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Sat-Antenne aus LCD-Kristallen

Alcan Systems zeigt neuen Ansatz für mobiles TV

Alcan Systems Satellitenantenne aus LCD-Kristallen. Foto: Uli Regenscheit

Ein in der Caravaningbranche unbekanntes Unternehmen zeigt auf dem Caravan Salon eine neuartige TV-Antenne. Ein aus LCD-Kristallen bestehendes Paneel soll in Zukunft Satellitenfernsehen ermöglichen. Ohne Parabolspiegel oder Dom-Antenne.

31.08.2017 Benjamin Köbler-Linsner 4 Kommentare

Grundlegende Neuerungen hat es bei Satellitenantennen seit Jahren nicht gegeben. Auf den Stell- und Campingplätzen dominieren weiße Parabolantennen. Auf dem Caravan Salon 2017 stellt Alcan Systems eine neuartige Satantenne in Form eines flachen Flüssigkristall-Moduls vor. Das Paneel basiert auf LCD-Kristallen, also dem selben Material, aus dem Smartphone-Displays oder Fernseher gefertigt werden. Diese „zero forcing“ genannte Technik wird bereits für militärische Zwecke genutzt.

Im Gegensatz zu Parabolantennen muss das Modul nicht aufgestellt oder geneigt werden. Stattdessen bleibt es wie ein Solarpaneel flach auf dem Dach des Wohnmobils liegen. Ändert sich die Position zum Satelliten, verhindert eine vollelektronische Nachführung, dass das Signal abreißt. Übertragen wird das Fernsehbild übrigens nicht über ein Koaxialkabel, wie es bisher üblich ist. Stattdessen sendet das Panel die Signale über Funk zum Fernseher.

Laut Hersteller soll dadurch auch der TV-Empfang während der Fahrt möglich sein. Aktuell nur bei langsamen Geschwindigkeiten, bei der zweiten Modellgeneration soll das Signal auch auf der Autobahn stabil empfangen werden können. Nützlich ist das beispielsweise, wenn Kinder mitfahren.

Alcan ermöglicht TV- und Internetempfang

Neben dem TV-Empfang ermöglicht das Satellitenpaneel auch eine Internetverbindung via LTE. Das Panel baut dabei ein Netzwerk innerhalb des Wohnmobils auf. Eines Tages sollen damit auch diverse Serviceleistungen, wie ein Buchungsportal für Stell- und Campingplätze möglich sein. Das ist aber noch ferne Zukunftsmusik.

Die LCD-Antenne habe laut Hersteller die selbe Gebietsabdeckung wie ein 60er-Parabolspiegel. Möchte man in Skandinavien fernsehen, muss das Paneel seitlich am Fahrzeug befestigt werden. Da die Antenne lediglich in eine Halterung eingeklickt ist, lässt sie sich ohne Werkzeug entnehmen und an einem anderen Ort neu platzieren.

Vom Prototyp zum finalen Produkt

Die auf dem Caravan-Salon gezeigte Satellitenantenne ist noch ein Prototyp. Laut Esat M. Sibay, Chief Financial Officer bei Alcan Systems, sei dieser bereits „sehr nah am finalen Produkt“. Der Preis soll zwischen 2000 und 5000 Euro betragen, was in etwa dem Preis hochwertiger Satellitensysteme mit Parabolspiegel entspricht.

Die Entwicklung der Alcan-Antenne hat bereits 2002 begonnen. Maßgeblich beteiligt an den Forschungen war ein Team um Professor Rolf Jakoby von der Technischen Universität Darmstadt. Ermöglicht wurde die Entwicklung durch Fördergelder des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie sowie dem Europäischen Sozialfonds für Deutschland (ESF). Weitere Unterstützung erhielt das Forscherteam vom Pharmaunternehmen und Technologieförderer Merck.

Neuester Kommentar

über die Stromversorgung hab ich nichts gelesen. Muß also doch ein Kabel durchs Dach?

dojojo 2. November 2017, 15:35 Uhr
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