Vorzelte für Wohnmobile Thule
Vorzelte für Wohnmobile
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Vorzelte für Wohnmobile 28 Bilder

Markübersicht 2020: 5 Vorzelt-Arten für Wohnmobile

Markisen-, Heck- oder doch lieber ein Luftzelt?

Vorzelte erweitern im Urlaub den Lebensraum. Mehr Platz ist vor allem bei Campingbussen gefragt, doch auch Reisemobilisten schätzen clevere Möglichkeiten, sich vor Ort stärker auszubreiten.

Mit einer Markise oder einem Vorzelt lässt sich die Wohnfläche unterwegs im Handumdrehen vergrößern. Zudem schützt der Anbau vor Regen, Wind und Sonne. Doch welche Modelle passen zu welchem Zweck? promobil hat eine Typenkunde zusammengestellt, in der wir zeigen, welche Erweiterungen sich für welchen Einsatz am besten eignen.

1. Markisenzelte für Reisemobile

Vorzelte für Wohnmobile
Fiamma
Bei Seitenteilen und Front kann man je nach Modell zwischen Varianten mit und ohne Fenster und Türen an unterschiedlichen Stellen wählen.

Die verbreitetste Variante, den geschützten Bereich außerhalb des Wohnmobils zu erweitern, ist die Markise. Am Reisemobil sind die sogenannten Kassettenmarkisen in der Regel an der Fahrzeugseitenwand befestigt. Bei Kastenwagen und Campingbussen erfolgt die Montage dagegen meist auf dem Dach, da der seitliche Anbau die Schiebetür blockieren kann. Die in der Kassette aufgerollte Markise lässt sich per Handkurbel oder Elektromotor aus- und einfahren. Beim Gebrauch punkten Markisen mit schnellem Auf- und Abbau, einem vergleichsweise geringen Gewicht und hoher Flexibilität.

Vor- und Nachteile von Markisenzelten

 Vergleichsweise schnell auf- und abgebaut
 Wandelemente brauchen wenig zusätzlichen Stauraum, da Markise in der Kassette steckt
 Flexible Gestaltung mit verschiedenen Front- und Seitenelementen möglich
 Muss bei starkem Wind eingerollt/abgebaut werden
 Starke Böen können das Fahrzeug beschädigen

Am Stellplatz angekommen, lässt sich eine Kassettenmarkise binnen weniger Minuten aufstellen. Rechts und links integrierte Gelenkstangen sorgen beim Ausrollen für Spannung und verhindern das Durchhängen der Bespannung. Am Frontprofil sind beidseits teleskopierbare Stützbeine herausklappbar integriert. Damit wird die Markise aufgestellt und mit Schnüren, Bändern und Heringen abgespannt.

Hierbei darauf achten, dass die Dachfläche ein seitliches Gefälle bekommt, so dass Regenwasser ungehindert abfließen kann. Zusätzliche Spannung für die Dachfläche liefern optionale Spannstangen aus Aluminium (ab 20 Euro). Diese werden in der Mitte zwischen Fahrzeugwand und Frontprofil eingezogen. Kassettenmarkisen gibt es in unterschiedlichen Abmessungen. So ist etwa die Fiamma F45S ab 577 Euro in den Längen 1,85 Meter bis 4,48 Meter mit 1,00 bis 2,50 Meter Ausfalltiefe (ausgerollte Dachbreite) lieferbar. Die kleinste Ausführungwiegt 11,5 Kilo und ist aus UV-beständigem, wasserdichtem Vinyl gefertigt. Die Thule Omnistor 5200 ist ab 654 Euro in Längen von 1,92 bis 5,02 Meter mit Ausfalltiefen von 1,40 Meter bis 2,50 Meter zu haben. Das kleinste Modell wiegt 14,2 Kilo, das Tuch ist mit PVC beschichtet. Dometic bietet die Perfect Wall PW 1000 ab 500 Euro mit Längen von 3,50 Meter bis 4,50 Meter. Die Ausfalltiefe erreicht hier durchgängig 2,50 Meter und das Markisentuch ist auch hier mit PVC überzogen.

Vorzelte für Wohnmobile
Timo Großhans
Der Sonnenschutz Sun Blocker G2 von Thule wird einfach in die Kederschiene des Frontprofils eingezogen und abgespannt.

Neben Kassettenmarkisen sind Taschen- oder Sackmarkisen verfügbar. Diese werden in die Kederschiene eingezogen und von Hand aus- und eingerollt. Das Gestänge ist lose beigelegt. Auch Taschenmarkisen lassen sich mit Seiten- und Frontteilen ergänzen. Für Reisemobile kommen sie aber weniger infrage, da meist keine Kederschiene am Fahrzeug vorhanden ist. Eine Ausnahme macht Knaus: Die Baureihen Sky TI, Sky Wave und Sun TI verfügen über das sogenannte Protec Frame, ein Aluminiumprofil mit integrierter Kederschiene. Aber entsprechende Schienen lassen sich auch noch nachrüsten: Der laufende Meter kostet ab 6,50 Euro. Markisenzelte haben aber auch Nachteile, etwa bei der Stabilität. Bläst der Wind zu stark, muss die Markise und damit das Zelt eingerollt werden. Auch für den Winter sind sie untauglich.

Ein großer Vorteil von Markisen ist ihre Variabilität, denn aus der reinen Überdachung lässt sich mit Zusatzelementen ein komplettes Zelt bauen. Das Angebot von Seiten- und Frontwänden ist groß. Es gibt sie mit oder ohne Fenster, mit einem oder mehreren Türelementen oder auch komplett öffnend. Als reiner Sonnenschutz kann an den Seiten oder der Front auch ein Gazenetz wie etwa der Sun Blocker G2 von Thule (ab 180 Euro) an einer Kassettenmarkise montiert werden. Achtung: Durch Zusatzteile kommen schnell mal zehn Kilogramm und mehr Gewicht noch obendrauf.

Die Befestigung der Seitenteile erfolgt mit Aluminiumprofilen, auf die sie aufgefädelt, von Schlaufen mit Klett- oder Reißverschluss gehalten oder in eine Kederleiste eingezogen werden. Auch die Frontprofile haben Kederleisten, in die die Frontwände eingezogen werden. Schnüre, Doppelkeder, Klett- oder Reißverschlüsse verbinden Front- und Seitenteile. Für die Anbindung an die Fahrzeugwand sind Profilstangen gebräuchlich, die an der Kassette und am Boden befestigt werden. Schaumstoff zwischen Profil und Wand verhindert Lackkratzer.

2. Luftzelte für Wohnmobile

Vorzelte für Wohnmobile
Doréma
Doréma Traveller Air Modular mit Tonnendach: Start August 2020 ab 960 Euro, 22 Kilo schwer, geeignet für Busse, Kastenwagen und Reisemobile.

Zelte mit Druckluftstreben sind gegenüber klassischen Gestängezelten schneller aufgebaut. Ist das Zelt in den Keder gefädelt, muss man nur noch aufpumpen und es richtet sich auf. Dann noch die Querstreben montieren, abspannen, fertig. Waren die ersten Luftzelte aus leichtem, nur bedingt UV-beständigem Material gefertigt, kommen nun immer mehr atmungsaktive und UV-beständigere Gewebe wie Four Season (All Season) und Tencate zum Einsatz. Das allerdings macht die Zelte schwerer. Dennoch eignen sie sich als Reisezelte.

Je nach Ausführung besteht das Stützskelett komplett aus Luftschläuchen oder einer Kombination aus Luftstreben sowie Fiberglas- oder GfK-Stangen. Luftvorzelte gibt es für verschiedene Fahrzeughöhen, in unterschiedlichen Größen und mit verschiedenen Dachformen. So ist das 3,20 Meter breite und 2,60 Meter tiefe Doréma Traveller Modular (ab 960 Euro) für Fahrzeuge mit einer Kederhöhe von 1,80 Meter bis 2,70 Meter mit einem Tonnendach ausgerüstet. Überzeugend ist die Stabilität von Luftzelten. Ist eine Stelle eingedrückt, ploppt sie entweder selbstständig zurück oder lässt sich ohne Schaden hinausdrücken. Nachteilig wirken sich die Luftkammern allerdings auf das Packmaß aus. Die Zelte sind voluminös und benötigen viel Stauraum. Auch das Gewicht ist nicht unerheblich, liegt teils sogar über dem eines Gestängezelts.

Vor- und Nachteile von Luftzelten

 Einfacher Auf- und Abbau
 kein Gesätngechaos
 Eingedrückte Stellen lassen sich ohne Schaden herausziehen
 Üppiges Packmaß durch Luftgestänge
 Höheres Gewicht durch viel Planenmaterial
 Zubehör wie Lampe und Wäschetrockner lassen sich nicht so einfach aufhängen, Handtuchhalter können nicht ohne Hilfsmittel angebracht werden

3. Gestängezelte für Reisemobile

Vorzelte für Wohnmobile
Bernd Thissen
Stahlgestängezelte bestehen aus einem Berg von Einzelteilen. Ohne Montageanleitung geht da bei Rohren und Zeltteilen meist nichts.

Der Aufbau eines Gestängezeltes mit 25 oder 28 Millimeter Stahlrohr kostet die meiste Zeit, da es aus vielen Teilen besteht. Etwas einfacher sind Fiberglas- oder GfK-Gestänge, die mit Gummibändern verbunden sind. Beide Varianten sind sehr stabil und UV-beständig. Die Dächer bestehen aus kunststoffbeschichtetem Polyestergewebe oder PVC, die Wände aus atmungsaktiven Materialien wie etwa Trailtex. Mit Gestänge und Zelt kommen schon bei kleiner Grundfläche mehr als 30 Kilo zusammen.

Gerade Stahlrohr-Gestängezelte eignen sich besonders für lange Standzeiten und können durch optionales Zubehör noch wetterfester gemacht werden. Das Seriengestänge lässt sich durch Sturmstangen, Zusatzdachstreben (für Wintercamping) sowie Veranda- und Vordachstangen ergänzen.

Vor- und Nachteile von Gestängezelten

 Stahl-, Fiberglas- und GfK-Gestänge sind sehr stabil
 Kein Zubehör wie Lampen und Handtuchhalter direkt aufhängbar
 Am besten als robustes Winterzelt geeignet
 Aufbau des Stahlgestänges ist anstrengend, langwierig und nicht selbsterklärend
 Großes Packmaß; Zelt und Stahlgestänge sind zusammen meist sehr schwer

4. Heckzelte für Campingbusse

Vorzelte für Wohnmobile
Kampa-Dometic
Auch Heckzelte gibt es in der Luftschlauchvariante, wie das freistehende Kampa-Dometic Rally Air Pro 240 T/G, ab 1530 Euro.

Im Gegensatz zu Wohnmobilen bieten Campingbusse und Kastenwagen einen "Hinterausgang" in Form einer Flügeltür oder Heckklappe, an dem der nutzbare Raum leicht durch ein Zelt erweitert werden kann. Die simpelste Variante sind stangenlose Zelte, die einfach über die geöffnete Klappe gestülpt oder darunter aufgehängt werden. Weil die Klappe naturgemäß nicht viel Raum überspannt, kann man darin zwar keine Partys feiern; aber als Sichtschutz zum Duschen, Fahrradabstellplatz oder als Überdachung einer Heckküche leisten sie gute Dienste.

Es gibt diese Zelte in diversen Varianten mit oder ohne Fenster, Moskitonetzen, zusätzlichen Türen und Böden und manchmal auch mit einspannbaren Spritzwänden, die den Fahrzeuginnenraum vor Duschwasser oder Fettspritzern beim Kochen in der mobilen Küche abschirmen. Aufgestellt kann die Rückwand auch als Sonnensegel dienen. Über die Heckklappe gestülpte Varianten vertragen sich allerdings nicht mit einem Fahrradträger auf der Klappe. Während sie meist mit Leinen am Fahrzeug abgespannt werden, befestigt man untergehängte Zelte mittels Gurten, Haken und Klettverbindungen an den Klappenrändern und am Heckklappenschloss. Halt am Boden liefern Bodenösen und Heringe.

Für große und kleine Campingbusse gleichermaßen im Angebot sind auch größere, freistehende Heckzelte, die als Abstell- und Aufenthaltsraum oder Zusatzschlafkammer dienen können und bei Ausflügen mit dem Bus einfach stehen bleiben. Ihr Aufbau ist aufwendiger, handelt es sich doch meist um freistehende Gestänge- oder Luftschlauchzelte, bei denen die Verbindung zum Fahrzeug über einen Tunnel hergestellt wird. Achten sollte man neben der passenden Anschlusshöhe und den Verbindungsmöglichkeiten – nicht alle Modelle eignen sich für Heckklappen wie Flügeltüren gleichermaßen – auch darauf, dass genügend Platz zum vollständigen Öffnen der Schiebe- und Hecktüren bleibt.

Vor- und Nachteile von Heckzelten

 Mehr Stauraum auch auf engen Stellplätzen
 Heckklappenzelte sind ruckzuck aufgebaut und eine ideale Erweitung für Heckküchen
 Heckzelte sind, je nach Variante, nicht freistehend
 Heckklappe kann nicht geschlossen werden
 Schiebe- und Flügeltüren können mit dem Anschlusstunnel in Konflikt geraten

5. Winterzelte für Wohnmobile

Vorzelte für Wohnmobile
Dirk Vincken
Die Anforderungen an ein echtes Winterzelt sind hart. Das Material muss robust, die konstruktive Dachlast großzügig angesetzt sein.

Bei Minusgraden sind sie weniger Aufenthaltsraum denn Schleuse gegen Kälte und Nässe, in der man auch sein Sportgerät gut aufgehoben weiß. Kälte und potenzielle Schneelast stellen natürlich andere Anforderungen an Aufbau und Material. Das fängt schon bei Größe und Form an. Winterzelte sind Teilzelte mit steilem Pultdach, von denen Schnee leicht abrutscht. Meist bestehen sie aus verrottungsfestem und UV-beständigem PVC-Polyestergewebe, das auch bei Kälte geschmeidig bleibt. Angeschlossen werden die Zelte per Keder. Andruckstangen mit Schaumstoffpolster machen die Verbindung zur Fahrzeugwand dicht. Ein breiter Faulstreifen hält Tropf- und Schmelzwasser draußen. Ist der Boden gefroren, ersetzt dort aufgehäufter Schnee die Erdnägel. Herabtropfendes Kondenswasser bekommt man mit einem Innenhimmel in den Griff.

Vorzelte & Kaufmöglichkeiten

Markisen- und Zelthersteller im Überblick