Wohnwagen mit Einzelbetten oder einem längs angeordnetem Doppelbett – dem sogenannten französischen Bett – gehören sicherlich zu den verbreitetsten Modellen. Bei kompakten Wohnwagen kommt auch ein Querbett häufig vor. Schon seltener ist ein freistehendes Queensbett, das meist in größeren und luxuriöseren Wohnwagen zum Einsatz kommt.
Doch die Dominanz der Standard-Grundrisse verdeckt häufig den Blick auf andere, ungewöhnlichere Lösungen. Die gibt es – und zwar durchaus auch bei den großen Serienherstellern. Verzicht auf feste Betten, Hub- oder Klappbetten, Heckbäder und Bugküchen oder besondere Lösungen für Familien – wir haben zahlreiche Wohnwagen mit ungewöhnlichem Grundriss gesammelt und in sechs Kategorien zusammengefasst.
Wohnwagen ohne festes Bett
Einfach, aber effektiv: Verzichtet man auf ein festes Bett, wird viel Platz frei. Besonders in kleinen Wohnwagen ergibt das Sinn. Zum Schlafen wird dann meist ein Bett aus der Sitzgruppe gebaut. Clever umgesetzt ist das Konzept zum Beispiel beim neuen Adria Action. Küche und Bad im Heck, vorn eine großzügige Sitzgruppe unterm Panorama-Fenster.
Ähnlich verfährt der britische Hersteller Sprite bei den kurzen Modellen der Mondial-Serie. Im nur 5,43 Meter kurzen Sprite Mondial 370 SE teilen sich Küche und Bad den Heckbereich, im mit 6,05 Meter etwas längeren Sprite Mondial 420 SE ist sogar Platz für ein wagenbreites Heckbad mit separater Duschkabine. Die Sitzgruppe mit zwei langen Längssofas im Bug fällt bei beiden Modellen üppig aus – erst recht in Anbetracht der kompakten Außenmaße der britischen Wohnwagen.

Am Sprite Mondial 420 SE ist vieles anders: Für Luxus-Sitzgruppe und Raumbad opfert er das feste Bett, dafür ist er leicht, kompakt und geräumig.
Eine Variante: zwei Sitzgruppen, die bei Bedarf zu Betten werden – meist eine größere als Doppelbett vorn und eine kleine Dinette als Einzelbett hinten. So umgesetzt zum Beispiel im Niewiadow N-Cross Style aus Polen oder im Knaus Sport 400 LK. Bleibt nur die Frage, wozu man tagsüber zwei Sitzgruppen braucht.
- Adria Action Sport 391 LH: Küche und Bad im Heck. Bugsitzgruppe/Bettumbau. 5,94 m lang.
- Sprite Mondial 420 SE: Heckbad mit separater Dusche. Längssitzgruppe/Bettumbau. 6,05 m lang.
- Sprite Mondial 370 SE: Küche und Bad im Heck. Längssitzgruppe/Bettumbau. 5,43 m lang.
- Niewiadow N-Cross Style: zwei Sitzgruppen mit Bettumbau. Bad + Küche mittig. 5,70 m lang.
- Knaus Sport 400 LK: zwei Sitzgruppen mit Bettumbau. Bad + Küche mittig. 6,06 m lang.
Wohnwagen mit Hub- oder Klappbett
Eine weitere Möglichkeit, Platz in kompakten Wohnwagen zu schaffen, sind Klapp- oder Hubbetten. Diese Betten dienen dann entweder als alleinige Schlafplätze oder machen kompakte Caravans familientauglich. Eine Übersicht zu allen Wohnwagen mit Klapp- oder Hubbett finden Sie hier:
Besonders erwähnenswert ist der LMC Style 400 F. Das Bett klappt aus der Heckwand über die geräumige Sitzgruppe, Küche und Bad befinden sich im Bug des nur 5,83 Meter langen Caravans. Der Clou ist jedoch das optionale Aufstelldach, das zwei zusätzliche Schlafplätze mitbringt. Paare haben so ein Schlafzimmer im Obergeschoss und unten bleibt die Sitzgruppe erhalten – oder der kleine Wohnwagen wird familientauglich.
- LMC Style 400 F: Küche und Bad im Bug. Klappbett ü. Stizgruppe. Opt. Aufstelldach. 5,83 m lang.
Wohnwagen mit Heckbad und Bugküche
Heck und Bug eines Caravans werden in der Regel von Bett und Sitzgruppe eingenommen. Ungewöhnlicher sind Grundrisse, die einen dieser Bereiche für Bad oder Küche vorsehen. Noch ausgefallener sind Modelle, die beides kombinieren: ein wagenbreites Heckbad und eine riesige Bugküche. Bett und Sitzgruppe müssen dann dazwischen unterkommen – was hier mitunter zu Kompromissen bei Platz und Komfort führt.
Das zeigt sich zum Beispiel beim LMC Videro 580 D. Heckbad mit separater Dusche sowie die Bugküche mit zahlreichen Stauräumen und viel Arbeitsfläche holten sich im Test Top-Noten. Die mittige L-Sitzgruppe, das französische Längsbett und insbesondere der schmale Durchgang dazwischen schnitten weniger gut ab.

LMC Videro 580 D: Zwei Besonderheiten auf einen Blick: Sitzgruppe und Bett sind beweglich, machen sich für mehr Bewegungsfreiheit kurz beziehungsweise schmal. Daraus resultieren Kompromisse bei Größe und Komfort.
Mehr Platz für solche Grundrisse bieten 2,50 Meter breite Tandemachser, wie zum Beispiel der Knaus Südwind 650 PXB. Vor dem Heckbad baut Knaus das Queensbett quer ein. Die seitliche U-Sitzgruppe mit gegenüberliegender Längsbank lässt den Durchgang frei, die Bugküche fällt riesig aus. Komfort fast ohne Kompromisse.
- LMC Videro 580 D: Heckbad mit separater Dusche. Bugküche. L-Sitzgruppe mittig. Franz. Längsbett. 7,87 m lang.
- Knaus Südwind 650 PXB: Heckbad. Bugküche. Mitte: U-Sitzgruppe + Queensbett. 8,65 m lang.
Wohnwagen mit Raumbad wie im Wohnmobil
Ein Raumbad mit WC-Raum und Dusche beidseits des Mittelgangs, das Schlaf- und Wohnbereich trennt und zu diesen nach vorn und hinten separiert werden kann – in größeren Wohnmobilen ist das eine gängige Lösung. Im Wohnwagen wird das Konzept nur selten umgesetzt. Beispiele dafür liefert erneut der britische Hersteller Sprite.
Im Sprite Cruzer 540 SR findet sich hinter dem Raumbad ein längs montiertes Queensbett. Das Besondere im Bad ist der mittig, quasi am Fußende des Bettes platzierte Waschtisch. Im knapp acht Meter langen und 2,44 Meter breiten Sprite Cruzer 635 SR ist Platz für ein quer eingebautes Queensbett im Heck. Davor bildet das Raumbad mit Dusche auf der linken Seite sowie WC und Waschtisch auf der rechten Seite den Übergang zu Küche und Sitzgruppe im Bug.
Besondere Wohnwagen für Familien

Besonderheit des Adria Adora 673 PK ist eine zweite Aufbautür, die direkt ins Kinderzimmer führt.
Wohnwagen für Familien setzen üblicherweise auf ein festes Bett für die Eltern und Stockbetten für die Kinder. Etwas Besonderes hat sich Adria einfallen lassen beim großen Tandemachser Adria Adora 673 PK: Das Kinderzimmer im Heck mit Stockbetten und Sofa hat eine eigene Eingangstür. Ein Raumbad trennt das Kinderzimmer vom vorderen Bereich, in dem sich seitliche U-Sitzgruppe, Küchenzeile sowie das Querbett für die Eltern ganz im Bug befinden.
Wer trotz fester Betten für Eltern und Kinder nicht auf eine großzügige Rundsitzgruppe verzichten will, wird zum Beispiel bei Kabe und Weinsberg fündig. So werden etwa beim Kabe Imperial 780 DGLE und beim Weinsberg Caraone 550 UK französisches Längsbett und zwei bis drei Längs-Stockbetten nebeneinander im Heck eingebaut. Ihren eigenen Bereich haben Eltern und Kinder so aber nicht.
Das gilt auch für Caravelair Alba 366 und Sterckeman Easy 366 PE aus Frankreich. Stockbetten im Heck sind in den 750-Kilogramm-Zwergen die einzigen festen Betten. Für die Eltern entsteht aus der Dinette im Bug ein Querbett. Noch kompakter: der Mini-Wohnwagen Pixel 260, der auf knapp vier Meter Länge eine Sitzgruppe für vier sowie drei Schlafplätze unterbringt.
Wohnwagen-Standard leicht variiert

Mit 7,03 Meter Außenlänge stellt der Bianco 465 SGE die kürzeste Möglichkeit dar, einen Fendt mit Einzelbetten zu fahren.
Manchmal genügt eine Kleinigkeit, um aus einem vermeintlichen Standard-Grundriss etwas Besonderes zu machen. Ein Beispiel: der Fendt Bianco 465 SGE. Eigentlich ein klassischer Einzelbetten-Caravan im Sieben-Meter-Format. Statt einer üblichen Rund- oder Dinetten-Sitzgruppe baut Fendt aber ein L-Sofa ins Heck, dazu kommt ein Tisch mit dreieckiger Platte. Ein mobiler Hocker schafft bei Bedarf einen weiteren Sitzplatz. Neben der Aufbautür ist Platz für einen Kleiderschrank und eine TV-Kommode.












