Camping bleibt beliebt wie nie. Die Reiselust der Deutschen ist ungebrochen – und das gilt ganz besonders für Ferien im eigenen Land. Der Sommer 2025 bringt neue Dynamik ins Camping-Ranking der Bundesländer. Denn: Während ein langjähriger Spitzenreiter erstmals verliert, holen andere Regionen kräftig auf. Vor allem Norddeutschland und der Westen gewinnen an Fahrt. Der Trend zeigt: Campende suchen Nähe zur Küste, kurze Wege und frische Ideen.
Rekord-Sommer 2025: 18,7 Millionen Campingübernachtungen
Mit 18,7 Millionen Übernachtungen im Juli und August knackt die Branche erneut einen Rekord. Das Plus von 0,85 Prozent wirkt auf den ersten Blick klein – doch es zeigt: Camping hat sich auf hohem Niveau stabilisiert.
Nicht nur inländische Gäste buchten Campingplätze (+0,58 %). Auch internationale Camper kamen zahlreicher: Der Auslandsanteil stieg um satte 2,81 Prozent.
Bayern schwächelt – der Norden holt auf
Der beliebte Freistaat Bayern bleibt zwar mit 3,4 Millionen Übernachtungen an der Spitze – doch zum ersten Mal seit Jahren gehen die Zahlen dort zurück: –3,86 %.

Das Ranking der Campingübernachtungen.
Gleichzeitig zeigt sich: Schleswig-Holstein und Niedersachsen holen massiv auf. Schleswig-Holstein landet mit 2,55 Millionen Übernachtungen auf Platz 3 – plus 2,03 Prozent. Niedersachsen folgt dicht dahinter mit 2,54 Millionen und einem kräftigen Wachstum von 4,6 Prozent.

Campingidylle pur: Der Wohnmobilhafen am Stadtsee Rendsburg bietet Stellplätze zu einem Preis von 26 EUR sowohl in der Haupt- als auch in der Nebensaison.
Warum der Norden punktet: Die Lage zwischen Nord- und Ostsee, frische Brise statt Hitzestau, kurze Wege aus Hamburg, Hannover oder dem Ruhrgebiet – das gefällt Familien, Radurlaubern und Freiheitsfans. Viele Plätze bieten direkten Zugang zum Meer, Wattenmeer oder gut ausgebauten Radwegenetzen.
Dazu kommen moderne Stellplätze mit allem Komfort – oft mit Meerblick.
Camping-Trend im Westen: NRW, Saarland und Hamburg holen auf
Noch rasanter wächst der Campingmarkt im Westen: Nordrhein-Westfalen verzeichnet mit +13,29 % den größten Zuwachs unter den Flächenländern – über 1 Million Übernachtungen bedeuten Platz 7 im Ranking. Auch das Saarland überrascht mit +13,24 %, obwohl es auf Platz 13 bleibt. Und sogar Hamburg legt um über 12 Prozent zu.
Was zieht Camper in den Westen? Kurze Wochenendtrips, neue urbane Stellplätze und eine gute Infrastruktur. Besonders rund um den Rhein, an der Mosel oder in der Nähe kultureller Events entstehen neue Mini-Campingparks oder Stellplätze in Innenstadtnähe. Hamburg als Camping-Ziel profitiert einerseits von der Nähe zu Nord- und Ostsee und andererseits von zahlreichen Top-gerankten Wohnmobil-Stellplätzen.

Urban angebunden und trotzdem mitten im Grünen: Der Wohnmobilhafen Elbepark Bunthaus in Hamburg
Berlin verliert deutlich – Bremen bleibt Schlusslicht
Nicht alle profitieren vom Boom. Berlin verzeichnet mit –16,84 % den stärksten Rückgang aller Bundesländer – nur 45.334 Übernachtungen. Auch Bremen bleibt mit 38.060 Übernachtungen das Schlusslicht im Ranking. Dabei gibt es auch hier Naturcampingplätze am Wasser, die stark frequentierte Wohnmobil-Oase in Berlin-Mitte und in Bremen den Wohnmobilstellplatz Bremer Schweiz und den seit Jahren beliebten Reisemobilstellplatz am Kuhhirten.
Was sind die Gründe, warum die Stadtstaaten bei den Campingübernachtungen nicht vorn liegen? Wenig geeignete Flächen, kaum neue Campingangebote und hoher Wettbewerbsdruck durch urbane Unterkünfte könnten Gründe dafür sein.












