Wer im Wohnmobil oder Campingbus die Gaszufuhr absperren will, kennt das Ritual: Raus aus dem Fahrzeug, Gaskasten öffnen, Ventil zudrehen. Deshalb lassen es manche Camperinnen gleich bleiben. Genau hier setzen Gasfernschalter an. Sie trennen die Gasversorgung im Aufbau per Knopfdruck vom Innenraum aus. Kein Bücken, kein Schrauben, kein Gang nach draußen. Bislang war die Truma GS8 praktisch ohne Konkurrenz. Das ändert sich jetzt: Mit der Caramatic GasControl bringt GOK einen Gasfernschalter auf den Markt, der deutlich weiter denkt und ab dem Caravan Salon 2026 auf den Markt kommt.
Das Prinzip der Gasfernschalter ist simpel: Ein elektronisches Magnetventil sitzt in der Gasleitung hinter dem Druckregler. Ein Bedienteil im Wohnraum öffnet und schließt es auf Tastendruck. Wichtig dabei: Der Gasfernschalter trennt nur das Leitungsnetz im Aufbau vom Gasflaschenkasten. Die Flaschenventile selbst verriegelt er nicht. Wer die Gasversorgung komplett stilllegen will – etwa bei längerer Standzeit – muss weiterhin die Ventile an den Flaschen zudrehen. Beide Systeme auf dem Markt benötigen zudem einen Anschluss ans 12-V-Bordnetz.
GOK Caramatic GasControl: Gasfernschalter mit Sicherheitsabschaltung
GOK hat die Caramatic GasControl auf der CMT 2026 in Stuttgart erstmals vorgestellt. Rund um den Caravan Salon 2026 kommt das System in den Handel. Das System besteht aus drei Komponenten: einem elektronisch gesteuerten Magnetventil, einem Bedienteil mit LED-Statusanzeige und einem 6 Meter langen Verbindungskabel mit codiertem Stecker. Die Montage erfolgt im Gasflaschenkasten hinter dem Druckregler – oder alternativ direkt vor einzelnen Gasgeräten. Je nach Einbauposition steuert die GasControl die gesamte Anlage oder gezielt einzelne Verbraucher.

GOKs neuer Gasfernschalter Caramatic GasControl bietet mehr Funktionen als die Konkurrenzprodukte für Wohnmobile, die bisher auf dem Markt sind.
Das eigentliche Alleinstellungsmerkmal liegt in der Gaswarner-Kopplung. Wer die GasControl mit einem kompatiblen Gaswarner verbindet – etwa einem Gerät von Thitronik –, erhält eine vollautomatische Sicherheitsabschaltung: Registriert der Gaswarner einen Austritt, übermittelt er ein elektronisches Signal an das Bedienteil. Die GasControl schließt daraufhin das Magnetventil. Kompatibel ist das System mit allen Gaswarnern, die bei Alarm einen High- oder Low-Signalpegel ausgeben. Damit wird die GasControl zum aktiven Sicherheitssystem.
Akku überbrückt Stromausfälle
Auch technisch setzt GOK eigene Akzente. Das System arbeitet mit 12 V und 24 V DC, eignet sich damit auch für größere Fahrzeuge und Boote. Ein integrierter Akku sichert die Funktion auch ohne externe Stromversorgung. Zusätzlich lässt sich das Ventil im Notfall manuell bedienen. Das gesamte System ist ATEX-konform und damit für den Einsatz im explosionsgefährdeten Gasflaschenkasten zugelassen.
Wer bereits eine GOK Crash-Sensor-Regelanlage wie die Caramatic DriveOne oder SafeDrive nutzt, kann die GasControl nahtlos ergänzen: Crash-Sensor für die Fahrt, GasControl für den Stellplatz – ein durchgängiges Sicherheitskonzept aus einer Hand.
Truma GS8: Der bewährte Gasfernschalter zum Nachrüsten
Wer heute eine sofort verfügbare, vielfach erprobte Lösung sucht, landet fast unweigerlich bei der Truma GS8. Seit Jahren ist sie der Klassiker unter den Gasfernschaltern für Wohnmobile – ab rund 170 Euro erhältlich.
Die GS8 funktioniert zuverlässig und unkompliziert: Magnetventil in die 8-mm-Gasleitung einsetzen, Bedienteil im Innenraum montieren, ans Bordnetz anschließen – fertig. Die Öffnungs- und Schließzeit liegt bei unter 0,1 Sekunden. Auch die GS8 ist ATEX-konform und für den Einbau im Gasflaschenkasten zugelassen. Was die GS8 nicht kann: Eine Kopplung mit Gaswarnern ist nicht vorgesehen. Bei Stromausfall schließt das Ventil automatisch, öffnet nach Wiederkehr der Spannung aber selbstständig. Und das Anschlusskabel misst nur 1,5 Meter. Für die meisten modernen Wohnmobile ist die GS8 die passende Wahl.
Neben der GS8 für 8-mm-Rohre bietet Truma noch die GSE für Einflaschenanlagen mit Schlauchanschluss an.
Für große Wohnmobile mit sehr weitläufigen Gasanlagen ist die Truma GS10 ein passender Gasfernschalter.
Gasfernschalter im Wohnmobil nachrüsten
Wer handwerklich versiert ist und sauber mit Schneidringverschraubungen arbeiten kann, schafft den Einbau. Allerdings schreibt Truma in der Montageanleitung der GS8 ausdrücklich: Einbau und Reparatur darf nur der Fachmann durchführen. Wer trotzdem selbst Hand anlegt, sollte die Arbeit im Anschluss unbedingt von einem Sachkundigen prüfen und im Gasprüfbuch dokumentieren lassen.
Truma verlangt im Handbuch eine Dichtprüfung nach der Druckabfallmethode vor der Wiederinbetriebnahme des Geräts. Unabhängig davon gilt gemäß DVGW-Arbeitsblatt G 607: Wird etwas an einer bestehenden Gasanlage im Fahrzeug geändert, ist eine Gasprüfung erforderlich. Der Einbau eines Gasfernschalters greift in die Gasleitung ein – eine anschließende Prüfung ist daher dringend zu empfehlen. Die Gasprüfung ist seit Juni 2025 alle 24 Monate gesetzlich vorgeschrieben.
Im Gasflaschenkasten, in der Leitung hinter dem Druckregler. Die GOK GasControl lässt sich alternativ auch direkt vor einzelnen Gasgeräten montieren. Wichtig: Nur ATEX-konforme Produkte verwenden – der Gasflaschenkasten gilt als explosionsgefährdeter Bereich.
Bei der Truma GS8 schließt das Magnetventil automatisch. Kehrt die Spannung zurück, öffnet es selbstständig. Die GOK GasControl überbrückt einen Stromausfall über ihren integrierten Akku. Zusätzlich lässt sich das Ventil jederzeit manuell bedienen.
Fachwerkstätten mit Gaszulassung bieten den Einbau an – ob beim Caravan-Händler oder in freien Wohnmobil-Werkstätten.
Nur die GOK Caramatic GasControl bietet diese Funktion. Sie schließt das Ventil automatisch, sobald ein verbundener Gaswarner Alarm auslöst. Die Truma GS8 verfügt über keine Schnittstelle für Gaswarner.












