Komplett umgekrempelt hatte Bürstner sein Modellprogramm zur laufenden Saison und mit dem radikalen Schnitt viel Aufsehen erregt. Zu den tragenden Säulen des neuen Produktportfolios zählt seitdem auch ein Campingbus auf dem Mercedes Sprinter. Der Name des Modells: Habiton 6.0. Seine Besonderheit: Ein samt Rücksitzbank verschiebbares Badezimmer. Zweck der aufwendig scheinenden Maßnahme: Platz zu schaffen, um das Bett auf der linken Seite zur vollen Länge aufzufalten, so dass man auch in der kurzen Sprinter-Karosserie (5,93 m) Einzelbetten im Heck unterbekommt. Spannend: ja. Originell: erst recht. Doch das interessierte Publikum machte dem Hersteller schnell klar: Für eine Mehrheit einfach zu kompromissbehaftet. Nun justiert Bürstner nach und stellt dem Habiton 6.0 einen zweiten, deutlich gängigeren Grundriss zur Seite.
Dank Querbett mehrheitsfähiger
Der Ansatz des neuen HM 6.1 ist etwas konventioneller gewählt. Das Bett liegt hier wie bei vielen Sprinter-Ausbauten um sechs Meter Länge quer im Heck. Für ausreichende Liegelänge benötigt man bei Sprintern allerdings eine Karosserieverbreiterung. Damit kommt das Bett laut Hersteller auf eine Länge von 2,02 Meter. In der Breite misst es am Kopfende 1,40 Meter, und am Fußende immerhin 1,24 Meter. Anders als bei vielen Konkurrenten zieht sich der GfK-Aufsatz aber über die ganze linke Seite bis vor zur Sitzgruppe. Kenner dürften sich an den aktuellen Westfalia James Cook erinnert fühlen. Der Zweck dieser langen Ausführung: So fällt auch der Sitzgruppe und dem Bad etwas mehr Platz zu.

Bürstner nutzt den Raum unter dem Heckbett optimal aus.
Ausbau und Ausstattung
Der Bereich um die Sitzgruppe wird noch durch ein anderes Detail etwas geräumiger. Wie auf den ersten Bildern zu erkennen ist, steht anstelle der Rückbank ein Einzelsitz mit um die Ecke gezogener Rückenlehne. Da dieser schmaler ist als eine klassische Zweier-Bank, entsteht mehr Platz im Durchgang zur gegenüberliegenden Küche. Damit die Gemütlichkeit dabei nicht auf der Strecke bleibt, lässt sich zur Seite ein kleines Polster hochklappen und die Sitzfläche damit verbreitern bzw. verlängern, ganz nach Uhrzeit und Situation. Mehr Tageslicht spendet ein großes, bündig in die Karosserie eingelassenes Fenster über den Vordersitzen.

Die integrierte Spüle mit Schneidebrett-Abdeckung und praktische Schubladen bieten maximale Raumnutzung.
Das Badezimmer im Habiton 6.1 ist deutlich größer dimensioniert als die verschiebbare Version im 6.0. Schließlich spart man sich den Platz für die aufwendige Schiebemechanik, gewinnt dadurch Stehhöhe und kann näher an die Blechwand der Karosserie anbauen. Zusätzlichen Platz, etwa zum Duschen, schafft eine herausnehmbare Toilette; aber natürlich muss die dann irgendwo hin, und in den Gang stellen möchte man sie bestimmt nicht. Es wäre zu prüfen, wie gut das in der Praxis funktioniert.
Gasfreier Betrieb und Autarkie
Serienmäßig ist der Habiton 6.1 gasfrei ausgelegt: Statt einer Gasheizung setzt Bürstner einen Dieselofen ein. Zum Kochen gibt es ein 2-Zonen-Induktionskochfeld. Für längere autarke Reisen bietet der Hersteller optionale Autarkie‑Pakete, die nach Herstellerangaben eine Unabhängigkeit von bis zu 48 Stunden ermöglichen. Konkrete Angaben zu Bordbatteriekapazitäten und Wechselrichterleistung macht Bürster bislang nicht; die tatsächliche Autarkie hängt von individuellen Verbrauchsgewohnheiten und Ausstattungswahl ab. Die Tanks fassen je 110 Liter Frischwasser und 90 Liter Abwasser.
Den üblichen Heckstauraum machen verschiedene Stausysteme teils besser für Gepäck und Ausrüstung nutzbar. Bürstner bietet verschiedene Ausbaustufen (SingleLoad, DuoLoad oder All in) mit unterschiedlich vielen Auszügen und Schubladen an, die teils von außen und innen beladbar und zugänglich sind.
Fahrwerk, Antrieb und Geländeversion
Der Habiton 6.1 basiert auf dem Mercedes Sprinter und ist auch als HMX‑Variante mit Allradantrieb erhältlich. Die HMX‑Variante hat immer 190 PS und Automatik. Für den Einsatz abseits befestigter Wege bietet das optionale Offroad‑Paket zusätzliche Hilfen wie eine Downhill‑Speed‑Regulation, eine elektrische Offroad‑Trittstufe und einen Frontschutzbügel.
Erstmals der Öffentlichkeit gezeigt wird der Habiton 6.1 auf dem Caravan Salon 2026 Ende August; der Einstiegspreis liegt bei 78.999 Euro.














