Original gegen Kopie: Günstiger Lidl-Campingofen im Vergleich zum Klassiker von Omnia

Was taugt Camping-Zubehör vom Discounter?
Omnia-Konkurrent von Lidl im Test

ArtikeldatumVeröffentlicht am 29.04.2026
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Das Campingbackofen-Set der Lidl-Hausmarke Crivit erinnert vom Aufbau her stark an den bekannten Omnia-Backofen. Das Prinzip ist dasselbe: Die Kochflamme erhitzt die Form von unten und gleichzeitig steigt die Hitze vom Brenner durch das Loch in Unterschale und Ringform nach oben. Dort staut sie sich unter dem Deckel und verteilt sich über das Gargut.

So lassen sich auf dem Gaskocher im Wohnmobil Brötchen aufbacken, Aufläufe zaubern und Kuchen backen. Das Basisset von Marktführer Omnia kostet knapp 35 Euro. Den Lidl-Campingbackofen gibt es für ca. 15 Euro. Im Angebot sogar unter 10 Euro.

Dafür bekommt man bei Lidl eine Edelstahl-Bodenschale, eine Stahl-Backform und einen Deckel. Ebenfalls dabei: eine Silikonbackform und ein Edelstahl-Ofengitter. Diese beiden Komponenten kosten für den Omnia z.B. bei Fritz Berger noch einmal 17 Euro bzw. 12 Euro extra. Das Kostenpendel schlägt hier also deutlich Richtung Discounter aus.

Lidl vs. Omnia: Verarbeitung und Details im Check

Die Lidl-Formen sind ordentlich verarbeitet. Der Deckel passt sauber auf die Backform. Der Rand der Bodenschale ist etwas scharfkantig und die Backform sitzt darin nicht ganz so straff, wie es sein sollte.

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Dominic Vierneisel

Ebenfalls auffallend: Die Backform hat zwei seitliche Metall-Henkel; die hat die Omnia-Schale nicht, allerdings dürften sie nach einer Weile auf dem Herd ziemlich heiß werden. Das werden wir noch ausprobieren.

Das ganze Crivit-Kit wiegt knapp 1,3 kg. Das ist knapp doppelt so viel wie ein Omnia, der aus Aluminium besteht – geschenkt.

Im Durchmesser misst die Backform 25 cm, exakt so viel wie das Original von Omnia, und in der Höhe 6,5 cm, ein halber Zentimeter weniger als die 2-L-Version des Omnia. Das Volumen der Crivit-Form beträgt allerdings ebenfalls exakt zwei Liter. Auf jeden Fall sind beide Öfen klein genug, um auch auf kleineren Kochern in Reisemobil oder Campingbus Platz zu finden.

Lidl-Praxistest 1: Brötchen zum Frühstück

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Dominic Vierneisel

Also ans Werk. Erste Disziplin: Brötchen aufbacken. Backform in die Bodenschale und Aufbackgitter einlegen. Beim Einlegen der Aufbackbrötchen (aus der Packung) in die Form stellt sich heraus: Längliche Baguettebrötchen würden besser passen als quadratische. Für vier bis sechs reicht die Form aus. Deckel drauf und den Kocher auf halber Flamme laufen lassen.

Nach fünf Minuten wenden wir die Brötchen erstmals und damit etwas zu spät: Wo die breiten Teiglinge direkt an der heißen Form anliegen, sind sie schon etwas dunkel geworden. Also während des Backens unbedingt mehrfach wenden. Nach 15 Minuten sind die Brötchen außen schön knusprig und auch innen durchgebacken. Erstmal frühstücken.

Was ebenfalls auffällt: Wie erwartet sind die Metallgriffe der Backform richtig heiß. Der Kunststoffknubbel am Deckel hat ebenfalls Temperatur, kann aber noch ohne Topflappen abgenommen werden.

Lidl-Praxistest 2: Herzhafter Nudelauflauf zu Mittag

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Dominic Vierneisel

Wir probieren zum Mittagessen ein Gratingericht aus der Bedienungsanleitung. Was sich herausstellt: Der Campingbackofen ersetzt nicht weitere Töpfe. Die Nudeln werden separat in einem Topf gekocht (halbe Garzeit wie angegeben) und abgegossen, Zwiebeln, Speck, Kochschinken und Knoblauch in einer Extrapfanne angebraten und anschließend mit Sahne und etwas Kochwasser nochmal aufgekocht.

Zur Vereinfachung mischen wir die vorgegarten Zutaten mit einer ordentlichen Prise Muskat im Nudeltopf und geben es dann erst in die gefettete Backform. Darüber verteilen wir den geriebenen Käse. Backform auf die Bodenschale, Deckel drauf und alles zusammen auf die Flamme.

Schnell brutzelt es in der Form. Der Kamineffekt funktioniert. Die Hitze steigt in der Mitte nach oben und lässt den Käse schön zerlaufen. Nach 10 Minuten treffen wir die Entscheidung: Fertig. Wer’s knuspriger mag, lässt das Gratin etwas länger auf dem Herd. Der Geschmack ist ausgezeichnet.

Natürlich sind die Griffe der Form direkt nach dem Garvorgang knallheiß. Allerdings kühlen sowohl sie als auch die Bodenschale schnell wieder ab. Daher kann man diese schnell wieder aufräumen. Spülen lässt sich die Backform dank der Beschichtung übrigens sehr einfach und schnell. Gratin mit dem Camping-Backofen? Klappt 1A.

Lidl vs. Omnia: Anleitung, Pflege und Rezeptideen

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Dominic Vierneisel

Dem Lidl-Set liegt eine Gebrauchsanweisung dabei, die die Funktionsweise des Campingbackofens beschreibt. Es wird ebenfalls darauf hingewiesen, dass die Backform nicht spülmaschinenfest ist.

Achten sollte man zudem darauf, die Beschichtung der Backform nicht zu beschädigen, etwa mit spitzen oder scharfen Gegenständen: Also auch nicht mit einem Metalllöffel darin herumrühren oder schöpfen.

In diesem Punkt ist die unbehandelte Aluminium-Schale des Omnia-Kocher natürlich pflegeleichter. Reinigen sollte man aber auch diese nicht in der Spülmaschine, weil das Alu sonst unschön anläuft.

In der Anleitung sind auch drei Rezepte abgedruckt, die eine Orientierung geben, was mit dem Ofen zubereitet werden kann und wofür die Einzelteile jeweils zum Einsatz kommen.

  1. Ein Apfelkuchen: dafür braucht man die Silikon-Backform.
  2. Ein Nudelgratin: kommt direkt in die Stahl-Backform.
  3. Und Chicken-Wings: wir haben darauf verzichtet, das auszuprobieren. Die bereiten wir – auch wegen des Geruchs – lieber auf dem Grill vorm Mobil oder in der Heißluftfritteuse zu.

Lidl vs. Omnia: Vorteile & Nachteile der Campingbackofen-Kopie von Lidl

 Preis: Deutlich günstiger. Kostet mit ca. 15 Euro (im Angebot unter 10 Euro) weniger als die Hälfte des Omnia-Originals (ca. 35 Euro).

 Lieferumfang: Enthält Zubehör, das beim Omnia extra gekauft werden muss. Eine Silikonbackform und ein Edelstahl-Ofengitter sind bereits im Set enthalten.

 Einfache Reinigung: Die Backform hat eine Beschichtung, wodurch sie sich sehr einfach und schnell spülen lässt.

 Zusätzliche Ausstattung: Eine Gebrauchsanweisung mit drei Beispielrezepten liegt bei.

 Gewicht: Mit knapp 1,3 kg ist das Set fast doppelt so schwer wie der Omnia-Ofen aus Aluminium.

  Verarbeitungsdetails: Der Rand der Bodenschale ist etwas scharfkantig und die Backform sitzt nicht ganz straff darin.

 Heiße Griffe: Die seitlichen Metall-Henkel an der Backform werden während des Betriebs sehr heiß.

 Empfindliche Beschichtung: Die Beschichtung der Backform darf nicht mit scharfen oder spitzen Gegenständen in Berührung kommen, was sie in der Handhabung empfindlicher macht als das unbehandelte Aluminium des Omnia.

Unterschiede des Lidl Crivit Campingbackofen zum Omnia

  • Material: Das Lidl-Modell besteht aus einer Edelstahl-Bodenschale und einer Stahl-Backform, während der Omnia aus Aluminium gefertigt ist.
  • Design: Die Crivit-Backform besitzt zwei seitliche Metall-Henkel, die dem Omnia-Original fehlen.
  • Funktionsprinzip: Beide Öfen funktionieren nach exakt demselben Prinzip (Umlufthitze durch ein zentrales Loch).
  • Maße: Beide haben denselben Durchmesser (25 cm) und dasselbe Volumen (2 Liter). Die Lidl-Form ist mit 6,5 cm einen halben Zentimeter niedriger.
  • Spülmaschineneignung: Beide Modelle sind nicht für die Spülmaschine geeignet.
  • Hier bei Lidl bestellen.

Fazit