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Leserfrage zu Chassisformen beim Wohnmobil

Rahmenvarianten, Wechsel und Sicherheit

Alko Chassisvariante

promobil Leser Wolfang Krause hat sich gefragt, was die verschiedenen Chassisformen bedeuten und was sie für Vor- und Nachteile haben. Beim Basisfahrzeug kann man aus verschiedenen Varianten wählen.

Rahmenvarianten im Wohnmobil

In promobil lese ich häufig über verschiedene Chassisformen. Welche Vor- und Nachteile haben sie für den Reisemobileinsatz? Und gibt es für alle Basisfahrzeuge die gleiche Auswahl an Chassisvarianten?

fragt Wolfgang Krause

Es gibt verschiedene Chassis- oder Rahmenvarianten, die jeweils ihre Vor- und Nachteile haben. Die meiste Auswahl gibt es für den Fiat Ducato. Für Wohnmobile kommen vor allem die folgenden Fahrgestelltypen zum Einsatz:

  • Werks-Leiterrahmen: Dieser Rahmen ist durch die doppelten U-Profile sehr stabil und steif. Nachteile: hohes Fußbodenniveau, höheres Gewicht.
  • Werks-Flachboden- oder -Plattformrahmen: Dieser Rahmen ist praktisch die Bodengruppe eines Kastenwagens. Sie besteht aus einem halbhohen Rahmenprofil und einer auf­geschweißten Blechplatte.
  • Werks-Flach- oder -Tiefrahmen: Diese Variante besteht aus einem halbhohen Rahmen und oben aufgeschweißten Blechstreifen. Sie hat den Flachbodenrahmen abgelöst, weil dessen Blechboden bei Bordtechnik-Installationen oft im Weg steht. Weitere Vorteile: niedriges Fußbodenniveau und geringeres Gewicht. Allerdings muss der Aufbau mittragend konstruiert sein; dazu wird die Bodenplatte oft aufgeklebt.
  • Alko-Tiefrahmen: Dieser Rahmen wird inklusive Hinterachse an einen Triebkopf angeflanscht. Die Alko-Hinterachse hat eine Einzelradaufhängung mit Drehstabfedern statt der Original-Starrachse mit Blattfedern. Diese Achskonstruktion ist besonders platzsparend. Die Rahmengeometrie ist zudem sehr flexibel, was die Radstände, Spurbreite und die Kröpfung anbelangt. Es gibt verschieden tief abgesenkte Versionen, allerdings vermindert sich dabei entsprechend die Bodenfreiheit. Auch vom Alko-Rahmen gibt es gewichtsoptimierte Varianten, bei denen der Aufbau mittragend ausgelegt sein muss.

Generell ist der verzinkte Al­ko-Rahmen teurer und wird darum eher bei kostspieligeren Modellen eingesetzt. Den besten Preis-Leistungs-Kompromiss bietet aber beim Fiat Ducato der weitverbreitete Werks-Flachrahmen.

Chassis-Wechsel beim Reisemobil

Da wir uns von unserem Reisemobil nicht trennen mögen, kam uns die Idee, die Wohnkabine auf ein neues Chassis umsetzen zu lassen. Ist das überhaupt möglich? Mit welchen Kosten ist zu rechnen und welche Werkstätten können so etwas fachgerecht durchführen?

fragt Werner Elsheimer

 Eine Umsetzung der Wohnkabine auf ein neues Fahrgestell lohnt sich aus rein wirtschaftlicher Sicht nur selten. Mögliche Gründe, es trotzdem durchzuführen, könnten eine besonders hochwertige Kabine, ein Grundriss, den es so auf dem Markt nicht mehr gibt, oder ein besonderer Individualausbau sein. Neben dem Preis für das neue Fahrgestell und das Umsetzen der Kabine selbst kommen in der Regel noch weitere Kosten für verschiedenste Anpassungsarbeiten hinzu – sei es an der Technik oder den Verkleidungsteilen. Der zeitliche Arbeitsaufwand ist meist erheblich und lässt sich im Vorfeld in der Regel nur grob abschätzen.

Der Frankia Alkoven auf seinem neuen Fahrgestell, einem gebrauchten Frod Transit. Wohnmobil-Fahrgestellwechsel Von Mitsubishi zu Ford Transit

Als mögliche Partner kommen Werkstätten und Hersteller in Frage, die ohnehin auch individuelle Umbaumaßnahmen nach Kundenwunsch durchführen. Eine Werkstatt, bei der wir die Durchführung so einer Umsetzung schon einmal verfolgt haben, ist etwa Riepert Fahrzeugbau in Polch bei Koblenz. Daneben gibt es noch einige weitere in Deutschland. Ein Blick in den promobil-Kleinanzeigenteil kann bei der Suche weiterhelfen.

Beifahrertür bei Vollintegrierten

Ist bei Integrierten aus Sicherheitsgründen eine Beifahrertür empfehlenswert?

fragt Joachim Ludwig

Im Prinzip ja, denn bei einem Unfall ist das der schnellste Fluchtweg für den Beifahrer bzw. der direkteste Zugang zum Beifahrer für Rettungskräfte. Da hinter dem Beifahrersitz aber fast immer gleich die Aufbautür folgt, ist das – nach unserer Einschätzung – aus Sicherheitssicht ein akzeptabler Kompromiss. Der Verzicht auf die Beifahrertür bringt, neben geringeren Kosten, auch den Vorteil, dass man den Gaskasten oder praktische Staufächer hier einbauen kann. Manche Hersteller bieten nicht einmal eine Fahrertür an – oder nur gegen Aufpreis. Bei Oberklasse-Linern ist das wegen des hochgesetzten Cockpits technisch kaum möglich. Bei allen anderen Integrierten sollte man auf die Fahrertür nicht verzichten.

Verschiedene Rahmen

Für Reisemobile auf dem Fiat Ducato gibt es ja bekanntlich verschiedene Chassisformen. Was sind denn die Vor- und Nachteile der einzelnen Varianten?

Gerhard Maier, per E-Mail

Das früher am häufigsten verwendete Chassis für aufgebaute Reisemobile auf Ducato-Basis ist der Werksleiterrahmen. Mit doppelten U-Profilen ist er sehr stabil und steif, bringt im Vergleich zu anderen Varianten aber auch mehr Gewicht und ein höheres Fußbodenniveau mit sich. Für Modelle mit Doppelboden ist er daher weniger geeignet, da die Stehhöhe im Innenraum gegebenenfalls eingeschränkt wäre. Inzwischen gebräuchlicher ist der Original-Flach- oder -Tiefrahmen, ein halbhoher Rahmen mit oben aufgeschweißten Blechstreifen. Ihn zeichnen ein niedriges Bodenniveau und ein vergleichsweise geringes Gewicht aus, der Aufbau muss allerdings mittragend konstruiert werden, weshalb die Bodenplatte in der Regel auf den Rahmen geklebt wird. Die technisch aufwendigste Chassisform stellt der Alko-Tiefrahmen. Seine Hinterachse hat keine Starrachse mit Blattfedern wie die Fiat-Varianten, sondern ist mit einer Einzelradaufhängung und Drehstabfedern bestückt. Das kommt dem Fahrkomfort zugute. Außerdem ist die Rahmenkonstruktion sehr flexibel, was den Radstand oder die Spurbreite betrifft. Gewichtsoptimierte Varianten, bei denen der Aufbau mittragend ist, sind auch hier verfügbar. Die Rahmen von Alko sind aber teurer als die Werksvarianten und werden daher eher bei hochpreisigen Modellen eingesetzt.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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