Probeurlaub im Luxus-Wohnmobil ‒ Frankia Noctra Lesertest

Frankia Noctra Edition One im Lesertest
Gratisurlaub im neuen Luxus-TI von Frankia

ArtikeldatumVeröffentlicht am 09.06.2026
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Das brandneue Modell eines Reisemobilherstellers – dazu ein so luxuriöses und komfortables wie der Noctra Cruiser von Frankia – als Erste in der Praxis ausprobieren und testen zu können: Für Matthias und Nicola Weiß war das ein Volltreffer. Zumal zur richtigen Zeit.

Das aktive Paar, knapp jenseits der 55, hat zwar das Camping schon für sich entdeckt, ist aber noch mitten in der Findungsphase. Inspiriert von Freunden reifte die Idee, unabhängiges Reisen könnte genau ihr Ding sein. Es wurde recherchiert, verglichen, gemietet – immer wieder andere Modelle, um ein Gefühl für Grundrisse, Fahren und Ausstattung zu bekommen. Aber immer wieder das Drumherum: Abholen, Einräumen, Putzen, Rückgabe, wieder von vorn.

Der Wunsch nach einem eigenen Mobil ist da. Nur welches? Dann kreuzt Frankia ihren Weg über die promobil-Aktion: zwei Wochen Noctra, gratis. Der Teilintegrierte auf Mercedes-Sprinter-Basis passt ins Suchraster – auch weil Matthias die Sitzposition im Mercedes "erfahrungsgemäß besser" liegt als im Ducato.

Hier drin lässt es sich leben!

Im Mai geht’s los: 14 Tage mit Sack und Pack. Zwei große Mountainbikes und Campingmöbel wandern in die Heckgarage, ohne dass die beiden dafür zu Tetris-Künstlern werden müssen. Geplant ist ursprünglich eine Tour Richtung Österreich mit viel Outdoor. Das Wetter aber führt die Route auf Campingplätze mit mehr Infrastruktur. Ausgerechnet die üppige Autarkieausstattung der Edition One – 2 x 210- Ah-LFP-Batterien, 330 Watt Solar, 2000-Watt-Wechselrichter – bleibt dadurch eher ein beruhigendes Versprechen als ein geforderter Prüfstein.

Sitzgruppe, Frankia Noctra, Teilintegriert, Luxus, Lesertest
Matthias Weiß

Umso genauer schauen die Weißens auf das, was man jeden Tag spürt: Raumgefühl, Bedienung, Stauraum, Komfort. Die Sitzgruppe wird schnell zum Zentrum, meist in Face-to-Face-Konfiguration. Die Möglichkeit, die linke Längsbank zur Querbank zu schwenken, nutzen sie nicht – ihnen fehlen weder Mitreisende noch zusätzliche Gurtplätze. Was sie dagegen jeden Tag schätzen, ist der große Tisch, der in zwei Bodenschienen sauber geführt verschiebbar ist. Matthias nennt das schlicht eine "super Sache". Beim Fahren wandert der Tisch ganz nach links, die Platten werden aufeinander geklappt, so bleibt der Durchstieg frei. Zum Essen sitzt man sich gegenüber, ohne dass jemand mit den Knien rangieren muss.

Für längere Fernsehabende sind allerdings die gedrehten Fahrerhaussitze die erste Wahl, auch wenn sie sich nicht ganz auf das Niveau der hinteren Polster anheben lassen. Das Drehen selbst verlangt im Sprinter-Fahrerhaus etwas Routine: Türen auf, vor und zurück, noch mal ansetzen. Beim Fototermin geht es dann schon recht souverän.

Panoramafenster an beiden Betten

Über der Sitzgruppe hängt im Testwagen das optionale Hubbett – so unauffällig im Dachhimmel integriert, dass man es erst auf den zweiten Blick wahrnimmt. Auch wegen der üppigen Stehhöhe: Matthias, knapp 1,90 Meter, hat noch eine Handbreit Luft über dem Kopf. Das Panoramafenster in der T-Haube und die in die Unterschale integrierte Beleuchtung sorgen für Helligkeit, ein klassisches Dachfenster vermissen die Weißens dort nicht – eher im Gegenteil. Das Lichtkonzept finden beide "toll und gelungen", auch weil man die Helligkeit je nach Stimmung fein justieren kann. Einen Punkt notieren sie dennoch als Anregung: Die sehr helle Außenbeleuchtung sollte ebenfalls dimmbar sein. "Abends unter der Markise haben wir sie meist ausgelassen."

Bett, Frankia Noctra, Teilintegriert, Luxus, Lesertest
Ingolf Pompe

Geschlafen wird im Heck in den Einzelbetten. Komfort und Maße? "Sehr gut" und "auf jeden Fall ausreichend". Der Zugang über zwei Stufen wird als angenehm empfunden, und selbst beim Umbau zur Liegewiese bleibt es bequem, weil sich die Treppe einfach nach vorn ziehen lässt. Das riesige Heckfenster (Option) konnten sie auf dieser Tour leider kaum genießen. "Eigentlich wollten wir ja in die Berge", sagt Matthias, "da hätte das Fenster sicher seine Wirkung entfaltet." Dass deshalb die Hängeschränke an der Rückwand entfallen, stört die beiden kaum, da reichlich andere Staumöglichkeiten vorhanden sind: der große Kleiderschrank unterm rechten Bett, Schubladen gegenüber, Stauraum in den Stufen, Hängeschränke oben, der Doppelboden und die Heckgarage. Für sie reicht das "wohl auch für vier oder sechs Wochen".

Moderne Küche und ein außergewöhnliches Stauraumangebot

Küche, Frankia Noctra, Teilintegriert, Luxus, Lesertest
Ingolf Pompe

Ein echtes Ausrufezeichen setzt die Küche – nicht weil die Weißens im Urlaub dreimal täglich kochen würden, sondern weil Funktion und Anmutung zusammenpassen. "Im Urlaub gehen wir schon auch mal essen", sagt Nicola, und man hört den Genuss heraus. Umso mehr gefallen ihr Details wie die mattschwarze, flexible Armatur über der großen Spüle, eingelassen in die Kunststeinarbeitsplatte. In der Edition One ist außerdem der Mix aus zwei Gasflammen plus Induktionsfeld serienmäßig. Richtig begeistert sind beide vom Stauraum: große Schubladen, die beim Motorstart zentral verriegeln, ein raumhoher Apothekerauszug und ein 140-Liter-Kompressorkühlschrank mit separater Frosterlade. Akustisch trat das Gerät "nie störend" in Erscheinung, was für eine gute Dämmung spricht.

Auszüge, Frankia Noctra, Teilintegriert, Luxus, Lesertest
Ingolf Pompe

Zum Lieblingsdetail wird der Doppelboden. Eine große Bodenklappe vor der Küche macht ihn auch von innen zugänglich. "Zwölf 1,5-Liter-Flaschen Wasser haben wir hier nur in der mittleren Box untergebracht." Insgesamt passen fünf große Euroboxen auf die Auszüge im Untergeschoss; drei lassen sich von außen nach rechts, zwei nach links herausziehen. "So hat man die Sachen, die man unter der Markise braucht, und die für den technischen Bedarf genau da, wo man sie benötigt." Ein Detail, das sie beim eigenen Mobil "nicht mehr vermissen" möchten. "Das ist top gelöst."

Viel Platz im Raumbad

Die Dusche im Raumbad ließen die Weißens ungenutzt – nicht aus Kritik, sondern wegen der Wellness- und Sanitärangebote der angesteuerten Campingplätze. Von den Abmessungen her wirkt die Kabine nahezu haushaltsüblich, der bodengleiche Einstieg imponiert. Und wer sich fragt, ob das zuverlässig entwässert: Unter der Bodenplatte steckt eine tiefere Duschwanne mit zwei Abläufen.

Dusche, Frankia Noctra, Teilintegriert, Luxus, Lesertest
Ingolf Pompe

Eine Anregung hat Matthias Weiß dennoch: Die beiden Duschtürflügel können, wenn man versehentlich mit dem Hinterteil anstößt, über den Duschtassenrand hinausschwenken. Eine Blockierung, die das verhindert, fände er sinnvoll. Mit der als Option eingebauten Verschweißtoilette sind die beiden nicht warm geworden. Platz bietet das Bad – vor allem in der Raumbadposition, vorn und hinten jeweils per Tür abtrennbar – reichlich.

Gutes Fazit, doch ein Detail macht nachdenklich...

Technisch sammelt der Noctra weiter Sympathiepunkte. "Die Warmwasserheizung ist wirklich fein", sagen beide: "So leise und angenehm." Clever finden sie auch den Anschluss zum Nachfüllen des 180-Liter-Frischwassertanks. Möbelbau und Konstruktion hinterlassen einen "sehr soliden Eindruck", das Innendesign trifft ihren Geschmack, ein moderner Stil ist ihnen wichtig. Was das Dekor angeht, ist besonders Nicola eher Team hell: Statt des dunklen Zelos-Holztons würde es vermutlich Visby werden – hier hätten sie die Wahl aus zwei Holz- und zwei Polsterwelten.

Unterm Strich war der Gewinn für die Weißens mehr als ein kostenloser Urlaub: eine verdichtete Kaufberatung aus der Praxis. Und ja, der Noctra kann vieles "besser als andere Reisemobile, mit denen wir schon unterwegs waren". Gefallen würde er ihnen definitiv. Nur am Ende steht, wie so oft in dieser Komfortliga, die eine große Klammer um alles Erlebte: "Über den Preis – rund 180.000 Euro in der Testwagenkonfiguration – müssten wir noch mal reden."

Fahrzeugdetails Frankia Noctra

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Ingolf Pompe
  • Aufbau: Sandwichbauweise, Wände, Dach und Boden in GfK, 11 Jahre Dichtigkeitsgarantie, Innenverkleidung mit foliertem Sperrholz, Isolierung XPS-Schaum, PU-Verstärkungen, Doppelboden 400 mm, 5 Kunststoff-Isolierfenster mit Alu-Rahmen, 4 Dachhauben, 1 Dachfenster.
  • Ausbau: Möbel aus Sperrholz, Längssitzbank links, drehbar zur Querbank, Seitensitz rechts, 2 Pilotensitze mit Dreipunktgurten, Hubbett 1.910 x 1.400 mm, Einzelbetten 1.960 x 900 mm und 1.910 x 900 mm, Sanitärraum mit Kassettentoilette(wahlweise Verschweißtoilette) und separater Dusche, Küche mit Dreiflammkocher und Kompressorkühlschrank 141/34 L.
  • Bordtechnik: Gas-Warmwasserheizung/Boiler Alde Compact, Frischwassertank 180 L, Abwassertank 150 L, isoliert und beheizt, Bordbatterie LFP-Typ, 2 x 210 Ah, Solaranlage 3 x 110 W, Gasflaschen 2 x 11 kg.
  • Basisfahrzeug: Mercedes Sprinter, Alko-Tiefrahmen, Vorderradantrieb, Vierzylinder-Turbodiesel, Hubraum 2.143 cm³, Leistung 125 kW/170 PS, Neungang-Automatikgetriebe.
  • Maße und Gewichte: Länge x Breite x Höhe 7.710 x 2.350 x 3.140 mm, Radstand 4.625 mm, zulässiges Gesamtgewicht 4.500 kg.
  • Preise und Ausstattung: Grundpreis 167.900 Euro, als Edition One u. a. mit LED-Scheinwerfer, 17-Zoll-Alufelgen, Abstandsregel-Tempomat, Fernlichtassistent, Verkehrszeichenerkennung, MBUX-Multimedia-Navigation, elektr. Abwasserventil mit Kamera, Gasumschaltautomatik, 2.000-W-Wechselrichter, Markise.

Fazit

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