5 m) sowie mehrere Adapter und Anschlussleitungen plus Transporttasche gleich mit. Damit kann es ohne zusätzliche Zukauf-Adapter direkt an eine Bordbatterie angeschlossen werden. Der Lieferumfang erklärt teils auch das hohe Gewicht. Das Panel besteht aus vier Segmenten, die miteinander vergossen sind und eine robuste, schauerfeste ETFE-Oberfläche tragen. Auch die Mechanik überzeugt: Jedes Segment hat einen eigenen langen Ständer, der auch steile Winkel ermöglicht. Ösen an allen Ecken erlauben das Abspannen mit Heringen. Der beiliegende Regler ist für gängige Batterietypen ausgelegt; ein LCD zeigt Spannung und Ladestrom. Wer bereits einen Solarregler im Fahrzeug hat, kann das Panel auch daran anschließen.
Beim Ertrag muss Tiger Exped Abstriche hinnehmen: 690 Wh sind der schwächste Wert im direkten Vergleich; normiert kommt das Panel auf 431 Wh/100 Wp, pro Fläche auf 775 Wh/m² – beides unterdurchschnittlich. Der Preis von 499 Euro ist hoch, wird aber durch die"Alles dabei"-Ausrichtung teilweise relativiert.
Wie lässt sich mit der Solartasche die Bordbatterie laden?Um die gewonnene Energie in den Bordakku einzuspeisen, braucht es einen Solarladeregler – nur Tiger Exped liefert ihn im Set mit. Idealerweise montiert man den Regler batterienah im Innenraum und führt das Kabel vom Panel durch einen Tür- oder Fensterspalt nach innen. Eleganter ist eine Außenanschlussdose wie die von Scanstrut: Mit einem entsprechenden Adapter ist der Anschluss einer Solartasche fix erledigt.Inhalt
Solardecken im Test: geringes Packmaß, wenig Ausrichtbarkeit
Solardecken spielen in einer eigenen Kategorie: Ohne Ständer werden sie ausgelegt oder per Ösen an Markise und Seitenwand gehängt. Sie punkten vor allem mit minimalem Packmaß und geringem Gewicht. Die Ausrichtbarkeit zur Sonne ist aber eingeschränkt, was den Ertrag schmälern kann. Wenn an Bord knapp ist, sind sie dennoch eine Alternative.
- Ertrag normiert (25 %): 3,82 von 5 Punkten
- Ertrag je Fläche (25 %): 3,16 von 5 Punkten
- Ausstattung/Anschluss (20 %): 2,8 von 5 Punkten
- Handling (20 %): 3 von 5 Punkten
- Regenfestigkeit (10 %): 5 Punkte
- Endergebnis: 3,3 von 5 Punkten
Das Sun Grid ist keine klassische Solartasche, sondern eine Solardecke – damit eine eigene Kategorie im Test. Der große Trumpf: das superkompakte Packmaß. Zusammengefaltet verschwindet das 216-W-Modul in einem stabilen Schalenkoffer, lässt sich gut verstauen und transportieren; zudem ist die regenfeste Decke eher leicht. In der Anschlussdose sitzen zwei USB-Ports zum Direktladen von Smartphones sowie eine XT30-Buchse für das Anschlusskabel. Ective legt zwei Verlängerungen bei(XT30 auf MC4, MC4 auf Anderson), beide allerdings nur 1,6 Meter lang. In der Praxis ist meist ein Zusatzkabel notwendig, um einen separaten Solarladeregler und über diesen die Bordbatterie anzuschließen. Das Sun Grid wird nicht über Ständer aufgestellt, sondern ausgelegt oder mit vier metallverstärkten Rundösen aufgehängt, etwa an Seitenwand oder Markisenfrontblende, bei niedrigeren Fahrzeugen ggf. aufs Dach. Das ist weniger fein nachführbar als bei Solartaschen – und gibt Abzüge beim Handling.
Beim Ertrag liegt es mit 1070 Wh absolut im Mittelfeld; normiert(495 Wh/100 Wp) und flächenbezogen(728 Wh/m²) bleibt es jedoch hinter den besten Taschen zurück. Preis: ca. 293 Euro.
- Ertrag normiert (25 %): 4,46 von 5 Punkten
- Ertrag je Fläche (25 %): 4,14 von 5 Punkten
- Ausstattung/Anschluss (20 %): 2 von 5 Punkten
- Handling (20 %): 3 von 5 Punkten
- Regenfestigkeit (10 %): 3 von 5 Punkten
- Endergebnis: 2,9 von 5 Punkten
Die Solar Blanket im klassischen Taschendesign ist das leichteste Panel im Test – und auch beim Packmaß erstaunlich klein, gemessen an 200 Watt Leistung. Die Anschlussdose sitzt in einer separaten Reißverschlusstasche. Das Verlängerungskabel ist fest angeschlossen und mit zwei Metern eher kurz. In der Dose stecken zudem mehrere USB-Anschlüsse. Die PV-Zellen sind auf acht Segmente verteilt, mit robuster ETFE-Folie versiegelt und textil eingefasst. Renogy bezeichnet das Modul als spritzwassergeschützt – im Zweifel aber nicht in Pfützen legen. Bei den PV- Anschlüssen bleibt Renogy beim MC4-Standard; Adapter liegen nicht bei. Zum Lieferumfang gehören zwei Gurte. Ausgestattet ist es mit zwölf Schlaufen, etwa zum Aufhängen an Markisenfront oder Seitenwand. Wie bei Solardecken üblich ist das Handling weniger flexibel als bei Solartaschen: Auslegen oder Aufhängen statt Aufständern, das erschwert die exakte Ausrichtung nach der Sonne.
Beim Ertrag liefert Renogy 1130 Wh, normiert 565 Wh/100 Wp – stark –, pro Fläche 897 Wh/m² ordentlich. Preislich ist es mit etwa 180 bis 270 Euro das günstigste Panel im Feld; Renogy hat daneben auch klassische Solartaschen im Programm.
So testet promobil Solartaschen
Identische Testbedingungen sind entscheidend für optimal vergleichbare Messergebnisse, erst recht bei Solaranlagen, deren Leistung stark abhängig ist von äußeren Bedingungen. Daher wurde die Leistung aller Panele unter exakt denselben Bedingungen ermittelt:
- Gleicher Zeitraum Anfang Mai, gleicher, unverschatteter Standort, gleiche horizontale Ausrichtung, gleiche Messtechnik.
- Für die Bewertung der Leistungsfähigkeit haben wir den sonnigsten und ertragreichsten aus einer Reihe von Messtagen herangezogen.
- Jedes Modul wurde an einen Regler desselben Typs, den Victron Smart Solar MPPT 75/15, angeschlossen.
- Alle zehn Regler luden mit der passenden Kennlinie dieselbe Batterie, um eine Verfälschung der Ladeleistung durch unterschiedlich streuende Akkus auszuschließen.
- Die LiFePO4-Batterie von Liontron wurde durch gezielte, regelmäßige Entladung über den Testzeitraum permanent in einem Zustand gehalten, in dem sie die Ladeleistung der PV-Module aufnehmen kann. Bei einem Füllstand von 70 Prozent schaltet ein Dometic-Wechselrichter Sine Power DSP 1812T mit 1800 W den Verbraucher ein, bei 30 Prozent Kapazität schaltet er ihn wieder ab.












