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Bordakkus im Wohnmobil

So laden Sie den Bordakku richtig

Eine korrekte Ladung beeinflusst die Lebenszeit der Batterie. Foto: promobil 4 Bilder

Die Lebensdauer einer Batterie hängt im Wohnmobil, wie auch beim Handy, stark von der korrekten Ladung ab. promobil deckt Fallstricke auf und zeigt Tipps und Tricks zum richtigen Ladegerät.

05.09.2015 Anne Mandel

Batterien sind kostspielige Produkte und erfüllen außerdem wichtige Funktionen im Wohnmobil. Zwei gute Gründe, die Akkus pfleglich zu behandeln, damit sie lange ihren Dienst verrichten. Denn im Umgang mit den Energiespeichern kann man manches falsch machen.

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Lebenszyklen einer Batterie

Die Lebensdauer von Batterien wird in Zyklen angegeben, ein Zyklus ist einmal ent- und wieder aufladen. Je nachdem, wie tief man einen Akku entlädt, darf man mit mehr oder weniger Zyklen rechnen. Tiefer als 70 Prozent sollte man keinen Blei-Säure-Akku entladen, da man sonst in den Bereich der Tiefentladung kommt, der dauerhafte Schäden mit sich bringen kann. Vor Tiefentladung schützt zum Beispiel ein Unterspannungsschutz, den man, wo nicht vorhanden, auch nachrüsten kann.

Ladegeraete sollten nicht aus dem Blick verloren werden. Foto: promobil
Ladegeräte werden ab Werk oft in der Sitztruhe versteckt – was nicht heißt, dass man sie komplett aus dem Blick verlieren sollte.

Das Problem bei entladenen Batterien sind Bleisulfate, die sich bei der Stromabgabe bilden und mit zunehmendem Wachstum so sehr verhärten, dass sie auch durch ein Wiederaufladen nicht mehr gelöst werden können. Kapazitätsverlust ist die Folge. Um dieser Sulfatierung entgegenzuwirken, muss eine Bordbatterie muss daher regelmäßig komplett aufgeladen werden.

Wie schnell die Sulfatierung fortschreitet, hängt von Faktoren wie Batterietyp, Bleiqualität, Entladetiefe und Außentemperatur ab. Niemals sollte man eine Batterie in teilentladenem Zustand sich selbst überlassen. Achtung: Auch vollgeladene Batterien kommen durch Selbstentladung in einen Zustand der Teilentladung. Am stärksten ist die Selbstentladung bei Nassbatterien, aber auch Gel- und AGM-Akkus entladen sich – in geringerem Maße – selbst.

Das passende Ladegerät

Es hat keinen Wert, eine Gelbatterie mit einem AGM-Ladegerät aufladen zu wollen. Diese einfache Wahrheit ist leider noch nicht zu allen Reisemobilherstellern durchgedrungen. Nicht selten werden ab Werk zum Beispiel AGM-Batterien eingebaut – kombiniert mit Ladegeräten, die nur für Gelbatterien ausgelegt sind. Das Problem: AGM-Batterien benötigen eine höhere Ladespannung als Gelbatterien. Erhalten sie diese nicht, werden sie nicht zu 100 Prozent geladen, und nach kurzer Zeit setzt bei der Bordbatterie die schädliche Sulfatierung ein.

Zweite Batterie Bordbatterien im Wohnmobil Vergleich und Praxistipps

Hier hilft also nur, ein geeignetes Ladegerät nachzurüsten. Die Leistung des Ladegeräts wird in Ampere angegeben und sollte nach einer Faustregel mindestens ein Zehntel der Batteriekapazität betragen. Eine 100-Ah-Batterie braucht also mindestens 10 A Ladestrom.
Die einfachsten Ladegeräte für Bordbatterien sind die mit W-Kennlinie. Sie laden konstant in den Gasungsbereich der Batterie und können nur unter ständiger Kontrolle eingesetzt werden. „WAE“-, „WU“- oder „IU“-Geräte haben eine Steuerelektronik. Sie laden bis zum Gasungsbereich und regeln die Ladespannung anschließend herunter.

Werden Gel- oder AGM-Akkus verwendet, müssen spezielle Ladegeräte mit einer an den Batterietyp angepassten Kennlinie verwendet werden. Diese wird über einen Schiebeschalter am Lader eingestellt. Eine Universalkenn­li­nie für alle Bat-­teriety­pen gibt es nicht. Optimale Ladung realisiert die sogenannte IUoU-Kennline. Hier wird mit vollem Ladestrom bis zum Gasungspunkt geladen, gleichzeitig wird die Spannung stabilisiert und der Strom langsam reduziert, bis die Vollladung erreicht ist. Danach wird auf schonende Erhaltungsladung umgeschaltet.

Ladekennlinien und Außentemparetur

Neben dem Laden nach Kennlinie gibt es auch noch das umgebungsabhängige Laden. Notwendig wird das bei unterschiedlichen Temperaturen, da dann die Ladekennlinien angepasst werden sollten. Ansonsten wird die Batterie bei Kälte nicht voll und bei Hitze überladen. Die Referenztemperatur bewegt sich im Bereich 20–25 Grad Celsius, und die ist im Reisemobileinsatz nicht immer gegeben. Einige moderne Ladegeräte fragen die Temperatur ab und passen dann mit Hilfe dieses Messwerts die Ladekennlinie an. Die eigentliche Kennlinie für die Ladung ist in der Elektronik hinterlegt.

Praxis-Tipps: So hält die Bordbatterie länger

  1. zum Batterietyp passendes Ladegerät nutzen
  2. Ladekennlinien berücksichtigen
  3. Reisemobil regelmäßig ans 230-Volt-Netz anschließen
  4. Batterie nicht zu tief entladen
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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
promobil Heft 08/2015
Heft 08 / 2015 8. Juli 2015 Heftinhalt anzeigen Artikel einzeln kaufen
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