Die Ferienzeit ist da – und mit ihr die perfekte Gelegenheit, Ihr Wohnmobil auf Herz und Nieren zu prüfen. Besonders Wiegeaktionen, die aktuell bundesweit angeboten werden, sind ein unverzichtbarer Sicherheitscheck. Warum? Weil ein überladenes Fahrzeug nicht nur die Fahrstabilität beeinträchtigt, sondern auch Bußgelder und gefährliche Situationen im Straßenverkehr nach sich ziehen kann. Wir erklären, worauf Camperinnen und Camper achten müssen, wo Sie jetzt kostenlos oder günstig wiegen lassen können und was es mit der professionellen Achslastmessung wie im promobil-Test auf sich hat.
Warum Wiegen lebenswichtig ist
Ein Wohnmobil zu überladen, ist kein Kavaliersdelikt:
- Sicherheitsrisiko: Längere Bremswege, instabiles Fahrverhalten (z. B. bei Seitenwind) und erhöhte Unfallgefahr.
- Rechtliche Konsequenzen: Bei einer Überladung von mehr als 5 % drohen Bußgelder bis zu 235 € und Punkte in Flensburg.
- Technische Schäden: Überlastete Achsen, Reifen oder Federungen verschleißen schneller – teure Reparaturen sind die Folge.
Expertinnentipp: Viele Camper unterschätzen das Gewicht von Gepäck, Wasser- oder Gasvorräten. Selbst kleine Extras summieren sich schnell – ein vollgetankter Frischwassertank (100 Liter) wiegt bereits 100 kg! Wassertank am besten erst auf dem Campingplatz vollmachen.
Anlaufstellen zum Wiegen Ihres Wohnmobils finden Sie nach einer kurzen Internetrecherche sicher in Ihrem Umkreis. Alternativ können Sie bei Ihrer zuständigen Landesbehörde für Mess- und Eichtechnik anfragen, die wissen in aller Regel alle Standorte öffentlich zugänglicher Großwaagen.
*Oft an eine Mitgliedschaft oder vorherige Anmeldung gebunden.
Wichtig: Nutzen Sie die Gelegenheit, um Achslasten separat zu prüfen – viele Wiegestellen bieten dies an. Die zulässige Gesamtmasse (zGG) steht in Ihren Fahrzeugpapieren (Feld F.1).
So bereiten Sie Ihr Wohnmobil vor
Damit die Wiegeaktion aussagekräftig ist, sollten Sie Ihr Fahrzeug reisefertig beladen:
- Vollgetankt (Kraftstoff, Frischwasser, Gas).
- Gepäck und Vorräte wie für die geplante Reise einpacken.
- Alle Mitreisenden an Bord (oder deren Gewicht simulieren).
- Sonderausstattung (z. B. Fahrräder, Markise) montieren.
Profi-Tipp: Wiegen Sie Ihr Fahrzeug vor und nach dem Beladen, um den Unterschied zu dokumentieren. So erkennen Sie, wo Sie Gewicht einsparen können.
Gewicht sparen: Praktische Tipps für unterwegs
Falls Ihr Wohnmobil zu schwer ist, helfen diese Maßnahmen:
- Wasser: Fahren Sie mit halbvollem Frischwassertank und füllen Sie unterwegs nach.
- Gepäck: Nutzen Sie Dachboxen nur für leichte Gegenstände (z. B. Isomatten) – das zulässige Dachlastlimit (meist 50–100 kg) beachten!
- Ausrüstung: Verzichten Sie auf "Nice-to-have"-Extras wie schwere Campingmöbel.
- Reifen: Prüfen Sie den Reifendruck (zu niedriger Druck erhöht den Verschleiß und den Spritverbrauch).
Achtung: Die im promobil-Sommerreifentest 2026 getestete Dimension (225/75 R 16 C 121 R für Fiat Ducato Maxi) ist nur für die zulässige Last ausgelegt – bei Überladung drohen Reifenplatzer!
Achslasten erklärt: Warum sie entscheidend sind

So wiegt promobil in jedem Test.
Nicht nur das zulässige Gesamtgewicht, sondern auch die zulässigen Achslasten und Radlasten müssen eingehalten werden. Die Achslast ist das Gewicht, das auf jeder einzelnen Achse Ihres Wohnmobils lastet. Sie ist genauso wichtig wie das Gesamtgewicht, denn:
- Vorder- und Hinterachse haben unterschiedliche zulässige Maximalwerte (steht in den Fahrzeugpapieren, Feld 7.1 und 7.2).
- Eine ungleichmäßige Verteilung (z. B. zu viel Gewicht hinten) führt zu:
- Schlechterem Fahrverhalten (z. B. "Schwimmen" auf der Autobahn).
- Überlastung der Reifen (Risiko von Reifenplatzer!).
- Verschleiß von Federung und Bremsen.
Beispiel:
- Ihr Wohnmobil hat eine zulässige Gesamtmasse von 3.500 kg.
- Die Vorderachse darf max. 1.500 kg tragen, die Hinterachse 2.000 kg.
- Wenn Sie jetzt 1.800 kg auf der Vorderachse haben, ist das überladen – selbst wenn das Gesamtgewicht stimmt!












