Gas, Induktion oder Elektro? Die richtige mobile Kochplatte fürs Camping.

Mobile Kochplatten für Camping im Vergleich
Gas, Elektro, Induktion – Was darf es sein?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 04.02.2026
Als Favorit speichern
KŸche
Foto: Philipp Heise

Für viele Camperinnen und Camper gehört es zum Reisegefühl, abends selbst etwas Warmes auf den Tisch zu bringen – egal ob im Zelt, im Van oder im großen Wohnmobil. Mobile Kochplatten spielen dabei gerade im kompakteren Campingbereich und im Selbstausbau eine zentrale Rolle. Die Art der Kochplatte oder des Campingkochers entscheidet, wie schnell, wie effizient und wie autark gekocht werden kann.

Ein Beispiel: Nicht jede Kochplatte bringt das Nudelwasser gleich schnell zum Kochen. Während moderne Induktionsplatten mit hoher Effizienz und kurzen Kochzeiten punkten, arbeiten klassische Elektroplatten deutlich gemächlicher. Gaskochplatten wiederum setzen weniger auf Effizienz im physikalischen Sinne, sondern auf maximale Autarkie – unabhängig von Steckdosen, Batterien oder Ladezuständen.

Die Anforderungen unterscheiden sich entsprechend stark. Auf Campingplätzen mit Stromanschluss zählen Komfort und einfache Handhabung, beim autarken Reisen ohne Infrastruktur dagegen Energieverbrauch und Unabhängigkeit. Genau hier zeigen sich die Stärken und Schwächen der unterschiedlichen Kochtechnologien besonders deutlich.

Dieser Vergleich soll Orientierung geben und zeigen, welche Kochplatte zu welchem Camping-Stil passt – mit Blick auf Energieeffizienz, Kochgeschwindigkeit und Autarkie im realen Campingeinsatz.

1. Drei Haupttypen mobiler Kochplatten: Bewertung und Vergleich

Mobile Kochplatten bzw. Campingkocher lassen sich grundsätzlich in drei Kategorien einteilen: elektrische Kochplatten, Induktionskochplatten und Gaskocher. Alle verfolgen unterschiedliche technische Konzepte – und bringen damit sehr verschiedene Eigenschaften für den Einsatz beim Camping mit.

Entscheidend für die Bewertung sind mehrere Faktoren: Wie effizient wird Energie genutzt? Wie schnell steht Hitze zur Verfügung? Wie autark kann gekocht werden – und wie aufwendig ist die Energieversorgung? Hinzu kommen Aspekte wie Sicherheit, Transport, Kosten und die Frage, wie gut sich das jeweilige System in den Campingalltag integrieren lässt.

1.1 Elektrische Kochplatten

Kochplatten, Campingkocher
Fritz Berger

Elektrische Kochplatten gehören zu den einfachsten Lösungen für mobiles Kochen. Die Technik ist überschaubar: Eine Heizspirale oder Glaskeramikfläche wird über Strom erhitzt und gibt die Wärme an den Topf weiter. Das macht sie robust, günstig und leicht verständlich.

Im Campingalltag sind sie vor allem dort sinnvoll, wo ein fester Stromanschluss vorhanden ist. Auf Campingplätzen oder Stellplätzen mit Landstrom funktionieren sie zuverlässig und ohne großen Planungsaufwand. Für einfache Gerichte wie Nudeln, Reis oder Soßen reicht die Leistung völlig aus.

Ein klarer Pluspunkt ist ihre uneingeschränkte Indoor-Tauglichkeit. Elektrische Kochplatten lassen sich problemlos im Fahrzeug, im Vorzelt oder zu Hause einsetzen – etwa als Zusatzkochstelle in der Küche, in der Ferienwohnung oder im Gartenhaus. Damit eignen sie sich besonders für Camper, die ein Gerät mehrfach nutzen möchten und keine reine Campinglösung suchen.

Allerdings zeigt sich auch die Kehrseite der Technik: Elektrische Kochplatten arbeiten vergleichsweise langsam und verlieren einen Teil der Energie an die Umgebung. Für den Betrieb über Bordbatterien oder kleine Powerlösungen sind sie kaum geeignet – der Strombedarf ist hoch, der Nutzen begrenzt.

Die elektrische Kochplatte im Überblick

  • Energiequelle: 230-Volt-Stromanschluss
  • Kochgeschwindigkeit: eher langsam
  • Energieeffizienz: niedrig bis mittel
  • Autarkie: gering
  • Kochgeschirr: nahezu uneingeschränkt
  • Indoor-Nutzung: problemlos möglich
  • Typischer Einsatz: Campingplätze mit Strom, Zuhause, Ferienwohnung
  • Hier kaufen: Elektrokocher und Kochplatten bei Fritz Berger.

Infrarotkochplatten (Sonderform der elektrischen Kochplatte)

Kochplatten, Campingkocher
Amazon

Infrarotkochplatten werden häufig als eigene Technologie beworben, sind technisch gesehen jedoch eine spezielle Form der elektrischen Kochplatte. Statt einer klassischen Heizspirale arbeitet unter der Glaskeramik ein Infrarot- oder Halogenheizelement, das Wärme durch Strahlung erzeugt. Dadurch wird die Kochfläche schneller heiß und die Wärme gleichmäßiger verteilt.

Im Campingalltag macht sich das vor allem beim Aufheizen bemerkbar: Wasser kocht etwas schneller als auf herkömmlichen Elektroplatten, bleibt aber deutlich langsamer als auf Induktion. Ein weiterer Vorteil ist die uneingeschränkte Topfwahl – im Gegensatz zur Induktion funktioniert nahezu jedes Kochgeschirr.

Trotzdem bleiben die grundsätzlichen Einschränkungen elektrischer Kochsysteme bestehen. Infrarotkochplatten benötigen eine stabile Stromversorgung und eignen sich kaum für den Betrieb über Bordbatterien. Für autarkes Campen spielen sie daher keine Rolle, auf Campingplätzen mit Stromanschluss können sie jedoch eine komfortablere Alternative zur klassischen Heizplatte sein.

Die Infrarotkochplatte im Überblick

  • Energiequelle: 230-Volt-Stromanschluss
  • Kochgeschwindigkeit: mittel
  • Energieeffizienz: mittel
  • Autarkie: gering
  • Kochgeschirr: nahezu uneingeschränkt
  • Indoor-Nutzung: problemlos möglich
  • Typischer Einsatz: Campingplätze mit Stromanschluss, Zuhause, Ferienwohnung
  • Hier kaufen: Infrarot-Elektrokochplatte bei Amazon.

1.2 Induktionskochplatten

Kochplatten, Campingkocher
Fritz Berger

Induktionskochplatten gelten als die effizienteste Lösung beim mobilen Kochen. Die Hitze entsteht nicht in der Platte selbst, sondern direkt im Topfboden – Energieverluste werden so deutlich reduziert. Das Ergebnis: sehr kurze Kochzeiten und eine präzise Temperaturregelung.

In der Praxis bedeutet das, dass Wasser besonders schnell kocht und sich auch anspruchsvollere Gerichte gut umsetzen lassen. Gleichzeitig bleibt die Kochfläche vergleichsweise kühl, was die Sicherheit erhöht und die Reinigung erleichtert.

Auch abseits des Campings lässt sich eine Induktionskochplatte problemlos in der Wohnung oder Ferienunterkunft einsetzen – vorausgesetzt, Stromanschluss und geeignetes Kochgeschirr sind vorhanden.

Der Haken liegt in der Stromversorgung. Induktionskochplatten benötigen hohe Leistungen und setzen eine große Bordbatterie in Kombination mit einem leistungsfähigen Wechselrichter voraus. Ohne diese technische Basis ist ihr Einsatz beim Camping kaum sinnvoll. Zudem ist spezielles, ferromagnetisches Kochgeschirr Pflicht.

Die Induktionskochplatte im Überblick

  • Energiequelle: Bordbatterie + Wechselrichter oder Landstrom
  • Kochgeschwindigkeit: sehr hoch
  • Energieeffizienz: sehr hoch
  • Autarkie: abhängig von Bordelektrik
  • Kochgeschirr: nur ferromagnetisch
  • Indoor-Nutzung: problemlos möglich
  • Typischer Einsatz: technisch optimal ausgestattete Campingbusse und Vans, Selbstausbau, evtl. im Eigenheim
  • Hier kaufen: Induktionskochplatten bei Fritz Berger.

In diesem Artikel haben wir eingebaute Induktionskochplatten getestet.

1.3 Gaskochplatten

Gaskocher, Mobil, Küche, Campingküche
Berger

Gaskochplatten sind der Klassiker für autarkes Campen. Sie funktionieren unabhängig vom Stromnetz und liefern sofort hohe Hitze. Gerade unterwegs, fernab von Infrastruktur, spielen sie ihre Stärken aus.

Im Alltag überzeugen Gaskocher durch ihre Vielseitigkeit: nahezu jedes Kochgeschirr ist nutzbar, die Hitze lässt sich gut regulieren und auch längere Kochzeiten sind problemlos möglich. Zudem punktet Gas mit langer Betriebsdauer bei vergleichsweise geringem Gewicht der Kartuschen oder Flaschen.

Dem gegenüber stehen Sicherheitsaspekte durch die offene Flamme sowie der zusätzliche Platzbedarf für Gasvorräte. Auch Wind kann die Effizienz beeinträchtigen, weshalb ein Windschutz sinnvoll ist.

Gasgeräte eignen sich in erster Linie für den Outdoor-Einsatz; in Innenräumen sind Belüftung und Sicherheitsabstände zwingend zu beachten.

Der Gaskocher im Überblick

  • Energiequelle: Butan-/Propan-Gas
  • Kochgeschwindigkeit: hoch
  • Energieeffizienz: gut, abhängig von Wind
  • Autarkie: sehr hoch
  • Kochgeschirr: nahezu uneingeschränkt
  • Indoor-Nutzung: problemlos möglich
  • Typischer Einsatz: autarkes Campen, Outdoor-Küche, Garten, Selbstausbau, Vanlife
  • Hier kaufen: Gaskocher bei Fritz Berger.

2. Welche Kochplatte ist am energieeffizientesten, günstigsten, schnellsten?

Beim Energiebedarf zeigen sich klare Unterschiede: Gas punktet mit langer Betriebsdauer bei vergleichsweise geringem Gewicht, Induktion mit hoher Effizienz, aber hohem Leistungsbedarf. Elektrische Kochplatten sind am stärksten vom externen Stromanschluss abhängig.

Auch bei den Kochzeiten trennen sich die Systeme deutlich. Induktion bringt Wasser am schnellsten zum Kochen, Gas folgt knapp dahinter. Elektrische Kochplatten benötigen spürbar mehr Zeit – was im Campingalltag meist akzeptabel, aber merkbar ist.

Kostenmäßig sind elektrische Kochplatten die günstigste Option, Induktion bildet das obere Ende. Gas liegt dazwischen und überzeugt mit niedrigen laufenden Kosten.

3. Welche Kochplatte eignet sich für welchen Einsatzzweck?

Auf dem Wochenend-Zeltplatz mit Stromanschluss reicht eine elektrische Kochplatte völlig aus. Genauso für kleine Wohnwagen, in denen drinnen gekocht wird. Beim mehrtägigen autarken Trip ohne Strom ist Gas die praktikabelste Lösung. Und im modernen und autarken Vanlife-Alltag mit großer Bordbatterie und leistungsfähigem Wechselrichter zeigt die Induktionskochplatte, wie komfortabel mobiles Kochen sein kann.

Wann also welche Kochplatte? Kurz und knapp:

Wer Strom vor Ort hat, ist mit elektrischen oder induktiven Lösungen komfortabel unterwegs. Wer unabhängig bleiben will, greift zu Gas. Schnelles, präzises Kochen spricht für Induktion, ein günstiger Einstieg für klassische Elektroplatten.

5. Mobile Kocher im Selbsttest bei promobil

Für das Format "Zubehör ausprobiert" testet promobil regelmäßig Campingzubehör im Campingalltag. Diese mobilen Campingkocher haben unseren Praxistest durchlaufen:

Getestet: Camp4-Gaskartuschenkocher

Zubehoer Kochen f
A. Becker

Kocher in kompaktem Format (eingeklappt 37 x 20 x 12 cm) fürs Kochen vor dem Reisemobil. Raus aus dem Koffer, Kartusche mit Drehverschluss rein, schon ist der Camp4-Kocher einsatzbereit. Der Brenner hat einen Innen- und einen Außenring für die gleichmäßige Erwärmung des Topfes oder der Pfanne.

Die Beine des Kochers sind zweistufig einstellbar. Der Drehregler gibt bei vollem Umdrehen den Impuls an den Piezozünder – manchmal ist ein zweites Mal Zünden notwendig. Der Drehknopf erlaubt eine genaue Justierung im unteren Bereich, während im oberen Bereich alles weggebrutzelt wird, was dem Kocher in die Quere kommt. Zum Lieferumfang gehört ein Koffer aus Kunststoff, in dem der Kocher verstaut werden kann.

 Kann nicht: handelsübliche Kartuschen aufnehmen.

  • Sonstiges: Zum Lieferumfang gehört ein Koffer aus Kunststoff, in dem der Kocher verstaut werden kann. Die Qualität stimmt.
  • Preis: ab ca. 75 Euro
  • Kaufen: Hier den Camp4-Kocher direkt kaufen.

In diesem Artikel testen wir 8 Gaskocher im Verlgeichstest.

Getestet: Rosenstein & Söhne 2-in-1-Kochplatte

Campingzubehör 2-in-1-Kochplatte
Ingo Köcher

Die Rosenstein & Söhne 2-in-1-Kochplatte wird per Knopfdruck auf dem achtstufigen Temperaturdrehregler an der Vorderseite ein- und ausgeschaltet. Auf höchster Stufe (8) bringt man einen Liter Wasser in weniger als sieben Minuten zum Kochen (Test im Freien, ohne Topfdeckel).

Das Glaskeramikkochfeld hat einen Durchmesser von 22 Zentimetern und ist für alle Töpfe und Pfannen geeignet. Zum Grillen steht ein 30 Zentimeter großer Grillaufsatz zur Verfügung. Die antihaftbeschichtete Platte ist am Rand mit Langlöchern versehen, über die das beim Grillen austretende Fett in eine darunter befindliche Auffangschale abfließt.

Die heiße Grillplatte kann mit zwei Edelstahlgriffen von der Kochplatte gehoben werden. Auffangschale und Grillplatte sind spülmaschinengeeignet, die Kochplatte gegen Einbrennen geschützt. Der 2.000 Watt starke Infrarotkocher hat einen Durchmesser von 34 Zentimetern, ist zehn Zentimeter hoch und 3,2 Kilogramm schwer.

 Kann nicht: für die gleichzeitige Zubereitung mehrerer Speisen genutzt werden. Auch die parallele Nutzung von Infrarotkochfeld und Grillplatte ist nicht möglich. Um den Kocher am Tisch oder vor dem Fahrzeug zu nutzen, benötigt man ein Verlängerungskabel.

Getestet: Sterling Power mobiles Induktionskochfeld

KŸche
Philipp Heise

Ein Induktionskochfeld wie das Sterling Power kann die Sicherheit im Campingbus erhöhen, gerade auch wenn Kinder mit an Bord sind, denn das Induktionskochfeld erhitzt vor allem den aufgestellten Topf bzw. die Pfanne und wird selbst nur mäßig warm. Eigentlich für den Einbau gedacht, wurde das Sterling Power auch mobil getestet.

Über das kabelgebundene Display lassen sich acht Heizstufen mit 200 bis 1.500 Watt abrufen. So eignet sich das Gerät auch für Plätze, die weniger hoch abgesichert sind, oder für den Betrieb mit Wechselrichter.

Der Durchmesser der Herdplatte beträgt 26 Zentimeter – genug Platz, um auch große Töpfe und Pfannen schnell heiß zu bekommen. Zudem ist es möglich, zwei kleinere Töpfe zeitgleich zu befeuern. Deren Böden stehen dann jeweils nur zur Hälfte auf dem Kochfeld.

 Kann nicht: mit allen Töpfen und Pfannen genutzt werden. Das Kochgeschirr muss induktionstauglich sein. Einfacher Test: Töpfe und Pfannen müssen magnetisch sein.

  • Ist: ein mobiles/Einbau-Induktions-Kochfeld, das nur 100 Millimeter Einbautiefe benötigt und ein separates Bedienteil aufweist.
  • Für: Selbstausbauer und alle, die neben dem vorhandenen Gaskocher noch eine zusätzliche und vor allem schnelle Kochstelle wünschen.
  • Preis: ab ca. 70 Euro

Fazit