Rocket Camper Moto Joerg Lohse
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Rocket Camper Moto (2022)

Rocket Camper Moto im Test (2022) Campingbus mit Platz für zwei Motorräder

Kurztest Rocket Moto. Motorradfahren erst da, wo die Kurven sind, und bei der Anreise auf den Komfort des Campers setzen. Cheftester Karsten Schwers von MOTORRAD hat sich den Rocket angeschaut.

Der kleine Wohnmobilhersteller Rocket Camper aus dem Stuttgarter Umland hat sich auf sehr individuelle Campinglösungen auf der Basis üblicher Kastenwagen spezialisiert. Sein neuestes Vehikel: das Modell "Moto", ausgelegt auf den Transport von bis zu zwei Motorrädern. Basierend auf dem größten Ducato von Fiat (Länge 6,36 Meter und Höhe 2,76 Meter), hat Swen Dluzak, Gründer und Inhaber von Rocket Camper in Remshalden, den Campingbus auf Basis seines Modulkonzepts mit Mittelküche entworfen.

Campingbus-Konzept für Biker

Für ein gutes Raumgefühl und um genügend Zuladung zu generieren, geht er einen anderen Weg als die Standardlösungen der großen Wohnmobilhersteller: "Warum zwei Waschbecken in einer Entfernung von nicht einmal eineinhalb Metern unterbringen?"

 Rocket Camper Moto
Joerg Lohse
Die Kleine wartet. "Hast du schon Zähne geputzt?" Ist das Motorrad draußen, kann das Hubbett ganz runter.

"Eins reicht, um den Abwasch zu erledigen oder sich die Zähne zu putzen!" Genauso pragmatisch wird über die Nasszelle nachgedacht: "Geduscht wird in diesen kompakten Campern erfahrungsgemäß gar nicht oder eher selten." (Das sei mal dahingestellt, ob man diese Meinung teilt.)

Auch beim Klo wird die reduzierte Lösung mit Porta Potti gewählt. Aber für das findet sich ein pfiffiges Örtchen: in einer Schublade, die auch gleichzeitig als Trittstufe fürs Hubbett dient. Das spart nicht nur Gewicht und Platz, sondern bringt auch ein deutlich besseres Raumgefühl.

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Der Mann auf dem Bett testet seit vielen Jahren jeden Tag Motorräder für MOTORRAD. Der Rocket Moto wäre wohl schon so seins.

Das elektrische Hubbett im Heck kombiniert dabei den Transport von Motorrädern mit einer guten Schlafmöglichkeit. Mit 2,15 Meter Länge und 1,45 Meter Breite ist das Bett auch für große Personen geeignet.

Vor dem Hubbett im Heck ist eine Möbelzeile aus hochwertigen Multiplex-Platten verbaut, die in unserem Testfahrzeug Kühlschrank, Edelstahlkochfeld, Waschbecken, viele Schubladen und besagtes Campingklo umfasst. Zwischen der Möbelzeile und dem drehbaren Fahrer- und Beifahrersitz ist Platz für einen Tisch, der während der Fahrt bzw. bei Nichtnutzung einfach ausgehängt und platzsparend verstaut wird.

Im Boden befindet sich im Heck ein Schienensystem, in dem im Alltagseinsatz auch zwei weitere Sitze verankert werden können, sodass der Van im Vier-Personen-Betrieb einsetzbar ist.

Platz für zwei Motorräder

Doch nun zum Herzstück des Rocket Moto – der Garage. Dank des elektrischen Hubbetts kann der Laderaum der Garage sehr variabel genutzt werden. Befindet sich das Hubbett in seiner höchsten Position, ist die Stehhöhe im Laderaum mit 1,73 Metern (bei einer Länge von 2,20 Metern) sehr komfortabel bemessen, um ein Motorrad oder andere sperrige Dinge zu verladen.

Bei der Mitnahme unseres Dauertesters, einer Aprilia Tuono 660, konnte man anschließend das Hubbett so weit herablassen, dass noch eine Schlafhöhe von 80 cm vorhanden ist. Auf jeden Fall also genügend Platz, wenn man bei der Anreise zum Urlaubsort mit verladenem Bike übernachten muss. Bei ausgeladenem Fahrzeug kann das Bett auf eine Schlafhöhe von sehr üppigen 1,15 Metern herabgelassen werden.

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Im Vergleich zu anderen Motorradkonzepten ist dieses hier konsequent.

Für die Vermeidung von Gerüchen zwischen Lade- und Wohnraum gibt es optional ein Garagenzelt mit elektrischer Be- und Entlüftung. Der Platz im Heck reicht auch für zwei Motorräder, dann sollte aber auf das zulässige Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen geachtet werden. In der von uns getesteten Version soll der Rocket Moto nach Abzug des Fahrers und der gefüllten Tanks über eine maximale Zuladung von rund 450 Kilogramm verfügen. Ausreichend auf jeden Fall für zwei leichte Motorräder plus Gepäck.

Auch in anderen Bereichen wurde auf individuelle und gewichtsoptimierte Lösungen geachtet. Mittels Kederschienen können im Innenraum an vielen Stellen Sachen aufgehängt werden, zur Verdunkelung der Fenster kommen leichte und robuste Zeltplanen mit Magnetstreifen zum Einsatz. Zusätzlichen Stauraum bieten Taschen, die entsprechend leicht sind und jeweils eigene Plätze im Fahrzeug bekommen. Wie beispielsweise ein Kulturbeutel in der Nähe des Waschbeckens oder ein Wäschesack an der Hecktür.

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Gegen Benzingeruch gibt’s recht geruchsdichten Stoff.

Die individuelle Lösung hat allerdings auch ihren Preis: Unser Testfahrzeug mit dem (empfehlenswerten) 160-PS-Diesel und etlichen sinnvollen Extras schlägt mit etwas über 84.000 Euro zu Buche.

Rocket Camper Moto

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Rocket Camper
Das Grundkonzept ist bei Rocket stets gleich: Mittelküche mit allen Funktionen. Keine Dusche innen, Porta Potti und viel, viel sehr gemütlicher Wohnraum.
  • Preis: ab 69.950 Euro
  • Basis: Peugeot Boxer 2,2 L BlueHDI 120 (Euro 6d) mit 88 kW (120 PS) oder Fiat Ducato 2,2 L 120 Multijet3 VGT SCR (Euro 6d) mit 88 kW (120 PS)
  • Gesamtgewicht: 3.500 kg
  • Länge/Breite/Höhe: 4.753/1.848/1.960 mm
  • Empfohlene Personenzahl: 2–4
  • Baureihe: Der Moto ist eine Variante des Rocket One. promobil hat den Rocket One M bereits ausführlich getestet.
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