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Regeln für den Wohnmobil-Stellplatz

So verhalten sich Reisemobilisten richtig

Stellplatz Knigge Foto: Andreas Becker, Archiv 17 Bilder

Freie Entfaltung kontra Rücksichtnahme: Wer sich an ein paar ungeschriebene Gesetze hält, macht auf dem Stellplatz alles richtig. Was das für „Gesetze“ sind, fasst promobil kurz und knapp zusammen.

Warum ist das mobile Reisen so beliebt? Die Antwort auf diese Frage hat fast immer etwas mit Freiheit zu tun. Und tatsächlich gewährt der Urlaub im Reisemobil mehr Freiheiten als andere Urlaubsformen. Doch ganz ohne Regeln kommt man auch hier nicht aus, sonst erwachsen aus der persönlichen Entfaltung schnell Einschränkungen für die anderen.

11 goldene Regeln für den Stellplatz

Gerade auf Stellplätzen, wo es mitunter auch mal eng werden kann, ist ein gepflegtes Miteinander besonders wichtig. Bei einer Online-Umfrage auf promobil.de und in einer Diskussion im promobil-Forum wollten wir von unseren Lesern und teilweise sehr erfahrenen Reisemobilisten wissen, was auf dem Stellplatz am meisten stört. Die Antworten reichen von Lärmbelästigung bis zum falschen Entsorgen von Müll und Abwasser. Aus allen Antworten haben wir einen kleinen Stellplatz-Benimmführer gestrickt:

Tun

  • Entsorgen Sie Müll in den dafür vorgesehenen Behältern
  • Leinen Sie Hunde an, und entsorgen Sie die Hinterlassenschaften
  • Verschließen Sie nach der Entsorgung den Ablasshahn, damit Sie keine Wasserspur hinter sich herziehen
  • Ein freundlicher Gruß in Richtung Stellplatznachbar gehört zum guten Ton

Lassen

  • Stellen Sie keine selbst gemachten Absperrungen auf
  • Beschallen Sie nicht den ganzen Platz
  • Nicht quer parken: Beachten Sie vorhandene Parkmarkierungen
  • Spülen Sie die WC-Kassette nicht am Frischwasserhahn aus
  • Entsorgen Sie den Toiletteninhalt nicht in einen Regenwassergulli
  • Parken Sie nicht übertrieben nah am nächsten Reisemobil: eine Fahrzeugbreite Abstand sollte sein
  • Vermeiden Sie lautes Türenschlagen oder -zuziehen, vor allem nachts

Ein Reiseverbot für Rentner am Wochenende, verpflichtende Benimmkurse für Reisemobilisten, eine Begrenzung der Hundezahl pro Reisemobil und Stellplatz – runzeln Sie auch gerade die Stirn? Was sich wie der Wunschzettel einer ziemlich spaßbefreiten Person liest, sind Vorschläge zur „Verbesserung“ der Situation auf Stellplätzen, die die Redaktion tatsächlich in Form von Leserbriefen erreichen. Einen „Stellplatz-Knigge“ mit wirklich guten Verhaltensvorschlägen unserer Leser finden Sie hier:

promobil Stellplatz-Knigge
15 Regeln für Wohnmobilisten

promobil-Umfrage: Wohin geht die Tendenz?

Schon bei der Vielzahl an Online-Kommentaren und Zuschriften zum Thema „Verhalten auf dem Stellplatz“ wird klar: Es sind nicht nur Schauergeschichten, die die Redaktion erreichen, sondern auch einige durchweg positive Erfahrungen mit den Stellplatznachbarn. Dass sich Lob und Tadel nicht die Waage halten, mag wohl auch daran liegen, dass viele Menschen grundsätzlich erst dann zum Stift respektive der Tastatur greifen, wenn sie sich über etwas ärgern. Positive Erlebnisse nimmt man hingegen oft einfach hin.

Stellplatz Knigge Foto: Andreas Becker, Archiv
Wird's besser, wird's schlimmer...?

Das Verhalten und das Miteinander auf Stellplätzen ist ein Thema, das offenbar viele promobil-Leser umtreibt. Das zeigt neben den Leserbriefzuschriften nicht zuletzt auch die äußerst rege Beteiligung an einer von der Redaktion gestarteten Stellplatz-Knigge-Umfrage auf promobil.de: Innerhalb weniger Tage hat die Teilnehmerzahl den vierstelligen Bereich erreicht. Was wir wissen wollten: Wie bewerten die Reisemobilfahrer das Miteinander auf Stellplätzen und die Entwicklung desselben in den letzten Jahren. Und wie schätzen sich die Reisemobilisten selbst ein? Gut zwei Drittel aller Umfrageteilnehmer denken von sich selbst, dass sie sich stets korrekt verhalten, und ein knappes Drittel räumt ein, auch mal ein Auge zuzudrücken. Kaum verwunderlich: So gut wie niemand wollte sich zu der Aussage hinreißen lassen, sich im Urlaub total danebenzubenehmen.

Obwohl sich der Großteil also selbst gutes Betragen attestiert, weicht die Wahrnehmung des Verhaltens der anderen davon ab: Über die Hälfte der Teilnehmer (52 Prozent) sind der Meinung, dass der Umgang auf Stellplätzen in den letzten Jahren schlechter geworden ist. Detlef Koch kommentiert das bei Facebook folgendermaßen: „Die Wohnmobilfahrer grüßen zwar, wenn man sich entgegenkommt, aber auf dem Platz ist fast jeder für sich, schon traurig.“ 41 Prozent finden, dass der Umgang gleich geblieben ist, nur sieben Prozent sind der Meinung, dass er sich gebessert habe. Dennoch: Nach der Beurteilung des Status quo gefragt, sind satte 83 Prozent der Befragten der Ansicht, dass das Miteinander auf Stellplätzen gut oder befriedigend ist.

Die größten Aufreger auf dem Wohnmobil-Stellplatz

Woran sich Reisemobilisten stören, haben wir auch abgefragt. Auf Platz eins landet dabei die Aussage „Andere parken zu dicht neben meinem Wohnmobil“. Sogenannte Kuschelcamper sind auf Stellplätzen nicht wohl gelitten, vor allem dann nicht, wenn es noch genügend Platz gibt, um sich zu verteilen.

Eine Wagenbreite Abstand sollte man einhalten Foto: Uli regenscheit
Was tun, wenn's eng wird?

Ein Leser schreibt dazu im promobil-Forum: „Wenn es möglich ist, halte ich Abstand von anderen Wohnmobilen, das erwarte ich auch von Kollegen, besonders wenn der Platz nur gering belegt ist.“ Abstand halten geht also vor, platzsparendes Parken ist in den Augen der meisten Reisemobilisten nur dann in Ordnung, wenn der Stellplatz sehr voll und keine Parzellierung vorhanden ist. Kuschelcamper regen auch einen weiteren promobil-Leser auf, der uns ein Foto zukommen ließ. Er schreibt dazu: „Wie kann man einem Nachbarn so auf die Pelle rücken, obwohl etliche Stellplätze noch frei sind? Zum Verständnis: Das kleine Wohnmobil (rechts, die Red.) war zuerst da. Man muss nicht erwähnen, dass jeder, der dort vorbeiging, den Kopf geschüttelt hat.“

Zurückgelassener Müll landet auf Platz zwei der Ärgernisse. Zu Recht: Seinen Dreck nicht wegzuräumen, ihn womöglich sogar in den Büschen zu entsorgen, zeugt nicht von guter Kinderstube und wirft ein schlechtes Licht auf alle Reisemobilisten. Man darf sich nicht wundern, wenn Kommunen Stellplätze schließen, die zu illegalen Müllkippen zu verkommen drohen. Jeder Reisemobilfahrer sollte sich seiner Verantwortung bewusst sein und durch sein Verhalten dazu beitragen, dass die Camper-Gemeinde nicht in Verruf gerät.

Das unsachgemäße Entsorgen von Grauwasser und des Inhalts der Kassettentoilette gehört zur selben Kategorie. Für beides gibt es ausgewiesene Entsorgungspunkte und man kann sich nur wundern, dass diese Information bis heute offenbar nicht bei jedem angekommen ist. Immer wieder schreiben uns Leser, die mit ansehen mussten, wie jemand aus Bequemlichkeit, Zeitnot oder schlichtweg Unwissenheit sein Abwasser auf der Parzelle ablaufen lässt oder die Toilettenkassette in den Gulli kippt und sie anschließend auch noch mit dem Frischwasserschlauch auswäscht.

Camping Knigge Foto: Andreas Becker, Archiv
So besser nicht...

Im promobil-Forum schildert ein Leser folgende Episode: „Vor zwei Wochen standen wir für eine Nacht auf dem Stellplatz Blauwiese in Lindau. V+E kostet 50 Cent, Grauwasser kann in einen frei zugänglichen Ablauf abgelassen werden. Ein Mobilist hatte offensichtlich keine 50 Cent mehr übrig. Er kippte den Inhalt seines Fäkalkoffers in den Grauwasserablauf. Es fiel nicht alles durch den Bodenrost – interessierte ihn jedoch nicht.“

Weniger unappetitlich, aber dennoch voller Zündstoff ist Punkt drei auf der Liste: Die Platzierung auf dem Stellplatz. „Andere breiten sich zu sehr aus“, gefolgt von „Andere Gäste halten Stellplätze frei“ (siehe Gretchenfrage). Letzteres musste beispielsweise promobil-Leser Stephan Koob erleben, was er in einem Leserbrief schildert: Auf dem ansonsten voll belegten Stellplatz in Bad Waldsee war eine Parzelle mit zwei Auffahrkeilen blockiert. Laut Stellplatznachbar war der Platz aber frei. Also ließ sich der promobil-Leser dort nieder – sehr zum Missfallen zweier anderer Stellplatzgäste, die diesen Platz offenbar für ein später am Tag anreisendes Fahrzeug freigehalten hatten.

Diese Erfahrung ist kein Einzelfall, die „Rechtslage“ hingegen eindeutig. Ein Stellplatz ist nun mal kein Pool, an dem man Liegen mit Handtüchern reservieren kann. Nur wenn der Stellplatzbetreiber eine Reservierungsmöglichkeit anbietet, ist es legitim – andernfalls einfach ein Zeichen schlechten Stils und zudem noch unfair denen gegenüber, die auch einen freien Platz suchen.

Aus Rücksicht auf die Nachbarn sollte man Hunde nicht frei laufen lassen. Foto: Uli regenscheit
So ist's richtig: Bitte Hunde anleinen!

Platz fünf der Ärgernisse belegen frei laufende Hunde, obgleich sich bei diesem Thema die Geister erfahrungsgemäß scheiden. Während die Fraktion der Hundeliebhaber großzügig über Streuner hinwegsehen kann, fühlen sich die weniger Hunde-affinen Reisemobilisten gestört. Bellen die Vierbeiner dann noch oder hinterlassen gar Tretminen, die die Besitzer nicht wegräumen, wird der Graben zwischen den Parteien noch tiefer. Gegenseitige Rücksichtnahme ist hier gefordert. Für Hundebesitzer sollte es selbstverständlich sein, die Hinterlassenschaften ihrer Tiere zu entsorgen und sie auf dem Stellplatz angeleint zu lassen. Im Gegenzug können aber auch die hundefrei Reisenden etwas Großmut beweisen und über gelegentliches Bellen hinwegsehen.

In ihrer Nachtruhe gestört fühlen sich einige Umfrageteilnehmer aber nicht nur von zugeschlagenen Aufbautüren, sondern auch von spät Ankommenden, die dann laut und langwierig einparken. Ein von promobil veröffentlichter Leserbrief, dessen Verfasser der Meinung ist, jeder könne seine Touren so planen, dass er spätestens um 18 Uhr am Stellplatz ankommt, löste eine Welle von Briefen mit der gegenteiligen Meinung aus.

Der Fernseher gehört für viele Reisemobilisten einfach mit dazu. Worüber sich aber doch einige Umfrageteilnehmer ärgern, ist die platzweite Beschallung mit einem laut eingestellten TV-Programm oder einer aufgedrehten Stereoanlage. Auch lautes Türenschlagen, vor allem in den Abend- und Nachtstunden, stößt auf wenig Gegenliebe. Einen schlechten Ruf haben diesbezüglich Besitzer von Kastenwagen – das saftige „Ratschbumm“ der Schiebetür bringt so manchen Reisemobilisten auf die Palme.

Auch im promobil-Forum wurde dieses Thema heiß diskutiert. Während die einen auf ihr Recht einer ungestörten Nachtruhe pochten, teilen auch viele die Meinung von einem promobil-User. Dieser schreibt: „Wer einen Stellplatz frequentiert, auf dem noch Plätze frei sind, muss damit rechnen, dass auch nachts noch angereist und rangiert wird. Meiner Meinung nach ist diese höhere ‚Platzaktivität‘ im Wesen des Stellplatzes angelegt. Wer das nicht will, muss auf einem Campingplatz buchen und sich an die dortigen Ein- und Auscheckzeiten halten.“

Gretchenfrage: Platz freihalten

Darf man einen Platz für Freunde freihalten?

Auf einem Stellplatz, den wir regelmäßig aufsuchen, erleben wir immer häufiger, dass schon anwesende Gäste freie Stellflächen teils über mehrere Stunden für Freunde oder Bekannte reserviert halten. Ist das gesetzlich überhaupt erlaubt?

fragt promobil-Leser Michael Konzett

Die Parzellierung ist mehr als eine Empfehlung. Foto: Uli regenscheit
Ist es okay, für Freunde einen Platz so zu blockieren?

Im öffentlichen Straßenverkehr ist das Parkplatz-Reservieren mit der Vorschrift des Paragraphen 1 Abs. 2 StVO geregelt: „Wer am (Straßen)-Verkehr teilnimmt, hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.“

Wer ohne eine behördliche Genehmigung einen Parkplatz im öffentlichen Raum für sich oder einen Dritten wie auch immer reserviert, handelt also ordnungswidrig. Früher wurde das in der Rechtsprechung sogar als Nötigung zum Nachteil des Parkplatzsuchenden angesehen. Gegen dieses Blockieren darf man sich also zur Wehr setzen.

Auf einem Wohnmobilstellplatz gilt diese Regel aber nur sehr bedingt, denn hier hat der Platzherr das Sagen. Der Stellplatzbetreiber darf einen Platz natürlich reservieren. Mit der promobil-App „Stellplatz-Radar“ kann man beispielsweise herausfinden, auf welchen Stellplätzen es möglich ist einen oder mehreren Plätze zu reservieren.

Das Blockieren eines noch nicht bezogenen Platzes durch schon anwesende Gäste ist aber nicht zulässig. Anders sieht das bei einem bereits bezogenen Stellplatz aus. Wer zu einer Fahrt zum Ver- und Entsorgen oder zu einer Tagestour aufbricht, darf den Stellplatz natürlich für sich freihalten. Die Platzaufsicht kann dann für die Sperrung des Platzes sorgen.

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Positive Erlebnisse gibt’s zum Glück auch noch

Neben kleineren Reibereien hält der Stellplatz aber auch viel Potenzial für positive Erlebnisse bereit. Dieser Meinung ist auch eine Leserin auf Facebook: „Wir haben bisher nur gute Erfahrungen gemacht – nette Menschen, mit denen man ins Gespräch kommt, und alte Hasen, die uns Anfänger lieb belächeln.“

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Ähnliches berichtet auch ein anderer User im promobil-Forum: „Wir standen letztens auf dem gut besuchten Stellplatz in Salzhaff, es war unsere erste größere Reise mit dem Wohnmobil. Während eines Ausflugs mit den Rädern wurden wir von einem Unwetter überrascht, an unserem Wohnmobil waren alle Fenster offen und die Campingmöbel standen draußen. Als wir klatschnass zurückkamen, fing uns der Fahrer des neben uns stehenden Concordes ab. Er hatte alle Fenster mit Panzertape gesichert und die Möbel unter das Fahrzeug gelegt! Besonders freue ich mich, dass ich schon bei der ersten größeren Reise was Positives berichten kann.“

Und eine weitere Leserin schreibt an gleicher Stelle: „Ich habe ja noch nicht viel Erfahrung mit Stell- und Campingplätzen – wir sind erst seit rund vier Wochen mit dem Wohnmobil unterwegs –, habe aber noch nicht eine schlechte Erfahrung mit den Stellplatznachbarn gehabt. Das genaue Gegenteil war der Fall: Alle waren freundlich und hilfsbereit, wir hatten gute Gespräche. Wat will man mehr?“

Fazit

Das Miteinander auf Stellplätzen hält einigen Zündstoff bereit. Von wirklich unnötigen Dingen wie zurückgelassenem Müll oder absichtlich falscher Entsorgung einmal abgesehen, lässt sich vieles aber mit ein bisschen gutem Willen und Toleranz dem Stellplatznachbarn gegenüber aus der Welt schaffen.

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