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Ford-Campervans im Test: Globevan, Southvan und Panama

Globevan, Southvan Allrounder und Panama im Test Konzeptvergleich Ford-Campervans

Dethleffs, Southvan und Panama – drei eigenständige Konzepte für jeweils unterschiedliche Einsatzschwerpunkte. Zwei Fragen stellen sich: Welcher für wen und wer wird seinem Anspruch gerecht?

"Mit dem Ford fort und dem Zug zurück" war mal ein lustiger Spruch. Früher. Die neue Generation Transit Custom fährt top. Der Preis stimmt. Das Design außen und innen auch. Von technischen Problemen ist nicht die Rede. Es gibt Gründe, ihn als Basis zu wollen. Auch dass er breiter als die Konkurrenz ist. Den Höhenflug von Ford haben wir hier thematisiert.

Und jetzt gibt es auch immer mehr Ausbauer, die sich dem Custom widmen. Panama, baugleich mit dem Karmann Mobil, waren mit die Ersten, die, außer Westfalia, den Ford campingtauglich machten. Noch mehr Campervans auf Ford Transit gibt es hier: Aktuelle Modelle auf Transit Custom.

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Ankommen und erst mal nichts machen ...

Southvan ist auch schon länger dabei, als Manufaktur, direkt hier aus dem Allgäu. Dethleffs, auch aus der Region, ist einer der Neuen, die dem Boom entsprechend auch ein Modell anbieten. Wenn Campingbusse boomen, muss man als Kunde genau hinschauen, denn die Kunst liegt im Detail und dieses gerät manchmal gern aus dem Blick. promobil war besser mal zu dritt unterwegs und hat genau hingesehen.

Dethleffs Globevan

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Der Grundriss des Dethleffs Globevan.
  • Basisfahrzeug: Ford Transit Custom 2,0L, Vorderradantrieb, Vierzylinder-Turbodiesel, 96 kW/130 PS, Radstand 2.930 mm
  • Leergewicht/Gesamtgewicht: 2.518/3.190 kg (Schaltgetriebe), 2.558/3.240 kg (Automatik)
  • Länge/Breite/Höhe: 4.970/2.270/2.100 mm
  • Bettenmaße: unten 2.100 x1.400 mm, oben 1.900 x 1.110 mm
  • Ausbau & Ausstattung: Einflammkocher und Außendusche im Heck, 2 Gepäck- boxen (auch als Sitzgelegenheit nutzbar), Campingtisch
  • Aufbau: Stahlblechkarosserie, GfK-Aufstelldach
  • Bordtechnik: Diesel-Standheizung, Frischwassertank (entnehmbar) für Außendusche 16 Liter, AGM-Bordbatterie 95 Ah, Gasflasche 1 x 1,8 kg, Kompressorkühlschrank 32 Liter (nur Camp Two)
  • Preis: ab 49.999 Euro (Camp One), ab 52.999 (Camp Two)

Dethleffs bezeichnet den Globevan als Urban Camper – und das lässt schon erahnen, dass das Auto nicht nur zum Reisen, sondern vor allem für den Alltag gemacht ist. Der Bus auf Transit-Custom-Basis gefällt mit seinem komfortablen Fahrwerk und der direkten Lenkung. Der 130 PS starke Motor ist für das Fahrzeug mit seinen gut 2,5 Tonnen Leergewicht ausreichend, am Berg täten ihm die eine oder andere extra Pferdestärke allerdings gut. Positiv sind die vielen Ablagemöglichkeiten im Cockpit zu nennen – negativ die Tatsache, dass erst in der höherwertigen Version Globevan Camp Two ein Navigationsgerät serienmäßig verbaut ist.

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Die beiden Kisten hinter dem Fahrersitz dienen als Stauraum. Löst man sie aus den Bodenschienen, werden sie zu Hockern für draußen.

So viel zum Fahren. Und wie sieht’s mit der Tauglichkeit als Campingfahrzeug aus? Da ist der Globevan eher dürftig ausgestattet. Optisch fällt im Innenraum die fehlende Verkleidung der Wände auf, von denen dem Camper jede Menge blankes Blech entgegenstrahlt. Eine Küchenzeile sucht man im Fahrzeug vergebens, stattdessen besitzt der Globevan einen Einflammkocher, der im Heck untergebracht ist und von außen bedient wird. Für die Zubereitung aufwändiger Menüs ist der Dethleffs nicht ausgelegt, für schnelle One-Pot-Gerichte reicht’s aber.

Zum Essen kommt der Tisch zu seinem Einsatz, der bei Nichtgebrauch platzsparend hinten rechts in einer Hülle neben der Seitenwand steckt. Als Sitzgelegenheiten für drinnen dienen die Rückbank und die gedrehten Vordersitze, für draußen werden die zwei Stauraumkisten, die hinter dem Fahrersitz in einer der Airline-Bodenschienen befestigt sind, schnell und unkompliziert zu Outdoor-Hockern umfunktioniert. Allzu bequem sind die wetteranfälligen Kisten aufgrund fehlender Rückenlehnen allerdings nicht.

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Gourmetmenüs sind mit dem Einflammkocher im Heck nicht möglich. Dafür nimmt er wenig Platz weg.

Beim Verschieben der Rückbank ist etwas Kraft und Technik erforderlich, um die Arretierung im Schienensystem am Boden zu öffnen bzw. zu schließen. Schiebt man die Bank so weit es geht nach vorne, dann haben dahinter sogar Fahrräder in Längsrichtung Platz. Wer noch mehr Platz benötigt, kann die Rückbank auch komplett ausbauen.

Um aus der Bank eine Schlaffläche zu machen, wird die Rückenlehne umgelegt. So entsteht eine mit 210 x 140 Zentimetern üppige, aber nicht ganz ebene Fläche. Camper, die beim Schlafen Wert auf Komfort legen, sollten sich deshalb den optionalen, vier Zentimeter dicken Topper gönnen. Mit ihm schläft es sich gleich merklich besser. Das Bett im Aufstelldach ist mit 190 x 111 Zentimetern etwas kleiner. Es besitzt eine drei Zentimeter dicke Matratze auf Tellerfedern. Als praktische Accessoires sind oben zwei Schwanenhalslampen mit USB-Ladebuchse serienmäßig installiert, ein Netz dient als Absturzsicherung für Kinder.

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Wer unten schläft, sollte sich unbedingt den optionalen Topper gönnen. Der steigert den Komfort extrem.

Ebenfalls serienmäßig ist beim Globevan die Außendusche im Heck. Sie wird gespeist von einem 16 Liter fassenden Frischwassertank, der zum Befüllen entnommen werden kann. Der Tank befindet sich an der linken Seitenwand im hinteren Teil des Fahrzeugs, ebenso wie die 95-Ah-Aufbaubatterie und die 1,8-kg-Gasflasche. Das Bedienpanel für die Dieselstandheizung ist ebenfalls dort angebracht, außerdem zwei USB-, ein 12-V- und ein 230-V-Anschluss. Wer sich beim Globevan nicht für die Version Camp One, sondern den Camp Two entscheidet, der bekommt außerdem eine 32-L-Kompressorkühlbox dazu, die sich im Fahrzeug befestigen lässt.

Optional erhältlich sind über den Dethleffs-Original-Zubehör-Shop weitere Accessoires wie etwa Fensterverdunklungen für das gesamte Fahrzeug, eine Hecktasche für zusätzlichen Stauraum oder ein Radträger für die serienmäßig verbaute Anhängerkupplung.

Das fiel uns auf:

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 Der Campingtisch ist platzsparend in einer Hülle an der rechten Seitenwand untergebracht.
 Am Bordtechnikblock hinten links gibt’s zwei USB-Buchsen, plus einen 12-V- und 230-V-Anschluss.
 Abkühlung gefällig? Die Außendusche, gespeist aus einem 16-L-Wasserkanister, ist serienmäßig.

  Praktisch für Kleinigkeiten: das Netz unterhalb des Aufstelldachs. Aber nur gegen Aufpreis.

 Seitlich ist in zweiter Reihe jeweils ein Ausstellfenster angebracht – Schiebefenster wären praktischer.
 Der Mechanismus zum Öffnen und Schließen des Klappdachs zeigte sich im Test schwergängig.

Southvan Allrounder

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Der Grundriss des Southvan Allrounder.
  • Basisfahrzeug: Ford Transit Custom Trail, Vorderradantrieb, Vierzylinder-Turbodiesel, ab 96 kW/130 PS, Radstand 2.933 mm
  • Leergewicht/Gesamtgewicht: 2.570/3.400 kg
  • Länge/Breite/Höhe: 4.973/1.990/2.070 mm
  • Bettenmaße: Sitzbank 1.950 x 1.200 mm, Dachbett 1.900 x 1.250 mm
  • Ausbau: Küche mit Einflammkocher, 40-Liter-Kompressorkühlschrank, Schublade, Schrankmodul mit fünf Fächern, Heckstauraum, Durchlademöglichkeit
  • Aufbau: Stahlblech-Karosserie mit GfK-Aufstelldach, Isolierung Wand/Dach/Boden PE/–/Schafswolle, Stärke Wand/Dach/Boden 19/–/50 mm, 5 Einscheiben-Glasfenster
  • Bordtechnik: Diesel-Gebläseheizung 2.000 W, Frisch-/Abwasserkanister 12/12 Liter, AGM-Bordbatterien 160 Ah, Gaskartuschen
  • Preise: Allrounder Trend ab 53.900 Euro, Trail ab 56.300 Euro

Allrounder – der Name ist Programm. Das Modell der kleinen Allgäuer Campingbus-Schmiede will so etwas wie die "eierlegende Wollmilchsau" sein. Die Ausbaukomponenten lassen sich höchst flexibel kombinieren. Zum Grundpreis von rund 54.000 Euro sind allerdings noch kein Küchenblock (4.690 Euro) und kein Schrankmodul (950 Euro) an Bord. Ein zusätzlicher Einzelsitz aber schon, der noch neben der Dreierbank in Reihe eingesetzt werden kann und den Allrounder serienmäßig zum sechssitzigen Familien-Van mit zwei Schiebetüren macht. Bis zu drei weitere Einzelsitze können zusätzlich eingesetzt werden.

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Die klappbare Kocherabdeckung kann auch als Tischchen am Beifahrersitz dienen. Zudem gibt es aber auch noch einen freistehenden Esstisch.

Oder man stellt das Schrankmodul mit fünf Fächern für gängige IKEA-Boxen neben die Bank und befestigt es in den Airline-Schienen, in denen auch die Schnierle-Sitzgelegenheiten einrasten. Sechs Schienen ermöglichen sehr variable Anordnungen. Die Bodenplatte ist extradick (60mm) ausgeführt und mit Schafwolle gedämmt. Hauptgrund ist, die Sitzbank dadurch ein paar Zentimeter höher – und damit näher an die Seitenwand – setzen zu können. Nur so sind vier Gurtplätze nebeneinander möglich. Allerdings schrumpft dadurch die Kopffreiheit für Erwachsene auf den hinteren Plätzen spürbar.

Zum Schlafen wird die Sitzfläche der Bank um 180 Grad nach vorn geklappt und die Lehne flachgelegt. Zusammen mit der hinten angebrachten Bettverlängerung entsteht daraus ein passables, weil weitgehend ebenes Bett mit 1,95 mal 1,20 Meter Liegefläche. Noch bequemer wäre es aber, wenn die Polsterung besonders im Hüftbereich nachgiebiger ausfallen würde.

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Die Liegefläche unten ist ähnlich groß wie oben, aber härter gepolstert.

Das Dachbett kommt auf ähnliche Maße. Die 45 Millimeter dicke Matratze ist punktelastisch unterfedert und gewährt damit mehr Schlafkomfort als unten. Der aufzippbare Stoffbalg ist schon serienmäßig an Bord, so dass man bei Bedarf im Oberstübchen ganz luftig schlafen kann.

Besonderheit der optionalen Küche: Sie ist nach außen schwenkbar. Dazu ist sie über drei Scharnierbänder an der linken B-Säule aufgehängt. Entfernt man die Scharnierbolzen, kann man den Block auch ganz herausheben – dazu sind allerdings zwei Personen nötig – und dann neben dem Fahrzeug kochen.

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Die Küche mit integrierter Wasserversorgung lässt sich nach draußen schwenken und außen wie innen nutzen.

Wenn das völlig autark, also ohne Stromversorgung vom Fahrzeug funktionieren soll, kann per Aufpreisliste eine Powerbox mit integrierter Lithium-Batterie und Wechselrichter dazugeordert werden. Die Wasseranlage mit je einem Zwölf-Liter-Frisch- und -Abwasserkanister ist ohnehin in den Küchenblock integriert. Aus der Schublade über dem 40-Liter-Kompressorkühlschrank kommen nacheinander eine kleine Arbeitsfläche und der einflammige Gaskartuschenkocher zum Vorschein.

Eine zweite, größere Arbeitsfläche lässt sich am anderen Küchenblockende aufstellen. Sie ist tiefer angeordnet, was gerade beim Außeneinsatzmit herausgeschwenkter Pantry hilfreich ist. Zum Spülen braucht man in dieser Position wegen der Arbeitshöhe aber schon fast ein Höckerchen. Neben einer variabel einteilbaren Stauschublade sind zudem auch Platte, Bein und Fuß des frei aufstellbaren Tischs im Küchenblock untergebracht. Optional kann zudem eine Außendusche eingebaut werden.

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Praktischer, leicht herausnehmbarer Stauschrank links im Eck. Großer Heckstauraum mit Durchlademöglichkeit.

Der Möbelbau aus Multiplex-Platten mit vielfältig wählbarem Oberflächendekor – bis hin zur "Bergwiesn" aus echten Blumen – ist robust, aber teils etwas hemdsärmelig ausgeführt. Nicht alle Übergänge fügen sich harmonisch ins Bild.

Neben dem Transit Custom Trend kann auch der Trail bestellt werden, der mit Vorderachs-Sperrdifferential mehr Traktion verspricht.

Das fiel uns auf:

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 Üppige Serien-Stromversorgung (160 Ah). Optionale Powerbox reicht sogar für Wasserkocherbetrieb.
 Praktisch: Kronkorkenöffner mit magnetischem Deckelhalter, fest am Küchenblock angebracht.
 Der Fußboden ist isoliert mit einer Dämmmatte, die aus echter Schafswolle hergestellt wird.
 Flexibilität ist Trumpf. Alle großen Möbelteile lassen sich (fast) ohne Werkzeug entfernen.

  Traktionsstarke Trail-Version mit Sperrdifferential. Die AT-Reifen machen aber mehr Fahrgeräusche.
  Vier (!) Gurtplätze in einer Reihe möglich. Die Kopffreiheit ist hinten für Erwachsene aber knapp.

Panama

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Der Grundriss des Panama.
  • Basisfahrzeug: Ford Transit Custom Trail, Vorderradantrieb, Vierzylinder-Turbodiesel, ab 96 kW/130 PS, Radstand 2.933 mm
  • Leergewicht/Gesamtgewicht: 2.500/3.200 kg
  • Länge/Breite/Höhe: 4.970/2.270/2.080 mm
  • Bettenmaße: Einzelbetten 1.870 x 1.140 mm, Dachbett 2.000 x 1.200 mm
  • Ausbau: Küche m. 2-Flammkocher, 42-L-Kompressorkühlschr., Spülbecken, 2 Kleiderschr., Innenverkleidungen, Dreiersitzbank
  • Aufbau: Stahlblech-Karosserie mit GfK-Aufstelldach, Isolierung Wand/Dach/Boden, verstärkte XPS-Dämmung (Wärme- und Schalldämmung), 4 Einscheiben-Glasfenster
  • Bordtechnik: Diesel-Gebläseheizung 2000 Watt, Frischwasser-/Abwassertank 50/30 Liter, Bordbatterie 95 Ah AGM, Gasflasche 1 x 2,75 kg
  • Preise: P10+ ab 48.450 Euro

Ohne Schnörkel sei gesagt: Ziemlich viel richtig gemacht, hier im Panama P10+, den es baugleich als Karmann Mobil gibt. Der Trigano-Konzern ist mit diesem Modell in den Markt der kompakten Campingbusse eingestiegen. Mit viel Verstand im Detail.

Am einfachsten geht die Heizung, indem man einen Drehknopf dreht. Dann springt die Dieselheizung an und wärmt. Zum Kochen auf dem Standard-Zweiflammherd gibt es eine 2,7-kg-Gasflasche. Die sitzt ungewohnt auf Höhe der Sitzbank in der Mitte des Möbels. Vorteil: Man kommt nicht nur zum Wechseln gut ran, sondern auch zum Auf- und Zumachen.

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Vollausstattung. Tisch, Kühlschrank und ein Schrank. Der spanisch-französische Panama kann ganz viel richtig. Nur Campingfenster und Vorhänge fehlen.

Der P10+ ist das Pendant zum California von VW. Drehsitze, Tisch in der Schiebetür, großes Möbel auf der linken Seite, mit Herd und Spülbecken und unten im Schrank genug Raum für ein Porta Potti und einen Kompressorkühlschrank. Der Kleiderschrank hinten ist geräumig und dank Schiebetüren kommt man auch dran an die Sachen, die dort lagern. Positiv fallen die Innenverkleidungen auf. Kein Blech liegt frei, die Kunststoffteile sind genau und formschön gemacht.

Überall im Van finden sich Steckdosen der heute gängigen Formate. USB, 12 V und Schuko. Wasser kommt von außen in den großen Tank und kann auch als optionale Außendusche von hinten entnommen werden. Ein Bedienpanel, das mittig über dem Rückspiegel sitzt, informiert über die Füllmengen von Wassertanks und Batterie. Und hier kann man den Strom an- und ausschalten.

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Ein Schiebefenster ist besser als nichts, aber ein Ausstellfenster würde hier die Sache abrunden.

Die Beleuchtung im Panama hinterlässt ein etwas zwiespältiges Bild. Die LED-Stäbe sind modern, zweistufig und machen hell, aber auch ein extrem weißes Licht. Gepaart mit dem Grau im Innenraum wirkt das etwas kalt und ungemütlich. Auch fehlt eine klassische Leselampe hinten im Bett. Wirklich gut ist das indirekte Licht, das am Möbel entlang leuchtet.

Letzteres ist, um mal auf die Verarbeitungsqualität zu kommen, für einen Großserienhersteller wirklich hochwertig. Wenn auch die Scharniere der Klappe unterm Waschbecken ziemlich überdimensioniert sind und die Klappe an sich auch keinen echten Nutzen hat, sie ist nur ein Zugang zur Technik am Waschbecken. Dieser Raum ist nicht gut genutzt. Womit wir bei der Kritik sind.

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Home with a View und bequemem Bett unten.

Da wäre die Schublade unter der Sitzbank. Sie schließt den Raum unten mit ihrer Blende optisch gut ab, aber die Schublade dahinter ist zu schmal, um als Stauraum gut nutzbar zu sein. Das geht bauartbedingt nicht anders, weil nicht mehr Platz zwischen den Sitzbankaufnahmen ist. Außerdem stört, dass sie den Laderaum von hinten begrenzt und so keine Durchlademöglichkeit vorhanden ist. Auch sind die Schließbleche total unterdimensioniert. Früher oder später – so die Befürchtung – brechen sie. Erfahrungsgemäß eher früher.

Das Thema Vorhänge ist sicher ein Stück weit Geschmacksache, aber praktisch sind sie allemal. Fraglich, warum man in einem Vollwertcamper wie dem Panama keine einbaut. Vielleicht weil’s automotiv aussieht. Trotzdem: Die mitgelieferten Matten nehmen unglaublich viel Stauraum weg und sind ziemlich unhandlich und außerdem ungemütlich. Für wen das keine Dauerlösung ist, der muss sich der Verdunklung selbst widmen. Damit ist der Panama immerhin gleich mal individualisiert. Auch schön.

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Außendusche ist top, aber der Stauraum ist aufgrund der Schublade eingeschränkt.

Ansonsten: Konstruktion und Verarbeitung sind auf hohem Niveau. Auch wenn es die genannten Kritikpunkte gibt, der Panama ist eine klare Empfehlung. Der breite Ford und der gelungene Ausbau harmonieren und machen Spaß. Das Vanlife kann kommen.

Das fiel uns auf:

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 Sehr gut verarbeitete Möbelzeile. Stauraum und Zugänge sind auch gut platziert und ausgeführt.
 Unter der Besteckschublade passt traditionell ein kleines Chemieklo hinter die praktische Schiebetür.

  LED-Stablampen sind modern, hell, aber machen ein ziemlich grelles, ungemütliches Licht.
  Die Leiter. Am Ende braucht’s die nicht, die im Testwagen war eh zu kurz. Kostet nur Stauraum.

 Eine von zwei Schließen aus Kunststoff für eine schwere Schublade. Die brechen einfach ab. Wumms.
 Wer die Verdunklungsmatten mitnimmt, braucht den halben Kleiderschrank nur für sie.

Die Konzepte im Vergleich Globevan vs. Southvan Allrounder vs. Panama

Globevan

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Der Globevan ist für Dethleffs der offizielle Einstieg in das Kompaktbus-Segment. Bisher baut man Camper für Pössl und Crosscamp. Dieser Van hier verfolgt, wie derzeit mehrere Großhersteller, das Konzept mit einer Minimalausstattung, bestehend aus Aufstelldach samt Dachbett und einer Schlafsitzbank, gepaart mit einem entsprechenden Preis. Die Bedürfnisse leicht campingaffiner Menschen kann das befriedigen.

Mit Abstrichen funktioniert das auch. Der Kocher im Heck ist gut gemacht, aber natürlich ein Kompromiss für die Wohnmobil-Zulassung. Die Sitzkisten sind nette Stauräume, aber für draußen weniger gut geeignet, weil sie leicht Kratzer und Feuchteschäden bekommen.

Es ist ein Vertreter unserer Zeit, ein Zeitgeistler, der das Campinggefühl etwas oberflächlich anspricht und Reiseanspüche rudimentär ausreichend erfüllt. Der Preis passt dazu. Über manches, was man kritisieren könnte, werden Käufer wohl hinwegsehen, weil das Zeitgeistgefühl wahrscheinlich vielen ausreicht.

Southvan Allrounder

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Der Name Allrounder gibt bei diesem Southvan-Modell klar die Richtung vor – Flexibilität ist die Maxime. Mit drei zusätzlichen Einzelsitzen wird daraus sogar ein Neun-Personen-Bus – serienmäßig sind bereits sechs Fahrplätze. Allerdings sind die Umbaumaßnahmen mit einem gewissen Kraftaufwand verbunden.

Im Reiseeinsatz muss man mit der einfacheren Küchenausstattung zurechtkommen. Es gibt nur eine Kochflamme und der Wasservorrat ist beschränkt. Ganz angenehm ist die Möglichkeit, den Küchenblock nach außen zu schwenken. Allerdings ist die Arbeitsplatte für kleinere Personen dann zu hoch. Mit oder ohne Schrankmodul: Stauraum ist nicht viel da.

Der Ausbau ist pragmatisch. Die ein oder andere Detaillösung funktioniert, wirkt aber etwas improvisiert. Wer einen durchgestylten Möbelbau bevorzugt, sollte sich woanders umschauen. Southvan steht für handwerklichen Charme mit einigen Möglichkeiten zur individuellen Gestaltung des Ausbaus.

Panama

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Schon der Name assoziiert Reisen. Und das kann der P10+ auch ziemlich gut. Die Ausstattung mit kompletter Möbelzeile, Heizung und Kühlschrank macht sich dabei nützlich. Keine Frage.

Unterwegs stören lediglich die nicht vorhandenen Vorhänge und das grelle Licht. Auch fehlen wie bei anderen Ford-Custom-Ausbauten derzeit richtige Campingfenster zum Ausstellen. Trotzdem: Der Grundriss ist gelungen und das Verhältnis zwischen Wohnen, Stauen und Reisen ist sehr ausgewogen.

Ganz klapperfrei ist auch der Panama nicht. Ein bisschen Sound kommt von hinten nach vorn. Der Hersteller zeigt sich trotzdem hoch motiviert. Man meint es ernst. Das sieht man auch an der Ausstattung wie den Steckdosen und der Verarbeitung im Detail, die Lob verdient. Die Funktion der Zubehör-Sitzbank und deren Schublade sind kompromissbehaftet wie bei allen anderen auch. Hier ist Raum für Verbesserung. Ein Panama 2.0 dürfte auch spannend werden.

Testergebnis

Die Auflösung der Geschichte geht so: Von links nach rechts. Der Southvan hat richtig witzige Details, aber auch manche, in denen noch Potenzial steckt. Weil: Den verbauten Allzweckhaken sieht man ihre Herkunft als Schubladengriff schon an. Und ein bisschen mehr Liebe zur Schreinerkunst darf noch einfließen. Der Panama ist auch auf längeren Reisen voll campingtauglich. Da gibt es in Summe wenig, was man vermisst. Und der Dethleffs, ja, der gehört einer Generation von Vans an, die man mögen muss.

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Lagerfeuer vor dem Schloss der Schlösser (im Falz). Neuschwanstein leuchtet.

Aber noch etwas Grundsätzliches erstmal zum Dach. Das Aufstelldach stammt vom Spezialisten SCA. Und alle drei setzen darauf. Die Anzahl der Fenster im Zeltbalg lässt sich wählen. Zumindest vom Hersteller. Schlafen lässt sich’s gut da oben, weil das Bett relativ breit ist, breiter als bei den meisten anderen Basisbussen dieser Größe.

Was noch zu sagen ist zur Schlafbank: Das Schienensystem mit diesen Rein-Raus-Möglichkeiten kommt von der Firma Schnierle und die hat da modulartig einiges im Programm. Die Ausbauer passen ihre Camper mal mehr, mal weniger den Konfektionsbänken und -sitzen an. Dethleffs verwendet übrigens eine einfache Bank aus deren Sortiment, man schläft auf der konturierten Seite der Sitze. Die beiden anderen Mobile haben die bessere Bank, hier schläft man auf der glatt gepolsterten Rückseite des Möbels. Insgesamt ist das Schnierle-System okay, aber mit einer richtigen Schlafbank wie im VW California oder einem Reimo kann es nicht mithalten.

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Farbentausch: Oben Schwarz, unten Weiß, oben Weiß, unten Schwarz, oben und unten Weiß.

Ach ja, der Ford. Wer mit dem Ford fortfährt, kommt damit auch zurück. Und das wirklich komfortabel, zügig, wendig, leise. Diese Generation von Transit Custom ist prima.

Fazit

Die Auflösung der Geschichte geht so: Von links nach rechts. Der Southvan hat richtig witzige Details, aber auch manche, in denen noch Potenzial steckt. Weil: Den verbauten Allzweckhaken sieht man ihre Herkunft als Schubladengriff schon an. Und ein bisschen mehr Liebe zur Schreinerkunst darf noch einfließen. Der Panama ist auch auf längeren Reisen voll campingtauglich. Da gibt es in Summe wenig, was man vermisst. Und der Dethleffs, ja, der gehört einer Generation von Vans an, die man mögen muss.

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