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Wichtige Regeln auf dem Wohnmobil-Stellplatz

Stellplatz-Knigge für den guten Ton

Die Parzellierung ist mehr als eine Empfehlung. Foto: Uli regenscheit 6 Bilder

Freie Entfaltung kontra Rücksichtnahme: Wer sich an ein paar ungeschriebene Gesetze hält, macht auf dem Stellplatz alles richtig. Was das für „Gesetze“ sind, fasst promobil kurz und knapp zusammen.

29.11.2017 Anne Mandel

Warum ist das mobile Reisen so beliebt? Die Antwort auf diese Frage hat fast immer etwas mit Freiheit zu tun. Und tatsächlich gewährt der Urlaub im Reisemobil mehr Freiheiten als andere Urlaubsformen. Doch ganz ohne Regeln kommt man auch hier nicht aus, sonst erwachsen aus der persönlichen Entfaltung schnell Einschränkungen für die anderen. Doch immer wieder erreichen uns Leserfragen wie diese:

Darf man einen Platz für Freunde freihalten?

Auf einem Stellplatz, den wir regelmäßig aufsuchen, erleben wir immer häufiger, dass schon anwesende Gäste freie Stellflächen teils über mehrere Stunden für Freunde oder Bekannte reserviert halten. Ist das gesetzlich überhaupt erlaubt?

fragt promobil-Leser Michael Konzett

Im öffentlichen Straßenverkehr ist das Parkplatz-Reservieren mit der Vorschrift des Paragraphen 1 Abs. 2 StVO geregelt: „Wer am (Straßen)-Verkehr teilnimmt, hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.“

Wer ohne eine behördliche Genehmigung einen Parkplatz im öffentlichen Raum für sich oder einen Dritten wie auch immer reserviert, handelt also ordnungswidrig. Früher wurde das in der Rechtsprechung sogar als Nötigung zum Nachteil des Parkplatzsuchenden angesehen. Gegen dieses Blockieren darf man sich also zur Wehr setzen.

Parken und Übernachten: Am Straßenrand oder an der Autobahn Parken und Übernachten Darf man am Straßenrand übernachten?

Auf einem Wohnmobilstellplatz gilt diese Regel aber nur sehr bedingt, denn hier hat der Platzherr das Sagen. Der Stellplatzbetreiber darf einen Platz natürlich reservieren. Mit der promobil-App „Stellplatz-Radar“ kann man beispielsweise herausfinden, auf welchen Stellplätzen es möglich ist einen oder mehreren Plätze zu reservieren.

Das Blockieren eines noch nicht bezogenen Platzes durch schon anwesende Gäste ist aber nicht zulässig. Anders sieht das bei einem bereits bezogenen Stellplatz aus. Wer zu einer Fahrt zum Ver- und Entsorgen oder zu einer Tagestour aufbricht, darf den Stellplatz natürlich für sich freihalten. Die Platzaufsicht kann dann für die Sperrung des Platzes sorgen.

Regeln für ein gutes Miteinander

Eine Wagenbreite Abstand sollte man einhalten Foto: Uli regenscheit
Was tun, wenn's eng wird?

Gerade auf Stellplätzen, wo es mitunter auch mal eng werden kann, ist ein gepflegtes Miteinander besonders wichtig. Bei einer Online-Umfrage auf promobil.de wollten wir von unseren Lesern und teilweise sehr erfahrenen Reisemobilisten wissen, was auf dem Stellplatz am meisten stört. Die Antworten reichen von Lärmbelästigung bis zum falschen Entsorgen von Müll und Abwasser. Aus allen Antworten haben wir einen kleinen Stellplatz-Benimmführer gestrickt (siehe unten).

promobil Stellplatz-Knigge

Tun

  • Entsorgen Sie Müll in den dafür vorgesehenen Behältern
  • Leinen Sie Hunde an, und entsorgen Sie die Hinterlassenschaften
  • Verschließen Sie nach der Entsorgung den Ablasshahn, damit Sie keine Wasserspur hinter sich herziehen
  • Ein freundlicher Gruß in Richtung Stellplatznachbar gehört zum guten Ton

Lassen

  • Stellen Sie keine selbst gemachten Absperrungen auf
  • Beschallen Sie nicht den ganzen Platz
  • Nicht quer parken: Beachten Sie vorhandene Parkmarkierungen
  • Spülen Sie die WC-Kassette nicht am Frischwasserhahn aus
  • Entsorgen Sie den Toiletteninhalt nicht in einen Regenwassergulli
  • Parken Sie nicht übertrieben nah am nächsten Reisemobil: eine Fahrzeugbreite Abstand sollte sein
  • Vermeiden Sie lautes Türenschlagen oder -zuziehen, vor allem nachts

Die größten Aufreger auf dem Wohnmobil-Stellplatz

Ein besonders großes Ärgernis sind offenbar „Falschparker“, die ihr Reisemobil mangels freier Plätze in der Stellplatz-Auffahrt oder in zweiter Reihe abstellen. Unbeliebt sind auch jene Zeitgenossen, die trotz vorhandener Ausweichmöglichkeiten direkt neben einem anderen Reisemobil parken. So viel Nähe mag kaum jemand, eine Fahrzeugbreite Abstand ist wünschenswert, wenn es die örtlichen Gegebenheiten erlauben, auch noch mehr. Sind auf dem Stellplatz Parkmarkierungen vorhanden, sollte man diese respektieren und nicht quer über zwei Plätze parken. Eine Selbstverständlichkeit? Könnte man meinen, aber der Alltag auf Stellplätzen belehrt eines Besseren.

Wer Müll liegen lässt, bringt alle Reisemobilisten in Misskredit. Foto: Uli regenscheit
Bitte nichts liegenlassen!

Die Entsorgung von Müll muss selbstverständlich in die dafür vorgesehenen Behälter und nicht hinter dem nächsten Busch geschehen. Mülltrennung bitte ebenfalls beachten. Dass der Inhalt von Toilettenkassette und Abwassertank in Entsorgungsstationen gehört, versteht sich von selbst – und dennoch erreichen die Redaktion immer wieder Briefe von Lesern, die anderes beobachten mussten. Ein sicherer Weg, um sich den Ärger der Stellplatznachbarn zuziehen, ist es auch, zum Spülen der Kassette den Frischwasserschlauch der Versorgungsstation zu benutzen. Das ist nicht nur extrem unhygienisch, sondern auch eine Zumutung für alle, die hier unbedenkliches Trinkwasser zapfen wollen. Das Trinkwasser ist im Übrigen auch nicht dazu da, das Mobil zu waschen.

Wer mit Hunden reist, sollte sie auf Stellplätzen nicht unbeaufsichtigt herumtollen lassen, sondern nur an der Leine ausführen und ihre Hinterlassenschaften entsorgen. Das Abstecken eines privaten Bereichs als Zwingerersatz oder um sich selbst auszubreiten stößt auch auf wenig Gegenliebe und bedient auch noch das Klischee vom Hotelgast, der mit dem Handtuch die Sonnenliegen reserviert.

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Fernsehen gehört für viele Reisemobilisten dazu – über eine platzweite Beschallung freuen sich indes die wenigsten. Zimmerlautstärke und wenn nötig geschlossene Fenster schaffen Abhilfe. Lärm lässt sich auch an anderer Stelle verhindern, indem zum Beispiel nachts Türen nicht beherzt zugeknallt, sondern behutsam geschlossen werden. Das gilt nicht nur für die Schiebetüren an Campingbussen, sondern für alle Türarten. Ob nun Lärm, Entsorgung oder Parken: Konfliktpotenzial gibt es immer – wenn jedoch jeder ein bisschen Rücksicht walten lässt und sich so verhält, wie er es auch vom Stellplatznachbarn erwartet, kann nicht mehr viel schiefgehen.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
promobil Heft 04/2016
Heft 04 / 2016 9. März 2016 Heftinhalt anzeigen Artikel einzeln kaufen
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