Sommer, Sonne, Campingzeit – doch in Südeuropa ist die Brandgefahr aktuell so hoch wie nie. Ein falscher Funke, eine heiße Abgasanlage oder ein achtlos weggeworfener Zigarettenstummel reichen, und aus einer kleinen Unachtsamkeit wird ein verheerender Waldbrand.
Sie denken, das betrifft Sie nicht? Falsch gedacht. Hier erfahren Sie, wie schnell Ihr Wohnmobil oder Ihr Verhalten zur Brandursache werden kann – und wie Sie das verhindern.
1. Ihr Wohnmobil: Eine tickende Zeitbombe?
Ihr Fahrzeug ist nicht nur ein Fortbewegungsmittel, sondern kann im Sommer zur Gefahr werden. Sogar der ADAC warnt: Katalysatoren und Abgasanlagen erhitzen sich schon nach wenigen Kilometern auf bis zu 800 Grad. Bei Wohnmobilen sitzt der Katalysator zwar höher als bei Pkw, aber die gesamte Abgasanlage wird extrem heiß. Parken Sie auf trockenem Gras oder Stroh, kann das Feuer fangen – selbst wenn der Motor schon aus ist.
Besonders tückisch: Wildparker, die ihr Fahrzeug am Straßenrand oder auf Wiesen abstellen, unterschätzen das Risiko. Tipp: Parken Sie nur auf befestigten Flächen oder kurz gemähten Wiesen. Achten Sie auch auf Campingplätzen auf den Untergrund – ein Funke genügt!
Nicht nur die Abgasanlage ist gefährlich: Auch Bremsen werden heiß. Besonders nach langen Bergabfahrten sollten Sie die Bremsen abkühlen lassen.
2. Offenes Feuer: Grillen, Lagerfeuer & Co.
Ein gemütliches Lagerfeuer oder Grillen gehören für viele zum Camping dazu – doch in Südeuropa ist das aktuell brandgefährlich. Trockenes Gras, Wind und hohe Temperaturen machen offenes Feuer zum Risiko. Viele Regionen haben bereits komplette Feuerverbote verhängt. Auf vielen Campingplätzen ist das Grillen mit Holzkohle aktuell untersagt .Wer sich nicht daran hält, riskiert hohe Strafen – oder löst im schlimmsten Fall einen Waldbrand aus.
So grillen Sie sicher:
- Nutzen Sie nur offizielle Grillplätze mit festen Feuerstellen.
- Halten Sie immer Wasser oder Sand zum Löschen bereit.
- Lassen Sie den Grill nie unbeaufsichtigt.
- Entsorgen Sie Asche erst, wenn sie vollständig abgekühlt ist.
Achtung: Auch Einweggrills sind gefährlich, da sie oft zu nah am Boden stehen. Besser: Gasgrills oder Holzkohlegrills mit standsicherer Unterlage verwenden.
Einen Feuerlöscher sollten Sie immer an Bord haben. Die besten fürs Wohnmobil finden Sie hier.
3. Bordtechnik & Gas: Unsichtbare Gefahren
Ihre Gasanlage ist ein weiteres Risiko. Undichte Leitungen oder defekte Ventile können zu Bränden führen. Lassen Sie Ihre Anlage regelmäßig warten – besonders vor der Reise in den Süden. Hier alles zum Thema Gasprüfung bei Campern.
Unterflur-Heizungen sind dagegen weniger riskant, da sie bei Hitze meist nicht genutzt werden. Die meisten uns bekannten Boiler sind nicht unterflur eingebaut. Trotzdem: Prüfen Sie regelmäßig, ob alle Bauteile intakt sind.
Auch die Abluft Ihres Kühlschranks oder andere technische Komponenten können heiß werden. Die Gefahr hier ist zwar gering. Prüfen Sie dennoch vor der Abfahrt, ob alle Lüftungsschlitze frei sind und im Stand, dass keine brennbaren Materialien in der Nähe liegen.
4. Müll: Die unterschätzte Gefahr
Weggeworfene Zigarettenstummel, Glasflaschen oder sogar Alufolie können Brände auslösen. Glas wirkt wie ein Brennglas, und ein einziger Funke genügt, um trockenes Gras zu entzünden. Abgesehen vom Brandaspekt, sollten Camperinnen und Camper stets auf die Natur achten: Nehmen Sie Ihren Müll immer mit und entsorgen Sie ihn ordnungsgemäß.
Egal, ob im Sommer oder im Winter. Raucherinnen und Raucher sollten ihre Stummel in einem feuerfesten Behälter sammeln – nie einfach wegwerfen!
5. Checkliste für brandsicheres Campen
Genießen Sie den Sommer, aber bleiben Sie wachsam!
✅ Parken nur auf befestigten Flächen oder kurz gemähtem Gras
✅ Kein offenes Feuer in Risikogebieten
✅ Gasanlage regelmäßig warten lassen
✅ Müll immer mitnehmen – kein Glas oder Zigarettenstummel liegen lassen
✅ Feuerlöscher und Löschdecke griffbereit halten












