Ahorn Camp T 690 (2020) Ingo Pompe
Ahorn Camp T 690 (2020)
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Ahorn Camp T 690 (2020) 18 Bilder

Ahorn Camp T 690 im Test (2020)

43.000-Euro-Teilintegrierter auf Renault Master

Mit Alkoven-Optik und interessantem Zwei-Raum-Konzept wirbt der Ahorn-Teilintegrierte um Kunden. Zwei Details fallen besonders auf: der günstige Grundpreis und der neue Renault Master als Basis.

Beim Ahorn Camp T 690 sticht als Erstes die neue Front des Renault Master ins Auge. Mit Tagfahrlichtspangen und großem, freundlich grinsendem Kühlergrill nimmt sie die Designsprache der Renault-Pkw-Modelle auf. Über dem schlanken Fahrerhaus schmiegt sich die T-Haube an, die an einen Alkoven erinnert, weil sie bis zur Spitze mit gleicher Breite durchläuft. Vorteil dieser Lösung ist eine sehr gute Stehhöhe im Innenraum. Zwischen 1,99 und 2,20 Meter beträgt sie im Bereich der Küche. Unter dem optionalen Hubbett bleiben immer noch üppige 1,97 Meter Stehhöhe übrig.

Den GfK-Aufbau schmücken serienmäßig solide Rahmenfenster. Auch die Aufbautür bekommt eines ab. Der Eingang in den Wohnraum ist allerdings mit 52 Zentimetern schmal. Und man muss beim Schließen der Tür ein wenig aufpassen, denn das Schließblech hat scharfe Kanten, an denen man mit der Hand hängen bleiben kann, wenn man die Aufbautür zuzieht und dabei nicht den Türgriff benutzt.

Viele Schlafmöglichkeiten, schmaler Sanitärraum

Ahorn Camp T 690 (2020)
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Die Sitzgruppe mit Platz für fünf kann zu einem Einzelbett umgebaut werden. Der Tisch ist in alle Richtungen verschieb-, aber nicht drehbar.

Über drei Stufen geht es in den hellen Innenraum. Zahlreiche LED-Leisten und -Spots leuchten die Sitzgruppe und die Küche sehr gut aus. Ein Blick nach hinten zeigt eine Besonderheit des Ahorn Camp T 690. Hinter der Küche trennt eine Tür das Schlafzimmer mit Einzelbetten komplett vom Rest des Wohnraums ab. Die Tür bleibt während der Fahrt geschlossen, denn es gibt keine Fixierung für die geöffnete Stellung. Somit hat man das Gefühl, in einer Zwei-Raum-Wohnung unterwegs zu sein.

Vorteil: Der kleinere vordere Wohnraum erwärmt sich spürbar schneller als in herkömmlichen Einzelbett-Grundrissen. Die Halbdinette mit Seitensitz kann serienmäßig zu einem dritten Bett umgebaut werden. Vier bis fünf Camper finden hier Platz am verschiebbaren Tisch. Mit rund 93 mal 58 Zentimetern ist er zwar nicht der größte, aber ausreichend dimensioniert.

Über dem Sitzbereich hängt das optionale, elektrisch absenkbare Hub-Einzelbett. Es fährt an Schienen geführt herunter und hängt dann wackelfrei in 1,46 Meter Höhe. Mit 1,95 mal 0,94 Metern ist es auch für größere Camper geeignet. Die neun Zentimeter dicke Matratze lagert auf einem Lattenrost. Man liegt bequem darauf. Die Kopffreiheit ist gut (76 cm) und der Herausfallschutz schnell angebracht.

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Der Küchenblock mit Dreiflammherd hat keine Erweiterung.

Die Küche ist klassenüblich ausgestattet. Drei-Flammen-Gas-Herd mit elektrischer Zündung und einem ausreichend großen Spülbecken. Das Wasser kommt über eine Druckpumpe aus dem 85 Liter fassenden Frischwassertank. Eine Abdeckung für das Spülbecken gibt es allerdings nicht, ebenso wenig wie eine Erweiterung der Arbeitsfläche am kompakten Küchenblock. Kochutensilien reisen in einem Hängeschrank und zwei Schubladen mit. Als praktisches Detail hängt ein Küchenrollenhalter an der Wand zum Schlafzimmer. Der Absorberkühlschrank mit 97 Liter Volumen ist für zwei bis drei Personen allemal groß genug.

Der Sanitärraum liegt gegenüber der Küche. Mit 1,13 mal 0,82 Metern ist er insgesamt ausreichend dimensioniert. Die eingebaute schmale Duschkabine – mit 52 mal 82 Zentimetern – verkleinert den Raum aber unpraktisch. Eine flexible Lösung – beispielsweise mit klappbarer Waschtischwand – würde hier den Platz besser nutzbar machen. Die Kunststoff-Duschtüren können nur im geschlossenen Zustand mit einem Plastikbügel fixiert werden. Das führt zu deutlichen Klappergeräuschen während der Fahrt. Eine Fixierung der offenen Türen wäre sinnvoll. Für Sanitärartikel gibt es mehrere Ablagen und Staumöglichkeiten. Ein Fenster für Licht und Luft ist ebenfalls serienmäßig an Bord.

Neues Raumgefühl durch Schlafzimmertür

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Die beiden Betten sind mit 190 mal 75 Zentimetern gleich groß. Auf den 10 Zentimeter dicken Matratzen liegt man bequem. Die Lesespots haben USB-Anschlüsse.

Im Schlafzimmer warten zwei identisch große Einzelbetten auf müde Camper. Mit 1,90 Meter sind sie zwar nicht die längsten, dafür aber 75 Zentimeter breit. Der Zugang erfolgt komfortabel über eine Stufe. Die reduziert die Stehhöhe aber auf 1,72 Meter. Die Kopffreiheit ist mit 94 Zentimetern gut. An den Lesespots finden sich USB-Anschlüsse zum Laden von Mobilgeräten, die in offenen Ablagen an beiden Seiten über den Betten liegen können.

Zwei Hängeschränke halten genug Stauraum für Kleidung bereit. Weitere Stauräume sind unter den Betten und in einem großen Fach unter der Betttreppe. Einen Kleiderschrank mit Stange sucht man allerdings vergeblich. Die einzige Möglichkeit, etwas aufzuhängen, ist ein Haken an der Badezimmerwand.

Die Heckgarage mit rund 2350 Liter Volumen kann gut genutzt werden, weil keine Absätze die Beladung stören. Für den Transport herkömmlicher Fahrräder ist sie aber zu niedrig und die beiden serienmäßigen Seitentüren zu klein. Hier müsste man auf Klappräder zurückgreifen oder einen Heckträger montieren.

Bordtechnik und Fahreigenschaften

Etwas zu niedrig ist auch die Klappe des Gaskastens geraten. Die Flaschen können hier nur mühsam rausbugsiert werden. Neben dem Gaskasten hinter einer weiteren Außenklappe ist die Elektrozentrale mit Ladegerät und Batterie zu finden. Eine gute Lösung, weil man so an alle Geräte und Sicherungen leicht herankommt.

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Der lange Radstand des Renault sorgt für kurze Überhänge, erschwert aber das Rangieren. Wendekreis: 15,7 Meter.

Das 6,99 Meter lange Mobil baut auf dem Original-Renault-Fahrgestell mit einem langen Radstand von 4,33 Meter auf. Das sorgt zwar für kurze Überhänge, zusammen mit dem recht geringen Lenkeinschlag des Renault gestaltet sich das Rangieren aber raumgreifend. Der Wendekreis beträgt stattliche 15,7 Meter.

Während der Fahrt sorgt der Radstand dagegen für einen guten Geradeauslauf. Nur Seitenwind mag der Ahorn nicht so gerne, und in Kurven neigt sich das Fahrzeug spürbar zur Seite. Der Federungskomfort ist hoch. Punktabzug im Kapitel Fahrsicherheit gibt es, weil sowohl ESP als auch der Beifahrerairbag im 2590 Euro teuren Chassis-Paket versteckt sind und dieses zur Pflichtoption machen.

Bei Beschleunigung und Elastizität kann der Renault dagegen überzeugen. Der 165 PS starke Bi-Turbo zieht willig durch das Drehzahlband. Der Testverbrauch war mit 11,7 Litern allerdings überraschend hoch.

Der günstige Grundpreis wird durch die 1850 Euro Frachtpauschale, die auch die Zulassungspapiere und eine Aufbaubatterie enthält, relativiert.

Das fiel uns auf

 Vorbildlich abgedichteter Toilettenkassettenschacht. Im Falle des Falles sehr leicht zu reinigen.
 Die Elektrozentrale mit Batterie und Ladegerät findet sich gut erreichbar in einem Außenfach.
 Die Rahmenfenster gehören zur Serienausstattung und sorgen für eine elegante Optik.
  Der Gaskasten ist gut zugänglich, hat aber eine niedrige Tür. Das erschwert den Flaschentausch.
 Das Klappbrett zum Bettumbau lässt sich nur bei geöffneter Aufbautür in Position bringen.
 Verletzungsgefahr am scharfkantigen Schließblech der Aufbautür bei unaufmerksamer Benutzung.

Infos und Preis: Ahorn Camp T 690

Gurte/Schlafplätze: 4/3-4
Zul. Gesamtgewicht: 3500 kg
Länge/Breite/Höhe: 6,99/2,37/2,96 m
Grundpreis ab: 42.900 Euro

Daten und Messwerte

Ahorn Camp T 690 (2020)
promobil

Auf- und Ausbau
Sandwich-Bauweise, Holz-Verstärkungen, Dach/Wand/Boden GfK, Isoliermaterial Wand/Dach/Boden EPS, Wandstärke Wand/Dach/Boden 30/30/41 mm, 5 Kunststoff-Isolierfenster mit Alu-Rahmen, 2 Dachhauben, 1 Panorama-Dachfenster.

Bordtechnik
Gas-Gebläseheizung/Boiler Truma Combi 4, 7 Ausströmer (1 x Sitzgruppe, 1 x Einstieg, 1 x Küche, 1 x Bad, 1 x Schlafzimmer, 2 x Heckgarage), Wasseranlage: Frischwasserschläuche, Abwasserrohre.

Basisfahrzeug
Renault Master, Flachrahmen, Vorderradantrieb, Vierzylinder-Turbodiesel, Hubraum 2298 cm3, Leistung 121 kW/165 PS bei 3500/min, Drehmoment 380 Nm bei 1500/min, Sechsganggetriebe.

Fahrleistungen
Beschleunigung 0–50/80/100 km/h 5,6/12,6/20,2 s; Elastizität 60–80/100 km/h (4.//5. Gang) 6,0/12,9//7,0/16,0 s, Testverbrauch 11,7 L/100 km.

Wertung

Wohnen
Beladen
Technik
Fahren
Preise

Fazit

Der Renault Master als Basisfahrzeug des Ahorn Camp T 690 gefällt mit gutem Federungskomfort, die klappernde Duschtür führt jedoch zur Abwertung im Fahrkapitel. Die Stehhöhe im Innenraum und das Raumkonzept sammeln Pluspunkte. Der fehlende Kleiderschrank ist allerdings mehr als ein störendes Detail. Abhilfe könnte eine abnehmbare Stange in der Dusche schaffen, die dann auch als großer Schrank nutzbar wäre.

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