Schweden gehört zweifellos zu den beliebtesten Sommer-Reisezielen für Wohnmobilfahrer in Europa. Tausende Camping- und Stellplätze sowie das viel zitierte "Jedermannsrecht" locken vor allem in den Sommermonaten unzählige Urlauber an.
Doch die Idylle wird derzeit getrübt: In den aktuellen Reise- und Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amtes in Berlin wird explizit vor Kriminalität gegen Wohnmobil- und Wohnwagen-Urlauber gewarnt.
Besonders beunruhigend für Camper: Solche Taten seien laut dem Außenministerium "auch auf offiziellen Campingplätzen keine Seltenheit". Die offizielle Warnung richtet sich direkt an Reisende, die in Freizeitfahrzeugen oder im Pkw übernachten.
Hier ist es für Wohnmobile besonders gefährlich
Zwar nennt das Auswärtige Amt keine konkreten Regionen, doch ein Blick auf die Polizeimeldungen der vergangenen Jahre zeigt deutliche Schwerpunkte. Die Vorfälle konzentrieren sich stark auf Süd- und Westschweden:
- Fährhäfen & Transit: Die Regionen rund um die großen Häfen in Malmö und Trelleborg, wo viele Camper aus Deutschland, Dänemark und Polen ankommen, sind beliebte Einsatzorte für Kriminelle.
- Die Reiseroute E6: Diese wichtige Transitstrecke entlang der Westküste in Richtung Norwegen oder Nordschweden ist immer wieder betroffen. Rast- und Parkplätze entlang dieser Route werden regelmäßig als Tatorte gemeldet.
- Region Göteborg: Im August 2025 warnte die schwedische Polizei vor einer regelrechten Einbruchsserie im Raum Göteborg (Westschweden). Medienberichten zufolge gab es hier rund 15 vergleichbare Taten innerhalb weniger Wochen.
- Fyrbodal und Älvsborg: Auch in diesen Regionen warnte die Polizei zuletzt vor Serien, die sowohl Stell- und Campingplätze als auch Rastanlagen betrafen.
Historie der Einbruch-Fälle (Auswahl):
- 2019: Ein deutsches Ehepaar wurde während einer Übernachtung nahe Malmö bestohlen. Nach Angaben der Betroffenen verschwanden Bargeld, Ausweise, Kreditkarten und Fahrzeugpapiere.
- 2024: In Camping- und Reiseforen häuften sich Berichte über Einbrüche in Fahrzeuge im Raum Malmö und Lund.
- August 2025: Die Polizei in Westschweden warnte vor einer Serie von Einbrüchen in Wohnmobile und Wohnwagen im Raum Göteborg.
- August 2025: Schwedische Medien berichteten über rund 15 vergleichbare Taten innerhalb weniger Wochen in der Region Göteborg.
So schützen Sie sich: Das empfiehlt das Auswärtige Amt
Um die schönste Zeit des Jahres nicht durch einen Diebstahl zu ruinieren, geben die Behörden klare Handlungsempfehlungen für Camper:
- Bewachte Plätze anfahren: Nutzen Sie nach Möglichkeit bewachte Camping- und Stellplätze.
- Fahrzeug zusätzlich sichern: Wohnmobile und Wohnwagen sollten besonders nachts mechanisch und/oder elektronisch zusätzlich gesichert werden (z. B. durch Zusatzschlösser, Alarmanlagen, Spanngurte an den Fahrerhaustüren).
- Wertsachen verstecken: Lassen Sie Wertgegenstände niemals sichtbar im Fahrzeug liegen.
- Dokumente trennen: Geld, Ausweise, Führerschein und Fahrzeugpapiere sollten sicher und an getrennten Orten aufbewahrt werden.
- Kopien anlegen: Es wird empfohlen, digitale Kopien der wichtigsten Dokumente (z. B. in einer Cloud oder per E-Mail an sich selbst) anzulegen und vor Ort möglichst bargeldlos zu bezahlen.
Neben den spezifischen Warnungen für die Camping-Community weist das Auswärtige Amt generell auf Taschendiebstähle an touristischen Hotspots, in Innenstädten und auf Fähren hin. In den schwedischen Großstädten ist zudem Bandenkriminalität ein wachsendes Problem, das Reisende im Hinterkopf behalten sollten.












