Wer mit dem Wohnwagen, Kastenwagen oder Anhänger unterwegs ist, kennt das Problem: Vom Campingplatz in die Stadt, zum Strandbad oder morgens zum Bäcker ist es oft zu weit zu Fuß, aber zu kurz fürs Auto. Hier kommen E-Scooter ins Spiel – platzsparend, mobil und ideal für die "letzte Meile", also: Nahziele im Umkreis von wenigen Kilometern.
Doch welches Modell passt zu Camperinnen und Campern? Wir geben einen Überblick über die besten Optionen, Kaufkriterien und praktische Tipps.
Aktuelle E-Scooter im Vergleich
Nicht jeder E-Scooter eignet sich für den Einsatz unterwegs. Einige Modelle punkten mit Geländetauglichkeit, andere mit Kompaktheit oder besonderem Komfort. Auf dem Caravan Salon Düsseldorf 2025 konnten wir uns neben E-Scootern auch ein paar weitere Fahrzeuge für als Beiboot fürs Camping anschauen.
1. Trittbrett Hilde – Die Geländegängige
Mit einem Preis von rund 2.199 Euro ist Trittbrett Hilde kein Schnäppchen, aber sie bietet einiges, was andere Modelle nicht können. Besonders auffällig ist ihre Leistung: Mit 3.000 Watt Peakleistung und einem Allradantrieb mit Motoren vorne und hinten ist sie (Hilde) für extreme Bedingungen ausgelegt.

Der E-Scooter Hilde kommt mit Super-Fast-Charging-System und wir auch "The Beast" genannt.
In der gedrosselten Version erreicht sie 22 km/h und ist damit in der EU Straßen-zulassungsfähig. Wer sie entdrosselt kann bis zu 25 km/h fahren – allerdings nur ohne Zulassung. Für Privatgelände wie Campingplätze oder landwirtschaftliche Flächen gibt es sogar eine Version, die bis zu 75 km/h schafft.
Die Hilde ist robust und geländetauglich – dank Federung, großen Reifen und einer Bauweise, die auch Acker, Schnee oder Sand trotzt. Trotz ihrer Größe lässt sie sich zusammenklappen, was den Transport erleichtert. Ein weiterer Vorteil: Bei der gedrosselten Version ist kein Führerschein nötig.
Für wen lohnt sich die Hilde?
- CamperInnen, die auf Privatgelände oder in unwegsamem Gelände unterwegs sind.
- Alle, die einen robusten Scooter für Reithöfe, Landwirtschaft oder Campingplätze suchen.
- Wer bereit ist, für Geländetauglichkeit und Leistung einen höheren Preis zu zahlen.
2. Moovi Pro S Comfort – Der Allrounder
Mit einem Preis von 899 Euro ist der Moovi Pro S Comfort eine der günstigsten Optionen in diesem Vergleich – und gleichzeitig eine der praktischsten für Camperinnen und Camper. Sein größter Vorteil ist seine Kompaktheit.

So klein lässt sich der Moovi E-Scooter zusammenfalten.
Er ist eines der kleinsten Modelle auf dem Markt und passt problemlos in jeden Wohnwagen oder Kastenwagen. Besonders praktisch ist der einklappbare Lenker, der noch mehr Platz spart. Ein weiteres Plus sind die Blinker, die für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgen.
Trotz seiner geringen Größe ist er stabil genug, um Einkäufe zu transportieren – oder sogar Haustiere. Dafür kann man ihn zusätzlich mit einem Edelstahl-Gepäckträger oder Shopping-Korb ausstatten. So müssen Sie den Kasten Bier oder Limo nicht mehr per Hand vom Supermarkt schleppen. Ein zusätzlicher Klappständer sorgt für Stabilität beim Beladen.
Allerdings ist der Moovi nicht geländetauglich – ohne Federung und mit kleinen Reifen eignet er sich eher für asphaltierte Straßen und Campingplätze als für Schotterpisten oder Ackerflächen.
Für wen lohnt sich der Moovi?
- CamperInnen, die einen günstigen, platzsparenden Scooter für Stadt und Campingplatz suchen.
- Alle, die Wert auf Sicherheit legen (Blinker).
- Wer keine Geländetauglichkeit benötigt.
3. Egret GT – Der robuste Kompromiss
Der Egret GT (1.599 Euro) ist ein guter Mittelweg zwischen Geländetauglichkeit und Alltagstauglichkeit – und das Flaggschiff der Marke, die auch günstigere E-Scooter anbietet. Besonders auffällig am Egret GT sind seine großen Vorderräder, die an ein Fatbike erinnern. Sie ermöglichen es, über Schlaglöcher, Schotter oder leichten Acker zu fahren.

Der Egret GT soll sich sowohl auf Asphalt als auch auf Schotter bewähren.
Im Vergleich zur Hilde bietet der Egret GT weniger Leistung – er hat keinen Allradantrieb und ist eher für Stadt und Straße ausgelegt. Dafür ist er kompakter und passt auch in kleinere Fahrzeuge.
Mit einem Gewicht von 32 Kilogramm ist er nicht der leichteste Scooter, aber immer noch gut zu handhaben. Sowohl vorn als auch hinten besitzt er zertifizierte Blinker. Ein teilintegriertes Rahmenschloss ist ebenfalls schon enthalten. Die Reichweite dank großem Akku kann bis zu 100 km betragen – die letzte Meile ist mit dem Egret also ganz schon lang.
Zusätzlich kann man bei Egret einen Center Rack Gepäckträger für die Hinterachse bestellen. Darauf lassen sich Einkäufe oder Gepäckstücke gut transportieren.
Für wen lohnt sich der Egret GT?
- CamperInnen, die Stabilität und leichte Geländetauglichkeit suchen.
- Alle, die einen Scooter für Stadt und Campingplatz wollen, aber keine extreme Leistung benötigen.
4. Steereon C30 – Der innovative Komfort-Scooter
Mit einem Preis von 3.299 Euro ist der Steereon C30 das teuerste Modell in diesem Vergleich – aber auch eines der innovativsten. Er wird als "Fahrrad ohne Pedale" beworben, weil es einen Sattel und einen Gepäckträger mitbringt.

Auf den ersten Blick wirkt der Steereon C30 wegen seines Sattels wie ein Fahrrad.
Technisch überzeugt der Steeron C30 mit einem wartungsfreien Riemenantrieb. Besonders praktisch ist der Faltmechanismus, bei dem sich das Hinterrad einklappen lässt, was den Scooter noch kompakter macht. Der Akku ist integriert und verleiht dem Steereon ein hochwertiges Design.
Mit 22 Kilogramm ist er nicht der leichteste Scooter, aber dank seiner Bauweise trotzdem gut zu transportieren. Wer noch mehr Komfort möchte, kann zur Variante Steereon B25 greifen, die mit einem Sattel und guter Federung ausgestattet ist – ideal für längere Strecken.
Für wen lohnt sich der Steereon?
- Camper:innen, die Komfort und Flexibilität suchen.
- Alle, die Wert auf ein hochwertiges Design und wartungsfreien Antrieb legen.
- Wer längere Strecken fahren möchte (Variante mit Sattel).
Warum E-Scooter fürs Camping ideal sind
E-Scooter sind längst nicht mehr nur ein urbanes Fortbewegungsmittel für Pendlerinnen für die "letzte Meile". Für CamperInnen bieten sie eine Reihe von Vorteilen, die sie zu einem praktischen Begleiter auf Reisen machen. Der größte Pluspunkt ist zweifellos ihre Platzersparnis. Während Fahrräder oder sogar E-Bikes oft viel Stauraum beanspruchen, lassen sich viele E-Scooter-Modelle zusammenklappen und problemlos im Wohnwagen, im Kofferraum eines Kastenwagens oder sogar in einem kleinen Anhänger verstauen.
Zudem sind sie deutlich leichter als E-Bikes oder Mopeds, was den Transport und die Handhabung erleichtert. Während ein E-Bike schnell 25 Kilogramm oder mehr auf die Waage bringt, wiegen die meisten E-Scooter zwischen 15 und 22 Kilogramm. Damit sind sie leicht genug, um sie auch mal eine Treppe hinaufzutragen, und ermöglichen es, ohne großen Aufwand von A nach B zu kommen.
In der EU benötigen sie keinen Führerschein, solange sie eine Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h nicht überschreiten. Das macht sie besonders attraktiv für alle, die auf zusätzliche Papiere verzichten möchten.
Praktische Tipps für den Einsatz unterwegs
Ein E-Scooter kann das Camping-Erlebnis deutlich verbessern – wenn man einige Dinge beachtet:
- Vor dem Kauf testen: Auf Messen oder in Fachgeschäften verschiedene Modelle ausprobieren. Nur so findet man heraus, welcher Scooter wirklich zu den eigenen Bedürfnissen passt.
- Zubehör nutzen: Eine Transportbox für Einkäufe oder eine Halterung für Haustiere machen den Scooter noch praktischer. Im Winter sind Schneeketten eine gute Investition.
- Sicherheit nicht vergessen: In vielen Ländern ist ein Helm Pflicht – auch wenn es in Deutschland für E-Scooter bis 20 km/h keine Helmpflicht gibt, sollte man aus Sicherheitsgründen nicht darauf verzichten.
- Alternativen prüfen: Wer noch mehr Komfort möchte, kann über ein Klapprad (z. B. DYU D3F) oder ein leichtes E-Bike (z. B. Myvelo Siena Carbon) nachdenken. Diese sind zwar weniger kompakt, aber für längere Strecken besser geeignet.
- Rechtliches beachten: In Deutschland ist eine Haftpflichtversicherung für E-Scooter Pflicht. Zudem gilt eine Altersbeschränkung (meist ab 14 Jahren).












