Busse schlechtwegetauglich machen Bernd Hanselmann
Busse schlechtwegetauglich machen
Offroad-Nachrüstung Campingbus
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Offroad-Nachrüstung für Campingbusse

Offroad-Nachrüstung für Campingbusse Busse schlechtwegetauglich machen

Abseits der Straße fängt das Abenteuer erst richtig an! Dazu braucht es aber die passende Ausrüstung. Wir verraten, welche Möglichkeiten es gibt, Campingbusse geländetauglich zu machen.

Grenzenlose Freiheit. Davon träumen immer mehr CamperInnen. Den Urlaub abseits voller Stellplätze genießen, dort übernachten, wo sonst kaum einer hinkommt, und die wilde Natur fernab der Zivilisation erleben. Gut ausgebaute Campingbusse machen das – wenigstens für ein paar Tage – durchaus möglich. Ausreichend Gas an Bord, voller Frischwassertank und los geht der Trip.

Wer auf der Suche nach einem echten Abenteuer ist, muss allerdings befestigte Wege hinter sich lassen. Für die buckligen Pisten, sandigen Untergründe und Flussläufe, die es abseits der Straße zu passieren gilt, reicht der Camper von der Stange aber nicht aus. Dann ist ein geländetaugliches Fahrzeug nötig. Nun hat aber nicht jeder einen Offroad-Boliden vor der Türe stehen.

Geht es um Schlechtwegetauglichkeit, ist der Allradantrieb das Erste, was vielen in den Sinn kommt. Der hat gegenüber dem Vorder- oder Hinterradantrieb den Vorteil, die Kraft des Motors auf zwei Achsen verteilen zu können. Der 4 x 4-Antrieb hilft aber auch auf normalen Straßen, etwa bei Eis und Schnee, steilen Auffahrten oder im Anhängerbetrieb.

Basisfahrzeug mit Allradantrieb wählen

Wer noch vor dem Kauf des eigenen Campers steht und vom großen Abenteuer träumt, hat den Vorteil, gezielt ein Basisfahrzeug zu wählen, das ab Werk mit Allradantrieb lieferbar ist.

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Ford
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Die gute Nachricht für diejenigen, die bereits einen Camper ihr Eigen nennen, lautet: Die Mehrzahl der gängigen Kastenwagen und Busse kann von spezialisierten Nachrüstern auch noch hinterher zum 4 x 4 umfunktioniert werden.

Der Allradantrieb ist aber längst nicht das einzige Kriterium, das ein Fahrzeug offroad tauglich macht. Auf schlüpfrigem Untergrund – Sand, Matsch oder Schnee – verliert schnell mal ein Rad die Haftung. Das zweite Rad der Achse springt dann nicht etwa hilfreich zur Seite – sondern bleibt einfach stehen und schaut dem rotierenden Kollegen zu. Schuld ist das auf griffiger Straße nötige Differenzial. Eine Sperre blockiert dieses Ausgleichsgetriebe bei Bedarf und ermöglicht starren Durchtrieb. Echte 4 x 4-Offroader bieten drei solcher Sperren, vorn, hinten und in der Mitte.

Differenzialsperren helfen auch, wenn sich das Fahrzeug stark verschränkt und ein oder gar zwei Räder in der Luft hängen. Aber auch bei manchen Hecktrieblern gibt es diese Option, eventuell auch zum Nachrüsten.

Fahrwerk optimieren

Transporterfahrwerke sind immer ein Kompromiss, schließlich können bis zu zwei Tonnen Gewicht zwischen Leerfahrt und Volllast liegen. Mit Ausbau und Passagieren hängt ein Campervan meist in den Knien, die Serienfedern werden über Maß beansprucht und ermüden schnell. Oft bleibt dann kaum mehr Federweg übrig, und so ist die Umrüstung der Federung an der Hinterachse meist mehr Pflicht denn Kür. In Sachen Chassisniveau dient sie in erster Linie der Wiederherstellung des Solls.

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Goldschmitt
Eine Zusatzluftfeder am Heck erhöht Komfort, Stabilität und Bodenfreiheit.

Einfachste Lösung ist eine zusätzliche Spiralfeder, die – oft in Verbindung mit kürzeren Anschlagsdämpfern – zwischen Rahmen und Achse gesetzt wird und den überforderten Blattfedern beispringt.

Auch stärkere oder Zusatzblattfedern bringen eine Verbesserung. Goldschmitt und Alko bieten passende Lösungen für alle gängigen Fahrzeuge und – wie auch VB Air Suspension – noch eine weitere, praktikable und effiziente Lösung: die Zusatzluftfederung, die inklusive Montage rund 1.300 Euro kostet. Als Feder fungieren hier Luftbälge, die per ins Fahrzeug integriertem Kompressor beaufschlagt werden. Zwischen 0,5 und 6 bar liegt die Luftdruckbandbreite.

Großer Vorteil der Luftfeder: Auch bei geringem Luftdruck stellt sie eine elastisch führende Verbindung zwischen Blattfederpaket und Aufbau her, Linientreue und Führung des Hecks steigen, die Seitenwindempfindlichkeit – vor allem bei Überholvorgängen unangenehm – nimmt tendenziell ab und der Komfort zu. Zudem lässt sich der Bus auch im Stand leichter ausnivellieren. Zur Reduktion von Seitenwindempfindlichkeit und Wankbewegungen sind zudem verstärkte Stabilisatoren an Vorder- wie Hinterachse empfehlenswert. Auch Spurverbreiterung mittels Distanzscheiben zwischen Felgen und Radaufnahme trägt dazu bei.

Umfrage

1579 Mal abgestimmt
Haben Sie schon einmal über eine nachträgliche Offroad-Umrüstung nachgedacht?
Ja, es gab schon viele Momente beim Camping, in denen ich mir einen Allradantrieb gewünscht hätte.
Nein, bisher bin ich problemlos überall hingekommen, auch ohne 4x4.

Um Busse aber schlechtwegetauglich zu machen, braucht es mehr Bodenfreiheit. Das bieten genannte Anbieter ebenso wie auf 4x4-Umrüstung spezialisierte Unternehmen. Auch hier wird zu stärkeren Federn, Zusatzfedern oder – wie im Fall von Goldschmitts Route-Comfort-Federbeinen für 879 Euro – gleich ganzen Federbeinen gegriffen. Rund 50 Millimeter Aufschlag sind in der Regel immer drin.

Offroad-Spezialisten à la Seikel, Iglhaut, Oberaigner oder Achleitner schaffen mit aufwendigeren Maßnahmen und anderen Rädern noch mehr. Für Kastenwagen im Ducato-Format bietet Ausrüster ORC Exklusiv Alufelgen im Format 8,5 x 18 Zoll – einzeln oder als Bestandteil seines All-Terrain-Pakets. Sie pushen die Bodenfreiheit um weitere drei Zentimeter und verbreitern auch die Spur.

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Seikel
Mit diesem Fahrwerkskit für rund 2900 Euro inklusive Montage legt Seikel den aktuellen VW Crafter um zirka 30 Millimeter höher. Weitere 20 Millimeter können durch größere Reifen gutgemacht werden.

Wie viel Bodenfreiheit der Umbau auf eine Zusatzluftfederung am Heck bringt, kann man nicht pauschal sagen. "Erst wenn wir das Fahrzeug auf Sollniveau gebracht haben", so Timo Ballweg, Werkstattleiter von Goldschmitt am Standort Walldürn, "sieht man, was an zusätzlicher Bodenfreiheit drin ist." Üblich sind zwischen 40 und 60 Millimetern.

Königsdisziplin in Sachen Luftfederung sind Vollluftfederungen. Sie verbessern Federverhalten und Komfort deutlich. Das System von Goldschmitt beispielsweise liefert zusätzlich zum manuellen vier vorkonfigurierbare Modi, passt sich der jeweiligen Beladung an, nivelliert sich beim Stand auf dem Stellplatz aus und hat obendrein eine Wiegefunktion.

Im Offroad-Modus streckt sich der Bus gegenüber dem normalen Fahrmodus um 60 mm. Allerdings ist das Tempo dann auf maximal 30 km/h limitiert. "Andernfalls", so Ballweg, "könnte es für die Antriebswellen gefährlich werden." Für die Vollluftfederung werden bei Goldschmitt inklusive Einbau ab 8.300 Euro fällig.

Unterfahrschutz schützt wichtige Bauteile

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Seikel
Unterfahrschutz: Trotz erhöhter Bodenfreiheit lässt sich Bodenkontakt nicht immer vermeiden. Dann schützen speziell gefertigte Bleche aus Stahl oder Aluminium Motor, Getriebe, Differenzial und andere wichtige Bauteile vor Beschädigung.

Gerade wenn es holprig wird und es über Hügel und Senken geht, kann es für die wichtigsten Bauteile des Fahrzeugs gefährlich werden. Eine aufgerissene Ölwanne oder gar ein beschädigtes Getriebe lassen den Abenteuerurlaub jäh enden. Ein sogenannter Unterfahrschutz kann helfen. Diese Platten sind meist aus Aluminium gefertigt und lassen sich auch nachträglich anbauen.

Um Beschädigungen an lebenswichtigen Fahrzeugorganen vorzubeugen, sollte wenn möglich aber zuallererst das Fahrwerk höhergelegt werden. So werden die Überhangs- und Rampenwinkel vergrößert und die Wahrscheinlichkeit des Bodenkontakts verringert. Spezielle Sets für die Höherlegung beinhalten längere Stoßdämpfer und Federn, teils auch Distanzelemente. Etwa drei bis fünf Zentimeter Bodenfreiheit lassen sich so je nach Modell und Hersteller gewinnen.

Wer sich für eine Allradumrüstung von Offroad-Experten wie Iglhaut und Oberaigner entscheidet, erreicht noch mehr Höhe. So erhält ein Mercedes Vito zum Beispiel bis zu acht Zentimeter mehr Luft unter dem Bauch, ein Sprinter sogar bis zu zwölf Zentimeter.

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Bernd Hanselmann
Ersatzradhalter: Größere Offroad-Reifen bedeuten auch ein größeres Ersatzrad. Das braucht Platz. Ein Heckträger eignet sich am besten zum Transport.

Um die Traktion weiter zu verbessern, verringern Offroad-Profis bedarfsweise den Reifendruck. Auf schlammigem Terrain empfehlen sich minus 25 Prozent, auf Sand gar nur die Hälfte. Damit die Reifen dabei nicht undicht werden oder gar abspringen, gibt es sogenannte Beadlock-Felgen. Ein aufgeschraubter Ring fixiert hier den Gummi auf dem Felgenhorn. Diese Anschaffung sollte aber nicht nur aufgrund der Kosten, sondern auch wegen des Gewichts gut überlegt sein.

Das gilt übrigens für alle Offroad-Umbauten, die entsprechend massiv ausgeführt sein müssen. Die Zuladung schrumpft dabei auch bei einem Campingbus zusehends. Deshalb gilt es sorgfältig abzuwägen, welche Komponenten für den eigenen Freiheitstraum wirklich nötig sind.

Der für Transporter bzw. Campervans empfohlene Luftdruck muss den enormen Zuladungen im Alltag gerecht werden und liegt deshalb bei 5 bis 5,5 bar. Oft sind Campingbusse im Einsatz aber leichter, dann besteht auch mit den Serienreifen Spielraum zum Ablassen der Luft für mehr Komfort und mehr Offroad-Grip.

Umrüster Ulli Klaiber von Kastenbus beispielsweise fährt seinen Jumper bei normaler Beladung mit rund 3 bis 3,5 bar. Laut dem technischen Ratgeber von Continental beispielsweise ist das kein Problem. Am Beispiel der Reifendimension 225/75 R16 nennt der für LT-Reifen bei 3,0 bar Luftdruck eine Traglast von 1.590 kg pro Rad. Bei 1.600 kg tatsächlicher Achslast bleibt selbst bei einer vorübergehenden Absenkung des Drucks auf 2 bar, wie es Klaiber offroad handhabt, noch ausreichend Reserve. Unser Tipp: Eigenen Bus wiegen und den Druck darauf abstimmen!

Die richtigen Räder für den Offroad-Einsatz

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BF Goodrich
Die A/T-Reifen von BF Goodrich bieten den Abenteuerlook, den man sich von Offroad-Pneus erhofft. Dank Schneeflockensymbol auf der Flanke können sie das ganze Jahr über drauf bleiben.

Weitere wertvolle Zentimeter können außerdem Offroad-Reifen mit größerem Format verschaffen. Die sind außerdem robuster als Straßen-Pneus, sorgen in erster Linie aber für mehr Grip. Der Profilanteil, der in direktem Bodenkontakt steht, ist bei geländetauglichen Reifen deutlich kleiner, sodass sie sich regelrecht in den weichen Untergrund verbeißen. Mit Offroad-Bereifung wird auch ein zweiradgetriebener Bus schon deutlich schlechtwegetauglicher.

Die groben Stollen machen fürs Auge sicherlich mächtig was her. Doch trotz martialischem Äußeren sind sie für den Vorwärtskampf auf schlechten Wegen nicht immer die beste Wahl – von der Anfahrt auf Asphalt ganz zu schweigen. Unbestritten sind ihre Vorteile auf nassen Wiesen, im Matsch und auf Schotter oder felsigem Untergrund. Dank Verstärkungen und des in die Reifenflanke gezogenen Profils sind die Flanken von All-Terrain-Reifen besonders gut gegenüber Steinen geschützt. Allerdings zeichnen sich auch die Commercial-Reifen mit Kennung C durch eine verstärkte Karkasse aus – schließlich werden sie den lieben langen Tag über Bordsteinkanten gequält.

Im Weichen bringt der hohe Negativprofilanteil von Grobstollern gute Selbstreinigung, durch die Raddrehung werden Matsch und Erde herausgeschleudert und die Reifenoberfläche steht wieder für den Haftungsaufbau zur Verfügung. Auf Sand dagegen kommt es entgegen landläufiger Meinung nicht auf grobe Stollen, sondern auf die Auflagefläche und somit auf die Reifenbreite an. Ablassen der Luft bringt mehr Kontaktfläche und damit mehr Grip.

Auf den meisten Campervans sind ab Werk CP-Reifen aufgezogen. Sie entsprechen von der Konstruktion her grundsätzlich den C-Reifen, legen aber verstärkt Wert auf Widerstandsfähigkeit gegen Überladung und lange Standzeiten, höhere Dichtigkeit gegen Druckverlust und mehr UV-Schutz. Die Kilometerleistung ist zugunsten besserer Nasshaftung reduziert. Auf Asphalt sind Straßenreifen den Grobstollern – die in etwa das Gleiche kosten – in allen Belangen überlegen: Sie sind leiser, haften trocken wie nass besser und haben obendrein eine höhere Laufleistung.

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ORC Exklusiv
ORC Exklusiv verspricht durch die Umrüstung eines 15-Zoll-Chassis auf 18-Zoll-Räder rund drei Zentimeter mehr Bodenfreiheit und empfiehlt den General Grabber als Reifenkompromiss zwischen Straße und Offroad.

Eine Kompromisslösung können Reifen wie der General Grabber AT3 sein, wie ihn Björn Gärttling von ORC Exklusiv für bestimmte Einsatzzwecke empfiehlt. Sein Profil weist einen kleineren Negativprofilanteil auf und bringt mehr Gummi auf den Asphalt, profitiert auf weichem Untergrund aber dennoch von einer stärkeren Profilierung und hält laut Gärttling bis zu 50.000 Kilometer. Seine 18-Zoll-Alufelgen bereift ORC im Format 255/55 oder 255/60 R18. Diese Pneus sind im Vergleich zur Serie breiter, haben einen niedrigeren Querschnitt und können mit geringerem Druck gefahren werden. Das bringt mehr Auflagefläche und Haftung, mehr Abrollkomfort und dank größerer Spurbreite auch etwas mehr Stabilität.

Die richtige Ausstattung

Der Hang zur Individualisierung von Vans und mit ihm das Angebot der einschlägigen Herstellerfirmen hat in den vergangenen Jahren immer weiter zugenommen. Abenteuerlook und damit diverse Offroad-Insignien sind sehr beliebt. Doch was dient letztlich nur der Show und was ist wirklich sinnvoll?

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Thomas Starck
Auch Seilwinden können hier hilfreich sein.

Für Ulli Klaiber unverzichtbar sind ein starker Kompressor für die Luftdruckanpassungen der Reifen sowie Schaufel und Sandbleche. Letztere lassen sich ebenso showwirksam an Heckträgern transportieren wie Zusatzkanister für Wasser oder Diesel oder auch ein großes Ersatzrad. Kommt man mit Hilfe der Sandbleche nicht weiter, kann eine Seilwinde durchaus wertvolle Dienste leisten. Allerdings nur, wenn man auch Anlenkpunkte wie Felsen oder Bäume vorfindet.

Für zuverlässiges Fortkommen auf problematischem Terrain sind Unterfahrschutzplatten aus Aluminium für Motor und Differential kein Luxus, auch Tanks und sonstige Unterbodeninstallationen lassen sich so schützen. Vor Beulen im Schwellerblech bewahren fest montierte Rohre aus Stahl oder Alu, die das empfindliche Blech vor dem Touchdown schützen. Kollisionen mit Tieren beugt man mit Kuhfängern vor, vorm Bug montierten Stahlrohrkonstruktionen. Dank ABE sind die ohne Prüfaufwand montierbar, im Falle eines Unfalls für andere Verkehrsteilnehmer aber nicht ganz ungefährlich.

Da das Fahren auf unbefestigten Wegen gern eine Menge Staub aufwirbelt, dankt einem der Motor für eine bessere Filterung der Ansaugluft. Erreicht wird die durch Zyklonvorabscheider, die die Luft mittels Zentrifugalkraft vom Staub befreien. Vorm Ansaugen von Wasser bei Flussdurchfahrten schützt ein auf höheres Niveau verlegter Schnorchel. Und damit man die Fluten auch bei Nacht rechtzeitig sehen kann, hat die Zubehörindustrie allerhand Zusatzscheinwerfer im Angebot, die die Nacht bei Bedarf zum Tag machen.

Campingbusse geländetauglich machen

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Jürgen Maria Waffenschmidt
Seilwinde: Eine Seilwinde wird selten gebraucht und wiegt viel.
  • Scheinwerfer: Schon das Fahren bei Tageslicht ist im Gelände eine Herausforderung. Wer aber um Nachtfahrten nicht herumkommt, wird dankbar über zusätzliche Scheinwerfer sein. Die können zum Beispiel auf dem Dach oder auf der Stoßstange montiert werden.
  • Seilwinde: Eine Seilwinde wird selten gebraucht und wiegt viel. Inklusive Stahlseil kommt das Teil schnell auf 80 kg oder mehr. Deshalb verzichten viele darauf. Sollte das Fahrzeug aber mal den Kampf gegen den Untergrund verlieren, kann eine Seilwinde die letzte Möglichkeit zur Selbstbergung sein.
  • Bereifung: Die macht nicht nur optisch was her. Mit ihren besonders großen Profilblöcken sorgen spezielle Offroad-Pneus für deutlich mehr Grip und klettern unbeschadet über scharfkantige Felsen. Außerdem verhelfen große Reifenformate zu noch mehr Bodenfreiheit.
  • Unterfahrschutz: Trotz erhöhter Bodenfreiheit lässt sich Bodenkontakt nicht immer vermeiden. Dann schützen speziell gefertigte Bleche aus Stahl oder Aluminium Motor, Getriebe, Differenzial und andere wichtige Bauteile vor Beschädigung.
  • Zyklonvorabscheider: Anstelle eines Standardschnorchelkopfs kann auch ein Zyklonvorabscheider aufgesetzt werden. Der sorgt für maximale Vorreinigung der Ansaugluft. Er nutzt dieselbe Technik, die zum Beispiel auch in Staubsaugern eingesetzt wird. Die angesaugte Luft wird mittels Zentrifugalkraft von Staub befreit. Dieser wird direkt nach außen befördert oder in einem Sammelbehälter aufgefangen.
  • Luftansaugschnorchel: Die hochgelegene Öffnung des Schnorchels hat gleich zwei Vorteile. Auf staubigen Pisten werden weniger Partikel angesaugt, das entlastet den Luftfilter. Zudem kommt bei Furten kein Wasser in den Ansaugtrakt.
  • Ersatzradhalter: Größere Offroad-Reifen bedeuten auch ein größeres Ersatzrad. Das braucht Platz. Ein Heckträger eignet sich am besten zum Transport. Zumal man dort auch noch andere sperrige Gegenstände wie Reservekanister oder Spaten unterbringt.
  • Höherlegung: Ein höhergelegtes Fahrwerk gehört zu den grundlegenden Maßnahmen, wenn es in unwegsames Gelände gehen soll. Der Einbau längerer Stoßdämpfer und Federn kann schon ein paar Zentimeter bringen. Für bis zu 350 Millimeter mehr Bodenfreiheit muss das Fahrwerk aber ein wenig hochgesetzt werden.
  • Felgen: Ob Stahl oder Alu, Felgen für den Offroad-Einsatz müssen robust sein. Ein Sonderfall sind sogenannte Beadlock-Felgen. Ein aufgeschraubter Ring verhindert hier, dass etwa bei Fahrten auf Sand mit abgesenktem Luftdruck der Reifen abspringt.
  • Differenzialsperre: Die Differenzialsperre ist eines der effektivsten Mittel für mehr Traktion auf rutschigem Geläuf. Sie verhindert, dass, wenn ein Rad durchdreht, das andere stehen bleibt. Echte Geländegänger haben Sperren an Vorder-, Hinterachse und in der Mitte.

Nach- und Ausrüster für Offroad-Busse: Von 4x4 bis Höherlegung

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Seikel
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  • Dangel: Der Allrad-Spezialist aus dem französischen Sentheim rüstet Fiat Ducato, Citroën Jumper und Peugeot Boxer auf Allrad um. Auch für die PSA-Modelle Jumpy und Expert hat man eine 4 x 4-Option. www.dangel.com
  • Seikel: Das Unternehmen ist offizieller Lieferant von Volkswagen. Seikel entwickelt und vertreibt vielfältige Offroad-Komponenten für den VW Transporter, aber auch den größeren Crafter. www.seikel.de
  • Extrem-Fahrzeuge: Hier stehen Ford-Umbauten im Vordergrund. Einen Allradantrieb für den Transit Custom und eine Höherlegung für den Transit AWD hat man beispielsweise im baden-württembergischen Schwenningen parat. www.extremfahrzeuge.de
  • Terranger: Kompakte Busse, wie die Mercedes V-Klasse/Vito und die VW T-Modelle sind das Spezialgebiet der Niedensteiner Offroad-Experten. Wenn technisch möglich, werden auch individuelle Kundenwünsche erfüllt. www.terranger.de
  • Iglhaut: Der Vertriebspartner von Mercedes bietet hochwertige Allrad-Komplettumrüstungen und passende Zubehörteile für den Sprinter, aber auch Vito und Co. Darüber hinaus werden von Iglhaut auch VW Crafter offroad-tauglich gemacht. www.iglhaut-allrad.de
  • Oberaigner: Für den Sprinter gibt es von Oberaigner zuschaltbaren oder permanenten Allradantrieb. Auch Differenzialsperren und Fahrwerkshöherlegungen gehören zum Repertoire. Renault Master und Opel Movano werden ebenfalls umgerüstet. www.oberaigner.com
  • Achleitner: Das österreichische Unternehmen hat sich vor allem der Allradumrüstung des Iveco Daily verschrieben. Zudem rüstet Achleitner verschiedenste Nutz-, Logistik- und Sonderfahrzeuge für ihren speziellen Einsatz aus. www.achleitner.com
  • Alko/VB Air Suspension: Alko-Fahrzeugtechnik ist Hersteller von Chassis, Fahrwerkskomponenten und Zubehör. Seit 2018 kooperiert man mit den Luftfederungsspezialisten von VB Air Suspension. www.alko-tech.com; www.vbairsuspension.de

  • Goldschmitt: Die Techniker aus dem Odenwald sind Spezialisten für Fahrwerkstechnik, Nivellierungssysteme und Auflastungen. www.goldschmitt.de

  • ORC Exklusiv: Der schwäbische Reisemobilausrüster hat sich auf Fahrwerksauflastung, -optimierung und Offroad-Ausstattung spezialisiert und Umbauten auf 18-Zoll-Räder im Programm. www.orc-exklusiv.de

  • Kastenbus: Ulli Klaiber ist Händler für die Marken Clever, Challenger und Dreamer und rüstet diese Campervans auf Wunsch für den Einsatz abseits des Asphalts um. www.kastenbus.de

  • General Tire: Amerikanische Reifenmarke mit Geländeexpertise. Ihr General Grabber AT3 ist für den Einsatz auf Asphalt und losem Terrain konzipiert. www.continental-reifen.de

  • BF Goodrich: Amerikanischer Traditionshersteller von Reifen, seit mehr als 40 Jahren im All-Terrain-Sektor unterwegs. Mit dem BF Goodrich A/T bietet die Firma einen Ganzjahresreifen für Mischbetrieb Gelände/Asphalt. www.bfgoodrich.de

Modelle mit Werks-Allrad

  • Ford Transit AWD: Das Allradsystem des Transit ist als unauffälliger Wegbegleiter ausgelegt. Das heißt, im Normalfall sieht und merkt man nichts davon. Bei Bedarf lenkt das System automatisch bis zu 50 Prozent Antriebskraft an die Vorderräder – ist aber auch vorwählbar.
  • Iveco Daily 4 x 4: Der Allrad-Daily ist ein robuster Geselle und ab Werk mit Höherlegung, Untersetzung und bis zu drei Differenzialsperren ausgerüstet. Wahlweise gibt es auch eine Automatik. Allerdings ist der Daily-4 x 4- Kastenwagen zumindest ein 5,5-Tonner.
  • Mercedes V-Klasse/Vito 4Matic: Die drei stärksten Modelle mit 165, 190 und 239 PS gibt es optional mit permanentem Allradantrieb. Die Kraft wird dabei zwischen Vorder- und Hinterachse im Verhältnis 45:55 verteilt. Bei Traktionsverlust greift das System mit Bremseingriffen ein.
  • Mercedes Sprinter 4 x 4: Den Sprinter gibt es mit Allrad in drei Motorvarianten mit 143, 163 und 190 PS. Der 4 x 4 kommt standardmäßig mit höhergelegtem Fahrwerk, optional ist auch eine Untersetzung erhältlich und die Kombination mit dem Siebengang-Automatikgetriebe.
  • VW Crafter 4Motion: 4Motion heißt das Allradsystem von VW. Eine elektronisch gesteuerte Lamellenkupplung regelt die Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse. Optional gibts eine Differenzialsperre. Ansonsten nutzt das System gezielte Bremseingriffe.
  • VW T6.1 4Motion: Die 150- und 199-PS-Versionen der neuesten Bulli-Generation sind mit 4Motion-Allrad erhältlich. Wie beim Crafter arbeitet das System weitgehend unbemerkt im Hintergrund. Für rund 990 Euro ist zudem eine Hinterachs-Differenzialsperre bestellbar.
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