Reifen sind die einzige Verbindung zwischen Ihrem Wohnmobil und der Straße. Ein falscher Luftdruck kann gravierende Folgen für die Sicherheit haben: Zu niedriger Druck führt zu einer stärkeren Verformung des Reifens, wodurch Hitze entsteht und die Karkasse beschädigt werden kann. Dies erhöht das Risiko eines Reifenplatzers erheblich.
Auch die Fahreigenschaften leiden: Längere Bremswege, unpräzises Lenkverhalten und schlechtere Spurtreue sind typische Folgen. Ein zu hoher Druck hingegen reduziert zwar den Rollwiderstand und damit den Kraftstoffverbrauch minimal, sorgt aber für einen härteren Fahrkomfort und ungleichmäßigen Abrieb der Lauffläche.
CP-Reifen: Speziell für Reisemobile entwickelt
CP-Reifen (Camping Pneus) unterscheiden sich von herkömmlichen C-Reifen (Commercial) durch ihre verstärkten Flanken, die speziell für hohe Radlasten ausgelegt sind. Diese Reifen bieten Sicherheitsreserven bei maximaler Beladung, dämpfen jedoch weniger effektiv als Pkw-Reifen. Daher ist es besonders wichtig, den Luftdruck exakt an die tatsächliche Beladung anzupassen.
Die vom Basisfahrzeughersteller empfohlene Druckangabe – etwa 5,5 bar beim Fiat Ducato – bezieht sich auf maximale Traglasten. Für individuell beladene Fahrzeuge kann dieser Wert jedoch zu hoch sein. Hier kommen Reifendrucktabellen ins Spiel, in denen Hersteller den optimalen Druck in Abhängigkeit von Rad- oder Achslasten angeben.
Welche Folgen zu hoher oder zu niedriger Reifendruck hat, lesen Sie in unserer ausführlichen Beratung.
Das Gewicht richtig ermitteln
Wie viel Druck braucht der Reisemobil-Reifen?
Um den passenden Luftdruck zu bestimmen, müssen Sie zunächst das tatsächliche Gewicht Ihres Wohnmobils kennen – idealerweise getrennt nach Vorder- und Hinterachse. Geeichte Waagen finden sich bei TÜV-Stationen oder Recyclinghöfen; manche Speditionen bieten ebenfalls Wiegedienste an.
Das Wiegen sollte mit vollständig beladenem Fahrzeug erfolgen: inklusive aller Passagiere, Gepäckstücke sowie gefüllter Frischwassertanks und Gasflaschen. Nur so erhalten Sie ein realistisches Bild der Achslasten. Liegt das gemessene Gewicht deutlich unterhalb der maximal zulässigen Traglast des Reifens, kann der Luftdruck entsprechend reduziert werden.
Tabellen nutzen: So geht’s
Renommierte Reifenhersteller wie Continental oder Michelin stellen detaillierte Tabellen bereit, aus denen Sie den empfohlenen Luftdruck ablesen können. Diese basieren auf dem Lastindex des jeweiligen Reifens – einer Kennzahl, die angibt, welche maximale Tragfähigkeit ein Reifen besitzt.
Ein Beispiel: Ein CP-Reifen mit dem Lastindex 118 trägt bis zu 1320 Kilogramm pro Reifen bei einem Maximaldruck von 5,5 bar. Wiegen Ihre Achsen jedoch weniger als diese maximale Belastung erlauben würde, können Sie den Druck entsprechend reduzieren – etwa auf 4,5 bar bei einer geringeren Radlast.
Mehr Informationen in unserem ausführlichen Ratgeber.
Regelmäßige Kontrolle ist Pflicht
Da Reifen kontinuierlich Luft verlieren (etwa 0,1 bis 0,3 bar pro Monat), sollten Sie den Druck regelmäßig überprüfen – am besten vor jeder Fahrt mit kalten Reifen. Moderne Reifendruckkontrollsysteme (RDKS), seit 2014 in Neuwagen vorgeschrieben und für ältere Wohnmobile nachrüstbar, können hierbei unterstützen. Dennoch ersetzen sie keine manuelle Kontrolle mit einem zuverlässigen Messgerät.
Wenn die Tankstellen in der Umgebung keine geeigneten Geräte anbieten, lohnt sich die Anschaffung eines eigenen Kompressors oder digitalen Prüfgeräts für die Garage. So bleiben Sie flexibel und können den Druck jederzeit anpassen.












