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Interview mit Reimo-Geschäftsführer Felix Holona

Interview mit Reimo-Geschäftsführer Felix Holona „Camping war das Leben meines Vaters“

Reimo hat das Camping und vor allem die Kultur des ausgebauten Campingbusses in Deutschland früh stark geprägt. Allen voran ihr Gründer, Günter Holona. Und das über 40 Jahre. Ein Interview mit seinem Sohn Felix Holona.

2019 war das erfolgreichste Jahr in der Unternehmensgeschichte. Dann kam Corona, und mittendrin stirbt Ihr Vater. Was hat das bei Ihnen und in der Firma ausgelöst?

Es war ein großer Schock für uns alle, es hatte niemand damit gerechnet. Wir haben unsere Mitarbeiter vor allen anderen informiert, um auch den Kollegen Zeit zu geben, damit umzugehen. Die Trauer war bei uns allen sehr groß. Der Tod meines Vaters hat in der Belegschaft zu einem extremen Zusammenhalt geführt. Wir sind als Reimo-Familie noch enger zusammengewachsen. Auch die Anteilnahme von Marktbegleitern, Kunden und Lieferanten war enorm.

Ihr Vater hat vor allem anfangs viele Menschen in Sachen Camping, Campingbusse und Selbstausbau geprägt. Wie war sein Verhältnis zu den Kunden und zum Camping in den Jahren des großen Erfolgs?

Sehr eng. Meine Eltern waren bis zuletzt jeden Sommer mit dem Wohnmobil im Urlaub. Camping und die Produkte dafür waren das Leben meines Vaters. Auch in den letzten Jahren war er mit Adria-Prototypen unterwegs, deren Importeur wir ja sind, und hat sich intensiv mit den Fahrzeugen beschäftigt und an deren Entwicklung mitgearbeitet. Camping hat ihm bis zuletzt große Freude bereitet, wie auch der Besuch der Messen auf der ganzen Welt, um immer neue Eindrücke zu sammeln.

Wie haben Sie als Kind die Firma und die Freizeitbranche wahrgenommen?

Ich habe wahrgenommen, dass meine Eltern als Selbstständige viel gearbeitet haben. Dass es um Freizeitprodukte ging, hat keine Rolle gespielt. Der Umgang damit ist ja ein professioneller, der Kunde macht damit Urlaub, will aber dennoch ein hochwertiges Produkt mit einem guten Service kaufen. Aber der Geruch nach Holzspänen aus unserer Schreinerei ist bis heute eine intensive Kindheitserinnerung, wie auch die Kleber aus der Dachproduktion. Heute riecht es da aber zum Glück deutlich besser.

Camping ist schon seit frühester Kindheit meine bevorzugte Art des Urlaubs. Schon als Kind lag ich während der Fahrt in Decken und Kissen gehüllt hinten im VW-Bus, später dann im Alkoven, was natürlich jedes Kind liebt. Heute habe ich die Liebe zum Camping an meine Söhne weitergegeben, die den Urlaub mit Bus oder Wohnwagen nie gegen ein Hotel tauschen wollten.

Sie sind seit 2009 offiziell in der Firma und nun Teil der Geschäftsführung. War es für Sie immer klar, bei Reimo zu arbeiten?

Nicht immer, aber früh. Mein Vater hat mir ganz offen die Wahl gelassen. Als es klar wurde, haben mein Vater und ich darüber gesprochen, wie mein Einstieg stattfinden soll, und einen Plan aufgestellt. Ich sollte gut vorbereitet in die Firma kommen und mich hier dann gezielt weiterentwickeln. Dennoch gab es nie eine Garantie, dass ich sein Nachfolger werden würde, dies hing für ihn immer von Leistung und Fleiß ab, nicht von Abstammung.

Was ist für Sie am Camping im Jahre 2020 im Vergleich zu vor 40 Jahren, als die Firma gegründet wurde, anders?

Der Komfortgrad ist viel größer, wie auch die Wahlfreiheit. Früher gab es einfache Plätze, und Camping hatte oft ein schlechtes Image. Heute wählen Sie bewusster, ob Sie im Caddy auf der Wiese campen wollen oder im Integrierten auf einem Luxus-Platz mit Spa. So findet heute jeder die Art des Campingurlaubs, die er sich wünscht.

Sie kennen die Firma, sind der Sohn des Gründers, sind nun in der Geschäftsführung. Wo und wie werden Kunden merken, dass die nächste Generation bei Reimo dran ist?

Ich glaube nicht, dass man das in nächster Zeit merken wird. Die Ziele der Firma sind innerhalb der Geschäftsführung schon lange abgesprochen. Auch mein Vater und ich waren uns über die Zukunft einig. Darüber hinaus ist mit Kurt Manowski, meiner Mutter und Ralf Hoffmann, unserem Entwicklungsleiter, ja auch der Rest des Führungsteams gleich geblieben. Es gab auch früher nichts, was ich mit meinem Vater nicht umsetzen konnte, weil er es nicht wollte. Guten Ideen gegenüber war er stets aufgeschlossen und war meist selbst der größte Treiber von Veränderungen bei uns.