Auf Stell- und Campingplätzen gehört Strom oft dazu – abgerechnet wird er aber je nach Betreiber sehr unterschiedlich. Für Einsteiger ist wichtig: Das Preismodell entscheidet, ob die Kosten gut planbar sind und ob sich sparsamer Verbrauch direkt auszahlt.
1) Strom im Übernachtungspreis enthalten
Manchmal ist Strom im Übernachtungspreis enthalten ("Strom inklusive"). Das ist bequem, aber nicht immer automatisch günstiger: Oft ist der Grundpreis entsprechend kalkuliert.
Wenn Sie viel 230‑V‑Strom nutzen, kann ein Inklusivpreis praktisch sein, weil keine Extrakosten anfallen.
Wenn Sie hingegen sehr sparsam sind, kann es sich nachteilig anfühlen, weil Sie den Stromanteil mitbezahlen, auch wenn Sie nur wenig verbrauchen – dann wäre zum Beispiel eine Abrechnung nach kWh transparenter.
2) Strompauschale pro Nacht
Verbreitet ist auch eine feste Pauschale pro gebuchter Übernachtung, also eine Strompauschale von 3–6 Euro/Nacht, wenn Sie eine Parzelle mit Stromanschluss buchen.
Der Vorteil für autarke Camper: Es gibt auch die Möglichkeit eine Parzelle ohne Stromanschluss zu buchen. Das lohnt sich, wenn die Batterie eh noch voll genug ist bis zur nächsten langen Fahrt, oder über Solar bei längeren Standzeiten schnell genug nachgeladen wird.
Von der Pauschale pro Nacht profitieren vor allem jene CamperInnen, die mit Kaffeemaschine, Heißluftfritteuse und E-Bikes auf den Campingplatz auffahren.
Nachteil: Die Pauschale hängt nicht davon ab, wie viel Strom Sie tatsächlich verbrauchen. Wer nur Handy, Licht und Wasserpumpe nutzt, bezahlt also genauso viel wie jemand mit deutlich höherem Bedarf. Für jemanden, der kaum 230-V-Strom benötigt, lohnt sich das also eher um mal wieder aufzuladen, wenn die Fahrstrecken nicht reichen, um die Batterie über die Lichtmaschine voll zu laden.
3) Pauschale pro Zeit (z. B. pro 3/6/12/24 Stunden)
Einige Plätze rechnen über Zeittickets ab (teils über Automaten): Sie zahlen für eine bestimmte Anschlussdauer – unabhängig davon, wie viele kWh in dieser Zeit fließen. Das kann sinnvoll sein, wenn Sie nur kurz Strom benötigen (z. B. um die E-Bike-Akkus laden und den Wasserkocher zu benutzen). Wenn Sie hingegen dauerhaft am Strom hängen müssen, kann es im Vergleich zur kWh- oder Pauschal-Abrechnung teuer werden.
4) Abrechnung nach kWh (Zähler)
Am transparentesten ist meist die Abrechnung nach Kilowattstunden: Entweder hat jede Parzelle einen eigenen Zähler oder es wird per Zwischenzähler gemessen. Sie zahlen dann einen Preis pro kWh (je nach Platz sehr unterschiedlich). Vorteil: Wer wenig verbraucht, zahlt auch wenig. Der große Nachteil: Die Kilowattstunde kostet weit mehr als zu Hause. Teilweise 1 Euro oder mehr statt 30 bis 50 ct aus dem heimischen Netz. Die Klimaanlage zu betreiben und Akkus zu laden ist hier weniger empfehlenswert.
Wie wirkt sich das auf die Kosten aus?
Zur Orientierung: Kleingeräte (Licht, Wasserpumpe) bleiben meist bei einem überschaubaren Verbrauch und können auch über mehrere Tage autark betrieben werden, bis die nächste längere Fahrt den Wohnmobilakku wieder lädt.
Deutlich mehr Energie benötigen elektrische Heizgeräte, Klimaanlagen und bestimmte Küchengeräte sowie Akkus von Begleitfahrzeugen. Hier lohnt es sich klug zu planen, sofern man sein Wohnmobil nicht auf maximale Autarkie aufgerüstet hat.
Tipp: Planen Sie Ihren Verbrauch schlau. Laden Sie E-Bike-Akkus und planen Sie Mahlzeiten mit Airfryer oder Elektrogrill gezielt auf Tage, an denen Sie ohnehin auf einem Platz inkl. Strom oder mit Pauschale stehen. Wenn der Womo-Akku und die Fahrradakkus voll sind, von der letzten Fahrt, nutzen Sie einen Gasgrill oder den Gasherd zum Zubereiten der Mahlzeiten und sparen Sie sich den Stromanschluss. Selbst wenig autarke Wohnmobil können so zwei bis drei Tage am Platz stehen.












