Grundrisse Betten Nadine Maier
Grundrisse Betten
Knaus Live TI 650 MEG
Einzelbetten-Grundriss
Ahorn Camp Canada AS 24 Bilder

Alle Bettenvarianten für Reisemobile im Überblick

Wo schläft es sich am besten?

Da nachträgliches Möbelrücken im Reisemobil nicht möglich ist, will die Wahl der Bettenform wohlüberlegt sein. Im Vergleich: neue Trends und gängige Bettvarianten mit allen Vor- und Nachteilen.

Wer sich einmal auf den großen Wohnmobil- und Camping-Messen umsieht, verliert schnell den Überblick in der Grundrissvielfalt, die angeboten wird. Steht man aber vor dem Kauf eines neuen Reisemobils, gehört der Grundriss neben Aufbauart und Basisfahrzeug zu den ganz entscheidenden Kriterien für die Auswahl eines Modells.

Da man im Campingurlaub natürlich möglichst genauso komfortabel schlafen möchte wie zu Hause, beginnt für viele die Kaufvorbereitung mit der Frage: Welche Bettenvariante soll es sein?

Die beliebteste Bettenform im Wohnmobil

Hierzulande sind Modelle mit Einzelbetten nach wie vor die unangefochtenen Favoriten der Reisemobilisten. Das zeigen auch die Ergebnisse der jährlichen promobil-Leserbefragung anlässlich der Wahl zu den Reisemobilen des Jahres.

Grundrisse Betten
promobil

Welche Grundrissvariante bevorzugen Sie für Ihr nächstes Reisemobil? So lautete die Frage an die promobil-Leser im Zuge der Leserwahlen der vergangenen drei Jahre. Das Ergebnis ist eindeutig: Die große Mehrheit der Umfrageteilnehmer favorisiert die Einzelbettenlösung. Um die weiteren Plätze gibt es dagegen ein Kopf-an-Kopf-Rennen. 2018 noch auf dem dritten, ergatterte das klassische Querdoppelbett im Jahr 2019 den zweiten Platz. Das Queensbett hingegen verliert seit 2017 stetig an Popularität bei den Befragten.

Im folgenden zeigen wir alle Betten-Formen in Wohnmobilen für Paare und Familien – und eine spezielles Bett, das es nur im Campingbus gibt.

Die klassischen Wohnmobil-Betten für Paare

Dass Einzelbetten so beliebt sind, wundert angesichts der vielen Vorteile nicht. Relativ großzügige Liegemaße, ein bequemer Zugang sowie ein geräumiger, meist fahrradtauglicher Stauraum darunter lassen sich so im Heck realisieren. Die Kopffreiheit ist unter den Hängeschränken jedoch oft etwas eingeschränkt, und für einen bequem erreichbaren Kleiderschrank in Augenhöhe fehlt bei vielen Einzelbetten-Grundrissen der Platz. Er findet sich dann häufig unter einem der Fußenden der Betten und ist deshalb nicht immer gut zugänglich.

Der Klassiker unter den mobilen Schlafgelegenheiten ist das Querdoppelbett. Vor allem in Campingbussen mit Bad ist diese Lösung nach wie vor stark vertreten. In kompakten Fahrzeugen hilft diese Bettanordnung Platz zu sparen, während gleichzeitig ein großer Heckstauraum möglich ist. Immer seltener findet man diese Version hingegen in Teilintegrierten und Integrierten. Das liegt allen voran am mangelnden Ein- und Ausstiegskomfort. Muss der hintere Schläfer das Bett beispielsweise für einen nächtlichen Toilettengang verlassen, muss er stets über seinen Bettnachbarn klettern.

Carthago C-Tourer
Carthago/Manuel Berninger
In Integrierten und Teilintegrierten werden die quer eingebauten Doppelbetten, wie hier im Carthago C-Tourer, immer seltener.

Etwas einfacher gestaltet sich der Zustieg in das sogenannte französische Bett: ein Längsdoppelbett, das sich das Heck mit einem schlanken Sanitärraum daneben teilt. Da es seitlich und am Fußende frei steht und meist tief eingebaut ist, lässt es sich relativ einfach entern. Eine Fahrradgarage ist dabei aber kaum zu verwirklichen. Die platzsparende Aufteilung ermöglicht dafür einen relativ luftigen Raumeindruck trotz kompakter Fahrzeuglänge, weshalb man die ursprünglich aus Frankreich stammende Bettvariante ganz vereinzelt auch in Campingbussen sieht.

Wer sich für ein Queensbett im Reisemobil entscheidet, muss bei den Fahrzeugabmessungen in der Regel etwas größer denken. Das frei stehende Doppelbett bietet zwar besten Einstiegskomfort, da es von drei Seiten zugänglich ist, gleichzeitig benötigt diese Anordnung aber viel Platz. Unübertroffen großzügig, wie ein richtiges Schlafzimmer wirkt das Ganze, wenn das Queensbett tief eingebaut ist. Allerdings wird es dann mit dem Fahrradtransport schwierig. Einige Hersteller versuchen deshalb mittels einer höhenverstellbaren Bettvariante diesen gordischen Knoten zu durchschlagen. Damit kann der Nutzer zwischen mehr Stauraum und einem einfacheren Zugang auswählen.

Wohnmobile für 2: Grundrisse im Überblick

Verschiedene Varianten bringen ebenso verschiedene Vor- und Nachteile mit sich. Bevor man sich für ein Bett entscheidet, sollte sorgfältig abgewogen, im Idealfall ausprobiert werden. So findet jeder die Lösung, die optimal zu ihm und seinen individuellen Nutzungsgewohnheiten passt.

Einzelbetten

Knaus Live TI 650 MEG
Jürgen Bartosch
Ihrer Beliebtheit ist es zu verdanken, dass es Einzelbetten wie diese (hier: Knaus Live TI 650 MEG) in nahezu jeder integrierten und teilintegrierten Baureihe gibt.

So schläft der deutsche Reisemobilist am liebsten. Die in Fahrtrichtung eingebauten Betten vereinen einfachen Zugang in der Regel mit guten Liegemaßen. Ein oder zwei Treppenstufen machen den Einstieg auch dann komfortabel, wenn die Betten zugunsten einer Heckgarage hoch eingesetzt sind. Mittels zusätzlicher Teile lassen sich die Einzelbetten meist in eine große Liegewiese verwandeln.

 Komfortabler Zugang
 Gut dimensionierte Liegeflächen, häufig auch mit einer Erweiterungsmöglichkeit in der Mitte
 Garage darunter möglich
 Eingeschränkte Kopffreiheit
 Kleiderschrank unter dem Fußende teilweise schwer erreichbar

Doppelbetten

Hobby Optima
Hobby
Das französische Bett ist vor allem in teilintegrierten Modellen zu finden.

Feste Doppelbetten gibt es in zwei Varianten, entweder quer- oder längsstehend. Letzteres wird häufig auch als französisches Bett bezeichnet. Da sich hier Bett und Bad den Platz im Heck teilen, eignet sich diese Anordnung auch für kürzere Modelle. Deshalb fällt die Liegefläche jedoch eher schmal aus. 1,30 Meter Breite gilt hier als Standard.

 Komfortabler Einstieg in Sitzhöhe
 Offenes Raumgefühl
 Platzsparende Unterbringung des Sanitärbereichs
 Wandseitiger Schlafplatz schwer erreichbar
 Schmale Liegefläche, häufig am Fußende abgeschrägt
 Keine Heckgarage möglich

Großzügiger dimensioniert sind meist Doppelbetten, die sich quer über die gesamte Aufbaubreite erstrecken. Auch diese Variante passt in kompakte Fahrzeuge, ist darum auch in ausgebauten Kastenwagen beliebt. Wegen der schmalen Karosserie ist die Bettlänge dort aber oft etwas knapp.

Querbett-Grundriss
promobil
Nach wie vor beliebt ist die Variante der quer eingebauten Doppelbetten auch in ausgebauten Kastenwagen.

 Große Liegefläche
 Relativ platzsparende Anordnung
 Große Heckgarage möglich
 Erschwerter Zustieg, vor allem der hintere Schlafplatz ist nur mit Mühe zu erreichen, wenn bereits eine Person im Bett liegt
 Eingeschränkte Kopffreiheit

Queensbetten

Itineo 740
Ulrich Kohstall
Meistens sind Queensbetten längs eingebaut. Nicht so im Itineo RC 740: Hier steht das frei stehende Bett quer im Heck.

Ähnlich gemütlich wie im heimischen Schlafzimmer wird es mit einem Queensbett an Bord. Die frei stehende Bettvariante eignet sich für Paare, die auch im Campingurlaub ungern getrennt voneinander liegen möchten. Es benötigt allerdings einiges an Raum, was sich entweder in gesteigerter Fahrzeuglänge oder weniger Platz in anderen Wohnbereichen bemerkbar macht. Höhenverstellbare Queensbetten, wie sie einige Hersteller anbieten, schaffen wahlweise Platz für eine Fahrradgarage oder mehr Einstiegskomfort für das Bett. Die Liegeflächen sind allerdings oft eher kurz und am Fußende abgeschrägt.

 Komfortabel von drei Seiten zugängliches Bett
 Zwei passabel große und gut erreichbare Kleiderschränke rechts und links
 Besonders wohnliches Ambiente
 Benötigt viel Platz, weshalb Stauraum oft eher knapp ist
 Garage nur als Kompromiss
 Oft kurze Liegefläche

Wohnmobile für Familien: Platzsparende Betten

Flexible, bewegliche Betten sind ohnehin der große Trend der letzten Jahre – Stichwort Hubbetten. Lange Zeit nur als Zusatzbett im Fahrerhaus von Integrierten vertreten, haben sie als Hauptschlafplatz in Reisemobilen die Vielfalt der Grundrisse vor allem bei den Teilintegrierten erweitert. Das Grundprinzip – das Bett hängt unter der Decke und schwebt nur dann herab, wenn es gebraucht wird – macht neue Modellkonzepte möglich. Eine wohnliche Hecksitzgruppe zum Beispiel, ein Bad mit separater Duschkabine oder eine großzügige Küchenzeile sind dank Hubbetten heute auch in kompakten Fahrzeugen machbar. Andererseits ist die Stehhöhe unter den Hubbetten häufig eingeschränkt, und an die Sitzgruppe darunter strömt nur wenig natürliches Licht. Zudem ist eine gleichzeitige Nutzung von Bett und Sitzgelegenheiten oft ausgeschlossen.

Bürstner Lyseo
Bürstner
Der Vorteil von Alkovenbetten besteht darin, dass zusätzliche Schlafplätze, besonders für Familien, im Wohnmobil untergebracht werden können.

Typisch für Alkovenmobile ist das Doppelbett vorn in der namensgebenden Schlafnase. Die hoch eingebaute Liegefläche erreicht man nicht selten nur über eine Leiter. Nicht zuletzt deswegen weicht das traditionelle Doppelbett im Alkoven immer häufiger zwei Einzelbetten, welche bequem über fest verbaute Trittstufen erreichbar sind. Die begrenzte Kopffreiheit schränkt den Schlafkomfort allerdings in beiden Varianten etwas ein. Vorteilhaft ist wiederum, dass dieser Raum ohne Umbau ständig zur Verfügung steht.

In relativ kompakten Alkovenmodellen für Familien werden dazu gerne Etagenbetten im Heck kombiniert. Da sie meist die ganze Aufbaubreite einnehmen, sind die Stockbetten oft auch für hochaufgeschossene Teenies oder Erwachsene geeignet. Der Ein- und Ausstieg ist allerdings etwas mühsam. Mehr Flexibilität erreicht man dadurch, dass das untere Bett hochklappbar ist und der Stauraum so zur Fahrradgarage erweitert wird. Etagenbetten-Modelle finden sich aber durchaus auch in den anderen Aufbauformen.

Familien-Wohnmobile: Grundrisse im Überblick

Für Familien ist die Wahl des Grundrisses eine besonders wichtige Frage – alle Familienmitglieder müssen einen passenden Schlafplatz haben, gleichzeitig sollte es möglichst luftig im Inneren des Reisemobils sein. Aber auch für Paare sind manche Grundrisse eine Überlegung wert. Die Vor- und Nachteile der potentiellen Betten im Überblick.

Etagenbetten

Ahorn Camp Canada AS
Jürgen Bartosch
Typisch Alkovenmobil: Das Etagenbett im Ahorn Camp Canada AS findet sich quer im Bett.

Übereinander schläft zum Beispiel der Nachwuchs in Familienmobilen gerne. Das Etagenbett liegt meistens quer im Heck, manchmal aber auch längs. Es ist zwar in allen Aufbautypen hier und da zu finden, überwiegend aber in Alkovenmobilen beheimatet.

 Praktisch für Kinder und Gäste
 Unteres Bett oft hochklappbar für mehr Stauraum
 Bei voller Belegung Stauraum knapp
 Begrenzte Kopffreiheit

Hubbetten

Hubbetten erfreuen sich immer größerer Beliebtheit – und es gibt sie in immer mehr Varianten. Da sie sich tagsüber manuell oder per Knopfdruck elektromotorisch bis unter die Decke heben lassen, wird der Raum optimal ausgenutzt. Nicht selten wird das Hubbett als Zusatzbett angeboten. In Teilintegrierten befindet es sich meist über der Sitzgruppe, in Integrierten über dem Fahrerhaus. In manchen Situationen kann es stören, dass Hubbett und Sitzgruppe nicht gleichzeitig nutzbar sind, besonders wenn keine andere Schlafgelegenheit vorhanden ist.

Einzeln absenkbare Hubbetten

Challenger Mageo 270
Challenger

Challenger zeigt im Mageo 270 einen ungewöhnlichen Grundriss mit zwei einzeln absenkbaren Hubbetten über der Sitzgruppe. So kann diese – zumindest teilweise – weiter genutzt werden, während eine Person schon zu Bett geht.

 Optimale Raumnutzung
 Betten einzeln absenkbar, so bleibt die Sitzgruppe immerhin teilweise benutzbar
 Stehhöhe bei angehobenen Betten eingeschränkt
 Hoher Einstieg
 Keinerlei optische Trennung zwischen Wohn- und Schlafbereich

Hubbetten im Heck

Hubbett-Grundriss
promobil

Im Bürstner Lyseo TD 744 befindet sich das Hubbett im Heck über der großen, gemütlichen L-Sitzgruppe mit Sideboard gegenüber. Per Knopfdruck senkt sich das Hubbett herab und ist schlafbereit.

 Ermöglicht große Hecksitzgruppe
 Üppige Liegefläche
 Quer- oder teils auch Längsschlafen möglich
 Sitzgruppe bei abgesenktem Bett nicht mehr nutzbar
 Meist keine Heckgarage vorhanden

Hubbetten über dem Fahrerhaus

Dethleffs Globebus 17
Dethleffs/Karl Holzhauser

Ein Hubbett wie hier im Dethleffs Globebus I7 ist typisch für Integrierte. Anders als in Teilintegrierten hängt es über dem Fahrerhaus, wodurch die Sitzgruppe auch mit abgesenktem Bett teils nutzbar bleibt.

 Praktische zusätzliche Schlafgelegenheit
 Gute Raumausnutzung des großen Fahrerhauses in Integrierten
 Komfortsitze bei abgesenktem Bett nicht nutzbar
 Eingeschränkte Kopffreiheit im Fahrerhaus

Alkovenbetten

Eura Mobil Activa One 650 HS
Eura Mobil
Alkovenbetten gibt es als Doppel- oder immer häufiger auch als Einzelbetten-Variante, so etwa oben hier im Eura Mobil Activa One 650 HS.

Die gute Raumausnutzung durch den Schlafplatz über dem Fahrerhaus ermöglicht weitere Betten im Fahrzeug. Das macht Alkoven zu idealen Familienmobilen. Einzelbetten sind meist einfacher zugänglich als das Doppelbett.

 Alkovenbett meist mit großzügigen Maßen
 Ständig verfügbarer Raum, auch tagsüber für das Bettzeug
 Eingeschränkte Kopffreiheit im Alkoven
 Mühsamer Zustieg über Leiter, besonders bei Doppelbett

Spezielles Campingbus-Bett

Bleibt noch eine Spezialität der Campingbusgattung: das Dachbett. Die Variante unter einem festen Hochdach ähnelt dabei dem Schlafen im Alkoven, nur dass man längs statt quer liegt. Die Version mit Aufstelldach war zunächst nur Kompaktcampern wie dem VW California vorbehalten. Der Zustieg erfordert hier etwas Gelenkigkeit, da man über die Fahrersitze auf die Liegefläche klettern muss. Inzwischen ist die Schlafkoje im Aufstelldach auch auf großen ausgebauten Kastenwagen zu finden. Hier führt meist eine Leiter nach oben. Das Hinaufkraxeln wird dafür oft mit einer luftigen und recht bequemen Liegefläche mit viel Aussicht belohnt, insbesondere wenn der Zeltbalg sich rundherum aufzippen lässt. Für verfrorene Schläfer kann es allerdings, nur durch den dünnen Zeltbalg geschützt, schon mal ungemütlich werden.

Dachbetten

Hymer Grand Canyon S
Hymer
Auch für große Kastenwagen-Modelle bieten Hersteller zunehmend die Schlafdach-Option an, wie hier im Grand Canyon S von Hymer.

Ob festes Hochdach oder flexibles Aufstelldach: Der Schlafplatz in luftiger Höhe passt vor allem für sportliche und kletterfreudige Camper, die Wert auf ein besonders kompaktes und flexibel nutzbares Fahrzeug legen.

 Recht bequemes Bett für zwei, trotz kompakter Fahrzeugmaße
 Outdoor-Feeling
 Für kalte Nächte ungeeignet
 Oft schmale Liegefläche
 Zustieg teilweise sehr mühsam

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