Teilintegrierte Reisemobile
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Chausson Combo X 550 (2021) Bernd Thissen
Chausson Combo X 550 (2021)
Chausson Combo X 550 (2021)
Chausson Combo X 550 (2021)
Chausson Combo X 550 (2021) 21 Bilder

Chausson X550 (2021) im Test

Chausson X550 (2021) im Test 7 Sitzplätze auf 6 Metern

Außen kompakt wie ein Kastenwagen, innen geräumig wie ein Teilintegrierter. Dem neuen X550 gelingt diese Kombination auf sehr überzeugende Weise – mit einem ganz besonderen Grundriss.

Die Klasse der schlanken Teilintegrierten, auch Vans genannt, erfährt zur Zeit eine deutliche Belebung. Immer mehr Hersteller wollen hier mitmischen, neuerdings auch die beiden französischen Trigano-Schwestermarken Chausson und Challenger, die mit dem X550 zudem auch einen sehr ungewöhnlichen Grundriss präsentieren. Der Chausson-Variante konnten wir in einem ersten Kurztest bereits auf den Zahn fühlen.

Mit 2,10 Meter Breite ist der X550 einer der schmalsten Vertreter dieser Klasse und damit gerade mal fünf Zentimeter breiter als ein Ducato-Kastenwagen. Wie die typischen Querbett-Campingbusse bleibt auch der X550 knapp unter sechs Meter Gesamtlänge. In der Höhe gönnt er sich mit 2,75 Meter dagegen gut 15 Zentimeter mehr als ein Ducato mit Dachhöhe H2, was aber bei der Parkplatzsuche nicht stört und dafür innen mehr Geräumigkeit und Stehhöhe ermöglicht.

Chausson Combo X 550 (2021)
Bernd Thissen
Das schwarze Teil der T-Haube wird im P-DPCD-Verfahren hergestellt und ist besonders robust und leicht.

Der Aufbau ist markentypisch mit GfK-Hülle und nahezu holzfrei ausgeführt. Die starken Schwarz-Weiß-Kontraste auf der Außenhaut schreien es aber geradezu heraus: Hier kommt kein gewöhnlicher Chausson, sondern etwas Neues, Automotives.

Neuartig ist dabei auch die Konstruktion der T-Haube über dem Fahrerhaus. Sie besteht aus mehreren Teilen. Das mittlere, schwarze mit integriertem Skyroof-Dachfenster wird im hochmodernen P-DPCD-Verfahren hergestellt. Die Vorteile der damit produzierten Duroplast-Teile sollen in einer hohen Schlagfestigkeit bei tiefen wie hohen Temperaturen und gleichzeitig geringem Gewicht liegen. Sicher kein Fehler, an dieser Stelle ein besonders robustes Material zu verwenden, wo etwa auf einem Stellplatz ein Ast schon mal unsanft über die "Stirn" streicht.

Großzügiger Innenraum, aber keine Heckgarage

Spacig-modern zeigt sich auch die schwarz-weiße Heckpartie mit hoch angebrachtem Leuchtenpanel. Dadurch muss allerdings der Fahrradträger weit oben montiert, die Drahtesel entsprechend weit hochgehoben werden. Denn eine Garage gibt es im X550 nicht. Nur ein schlankes hohes Außenstaufach auf der linken Seite, in dem immerhin die Campingmöbel und noch etwas mehr gut unterkommt.

Die zweite "Kröte", die man beim X550 schlucken muss – dann hat es sich aber auch schon –, ist das Hubbett, das als Hauptbett dient. Es ist der Schlüssel zu der wirklich überraschenden Großzügigkeit, die man in allen Bereichen des Ausbaus dafür genießen kann; doch dazu kommen wir gleich.

Chausson Combo X 550 (2021)
Bernd Thissen
Die Liegefläche ist leicht zu entern.

Ein Hubbett bedeutet immer mindestens einen kleinen Umbauaufwand, Chausson gestaltet diesen aber so angenehm wie möglich. Das beginnt mit dem elektrischen Antrieb, der das Bett mühelos rauf- und runtergleiten lässt, wahlweise bis auf die Höhe der Sitzpolster, was einen bequemen Einstieg erlaubt. Dafür müssen allerdings zuvor die Lehnenpolster abgenommen und der Tisch – ebenfalls elektrisch – abgesenkt werden. Die Liegefläche erreicht rund 1,90 mal 1,40 Meter, die Matratze ist acht Zentimeter dick und liegt auf einem Lattenrost.

Möglich ist aber auch, das Bett auf halber Höhe zu stoppen und mittels Leiter zu entern. Dann kann man mit Hilfe zweier Zusatzpolster aus der Sitzgruppe ein weiteres Doppelbett bauen. Für die Vier-Personen-Nutzung können die Längsbänke in zwei Einzelfahrplätze mit Dreipunktgurt und Isofixösen verwandelt werden. Dazu sind allerdings schon ein paar Handgriffe nötig, die mühsam werden können, wenn man sie täglich ausführen müsste. Das Ergebnis ist dafür aber ganz respektabel.

Geradezu begeisternd präsentiert sich die Sitzgruppe bei ihrer Hauptaufgabe – als geräumiges Wohnzimmer. Fünf Personen können auf den Längsbänken rund um den großen Tisch mit hälftig umklappbarer Platte bequem sitzen. Zwei weitere Plätze steuern die drehbaren Cockpitsessel bei – macht insgesamt sieben. Wohlgemerkt: Der X550 ist sechs Meter lang und 2,10 breit.

Küche: Das Nützlichste aus beiden Aufbauarten

Chausson Combo X 550 (2021)
Bernd Thissen
Die Küche ist kompakt, der Stauraum ausreichend, die Klapparbeitsplatte hilfreich.

Die Küche zeigt sich als clevere Kreuzung aus typischen Campingbus- und Teilintegrierten-Elementen. So begnügt sich der Kocher einerseits mit zwei Flammen, und die Arbeitsfläche wird mittels Klappbrett verlängert. Andererseits gibt es reichlich Stauraum in Schränken und Schubladen, und der Kühlschrank erreicht mit 139 Litern eine respektable Größe.

An den Kühlschrank rechts schließt sich der Kleiderschrank an, der mit einem großen Hängefach oben und acht Wäschefächern unten ein beachtliches Volumen aufbietet. Auch wenn man berücksichtigen muss, dass es an der Sitzgruppe keine Hängeschränke gibt. Durchdacht: Die Kleiderschranktür kann über den Gang hinweg geschlossen werden und so als Raumteiler dienen. Dabei entsteht zusammen mit dem Heckbad ein praktischer Ankleidebereich.

Der Sanitärraum bildet den furiosen Abschluss des Combo – immer mit Blick auf die Fahrzeuggröße. Er erstreckt sich über die ganze Aufbaubreite und kombiniert rechts geschickt die Kassettentoilette mit einem großen Klappwaschbecken und einem Spiegelschrank, um links reichlich Platz für eine komfortable, gut ausgestattete Dusche zu lassen.

Daten und Messwerte

  • Aufbau: Sandwich-Bauweise, PU- und Holzverstärkungen, außen rundum GfK, innen Sperrholz, Isoliermaterial Wand/Dach/Boden XPS-Schaum, Wandstärke Wand/Dach/Boden 30/55/64 mm, 2 Kunststoff-Isolierfenster mit PU-Rahmen, 2 Panorama-Dachfenster, 1 Dachhaube.
  • Ausbau: Möbel aus Sperrholz, Sitzbänke mit 2 Dreipunktgurten, Hubbett 1790–1890 x 1400 mm, umgebaute Sitzgruppe 1930 x 1150–1570 mm, Bad mit Kassettentoilette und abtrennbarer Duschkabine, Küche mit Zweiflammkocher (Elektrozündung) und Absorberkühlschrank 139 L.
  • Bordtechnik: Kraftstoff-Gebläseheizung Eberspächer, 4000 W, Gas-Boiler Truma BG 10, Frisch-/Abwassertank 100/100 L, Bordbatterie Blei-Säure-Typ 100 Ah, Gasflasche 1 x 11 kg.
  • Basisfahrzeug: Fiat Ducato 35 L, Vorderradantrieb, Vierzylinder-Turbodiesel, Hubraum 2287 cm3, Leistung 103 kW/140 PS, Sechsgang-Schaltgetriebe.
  • Maße und Gewichte: Länge x Breite x Höhe 5990 x 2100 x 2750 mm, Radstand 3800 mm, zulässiges Gesamtgewicht 3500 kg.

Preise und Ausstattung Chausson X550

Chausson Combo X 550 (2021)
promobil

Gurte/Schlafplätze: 4/2-4
Zul. Gesamtgewicht: 3500 kg
Länge/Breite/Höhe: 5,99/2,10/2,75 m
Grundpreis: ab 59.990 Euro

Ausstattung des Testwagens

  • Exclusive-Line-Paket: Serie (Radio mit Touchscreen und Rückfahrkamera, Fahrer-/Beifahrer-Airbag, 140-PS-Motor, 16"-Alufelgen, Faltverdunkelung, LED-Tagfahrlicht, Lederlenkrad, Tempomat, Klimaanlage, Nebelscheinwerfer, Skyroof, Panorama-Dachfenster, Tempomat, Aufbautür m. Fliegengitter u. Zentralverriegelung, Holzrost f. Dusche)
  • Safety-Paket: 1490 Euro (div. Assistenzsysteme)
  • Automatic-Paket: 4990 Euro (160-PS-Motor, Automatikgetriebe)

Wertung: Chausson X550 (2021)

Maximal 5 Punkte möglich

  • Betten: 2,5 Punkte
  • Sitzgruppe: 4,0 Punkte
  • Küche: 3,5 Punkte
  • Sanitärraum: 4,0 Punkte
  • Möbelbau: 3,0 Punkte

Übrigens: Zeitgleich mit Chausson präsentiert Challenger das Zwillingsmodell X150.

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Würden Sie sich einen Grundriss nur mit Hubbett als Hauptbett zulegen?
Ja, auf jeden Fall, wenn der restliche Innenraum so am besten genutzt werden kann.
Nein, ich wünsche mir zumindest ein festes Bett, das nicht täglich gebaut werden muss.

Fazit

Verglichen mit einem typischen Sechs-Meter-Querbett-Campingbus bietet der X550 praktisch überall deutlich mehr Platz – außer beim Außenstauraum. Das Hubbett ist zwar nicht fest, aber ähnlich groß. Mit rund 60.000 Euro ist der X550 teurer als typische Querbett-Busse, dafür aber als Exclusive-Line schon sehr gut ausgestattet – und bereits auf die Mitte 2021 startende neue Ducato-Generation kalkuliert.

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