13 Antworten zur Solaranlage fürs Wohnmobil - So werden Sie zum Camping-Besserwisser!

13 Fragen zu Solaranlagen auf dem Wohnmobil
Autark im Camper unterwegs dank Sonnenenergie

ArtikeldatumVeröffentlicht am 12.02.2026
Als Favorit speichern
Solaranlage Wohnmobil i
Foto: Jorg Langfeld

Solaranlagen fürs Wohnmobil sind mittlerweile ein Muss für viele Camperinnen und Camper, die ihre Freiheit und Unabhängigkeit beim Reisen maximieren wollen. Sie gewinnen Strom aus der Sonne, um die Bordbatterien aufzuladen. Ist dann noch ein Wechselrichter zwischengeschaltet, lassen sich alle elektrischen Geräte ohne Landstrom betreiben.

Dieser promobil-Ratgeber hilft, die richtige Solaranlage fürs eigene Wohnmobil zu finden. Damit sind Sie auf der näcshten Campingreise nicht nur nachhaltig, sondern vor allem autark unterwegs.

Wie viel Strom benötige ich wirklich?

Bevor Sie eine Solaranlage wählen, sollten Sie Ihren Strombedarf berechnen. In einer Beispielrechnung des Tagesverbrauchs kommt promobil in einem Wohnmobil mit Fernseher, Licht und Sat-Anlage, Radio, Wasserpumpe, Kaffeemaschine und Nutzung des Föhns auf etwa 300 Wh. Das ist ein Annäherungswert. Erst eine detaillierte Berechnung Ihres täglichen Verbrauchs liefert eine klare Aussage, wie viel Leistung die Solaranlage am Wohnmobil haben muss, um den spezifischen Bedürfnissen zu entsprechen.

Welche Solarpanelgröße ist für mein Wohnmobil geeignet?

Die Größe der Solarpanels hängt von Ihrem Strombedarf und der verfügbaren Dachfläche ab. Wenn daneben noch Platz für eine Klimaanlage und eine Sat-Antenne bleiben soll, passen auf ein durchschnittliches Wohnmobil oft zwei Module mit etwa 100 Wp (Watt peak) maximale Leistung oder eines mit etwa 200 Wp. Es ist wichtig, den Platz richtig einzuschätzen.

Solar-Anlagen Wohnmobil
Hersteller

Wie viel Energie liefern Solaranlagen für Wohnmobile am Tag?

Im promobil Solarmodul-Test hat das Power XS 140 von Emergo Plus (140 Wp Spitzenleistung) pro Tag durchschnittlich 469 Wh elektrische Energie erzeugt, die meisten anderen Produkte im Test lieferten ebenfalls über 300 Wh. Die Spitzenwerte an sehr sonnigen Tagen liegen deutlich darüber. Die tatsächliche Leistung hängt aber auch vom Standort ab. Steht das Wohnmobil im Schatten, wift die Solaranlage weniger Ertrag ab.

Dabei ist zu beachten, dass Solarmodule auf Dächern von Wohnmobilen flach aufliegen und nicht optimal zur Sonne ausgerichtet sind. Das ist für die Effizienz eher schlecht. Eine nachgeführte Solaranlage (siehe unten) kann Abhilfe schaffen.

Wie viel Solarleistung benötige ich, um meinen Bedarf zu decken?

Typische Solaranlagen für Wohnmobile haben eine Leistungsspitze von 100 bis 200 Wp. Wenn der Strombedarf wie in der Beispielrechnung bei etwa 300 Wh pro Tag liegt, sind zwei Module mit knapp etwa 120 Wp locker ausreichend. Wenn Sie zusätzliche Geräte wie eine stärkere Klimaanlage betreiben möchten, sollten Sie auf leistungsstärkere Produkte zurückgreifen oder mehr Module montieren.

Sind aufgeklebte Solarmodule oder Rahmenmodule mit Trägerprofilen besser?

Tatsächlich sind Rahmenmodule für die meisten Camper die bessere Wahl, da sie mehr Sicherheit und Wartungsfreundlichkeit bieten. Denn: Rahmenmodule mit Montageprofil bieten eine stabilere Lösung. Durch die Montage auf Profilen ist die Kühlung der Panels besser, was sich positiv auf den Ertrag auswirkt. Sie lassen sich leichter warten und bei Bedarf austauschen, was langfristig von Vorteil ist. Fest aufgeklebte Module sind zwar aerodynamischer, bieten aber weniger Flexibilität und können bei Schäden schwerer repariert oder ausgetauscht werden.

Bei Solaranlagen für Campingbusse kommt es auf die Dachform an. Auf festen Dächern sind Rahmenmodule möglich. Sobald auf einem Camper ein Aufstelldach montiert ist, sind sehr dünne Solarmodule besser, die verklebt werden.

Solaranlage Aufstelldach i
Hersteller

Wie viel kostet eine Solaranlage für Wohnmobile?

Die Kosten variieren je nach Größe und Hersteller. Oft werden ganze Solaranlagen-Sets für Wohnmobile verkauft, in denen neben Rahmenmodulen Montageprofile und Leistungselektronik vorhanden sind. Ein solides Set mit einem oder mehreren Panel und den nötigen Komponenten kostet – abhängig von der Leistung – zwischen 500 und 1.500 Euro, je nach Qualität und Zubehör.

Welche Art von Solarbatterie ist am besten für mein System?

Für Wohnmobile sind Lithiumbatterien aufgrund ihrer hohen Energiedichte, die sich in einer höheren Kapazität auswirkt und langen Lebensdauer besonders geeignet. Sie sind leichter und benötigen weniger Wartung als Blei-Gel-Batterien. Eine gute Lithiumbatterie hat eine Kapazität von mindestens 100 Ah, es gibt bereits Lithium-Batterien mit bis zu 720 Ah, die unter den Beifahrersitz eines Wohnmobils passen.

 Liontron Lithiumbatterie
Samira Matschinsky

Wie funktioniert das Aufladen und die Steuerung der Solaranlage?

Ein Laderegler sorgt dafür, dass die Bordbatterie nur mit der richtigen Spannung und Stromstärke geladen wird. Solaranlagen für Wohnmobile werden oft schon im Set mit Ladereglern verkauft. Moderne Leistungselektronik lässt sich teilweise in die Bordsteuerung des Wohnmobils einbinden oder per App überwachen, was Campenden mehr Kontrolle und Flexibilität gibt.

Ist eine Erweiterung später einfach möglich?

Viele Solaranlagen für Wohnmobile sind modular aufgebaut und lassen sich später problemlos erweitern. Wenn Sie Ihren Strombedarf erhöhen, können Sie einfach zusätzliche Panels oder eine größere Batterie installieren. Dies ermöglicht eine flexible Anpassung, falls Sie doch mehr Strom benötigen sollten als ursprünglich geplant.

Wie robust und langlebig sind die Komponenten?

Speziell für Wohnmobile ausgelegte Solarmodule sind robust, halten extremen Wetterbedingungen und Verwindungskräften während der Fahrt stand, solange sie ordnungsgemäß installiert werden. Eine gute Solaranlage kann über 25 Jahre halten, wenn sie gut gepflegt wird. Die Ertragsleistung lässt während der Zeit aber nach.

Brauche ich zusätzliches Equipment, wie Wechselrichter oder Adapter?

Ein Wechselrichter wird benötigt, wenn Sie Geräte mit Wechselstrom (AC) und 230 Volt Spannung betreiben möchten. Dazu zählen beispielsweise Laptops, Föngeräte oder Mikrowellen. Wenn Campende nur Geräte mit Gleichstrom (DC) verwenden, die mit den 12 Volt Spannung des Bordnetzes klarkommen – wie LED-Beleuchtung oder Camping-Kühlschränke –, ist ein Wechselrichter nicht erforderlich. Ein Wechselrichter muss die benötigte Leistung für die angeschlossenen Geräte liefern und beschleunigt den Energieverbrauch. Deshalb sollte er immer an eine Batterie mit ausreichender Kapazität angeschlossen werden.

Wie schwierig ist die Installation der Solaranlage?

Die Installation einer Solaranlage fürs Wohnmobil ist einfach – vorausgesetzt, Sie haben die richtigen Komponenten dafür. Viele Anbieter liefern fertige Kits, die alle benötigten Teile wie Solarpanels, Laderegler und Kabel enthalten. Wer unsicher ist, kann die Installation von einer Fachwerkstatt vornehmen lassen. Der Einbau durch Solar-Fachpersonal ist auf jeden Fall die sicherere Lösung, die promobil empfiehlt.

Kaufberatung: Solaranlagen
André Becker, Hersteller

Wie sinnvoll sind nachgeführte Solaranlagen?

Neu auf dem Markt sind nachgeführte Solaranlagen für Wohnmobile, wie der Hepa Sunseeker 200. Sie können deutlich effizienter sein, da sie sich automatisch der Sonne anpassen. Allerdings sind sie etwas teurer, bauen höher auf und brauchen einen freien Schwenkbereich. Ein stationäres System ist für die meisten Camper ausreichend und deutlich einfacher zu handhaben.

Fazit