Deutlich moderner, doch teurer: Ist der neue Eriba Feeling 442 sein Geld wert? Ein Test

Eriba Feeling 442 im Test
Ist der moderne Wohnwagen seinen Preis wert?

vom Campingprofi seit 1959
ArtikeldatumVeröffentlicht am 30.11.2025
Als Favorit speichern

Zugegeben, die Überarbeitung des Eriba Feeling war längst überfällig – und das zeigt sich besonders deutlich beim Blick auf den Neuen. Der Fahrzeugschein weist den Testwagen noch als Nullserien-Exemplar mit zahlreichen Sondereintragungen aus. Dass es an der ein oder anderen Stelle noch hakt, muss darum zwar erwähnt, aber auch korrekt eingeordnet werden.

In Sachen Interieurdesign und Verarbeitung gibt es kaum Beanstandungen. Das neue Design folgt der aktuellen Hymer-Linie und ist rein subjektiv ein deutlicher Schritt nach vorn. Die hellen, glatten Möbelfronten in Filzoptik harmonieren hervorragend mit dem Boden, Tisch und Küchenarbeitsfläche in heller Beton-Optik. Im passenden Kontrast stehen dunkle Hölzer und anthrazitfarbene Küchenunterschränke, während die hohen Sitzpolster in frischem Grün als Teil des Wohnkomfort-Pakets farbige Akzente setzen.

Eriba Feeling 442

  • Schlafplätze: 4+2
  • Zul. Gesamtgewicht: 1300-1800 kg
  • Länge/Breite/Höhe: 6,64/2,16/2,25 m
  • Grundpreis ab: 29.259 Euro

Außen bleibt der Feeling seiner charakteristisch abgerundeten Form mit versenkten Kederschienen treu. Neu ist allerdings der modernisierte Heckleuchtenträger mit Voll-LED-Rückleuchten und einem angedeuteten, durchgehenden Leuchtenband.

Pual-Isolierung als besonderes Konstruktionsmerkmal

Unter dem Glattblech verbirgt sich ein Alleinstellungsmerkmal, das er sich mittlerweile nur noch mit seinem Festdach-Pendant Novaline teilt: die Pual-Isolierung. Im Gegensatz zu EPS oder XPS wird diese nicht plattenweise verklebt, sondern lückenlos ausgeschäumt. Ausgehärtet ist Pual feuchtigkeitsresistent und extrem stabil. Konventionell bleibt dagegen die Bodenkonstruktion aus einem 41 mm starken Sperrholzsandwich – hier wäre ein GfK-Boden, wie ihn der zwischenzeitlich eingestellte Nova hatte, die angemessenere Lösung gewesen.

Für einen Reisecaravan nicht optimal sind auch die schlecht erreichbaren, weil tief montierten Kurbelstützen. Auch der Einstieg verlangt Zugeständnisse, denn die fensterlose Tür ist gerade einmal 1,45 Meter hoch. Erst mit geöffnetem Aufstell- oder, wie im Testwagen, dem optionalen Schlafdach für 3.990 Euro hat der Feeling eine Stehhöhe von 1,98 Metern.

Wohnkomfort mit Abstrichen

Die Sitzgruppe im Wohnbereich ist durch den schmalen Aufbau und den großen Tisch etwas verwinkelt. Hat man sich jedoch auf einer der Bänke eingefädelt, überzeugen die hohen Optionspolster mit ausgezeichnetem Sitzkomfort. Auf einer Höhe mit dem Einhängetisch, nutzt Eriba das Bugbrett geschickt als Ablage und ergänzt Steckdosen und Lichtschalter.

f_Eriba-Feeling_Sitzgruppe
Andreas Becker

Weniger überzeugend ist die Lichtausstattung: Statt vier Leseleuchten in den Ecken über Sitzgruppe und Bett gibt es serienmäßig nur eine einzelne Akku-Leuchte, die sich flexibel aufstellen oder per Magnet (ohne Ladesockel) befestigen lässt. Für einen 30.000-Euro-Caravan ist das mager. Ähnlich verhält es sich mit den einfachen, vorgehängten Fenstern ohne Sperrknöpfe. Rahmenfenster mit Sperrknöpfen würden besser zu Preis und Anspruch passen.

Immerhin sind die Fensterrahmen innen schick verblendet, Duo-Plissee-Verdunkelungen tragen zum Premium-Ambiente bei. Küche und Bad teilen sich das Zentrum des Feeling und punkten wie der Rest der Einrichtungen mit solidem, elegantem Möbelbau auf hohem Niveau.

Küche und Bad: solide, aber nicht perfekt

Das Bad ist nach oben offen, was etwas gewöhnungsbedürftig ist, der Funktion aber keinen Abbruch tut. Die Duschwanne eignet sich gut zum Trocknen von Kleidung und Schuhen, kann aber ihren eigentlichen Zweck nicht erfüllen, da eine Dusche in Kombination mit dem optionalen Schlafdach nicht erhältlich ist. Ansonsten lässt das Bad kaum Wünsche offen: Offene und geschlossene Ablagen gibt es ausreichend, und die solide Banktoilette vermeidet Schmutzfallen. Lediglich die seitliche Beleuchtung am Spiegel ist nicht optimal.

Eine Besonderheit des 442 als größtem von drei Feeling-Grundrissen ist sein V-Längsbett im Heck. Es ist eine gelungene Mischung aus Einzel- und Doppelbett und der mit Abstand bequemste Schlafplatz im 442. Ein Lattenrost findet sich zwar auch im optionalen Dachbett. Hier ist er allerdings zweigeteilt, und die dünne Matratze lässt einen die Metallleiste in der Mitte der 1,50 Meter breiten Liegefläche deutlich spüren.

Technik & Preise

Technisch ist der Feeling 442 sehr gut aufgestellt: Klimaanlage, Rangierhilfe, Bordbatterie, Combi-4-Heizung und ein großer Kompressorkühlschrank lassen kaum Wünsche offen. Bis auf den Kühlschrank kostet aber beinahe alles Aufpreis. In Summe wirft der Testwagen mit über 16.000 Euro den Gegenwert eines Einsteigercaravans allein an Sonderausstattung in die Waagschale. Klar, Aufstelldach (3.990 Euro), Rangiersystem (2.590 Euro), Dachklimaanlage (2.290 Euro) und Aufbaubatterie sind teurer Luxus.

f_Eriba-Feeling_Außenansicht
Andreas Becker

Es finden sich aber eben auch Heckfenster, Deichselabdeckung, Alufelgen, Abwassertank, Combi-Heizung, zusätzliche Leseleuchten, Ambientelicht, Insektenschutztür und Abfalleimer als Einzelextras oder Paketbestandteile wieder. Das sind Dinge, die wir beim gestiegenen und mit 29.250 Euro ambitionierten Basispreis voraussetzen.

Das Reisen mit häufigen Ortswechseln gehört zu den absoluten Stärken des Feeling. Mit nur 2,16 Meter Aufbaubreite ist er extrem handlich, und durch seine Fahrhöhe von nur 2,25 Metern eignet er sich für niedrige Durchfahrten und den heimischen Carport. Parallel senkt die geringere Stirnfläche den Kraftstoff- oder Energieverbrauch des Zugfahrzeuges, was spürbar auf die Reichweite einzahlt.

Das fiel uns auf

 Das Schlafdach verhindert größere Dachfenster. Dafür nutzt Eriba die Aufstiegsluke für ein Dachfenster.

 Technik und Stauraum sind perfekt getrennt. Im Stauraum gibt es zudem Verzurrösen für die Ladungssicherung.

 Die Fläche auf dem Kühlschrank ist vom Dachbett aus perfekt als Ablage mit Ladeanschluss erreichbar.

 Große Serviceklappen erleichtern das Beladen von außen. Ein Fangband verhindert das Aufsetzen der Klappe.

 Wird die Garderobe genutzt, hängt die Kleidung genau in der, der Küche zugewandten Kühlschranköffnung.

 Der Schlafkomfort im Dachbett ist durch die dünne Matratze und die Metallstrebe darunter mau.

 Durch eine Schraube fixiert, ist der Spannverschluss im Spalt zum Reserverad nur schlecht erreich- und nutzbar.

 Der Dreh-Klemmverschluss begünstigt ein Einklemmen des Stoffbalgs. Folge: erste Mikro-Löcher im Zeltstoff.

Daten & Messwerte

f_Eriba-Feeling_Grundriss
Andreas Becker

Karosserie

Aufbau: Sandwichbauweise mit PUAL-Schaumisolierung. Dach GfK (30 mm), Seitenwände Alu-Glattblech (30 mm), Bug/Heck Glattblech. Boden Sperrholz-Sandwich (41 mm). Deichselkasten aus ABS. Einteilige Aufbautür 145 x 51 cm, Einstiegshöhe 47 cm. Serviceklappe Bug/Heck rechts 74 x 28 cm/98 x 41 cm, Heck links 74 x 28 cm Anbauteile: einteiliger Heckleuchtenträger, Rangierstange. Bugelemente aus ABS, aufgesetzte Rangiergriffe.

Fenster/Hauben: 8 Ausstellfenster mit Rastaufstellern und Duoplissee-Verdunkelung, Dachfenster 38 x 38 cm im Schlafdach.

Möbel

Material/Beschläge: Sperrholzmöbel mit Kunststoffscharnieren und Schnapp-Verriegelung, Pushlocks an Küchenunter- und -oberschränken, Schublade mit Selbsteinzug. Drehstangenschloss mit Pushlockverriegelung am Schrank, Fallenschloss Badtür.

Bordtechnik

Gas/Heizung: Gasheizung Truma Combi 4, 12-Volt-Gebläse, 7 Ausströmer (Sitzgruppe, Eingang, Küchenunterschrank, Bad, 3 x Bett). Wasseranlage: 45-Liter-Frischwassertank, Tauchpumpe. Elektrik: Umformer Lippert CSV 417, 6 Steckdosen (2 x Dinette, 2 x Küche, Bad, außen), 12-V-Anschluss an TV-Platz und in der Außensteckdose, USB-Anschlüsse an Dinette, Schlafdach und Hauptbetten. Beleuchtung: 2 Deckenspots als Hauptlicht, LED-Leiste als Küchenarbeitslicht, 2 Deckenspots im Bad. Vorzeltleuchte mit Bewegungsmelder. Ambientelicht in Sitzgruppe und Schlafbereich. Küchenausstattung: Zweiflammkocher mit Zündhilfe und Glasabdeckung, Rundspüle mit abgesetztem Hebelmischer und Schneidebrett-Abdeckung. Kühlschrank Dometic RCL 10.4 ET mit 154 Liter Nutzinhalt und 18 Liter Gefrierfach. Sanitär: Thetford-C403L-Banktoilette, Eckwaschbecken mit Hebelmischer.

Wertung

  • Wohnen: 3,4 von 5 Punkte.
  • Beladen: 4,2 von 5 Punkte.
  • Technik: 3,5 von 5 Punkte.
  • Fahren: 3,9 von 5 Punkte.
  • Preis & Service: 2,4 von 5 Punkte.

Fazit