Sie wollen einfach nur die schönste Zeit des Jahres auf dem Campingplatz verbringen – doch plötzlich müssen Sie die Parzelle oder den Stellplatz räumen, denn am Horizont steigt eine dunkle Wolke auf. Waldbrand.
So erging es vor wenigen Tagen über 12.000 Menschen an der französischen Atlantikküste. In der Nähe von Bordeaux mussten sechs Campingplätze und eine FKK-Anlage geräumt werden. Das Feuer fraß sich durch 2.000 Hektar Wald, Rauch hing über den Stränden. Die Evakuierung lief geordnet ab, aber nicht alle hatten Glück: Zwei Feuerwehrleute starben, als sie in ihrem Fahrzeug eingeschlossen wurden.
In Europa herrscht im Hochsommer akute Waldbrandgefahr
Die Hitzewelle betrifft jedoch nicht nur Frankreich, wo bereits Campingplätze geräumt werden mussten. Auch in anderen Regionen Europas und in Deutschland wüten derzeit Waldbrände.
Wo es gerade brennt (Stand 23. Juli 2026)
Die Bilder aus Südeuropa sind dramatisch: Feuer, Rauch, evakuierte Urlauber. Doch wo ist die Lage besonders angespannt?
- Frankreich: Im Südwesten, rund um Bordeaux und Arcachon, wüten seit Tagen schwere Brände. Über 12.000 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden, darunter viele Camper. Die Behörden haben die höchste Warnstufe ausgerufen. Besonders betroffen sind die Orte Le Porge, Saumos und Cap Ferret.
- Spanien: Bei Madrid kämpfen die Einsatzkräfte gegen einen Großbrand, der bereits 32.000 Hektar Land vernichtet hat. Mehrere Gemeinden wurden evakuiert, Straßen gesperrt. Auch in Andalusien gab es in den letzten Wochen schwere Brände mit Todesopfern.
- Italien: Auf Sizilien mussten wegen eines Feuers im Zentrum der Insel über 100 Menschen evakuiert werden, darunter Patienten einer Klinik. Die Feuerwehr ist im Dauereinsatz.
- Deutschland: In der Müritzregion gab es lokale Brände. Die Lage ist noch unter Kontrolle, aber die Trockenheit macht Experten Sorgen.
Warum sind gerade Campingplätze so gefährdet?
Ganz einfach: Viele liegen idyllisch – und das bedeutet oft abgelegen, mitten im Wald oder am Rand von Feldern. Evakuierungen sind hier schwieriger als in der Stadt. Und wenn der Wind dreht, kann aus einer kleinen Rauchwolke schnell eine lebensbedrohliche Situation werden.
So checken Sie, ob Ihr Urlaubsort sicher ist
Sie wollen nicht erst aus dem Schlaf gerissen werden, um zu merken, dass Gefahr droht? Dann sollten Sie diese Tools kennen – und vor allem: vor der Reise nutzen!
Offizielle Warn-Apps und Websites:
- Für ganz Europa: Das European Forest Fire Information System (EFFIS) zeigt aktuelle Brände auf einer Karte. Hier sehen Sie nicht nur, wo es brennt, sondern auch, wie sich die Lage entwickelt.
- Deutschland: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) zeigt unter dwd.de den Waldbrandgefahrenindex – besonders wichtig für Camper in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern.
- Weltweit: Die NASA betreibt eine Echtzeit-Feuerkarte (FIRMS). Hier sehen Sie sogar, wo in den letzten 24 Stunden neue Brände ausgebrochen sind.
- Weltweit: Auf Google Maps können Sie nach "Waldbrand" suchen und bekommen aktuelle Brände angezeigt.
Praktische Tipps für unterwegs:
- Laden Sie die Apps vor der Abreise herunter. Im Notfall gibt es oft kein Mobilnetz – aber die Karten funktionieren auch offline.
- Aktivieren Sie Push-Benachrichtigungen. So verpassen Sie keine Warnung.
- Folgen Sie lokalen Behörden auf Social Media. Viele Präfekturen, Feuerwehren oder Gemeinden posten Updates auf Facebook, X oder Instagram.
- Achten Sie auf Rauch und Geruch. Oft ist das das erste Warnzeichen – lange bevor die Sirenen heulen.
- Planen Sie Fluchtwege. Kennen Sie mindestens zwei Routen vom Campingplatz weg – für den Fall, dass eine blockiert ist.
Waldbrand auf dem Campingplatz: Das sind Ihre Rechte
Was passiert, wenn Sie eine Campingplatz-Buchung nicht antreten können oder wenn Sie plötzlich evakuiert werden? Wer zahlt die zusätzliche Nacht im Hotel? Bekomme ich mein Geld zurück, wenn der Urlaub abgebrochen werden muss? Und wer haftet, wenn mein Wohnmobil beschädigt wird?
1. Evakuierung: Was Sie wissen müssen
- Behörden können jederzeit eine Evakuierung anordnen. Das ist kein Vorschlag, sondern eine verbindliche Anweisung. Wer sich weigert, riskiert nicht nur sein Leben, sondern auch ein Bußgeld.
- Sie haben Anspruch auf klare Informationen. Die Campingplatzleitung oder die Feuerwehr müssen Ihnen sagen, wohin Sie gehen sollen und wie Sie dorthin kommen.
- Dokumentieren Sie alles. Machen Sie Fotos oder Videos von der Evakuierung, von Schäden oder von fehlenden Sicherheitsvorkehrungen. Das kann später wichtig werden, wenn Sie Ansprüche geltend machen.
2. Kosten und Stornierungen: Wer zahlt was?
- Wenn der Campingplatz evakuiert wird: Viele Betreiber erstatten die Kosten für nicht genutzte Tage oder bieten eine Umbuchung an. Fragen Sie nach den AGB – manche erstatten nur bei vollständiger Schließung.
- Wenn Sie vorzeitig abreisen: Viele Reiseversicherungen übernehmen die Kosten, wenn Sie wegen höherer Gewalt (z. B. Waldbrand) früher nach Hause fahren müssen. Prüfen Sie Ihre Police!
- Wenn Ihr Fahrzeug beschädigt wird: Der Campingplatz oder Ihre Versicherung müssen für Schäden aufkommen. Melden Sie Schäden sofort und lassen Sie sich alles schriftlich bestätigen.
- Wenn Sie im Hotel unterkommen müssen: Bewahren Sie alle Quittungen auf. Manche Campingplätze oder Versicherungen übernehmen die Kosten für eine Notunterkunft.
3. Praktische Hilfe im Notfall
- Kontaktieren Sie Ihre Botschaft. Falls Sie im Ausland sind und nicht weiterwissen, hilft die deutsche Vertretung vor Ort.
- Lokale Hilfsorganisationen. Das Rote Kreuz oder andere NGOs unterstützen bei Unterkunft, Verpflegung und medizinischer Versorgung.
- Soziale Medien. Viele Campingplätze posten Updates auf ihrer Website oder Facebook-Seite. Ein Blick lohnt sich – oft gibt es dort schneller Infos als über offizielle Kanäle.
Checkliste: So sind Sie vorbereitet
Sie wollen nicht unvorbereitet in den Urlaub starten? Dann nehmen Sie diese Checkliste mit:
Vor der Reise:
- Installieren Sie Warn-Apps und testen Sie sie.
- Prüfen Sie Ihre Reiseversicherung: Gilt sie auch bei höherer Gewalt wie Waldbränden?
- Speichern Sie die Notfallnummern des Campingplatzes und der lokalen Behörden in Ihrem Handy.
- Planen Sie Fluchtwege und einen Treffpunkt für Ihre Gruppe.
Vor Ort:
- Checken Sie täglich die Wettervorhersage und Warnmeldungen.
- Halten Sie Wertsachen griffbereit: Dokumente, Medikamente, Bargeld, Handy.
- Tanken Sie Ihr Auto oder Wohnmobil voll und halten Sie die Fluchtroute frei.
- Bei Rauch: Schließen Sie Fenster und Türen, schalten Sie die Lüftung aus.
Im Notfall:
- Befolgen Sie sofort die Anweisungen der Behörden.
- Bleiben Sie mit Ihrer Gruppe zusammen – trennen Sie sich nicht.
- Nehmen Sie nur das Nötigste mit: Dokumente, Handy, Medikamente.
- Melden Sie sich nach der Evakuierung beim Campingplatz und Ihrer Versicherung.





