Der Sun Living A ist seit Jahren einer der beliebtesten Alkoven unter preisbewussten Campern, wie die promobil-Leserwahl zeigt. 2027 hat der Herzsteller die Modellpalette stark verschlankt: Statt vier Grundrissen gibt es nur noch zwei – der Sun Living A 75 SL ist dabei der größere und familienfreundlichere. Doch was kann das Modell wirklich, und wo hapert es?
Sun Living A 75 SL: Praktisch, aber nicht perfekt
Der A 75 SL ist 7,45 Meter lang und bietet offiziell Platz für fünf Personen. Im Heck gibt es zwei Einzelbetten, die sich bei Bedarf zu einem Doppelbett kombinieren lassen. Der Zugang erfolgt über Treppenstufen. Unter den Betten verstecken sich Kleiderschränke, was praktisch ist, doch die Schränke sind nicht besonders tief.
Das Raumbad ist ein Highlight: Es ist in zwei Bereiche unterteilt – Dusche auf der einen, WC und Waschbecken auf der anderen Seite. Dank der Türen zum Schlaf- und Wohnbereich lässt es sich komplett abtrennen. Trotzdem wirkt das Bad eher klein: Wer größer als 1,80 Meter ist, könnte sich eingeengt fühlen.

Modernes Design im Möbelbau: Eine helle Holzoptik-Front trifft auf dunkle Tisch- und Arbeitsplatten.
Die Küche ist funktional, doch die Arbeitsfläche ist knapp bemessen. Wer sehr große Portionen oder mehrere Gänge kochen möchte, muss improvisieren. Die Anordnung der drei Gasflammen nebeneinander ist gewöhnungsbedürftig, der 157-Liter-Kompressor-Kühlschrank dagegen auch für eine große Besatzung ausreichend.
Die Ford-Transit-Basis
Ab Modelljahr 2027 gibt es die Sun–Living-Alkovenmobile nur noch auf Ford-Transit-Basis. Das bringt einige Vorteile mit sich: Der Transit fährt sich modern und komfortabel, die 8-Gang-Automatik ist serienmäßig und macht lange Strecken entspannter. Auch die Assistenzsysteme – Spurhalteassistent, adaptiver Tempomat, Rückfahrkamera – sind auf der Höhe der Zeit.
Dennoch gibt es Kritikpunkte: Die Zuladung ist mit etwa 400 Kilogramm knapp bemessen. Wer mit fünf Personen und viel Gepäck unterwegs ist, stößt schnell an Grenzen.
Die Sonderedition "20ED"
Zum 20-jährigen Jubiläum bietet Sun Living den A 75 SL auch als "20 Edition" an. Das Paket umfasst Metallic-Lack, Alufelgen, ein 9-Zoll-Multimediasystem und einige Extras im Innenraum. Auf den ersten Blick wirkt das Angebot attraktiv – der Aufpreis von etwa 3.600 bis 4.000 Euro ist im Vergleich zu den Einzelpreisen der Optionen günstig.
Doch lohnt sich das wirklich? Die Extras sind vor allem optischer Natur – wer keine Markise oder Alufelgen braucht, zahlt am Ende für Dinge, die man sowieso nicht nutzt. Zudem ist die Serienausstattung des A 75 SL ohnehin schon solide.
Für wen lohnt sich der A 75 SL?
Der Sun Living A 75 SL ist eine gute Wahl für Familien, die ein günstiges und geräumiges Alkovenmobil suchen. Wer viel Platz, Einzelbetten im Heck und ein abgetrenntes Bad braucht, wird zufrieden sein. Auch für Paare, die gelegentlich Gäste mitnehmen, ist das Modell geeignet.

Die Sitzgruppe bietet genügend Platz für eine gemütliche Runde - das Bett im Alkoven lässt sich nach oben klappen für mehr Kopffreiheit im Wohnbereich.
Wer jedoch viel Wert auf hochwertige Verarbeitung, sparsamen Verbrauch oder luxuriöse Ausstattung legt, könnte enttäuscht sein. Der A 75 SL ist ein solides, aber kein herausragendes Reisemobil – und das merkt man an einigen Stellen.
Sun Living A 75 SL: Daten und Preis
- Basisfahrzeug: Ford Transit
- Länge/Breite/Höhe: 7,42 / 2,30 / 2,94 Meter
- zul. Gesamtgewicht: 3,5 Tonnen
- Sitz-/Schlafplätze: 5/5
- Grundpreis: 66.390 Euro
Grundriss-Alternative: Wer statt Einzelbetten ein klassisches Doppelbett bevorzugt, findet im kürzeren Sun Living A 72 SP eine Alternative: Hier gibt es ein geräumiges Querbett im Heck, das zusammen mit dem Alkoven ebenfalls vier Schlafplätze bietet. Während der A 75 SL mit mehr Privatsphäre und Flexibilität punktet, überzeugt der A 72 SP durch seine kompakte Länge und unkomplizierte Nutzung. Am Ende entscheidet der Grundriss, welches Wohnmobil besser zu den eigenen Bedürfnissen passt.

















