Reise durch Südamerika Kai Fischer
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Reise durch Südamerika 27 Bilder

Camping-Tour im Dachzelt durch Südamerika

Dachzelt-Trip durch Patagonien Atemberaubende Natur am anderen Ende der Welt

Von Santiago de Chile nach Punta Arenas in 35 Tagen. Knapp 7000 Kilometer ist die Strecke entlang der Ruta 7 und Ruta 40 von den Anden über Argentinien und Chile bis in den Süden Patagoniens. Begleiten Sie Iris und Kai auf ihrem Abenteuer.

Gleißend weißes Licht. Die Sonne wärmt auf der Haut. Sonnencremeduft in der Nase. Salziger Schweißfilm auf den Lippen. Der leichte Wind rauscht in den Ohren und überdeckt andere Geräusche. Der gigantische Fitz Roy hängt fast immer in den Wolken, aber nicht heute. Sein Gipfelschnee blendet. Sein Bergsee ist blau und klar. Wir sitzen zufrieden auf dem Boden und genießen den Moment. Ich bin glücklich. Kai nimmt meine Hand, gibt mir einen Kuss, und ich weiß, er fühlt genauso.

Schon der Weg hierhin hat sich gelohnt. Dichter Wald, entfernt rauscht Wasser. Unsere Schritte klingen dumpf, werden förmlich verschluckt. Der Wald lichtet sich. Große und kleine weiße Felsen säumen den querenden Fluss. Gebüsch und Pflanzen sorgen für Farbtupfer auf steiniger Erde bis zum nächsten Anstieg. Nach 10 Kilometer lässigen Spaziergangs haben es die letzten 2,5 Kilometer mit 420 Höhenmetern in sich. Geröll und hüfthohe Felsen lassen mich an meiner sonst sportlichen Performance zweifeln.

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Kai Fischer
Geschafft! Siegerfoto nach quälenden 900 Höhenmetern Aufstieg zum berühmten Fitz Roy.

Kühle Nächte an einsamen Seen

Rückblick: Nach monatelanger Vorbereitung ist es Anfang Dezember endlich so weit, wir fliegen von Frankfurt nach Santiago de Chile. Eine Hotelübernachtung später holen wir unseren geräumigen 4x4-Pick-up mit Benzin- statt Dieselmotor, Schaltgetriebe, Ladefläche und Dachzelt bei trockenen 33 Grad ab. Trotz Käppi sticht die Sonne so sehr, dass ich mir bereits zum zweiten Mal den Sonnenschutz Faktor 50 auf die Haut schmiere. Kai lässt sich den Aufbau des Dachzelts erklären und sichtet unser Campingequipment.

Wir kaufen ein und lassen die dicht bevölkerte Stadt und den stressigen Straßenverkehr Richtung Süden hinter uns. Mithilfe der "iOverlander-App", die uns mit den besten Nachtlager-Tipps anderer CamperInnen versorgt, hat Kai unsere erste Übernachtung ausgemacht. Auf die Frage "hablas inglés?" ("Sprechen Sie Englisch?") werden wir noch häufiger in diesem Urlaub die Antwort "poco" erhalten. Die Übersetzung "wenig" stellt sich in den meisten Fällen als leider nicht zutreffend heraus. Mir wird klar, wie naiv wir waren, ohne Spanischkenntnisse nach Südamerika zu reisen. Hilft nix. Wir werden uns mit Händen und Füßen und dem Google-Übersetzer durchschlagen müssen.

Die erste Nacht im Zelt bringt die Erkenntnis, dass südamerikanische Familien spät essen und laut feiern – Hund, Hahn und Co. aber trotzdem ab vier Uhr morgens beharrlich bis zum Stimmverlust krähen und bellen. Wir packen genervt unser Zelt zusammen. Die Handgriffe sitzen nicht. Das muss besser werden.

Nachmittags im Conguillio-Nationalpark angekommen, stellen wir fest, wie kalt es geworden ist. Bis wir zu Bett gehen, fallen die Temperaturen auf minus 2 Grad. Mein Versuch, die Situation mit Galgenhumor zu entschärfen: "Ich denke, die Chancen, diese Nacht zu überstehen, liegen bei 50 %", scheitert kläglich. Kai empfindet nämlich keine Kälte, sondern nur Schmerz. Seine Finger waren noch in der Autotür, als ich diese bei Dunkelheit zuschlug. Mit schlechtem Gewissen, dick eingepackt wie ein Eskimo, kuschele ich mich im Zelt an ihn.

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Guanakos flitzen gerne mal über die Straße. Die wild lebenden Paarhufer sind eng verwandt mit Lamas.

Die ersten Sonnenstrahlen lassen den gefrorenen Tau von der Zeltwand schmelzen. Kais Finger sind blau, aber noch dran. Es scheint nichts gebrochen. Gut so, der nächste Arzt wäre weit entfernt. Im Park sind die Strapazen der Nacht vergessen. Die Farben leuchten. Motiviert und unbeschwert wandern wir los. Der türkis klare See wird umarmt von einem Meer aus uralten, grünen Südbuchen und Araukarien. Der majestätische, bedrohliche Vulkan Llaima thront über diesem unberührten Fleckchen Erde. Ich komme mir vor, als wäre ich in den Zeichentrick-Dino-Film "In einem Land vor unserer Zeit" gestolpert.

Die folgenden Tage machen wir knapp 500 Kilometer Strecke Richtung Süden und schlafen jede Nacht allein an einem anderen idyllischen See. Die Campingspots sind günstig, gepflegt, rudimentär ausgestattet und weitestgehend naturbelassen. Bei unserem kurzen Zwischenstopp auf dem Weg zur Grenze gelingt uns dieses spektakuläre Foto:

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In der Region de los Lagos befindet sich der 2652 m hohe Vulkan Osorno.

Der Vulkan Osorno, auch kleiner Fuji genannt, hängt dramatisch in den Wolken. Aus unserer Perspektive reißen wilde Stromschnellen eine tiefe Schlucht um den Berg.

Einmal quer über die Anden

Auf die Anden- und Grenzüberquerung nach Argentinien haben wir uns vorbereitet. Aufgeregt bin ich trotzdem. Die Erinnerung an wilde Geschichten – von Beamten, die willkürlich die Durchfahrt verwehren – schwirrt mir durch den Kopf. Auf chilenischer Seite entsorgen wir alle unverpackten Lebensmittel, die wir nicht mehr verbrauchen konnten. Über die Grenze dürfen nur verpackte Lebensmittel, kein Obst, kein Gemüse, keine frischen tierischen Produkte, kein Holz. Kurz darauf sehen wir uns einem grimmig guckenden argentinischen Beamten gegenüber, legen ihm unsere Reisepässe, Auto- und Grenzpapiere vor und hoffen, er möge gnädig sein. Er schaut auf und fragt: "Alemán?". Kai antwortet: "Si", und er entgegnet fröhlich, gebrochen: "Herzlich willkommen." Uff. Ich bin erleichtert.

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Der Sonnenuntergang im Torres-del-Paine-Nationalpark gehörte zu den beeindruckendsten, die wir in Patagonien erleben durften.

Kaum sind wir über die Grenze, ändert sich das Wetter von sonnig warm zu nass und kalt. "Das werden wir noch häufiger erleben. Die Anden sind eine Art Wetterscheide, und tendenziell ist das Wetter auf argentinischer Seite besser. Dieser Abschnitt liegt zwar auf argentinischer Seite, aber tief in den Anden und ist scheinbar auch deshalb so regenreich. "Hoffentlich ist unser Zelt dicht", sagt Kai. Ist mir schnurz. Mir ist arschkalt, und ich versuche, meinen zweiten Pulli aus dem Koffer zu ziehen, der vergraben von Schlafsäcken auf der Rückbank liegt.

Das Wetter bessert sich erst im Nationalpark Los Alerces, der in den Anden liegt. Die warmen Sonnenstrahlen kämpfen sich durch den feuchten Nebel des Waldes. Meine Freude über das für diese Umgebung ungewöhnlich gute Wetter hält sich in Grenzen. Ich habe Hunger und friere deshalb noch mehr. Da wir aber nach der Grenze nichts mehr einkaufen konnten, haben wir nur Nudeln. Der Ranger, der uns die Erlaubnis zur Übernachtung gibt, ist nett und hat Mitleid. Er schenkt uns eine Knoblauchzehe, ein Stück Kürbis und zwei Karotten. Noch nie zuvor fand ich Nudeln mit Gemüse so lecker. Zum Dank bekommt der Ranger von uns – typisch deutsch – ein Bier geschenkt.

Am nächsten Tag ist nach einer kleinen, einsamen Wanderung zu einem Wasserfall im Wald nichts mehr von Nebel und Kälte zu spüren. In Stoffhose und T-Shirt fotografieren wir unsere Weihnachtsgrüße vor typisch patagonischem Bergpanorama.

Der nächste Grenzübertritt nach Südwesten, von Trevelin nach Futaleufú, steht an. Auf mich wirken die chilenischen Beamten strenger als die argentinischen. Wieder so ein ungutes Gefühl im Bauch. Akribisch kontrolliert der Zöllner unsere Papiere. Nach quälend langen Minuten nickt er und lässt uns weiterfahren.

Unterwegs in einer der regenreichsten Regionen weltweit

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Der Trip war eine unserer beeindruckendsten und vielfältigsten Reisen - vor allem war Patagonien ein echtes Abenteuer!

Es schüttet. Die Straßenverhältnisse ändern sich von "gut befahrbar" zu "lebensbedrohlicher Flickenteppich mit Betonanteil". Drastische Reduzierung des Fahrtempos. Flaues Gefühl im Bauch. Zum Glück hat der Wagen Allradantrieb. Wir haben bis dato schon einige schlechte Straßenverhältnisse erlebt. Aber diese, quasi nicht existente, überflutete, mit Kratern übersäte Offroadpiste die Anden hinauf wird den Highscore unter allen erlebten Straßenbedingungen knacken. Bei jedem Schlagloch jault Kai auf und beißt beinahe ins Armaturenbrett. "Hoffentlich bricht keine Achse", murmelt er 210 Kilometer wie ein Mantra vor sich hin.

Unbeschadet hinter Puyuhuapi angekommen, lassen wir nach zweieinhalb Wochen Übernachten im Dachzelt selbiges verpackt und hocken in unserem Hostelzimmer. Der Heizlüfter läuft und weht mir warme, trockene Luft entgegen. Kai reicht mir ein kühles Bier, das er zuvor zusammen mit den Reiseunterlagen aus dem Kofferraum gefischt hat. Belustigt erzählt er mir: "Das war mir bei der Planung nicht klar, wir befinden uns in einer der regenreichsten Regionen der Erde. Kein Wunder, schüttet es die ganze Zeit! Haha. Hätten wir das gewusst, hätten wir uns das mit dem Zelt noch mal überlegt, hm?" Als er meinen Blick sieht, nippt er schnell an seinem Bier.

Wir lassen die kniffligen Straßen hinter uns und fahren die Ruta 7 weiter Richtung Coyhaique. Bei 8 Grad gönnen wir uns zu Weihnachten eine Cabana, eine kleine Hütte nur für uns. Holzofen und trockene Füße statt Zelt und feuchte Schuhe. Ein weiterer Vorteil: Wir können endlich Wäsche waschen.

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... bei der Cueva de las Manos, einer Höhle, wo bereits 7000 vor Christus Menschen lebten, jagten und ihre Handabdrücke an den Wänden hinterließen.

Nach einem ruhigen Weihnachtsfest führt uns die Straße weiter die Anden entlang nach Süden. Schon morgens passieren wir von Chile Chico aus die Grenze. Von satt grüner, nasser Vegetation kommend, durchfahren wir jetzt die patagonische Steppe. Mann, ist mir heiß! Pulli und Longsleeve pfeffere ich auf den Rücksitz. Mein Schal wird umfunktioniert zum Sonnenschutz. Roter Staub legt sich auf unseren weißen Toyota. Die Ruta 40 führt uns knappe 500 Kilometer durch eine felsige Marslandschaft. Die grenzenlose Weite schüchtert ein. Parallel zur Straße verlaufen Stacheldrahtzäune, um die Grundstücke einzugrenzen. "Achtung!" Kai bremst ab. Direkt vor uns rennt ein Guanako aufgescheucht über die Straße und springt mühelos über den Zaun. Auch Pumas leben hier. Die Raubkatzen haben ihre Jagdmethode den Begebenheiten angepasst und jagen die Guanakos in die Zäune. Mehrmals entdecken wir Kadaver verheddert im Draht.

Einzige Tankstelle im Umkreis von 300 Kilometern

Wir fahren durch die winzige Ortschaft Bajo Caracoles, bestehend aus zwei Zapfsäulen und 10 Häusern. Wir lassen Benzin in Tank und Kanister rauschen. Ein holländisches Pärchen hat weniger Erfolg. Sie brauchen Diesel, aber der ist aus. Wann Nachschub eintrifft? Ungewiss. Die nächste Tankstelle? 300 Kilometer entfernt. In El Chaltén buchen wir uns für drei Tage auf einem tollen Campingplatz "Bonanza" nahe des Fitz Roy ein und stellen routiniert unser Zelt auf. Von hier aus startet unsere Wanderung zum Gipfelsee des Bergs. Ein wunderschöner, sich lohnender Aufstieg zu einem der wohl bekanntesten Spots Patagoniens, wie bereits zum Einstieg der Geschichte beschrieben.

Beim Abstieg begegnen wir Theresa, Daniel und Steffen, deren Tourguide. Nach 24 Kilometern bin ich komplett platt. Ein kurzer Blick auf Kais rotes Gesicht reicht, um zu wissen, ihm geht’s schlimmer. Zum Glück nimmt Steffen uns die letzten Kilometer mit seinem umgebauten T1 mit. Unterwegs sammeln wir weitere erschöpfte WandererInnen ein. Plötzlich wildes Freudengeschrei auf Spanisch, Portugiesisch und Englisch. Steffen lacht und übersetzt: "Die vier sind alte Freunde und haben sich das letzte Mal vor fünf Jahren in Brasilien gesehen. Und heute treffen sie sich ausgerechnet hier zufällig wieder. Tja, Freunde, die Welt ist ein Dorf." Mit der ganzen Busbande trinken wir an unserem Zeltplatz noch einige Bier.

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Silvesterabend mit atemberaubendem Sternenhimmel. Still, allumfassend und inklusive Magellanscher Wolken, welche es nur auf der Südhalbkugel zu sehen gibt.

Am nächsten Morgen: Kopfweh. Muskelkater. Alles ist schwer. Die Wanderung hängt mir in den Knochen und das letzte Bier muss schlecht gewesen sein. Heute ist Silvester. "Machen wir uns einen entspannten Tag am Fluss?" Kai, der so aussieht, wie ich mich fühle, entgegnet wider Erwarten: "Nix da. Wir nutzen das gute Wetter und wandern zur Laguna Torre." Unfähig, mich zu wehren, packe ich Verpflegung und Kameraausrüstung für weitere 20 Kilometer in den Rucksack.

Erst gegen Abend sind wir wieder am Campingplatz und kochen uns – Überraschung – Nudeln. Bettfertig von 40 Kilometern Wandern in zwei Tagen genießen wir einen Sternenhimmel inklusive Magellanschen Wolken, die nur auf der Südhalbkugel zu sehen sind. Entgegen dem gewohnten Silvesterprogramm zu Hause fallen wir nach einem kleinen Becher Rotwein angeschickert um kurz nach zwölf ins Zelt.

Im neuen Jahr erreichen wir noch vor dem Mittag den Perito-Moreno-Gletscher. Mit 254 km² ist der Auslassgletscher etwas größer als Frankfurt. Ich habe Gänsehaut, und das liegt nicht nur an meiner optimistischen, luftigen Kleidung. Schon von weitem hören wir das markerschütternde Knacken, dumpf und mächtig, des sich bewegenden Eises. 500 Meter breit und 70 Meter hoch steht die Gletscherwand vor uns. Bei dem Gedanken, wie kalt das umliegende Wasser sein muss, fröstle ich noch mehr. Eisbrocken so groß wie Hochhäuser brechen immer wieder ab und verursachen gewaltige Flutwellen im türkis-klaren See.

Riesige Eisberge und putzige Pinguine

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Im als Unesco-Weltnaturerbe eingestuften Nationalpark Los Glaciares liegt der massive Perito-Moreno-Gletscher.

Weiter geht’s nach Süden zum Grenzübergang nach Chile und dem dahinterliegenden Torres del Paine. Zehn Grad am Lago Grey und Wind, der so stark bläst, dass die kleinen schwarzen Sandkörner durch die Luft wirbeln und schmerzhaft ins Gesicht stechen. Sonnenbrille, Schal und Windjacke schützen nur bedingt. Bei unserem einstündigen, gegen den Wind gestemmten Gang, müssen wir uns anbrüllen, um uns zu verstehen. "Iris schau!" Ich hebe den Kopf. Ein hellblauer, riesiger Eisberg wird vom milchigen, gräulichen Wasser an den Strand geschwemmt. Die Kamera läuft heiß. "Damit machen wir alle neidisch!", brüllt Kai, der zum x-ten Mal seine Linse von der Gischt befreit.

Zurück im Auto streiche ich mir den Sand aus den Haaren und kutschiere uns zum Lago Sofia. Im Gegensatz zum Campingplatz im Torres del Paine ist hier außer den Besitzern und deren Pferden niemand. Wir schlagen unser Zelt in einem kleinen Waldstück auf. Die Sonne scheint wärmend durch die Bäume, es ist still. Vom Wind ist nichts mehr zu spüren. Der Boden ist vom Moos bedeckt und ganz weich. Alles wirkt wie gemalt. Erneut das Gefühl, sich in einem Disneyfilm zu befinden. Hasen hoppeln an uns vorbei, der Specht klopft zwei Bäume weiter gegen hohles Holz, und ich laufe fasziniert einem Stinktier nach, das fröhlich, niedlich quiekend einige Meter entfernt durch das Dickicht tapst. "Iris! Geh da weg. Der neugierige Hund hat nicht grundlos vor dem Stinktier kehrt gemacht!", ruft Kai entsetzt.

Für die letzten Tage haben wir uns in Punta Arenas in einem Hostel einquartiert und starten von hieraus zur Isla Magdalena, einer kleinen Insel inmitten der Magellanstraße. Sie wird dicht besiedelt von Pinguinen und Möwen, die just Jungtiere haben. Das Geschnatter und Geschrei der Tiere ist ohrenbetäubend und es stinkt atemraubend nach altem Fisch und Nestdreck. Stört aber kein Stück. Die kleinen, putzig watschelnden Pinguin-Jungtiere ziehen alle Aufmerksamkeit auf sich.

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Auf der Isla Magdalena lassen sich knuffige gefiederte Magellan-Frack-Träger in natürlicher Umgebung beobachten.

Am vorletzten Tag in Südamerika sortieren wir unser Gepäck und geben das Auto nach knapp 7.000 Kilometern schweren Herzens ab. Vom kleinen Flughafen in Punta Arenas fliegen wir nach Santiago de Chile. Bei heißen 33 Grad bummeln wir noch mal durch die Stadt, schauen uns Graffitis an und steigen abends glücklich in den Flieger nach Hause.

Insider-Tipps: Patagonien

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Idyllisches grünes Fleckchen Erde bei der Übernachtung kurz vor Verlassen der patagonischen Steppe, weiter Richtung Süden.

Tipp 1: Torres del Paine
Der wohl berühmteste Nationalpark Patagoniens "Torres del Paine" ist ein Must-see für alle Patagonien-Reisenden. Eintritt für 3 Tage Parkaufenthalt p. P. 30 Euro. Campingplätze gibt es im Park.

Tipp 2: Fitz Roy
Etwa zehn Kilometer außerhalb der Ortschaft El Chaltén liegt der naturbelassene, familienfreundliche Campingplatz "Bonanza". Von hier aus startete unsere Wanderung zum Granitberg.

Tipp 3: Lago Sofia
Ein kaum bekannter Ort auf den Standard-Routen durch Patagonien, aber umso sehenswerter. Ein traumhafter See, ein idyllischer Campingplatz mitten im Wald, einsame Wanderungen zum Condorfelsen, auf Wunsch auch geführt in kleinen Gruppen zu Pferd.

Reise-Infos Patagonien

Anreise/Einreisebestimmungen: Von Frankfurt über Paris nach Santiago de Chile beträgt die reine Flugzeit ca. 16 Stunden. Deutsche benötigen einen gültigen Reisepass, ein Visum wird erst ab 90 Tagen benötigt.

Fahrzeugmiete/Fahren in Südamerika: An Bord unseres Toyota-Geländewagens sind Dachzelt inkl. Matratze, Kühlbox, Gaskocher, Tisch, Stühle und Küchenequipment. Der Entleiher muss mindestens 25 Jahre alt sein und einen internationalen Führerschein vorweisen. Beim Fahren ist Vorsicht geboten, manche Straßenzustände sind miserabel. Ein Allrad-Geländewagen empfiehlt sich besonders bei den regenreichen Anden-Passagen.

Kosten Fahrzeugmiete/Flug: Allrad-Geländewagen mit Dachzelt, Campingausrüstung und notwendigen Versicherungsdokumenten, um die Grenze passieren zu dürfen, kostet beispielsweise bei Wicked Campers für 37 Tage ca. 4000 Euro. Abholung in Santiago de Chile, Rückgabe in Punta Arenas. Der Flug kostet pro Person ca. 1250 Euro.

Camping in Südamerika: Sowohl Chile als auch Argentinien sind tolle Campingländer. Die Kosten variieren je nach Region und Campingplatz stark, aber wer nach Schnäppchen guckt, kann Geld sparen. Es empfiehlt sich die Nutzung von Camping-Apps wie "iOverlander". Wildcampen ist teilweise erlaubt.

Zahlungsmittel/Preise/Navigation: Bargeld! Am besten noch zu Hause oder gleich am Flughafen Geld wechseln. Die ATM-(Geldautomaten-)Gebühren sind hoch. Hinzu kommt, dass viele ATMs nur einen bestimmten Betrag auszahlen, wenn sie überhaupt mit Bargeld befüllt sind. Es ergibt Sinn, US-Dollar mitzuführen; damit lässt sich problemlos bezahlen, sollten andere Zahlungsoptionen nicht möglich sein. In den touristisch erschlossenen Gebieten funktioniert die Kreditkartenzahlung meist problemlos. 1 Euro entspricht ca. 875 chilenischen Pesos und 115 argentinischen Pesos (Stand 06/2021). Benzin ist günstiger als in Deutschland. Tipp: Offline-Karten über Google Maps zu Hause auf das Handy oder Tablet downloaden. Außerdem jeweils eine SIM-Karte für Chile und Argentinien mit Datenlimit von 5 GB für die Navigation und Notfalltelefonate mitführen.

Einkaufen/Verständigung: Englisch spricht kaum jemand. Spanischgrundkenntnisse sind sehr nützlich. Pflicht: eine gute Übersetzer-App und die nötigsten Begriffe parat haben. In den Städten gibt es Einkaufszentren, außerhalb sind die Supermärkte eher klein und nicht mit allem ausgestattet. Wichtig: Über die Grenze dürfen keine tierischen Produkte und kein frisches Obst, Gemüse oder unverpackte Lebensmittel mitgeführt werden.

Beste Reisezeit: Da Chile und Argentinien auf der Südhalbkugel liegen, bieten sich die Wintermonate an, da dann dort Sommer ist. Reisezeit für bestes Wetter (abhängig vom Reiseziel): November–Februar.

Infos/Reiseführer/Veranstalter: Reiseführer und faltbare Karte von "Reise Know-How". Tipp: Flug sowie erste und letzte Übernachtung über Reisebüro buchen, denn dann gilt das Reisebüro als Veranstalter.

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Wir begleiten Sabine und Hans auf ihrer Weltreise im Campingbus.

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