Montage Solaranlage Andreas Becker
Ladegerät von Schaudt
Kabelverlegung bei Solaranlagemontage
Keile gleichen bei Kastenwagen das Niveau zwischen den Rippen im Dach aus
Befestigung der Kabel in der Solaranlage 17 Bilder

Solaranlage am Wohnmobil

Zur Sonne, zur Freiheit

Mancher Camper träumt davon, nie mehr zum Laden der Batterie an die Steckdose zu müssen. Mit Solarmodul und Ladebooster kommt man dem Traum näher. promobil verrät, wie es funktioniert.

Viele Reisemobilisten träumen von romantisch gelegenen Übernachtungplätzen in der Natur, direkt am Meer oder mitten in der Wildnis. Fernab vom nächsten 230-Volt-Anschluss funktioniert völlig autarkes Reisen aber nur mit zusätzlichen Stromerzeugern. Am häufigsten eingesetzt werden Solarmodule, die Sonnenenergie in Strom für die Bordbatterie umwandeln. Ihre Leistung allein reicht aber nicht, um immer einen vollen Akku zu haben.

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Was auch an der verfügbaren Fläche liegt. Bei wendigeren Wohnmobilen wie Kastenwagen sind freie Stellen auf dem Dach und damit der Platz für größere Solarmodule eher knapp. Deren Leistung ist noch dazu begrenzt, weil sie nur im Stand laufen und die Sonne nicht immer stark scheint.

Der Booster für noch mehr Unabhängigkeit

Eine gute Ergänzung zur Solaranlage ist daher ein Booster, der die Akkuladung während der Fahrt optimiert und so für mehr Unabhängigkeit sorgt. Die Einzelkomponenten mussten sich Reisemobilisten bisher selbst zusammenstellen. Seit dem Frühjahr bietet Büttner Elektronik aber die sogenannten Power-Packs an. Das Power-Pack 1 wird ab 1489 Euro mit einem 90-Watt-Solarmodul verkauft. Im Testwagen von promobil muss das System beweisen, wie viel Freiheit es wirklich ermöglicht.

Der Booster bricht den Ladekreislauf aus Lichtmaschine und Ladegerät praktisch auf. Denn letzteres schafft, so wie es von vielen Herstellern eingesetzt wird, oft keine optimale Ladung der Bordbatterien. Die Geräte – wie das EBL von Schaudt – laden oft nur nach Kennlinie und berücksichtigen dabei etwa die Witterungsbedingungen nicht – bei Kälte wird eine höhere Ladespannung gebraucht. Zudem ist der Ladekreislauf auf die Ladung der Starterbatterie ausgerichtet. Ist die voll, regelt die Lichtmaschine ihre Leistung runter, sodass die Bordbatterie nur langsam geladen wird.

Genau an diesem Punkt setzen Geräte wie der Batterie Control Booster BCB 20/20 aus dem Power-Pack ein und steigern die Ladeleistung während der Fahrt auf 20 Ampere. Vom BCB werden auch Werte wie die Batterietemperatur überwacht. Damit ist das Gerät in der Lage, die Ladespannung bei niedrigen Temperaturen zu erhöhen. Zudem hat es einen Schalter, bei dem der Batterietyp eingestellt werden kann. Auch für AGM-Batterien, was vielen Ladegeräten fehlt, die ab Werk eingebaut werden. Diese Einstellmöglichkeit ist wichtig, weil AGM-Batterien idealerweise 14,7 Volt Ladespannung brauchen, die Standardelektronik aber nur auf 14,3 Volt eingestellt ist.

Booster verbessern die Akkuladung auch bei Landstromanschluss

Standardladegeräte leisten rund 15 bis 20 Ampere, auf die der BCB 20/20 nochmals 20 Ampere drauf packt. Ein Wert, der in der Regel weit über den empfohlenen zehn Prozent der Akkukapazität liegt, und vor allem dafür sorgt, dass die Batterien deutlich schneller aufgeladen werden.

Doch auch Reisemobilisten, die selten am Landstrom hängen, hilft das Power-Pack. Im Stand übernimmt nämlich das Solarmodul die Ladung der Bordbatterie. Im Power-Pack 1 ist es mit 90 Wp Nennleistung ausgerüstet, bei der Büttner Elektronik über das ganze Jahr gesehen von einer mittleren Tagesleistung von 23 Ah ausgeht. Bei der Testmessung nach dem Einbau an einem Frühlingstag ermittelten wir rund sechs Ampere Ladestrom. Bei neun Sonnenstunden an dem Tag, wären etwa 50 Ah Stunden nachgeladen worden. Im Sommer dürfte der Wert noch höher sein und ausreichen, um den Tagesbedarf zu decken. Wer in kälteren Monaten autark sein möchte, braucht Solarmodule mit der doppelten Leistung wie beim Power-Pack 2.

Wichtig ist auch, dass zwischen die Module und die Batterie ein Solarregler gebaut wird. Beim Power-Pack ist er ebenfalls fester Bestandteil. Er regelt die Ausgangsspannung der Module (etwa 20 Volt) herunter und verhindert so das Überladen der Batterie.

Mess-Shunt und Batteriecomputer

Darüber hinaus gehört zum Power-Packs ein Mess-Shunt. Er misst genau, wie viel Strom den Bordbatterien zu- und abfließt. Diese Information gibt er an den neuen Batteriecomputer MT4000 IQ weiter. Der berechnet aus den Daten die Kapazität in Amperestunden und Prozent. Daraus kann er sogar die Restlaufzeit bei konstantem Verbrauch ermitteln. Zudem können Schaltschwellen einprogrammiert werden, die festgelegte Verbraucher bei einer vorgegebenen Restkapazität abschalten.

Batteriecomputer sind herkömmlichen Kontrollbords überlegen, da diese oft nur die Batteriespannung messen und anzeigen. Die Spannung ist aber nur bedingt aussagekräftig, weil sie lange konstant bleibt und erst bei geringer Restleistung plötzlich absinkt.

Welchselrichter

Nicht unbedingt notwendig, aber sehr nützlich ist für Freisteher ein Wechselrichter im Reisemobil. Einige Elektrogeräte wie ein Föhn leisten mit zwölf Volt Spannung zu wenig und laufen nur mit 230 Volt richtig rund. Die kommen aus dem Wechselrichter, der den Batteriestrom in Wechselstrom wie aus der Steckdose umwandelt. Leistungsstarke Geräte wie ein Föhn sollten allerdings nur relativ kurz genutzt werden, sonst ist die Bordbatterie schnell leer.

Mit Solaranlage, Batterie Control Booster und Wechselrichter sollte das Reisemobil für den Urlaub ohne Landstrom gerüstet sein. Wie viel Freiheit sich durch das System tatsächlich gewinnen lässt, zeigt demnächst ein Langzeittest.

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