Es gibt zwei Arten von Camperinnen und Campern: Die einen reden offen über ihre Toilette – die anderen lügen, wenn sie sagen, das Thema ginge sie nichts an. Denn früher oder später beschäftigt sich jeder mit der Frage: "Wohin mit dem, was man ungern mitnimmt, aber auch nicht liegen lassen will?" Die Bordtoilette ist der große Gleichmacher des mobilen Reisens – egal ob im Fünf-Meter-Kastenwagen oder im rollenden Luxusliner. Und doch ist sie eines der streitbarsten Themen auf jedem Stellplatz: Chemie oder Kompost? Kassettenwechsel oder Eimerausleeren? Lüftung oder Duftbaum?
Auf der Messe CMT 2026 zeigten die Hersteller: Es geht auch anders. Smarter, sauberer, nachhaltiger – und manchmal sogar stilvoll. Neue Toilettensysteme versprechen mehr Autarkie, weniger Geruch und Bedienung ohne Ekelfaktor. Aber kann Technik wirklich das lösen, worüber viele nicht einmal sprechen wollen?
Der große Trend zur Trenntoilette
Wer über die Messe in Stuttgart schlenderte, der kam nicht an Campingtoiletten vorbei. Sie waren nicht nur in der Zubehörhalle zu finden, sondern überall konnten die Besucherinnen und Besucher über sie stolpern. Kein Wunder, sie sind eines der wichtigsten Ausstattungsmerkmale. Ein großer Trend ist bei aktuellen Modellen spürbar: Sie wollen chemiefreie Alternativen bieten. Mittlerweile weitverbreitet sind Trenntoiletten-Systeme.
Viele der Lösungen sind sogar zum Nachrüsten geeignet. Wer also seine herkömmliche Kassettentoilette ersetzen will, findet in unserer Auflistung eine passende Alternative.
1. BioTioo 2.0 RL Motion

Ein elektrisches Rührwerk durchmischt den Inhalt regelmäßig in der BioTioo.
Diese Hightech-Trenntoilette für Boote, Tiny Houses und Camper mixt Komfort mit Automatik: Ein elektrisches Rührwerk durchmischt den Inhalt regelmäßig, während ein ausgeklügeltes Belüftungssystem Gerüche effizient verhindert. Komplett chemie- und wasserfrei – mit Edelstahlkomponenten und optionalem Nachtmodus.
- Vorteil: komfortabel, geruchsdicht und wartungsarm
- Nachteil: Strombedarf durch Motor & Lüfter
2. Clesana X1

Die Clesana X1 ist eine tragbare Verschweißtoilette.
Die tragbare Verschweißtoilette Clesana X1 sammelt Ausscheidungen in einer Folienkammer, die per Knopfdruck hygienisch verschlossen wird – ganz ohne Spülwasser oder Chemie. Das Gerät läuft mit Akku oder Netzstrom, wiegt nur 11 kg und ist ideal für Minimalcamper oder Ausnahmesituationen.
- Vorteil: Autark und sauber, ideal für mobile Nutzung
- Nachteil: Verbrauchsmaterial (Folienliner) erzeugt laufende Kosten
3. Dometic CTT 4000

Statt Chemiekassette kommt eine neue Kassette zum Trennen rein.
Diese neu entwickelte Trenntoilette entstand in Kooperation mit Arwinger. Die Basis bildet die bewährte CT 4000, die durch neue Komponenten zur Kassettentrenntoilette wird. Der geteilte Innenbehälter wird wie gewohnt über das Außenfach entnommen – ganz ohne Umbauten am Fahrzeug. Auch als Nachrüstlösung für bestehende Fahrzeuge erhältlich.
- Vorteil: nachrüstbar & serienfähig, intuitive Nutzung
- Nachteil: Nur für kompatible Dometic-Systeme geeignet
4. LooBuddy

Statt einer Spülung kommt einfach ein Beutel in die Kassette.
Der LooBuddy ist eine Art "Toiletten-Windel" für Chemiesysteme: Ein saugfähiger Beutel ersetzt Chemieeinsatz und spült Flüssigkeit in einen hygienischen Einwegbeutel. Der Umbau ist reversibel, die Anwendung einfach – allerdings mit erhöhtem Müllaufkommen.
- Vorteil: Kein Umbau nötig, Chemiefreiheit per Beutel
- Nachteil: Mehr Müll, Entsorgung nicht überall erlaubt
5. Perfect Indi TTT

Die erste mobile Trenntoilette von Perfect Van.
Diese mobile Trenntoilette ist speziell für Vans und kleine Fahrzeuge gemacht. Kein Strom, kein Wasser, keine feste Installation – einfach hinstellen, benutzen, fertig. Dank robuster Bauweise kann sie auch als Hocker dienen, ein Sichtfenster zeigt den Füllstand an.
- Vorteil: Leicht, kompakt, vielseitig einsetzbar
- Nachteil: Nur manuelle Entleerung, kein Komfortzubehör
6. Setrenlo

Die schicke Trenntoilette von Setrenlo kommt ohne Streu aus.
Setrenlo hebt sich durch Design und Komfortanspruch ab: Die Trenntoilette wird aus edlem Corian gefertigt, kommt ganz ohne Streu oder Chemie aus und sieht aus wie ein Designerstück fürs Badezimmer (Kosten: knapp 2.000 Euro). Die Setrenlo trennt Urin und Feststoffe direkt beim Toilettengang durch einen Trenneinsatz voneinander. Urin fließt in einen Tank, während Feststoffe in einem separaten Behälter landen. Ein leiser Lüfter, oft mit Aktivkohlefilter, trocknet die Feststoffe und leitet Gerüche nach außen.
- Vorteil: Wohnliches Design, keine Streu nötig
- Nachteil: Teurer als viele Konkurrenzprodukte
7. Thetford S 220 & S 260

Die Trenntoilette von Thetford.
Mit der neuen S-Serie bringt Thetford erstmals eigene Trenntoiletten für den Festeinbau. Sie basieren auf bewährten Kassettensystemen und trennen Flüssiges und Festes in zwei Kammern. Eine patentierte Abdeckplatte sorgt für Hygiene und verhindert Gerüche beim Entleeren. Die Nachrüstkits SK 220 und SK 260 machen auch ältere Toiletten fit für chemiefreie Nutzung.
Neu: ein Geruchsfilter für die Trockentoilette. Der elektrische Ventilator saugt die Luft direkt aus der Toilette, filtert sie durch einen Kohlefilter und leitet sie nach außen, sodass unangenehme Gerüche keine Chance haben.
- Vorteil: seriennah, vertraute Bedienung, hygienische Entleerung
- Nachteil: Fester Einbau bleibt Voraussetzung
Wie funktionieren Trenntoiletten?
Trenntoiletten, auch Trocken‑Trenntoiletten genannt, trennen bereits beim Toilettengang die Ausscheidungen: Urin und Feststoffe werden in zwei separaten Behältern gesammelt – ganz ohne Wasser oder chemische Zusätze, wodurch Gerüche deutlich reduziert werden.
Die festen Ausscheidungen werden in einem separaten Feststoffbehälter aufgefangen und meist mit einem pflanzlichen Einstreu wie Kokosfasern, Miscanthus- oder Strohpellets und Aktivkohle abgedeckt, wodurch die Feuchtigkeit entzogen und Geruchsbildung vermieden wird. Nach Gebrauch lassen sich die Feststoffe oft – abhängig vom Modell – in kompostierbaren Beuteln entweder über den Restmüll entsorgen oder kompostieren.
Trenntoiletten kommen ohne Wasser und chemische Zusätze aus, sparen wertvolles Frischwasser und bieten durch getrennte Behälter für Urin und Feststoffe eine geruchsärmere, nachhaltigere Entsorgung und längere Autarkie.
Weil Urin und Feststoffe getrennt aufgefangen werden, kommt es nicht zur Geruchsbildung, die typischerweise durch die Vermischung mit Wasser entsteht. Zudem entzieht Streumaterial wie Kokos‑ oder Stroheinstreu dem Feststoff Feuchtigkeit, wodurch Faulgase verhindert werden.












