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Carthago Chic Andreas Becker
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Carthago Chic 8 Bilder

Gebraucht-Check Carthago Chic I/T (ab 2006)

Umfrageergebnis zum Carthago ab Baujahr 2006 Wie gut ist der alte Chic?

Mit der Baureihe Chic gelang der Marke Carthago einst der Durchbruch. Wie gut sind die Teilintegrierten und Integrierten nach längerem Einsatz? Wir haben Besitzer der Modelle ab Baujahr 2006 befragt.

Wenn es ikonische Modelle unter den Reisemobilen gibt, dann gehört der Chic von Carthago ganz sicher dazu. Er entwickelte sich schnell zum Bestseller und zum Gesicht der gesamten Marke. Kein Wunder, dass Carthago den Chic im Lauf der Jahre optisch nur behutsam verändert hat. Ein Chic ist immer als Chic zu erkennen.

Ins Leben gerufen wurde die Baureihe bereits 2002, und zwar als Alkovenmodell. Chic T und I kamen kurz darauf hinzu. Um den Markt der gehobenen Reisemobile möglichst umfassend abzudecken, teilte sich die Familie später in den C-Line und die schweren und edleren Ausführungen Chic E-Line, S-Plus und Highline. Aus technischer Sicht gehören C-Compactline und C-Tourer ebenfalls dazu, obwohl sie den Begriff Chic nicht im Namen tragen. Einen aktuellen Carthago Chic C-Line haben wir hier getestet.

Bei unserer Befragung unter Besitzerinnen und Besitzern ging es um alle Chic-Varianten ab Baujahr 2006. In jenem Jahr wandelte sich der Fiat Ducato grundlegend, eine Wegmarke in der Reisemobilentwicklung insgesamt und auch für den Carthago Chic, der bis heute hauptsächlich auf dem Ducato basiert. In der Chic-Historie folgte zwei Jahre später ein weiterer Schritt, als Carthago den Großteil der Chic-Produktion von Oberschwaben nach Slowenien verlegt. Fast 400 Leserinnen und Leser nahmen an der promobil-Umfrage teil. Aus den Antworten und Kommentaren ergibt sich ein detailliertes Bild des Bestsellers von Carthago.

Welches Fahrzeug haben die Befragten?

Basisfahrzeuge der Befragten:

  • Fiat Ducato: 91,4%
  • Mercedes Sprinter: 2,6%
  • Iveco Daily: 6,0%

Aufbauform der Reisemobile der Befragten:

  • Teilintegrierter: 25,3%
  • Integrierter: 74,7%
Carthago Chic
Andreas Becker
Nur ein Viertel der Befragten besitzt ein T-Modell der Chic-Baureihe. Auch auf dem Gebrauchtmarkt sind teilintegrierte Carthago selten.

Wie zufrieden sind die Befragten?

Ein wichtiger Stimmungstest ist die Frage, ob sie sich noch einmal für einen Chic entscheiden würden. Nahezu 80 Prozent antworten hier mit Ja – ein sehr gutes Ergebnis, aber kein Spitzenwert im Vergleich zu anderen promobil-Umfragen. Unter den Kommentaren finden sich viele lobende Bemerkungen wie etwa: "Wir bleiben definitiv bei Carthago. Wer die Verarbeitung, den Service und die Qualität einmal kennengelernt hat, der möchte nichts anderes mehr." Für die Anmerkungen von weniger zufriedenen Besitzern ist dieses Thema typisch: "An Kleinigkeiten wurde gespart."

Geht man in Sachen Zufriedenheit ins Detail, fällt auf, dass die Verarbeitung unter den negativ bewerteten Punkten den höchsten Wert erreicht, absolut betrachtet aber verschwindend klein ist. Die große Mehrheit hat offenbar andere Erfahrungen gemacht und vergibt für die Verarbeitung die Schulnoten eins oder zwei. Die höchsten Zufriedenheitswerte erreicht der Chic bei den Themen Stauraum und Betten. Sehr gut schneidet ebenfalls der Wohnraum ab. Insgesamt bleiben schlechtere Noten als eine befriedigende Drei die Ausnahme. Diese Werte können sich sehen lassen.

Carthago Chic
Carthago (Markus Leser)
Die höchsten Zufriedenheitswerte erreicht der Chic dank guter Platzausnutzung beim Kapitel Stauraum.

Auf ähnlichem Niveau wie bei vergleichbaren Umfragen liegen die Werte, wenn es um Werkstattbesuche geht. Mehr als zwei Drittel der befragten Chic-Fahrer mussten schon einmal wegen Aufbau, Einrichtung oder Bordtechnik ungeplant in die Werkstatt. Wenig erstaunlich, da die ältesten Modelle in der Umfrage bereits seit rund 15 Jahren auf den Straßen unterwegs sind.

Wie oft musste Ihr Reisemobil außerplanmäßig in die Werkstatt?

Wegen des Basisfahrzeugs:

  • nie: 38,1%
  • ein bis drei Mal: 47,8%
  • häufiger: 14,1%

Wegen Aufbau/Einrichtung/Bordtechnik:

  • nie: 27,1%
  • ein bis drei Mal: 50,4%
  • häufiger: 22,4%

Was waren die Ursachen für die Fahrt zum Servicebetrieb?

Die Aufbautür fällt hier mit knappem Abstand als häufigster Mängelgrund auf. Manchmal ist sie verzogen und muss neu eingestellt werden; in einigen Fällen streikt das Schloss. Oft ist das Thema mit einem Werkstattbesuch erledigt. Das gilt bei Problemen mit Fenstern und Dachhauben nicht unbedingt. Hier wie dort geht es um Undichtigkeiten; auffallend häufig sind mehrfache Werkstattbesuche nötig. Fast ebenso oft genannt wurden Mängel an der Wasseranlage, für die meist defekte Pumpen und Undichtigkeiten im Leitungssystem verantwortlich sind.

Moniert werden von den Besitzern nicht selten die Möbel. Hier tauchen in den Leserkommentaren immer wieder gelöste Umleimer und die Geräuschbildung auf. Kein Muster an Zuverlässigkeit ist außerdem der Kühlschrank, der manchmal überraschend ausfällt oder dessen Steuerelektronik Ärger macht. Die Dichtigkeit des Aufbaus war bei rund einem Drittel der Besitzer Ursache eines ungeplanten Werkstattbesuchs. Betroffen ist hier insbesondere der Dachbereich, wobei alle Nahtstellen der Aufbauelemente in Frage kommen. Etwas seltener musste wegen der Bordelektrik ein Fachbetrieb aufgesucht werden. Die Gründe dafür sind vielfältig; des Öfteren liest man in den Leserkommentaren vom Ausfall des Kontrollpanels und defekten Bordbatterien.

Häufigste Schäden am Basisfahrzeug

Am häufigsten treten Schäden jedoch am Basisfahrzeug auf. Unter den Umfrageteilnehmern war hier der Fiat Ducato zu über 90 Prozent vertreten. Nicht selten genannt werden Defekte an der Abgasrückführung, der Fahrerhaus-Klimaanlage und – das erscheint durchaus auffällig – am automatisierten Comfortmatic-Getriebe. Probleme bereiten manchmal auch unmotiviert glimmende Kontrollleuchten am Armaturenbrett. Was von einigen Befragten in dieser Rubrik auch genannt wurde – obwohl kein klassischer Defekt –, ist eine ungenügende Zuladung, die manchmal Nachrüstungen am Fahrwerk nötig machte.

Carthago Chic
Andreas Becker
Über 40 Prozent der Befragten monieren Schäden an der Aufbautür.

Wenn für die Reparatur des Basisfahrzeugs Ersatzteile benötigt wurden, waren Chic-Besitzer überwiegend zufrieden mit dem Angebot. Nicht ganz so positiv wird die Ersatzteilversorgung für Auf- und Ausbau gesehen. Der Hauptkritikpunkt sind die Kosten, aber auch mit den Lieferzeiten sind 44 Prozent der Umfrageteilnehmer nicht zufrieden. Hier schneidet Carthago weniger gut ab als viele Mittelklassemarken. Offen bleibt allerdings die Frage, ob die Wartezeiten in der Praxis tatsächlich länger ausfallen oder ob der Käufer eines höherpreisigen Fahrzeugs in diesem Punkt auch gesteigerte Erwartungen an den Hersteller hat.

Carthago Chic im Gebrauchtwagencheck
promobil
So zufrieden sind die Chic-BesitzerInnen.

Preise für gebrauchten Carthago

Ein billiges Vergnügen war der Einstieg in einen Carthago zu keiner Zeit. Das gilt auch für alle, die sich heute nach einem gebrauchten Chic ab Baujahr 2006 umsehen. Die Einstiegshürde liegt bei etwa 60.000 Euro. Darunter und zum Teil auch unter 50.000 Euro werden zwar frühe Exemplare und Teilintegrierte gehandelt, doch beides ist rar auf dem Markt, erst recht die Kombination aus beiden Kriterien.

Der typische gebrauchte Chic ist ein Integrierter ab Baujahr 2010 und in aller Regel komplett ausgestattet. Durch die aktuell hohe Nachfrage kommt ein weiterer Aufschlag hinzu, sodass ein etwa zehn Jahre alter Chic C-Line I mit etwa 50.000 Kilometern auf dem Tacho je nach Modellausführung und Ausstattung um 70.000 Euro kostet. Für ein ungefähr fünf Jahre altes Exemplar, meist mit nur wenig höherer Laufleistung, sollten Käufer etwa 90.000 Euro in der Tasche haben, eine stolze Summe.

Carthago Chic
Carthago
So sah die Chic-Familie 2008 aus. Hinten im Bild: der deutlich höhere Chic S-Plus auf Iveco-Daily-Chassis.

Chic-E-Line-Modelle mit ihrer aufwendigeren Bordtechnik und erweiterter Serienausstattung sind auch aus zweiter Hand entsprechend kostspieliger. Ebenso die Chic S-Plus auf dem Iveco-Daily-Chassis. Dennoch ergibt sich der Eindruck, dass gerade der Chic C-Line wegen seiner Beliebtheit und fast schon universellen Einsatzfähigkeit einem besonders geringen Wertverlust unterliegt.

Die gute Nachricht für Käufer? Der Status eines Bestsellers zahlt sich durch ein vergleichsweise breites Angebot auf dem Gebrauchtmarkt aus. Trotz leergefegter Händlerhöfe dürfen Chic-Käufer immer noch mit einer guten Auswahl rechnen. Vorausgesetzt, sie wollen eine Summe anlegen, die vor zehn Jahren noch für einen neuen Chic gereicht hätte.

Mehr Tipps zum Gebrauchtkauf

Noch mehr zum Kauf von gebrauchten Reisemobilen erfahren Sie hier: 12 beliebte Gebrauchte im Check. Wenn Sie ein interessantes Modell gefunden haben, können Sie sich vor dem Kauf unserer Tipps anschauen: Fragen beim Kauf von gebrauchten Wohnmobilen.

Regelmäßig checken unsere Redakteure Gebrauchtfahrzeuge, die es so auf dem Markt zu kaufen gibt, und gleichen diese via Umfragen bei unseren Lesern mit Erfahrungsweiten aus der promobil-Community ab. In unserem Themenspecial Gebrauchtmobil finden Sie viele weitere Gebraucht-Checks und Tipps zum Gebrauchtkauf, wie eine beispielsweise eine Checkliste für Gebrauchte.

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