Am Strand stehendes Wohnmobil J. Negwer, I. Wagner, I. Pompe, Hersteller, N. Eisele-Hein
Ratgeber: Schutz gegen Sommerhitze
Ratgeber: Schutz gegen Sommerhitze
Ratgeber: Schutz gegen Sommerhitze
Ratgeber: Schutz gegen Sommerhitze 22 Bilder

10 Tipps gegen Hitze im Wohnmobil

Sommerhitze im Wohnmobil 10 Tipps gegen den Hitzestau

Endlich Urlaub, endlich Sonne: Sie hebt die Laune, bräunt die Haut – und heizt das Reisemobil auf. Wir verraten die 10 besten Tipps und Tricks, wie das Fahrzeug kühl bleibt und wie Sie sich wohlfühlen.

Im Hochsommer und vor allem bei Touren nach Südeuropa können sich Wohnmobil und Campingbus tagsüber ganz schön aufheizen. Wir haben die 10 besten Kühl-Tipps für Sie zusammengestellt.

Tipp 1: Richtig lüften

Thema des Monats: Schutz gegen Sommerhitze
Range Rover, I. Wagner, I. Pompe, Hersteller
Frühmorgens ist es noch kühl. Also schnell noch alle Fenster und Luken aufmachen.

Sobald die ersten Sonnenstrahlen die Luft aufheizen, werden die Schotten dicht gemacht. Im Reisemobil bedeutet das: Fenster und Luken zu. Lüften mittels Dachluken und Fenster ergibt nur Sinn, wenn es draußen kühler ist. Und genau die Südeuropäer machen uns vor, wie es geht: Sie lüften dann, wenn es draußen kühler ist als drin – und zwar von spätabends bis frühmorgens.

Auch wenn draußen ein kleines Lüftchen weht, ergibt das Lüften Sinn. Dann entsteht auch drinnen ein Luftstrom, der zwar die Temperatur real nicht senkt, sie jedoch erträglicher macht. Kastenwagen heizen sich stärker auf, weshalb hier offene Fenster und Türen auch tagsüber Linderung bringen können.

Tipp 2: Fensterschutz

Ratgeber: Schutz gegen Sommerhitze
promobil
Die Fensterfolien Sunshade von Dometic kosten je nach Größe zwischen 45 und 99 Euro.

Wer denkt, das Schließen aller Rollos würde dem rasanten Temperaturanstieg entgegenwirken, liegt nicht ganz richtig. Zwar versprechen die silbrig folierten Rollo-Außenseiten eine gewisse Abschirmung, doch wenn das Sonnenlicht auf die Rollos trifft, ist die Wärme schon hinter den Fensterscheiben – also im Fahrzeug.

Fenster, Luken und Türen sind die eigentlichen Hitzeschleusen. Spezielle Funktionstextilien, die man außen anbringt, helfen, sie besser zu isolieren. Die größte Wirksamkeit entwickeln sie in Kombination mit geschlossenen Rollos innen. Für Dachhauben und Seitenfenster haben verschiedene Firmen maßgeschneiderte Sonnenschutz-Überzüge im Programm. Die Beschaffenheit der Überzüge ist unterschiedlich: Durch die Dometic "Sunshades" dringt immer noch ein wenig Tageslicht, die Thermomatte von Hindermann ist dagegen komplett undurchsichtig.

Tipp 3: Cockpit-Schutz

Vor allem für das größte Fenster im Fahrzeug, die Frontscheibe, eignet sich zusätzlich eine Thermofolie außen, erhältlich beispielsweise bei Fritz Berger. Der Zubehörhandel hat eine Vielzahl maßgeschneiderter silber bedampfter Dämmmatten im Angebot. Die Preisspannen sind enorm. Je nach technischer Finesse und Ausstattung kosten sie zwischen 100 und 900 Euro.

Tipp 4: Ventilatoren

Thema des Monats: Schutz gegen Sommerhitze
Range Rover, I. Wagner, I. Pompe, Hersteller
Universal-Ventilatoren wie das Turbo-Kit von Fritz Berger funktionieren auch mit Batterien.

Dem Luftzug auf die Sprünge helfen Ventilator-Dachhauben. Bei Fiamma heißen sie Turbo Vent und Turbo Vent Premium, passen in Dachlukenausschnitte von 36 mal 36 und 40 mal 40 Zentimeter Größe und verfügen über zwei Laufrichtungen sowie stufenlose Drehzahlregelung. Damit kann kühle Außenluft zu- oder heiße Innenluft abgeführt werden. Beim Luftverkehr von drinnen nach draußen dienen Ventilator-Dachhauben je nach Einbaulage auch als Dunstabzug für Küche oder Bad.

Ebenfalls erhältlich ist der Universal-Ventilator Fritz Berger Turbo-Kit, der mit Querstreben unter herkömmlichen Dachhauben montiert werden kann. Seinen Strom bezieht er über eine handwerklich aufwendige Verkabelung mit dem Bordnetz oder acht 1,5-Volt-Batterien.

Natürlich funktioniert auch jeder normale Tischventilator. Dagegen sprechen jedoch der Platzbedarf, den er im Wohnmobil und beim Transport beansprucht, und dass ein Kabel durch den Raum führt.

Tipp 5: Schatten suchen

Einsteiger-Tipps Wohnmobil
Tipps & Tricks

Effektiver Hitzeschutz fängt außen an. Die simpelste Lösung heißt: Einen schattigen Stellplatz unter Bäumen suchen. In die dunkle Röhre schaut dann nur der, der seine Satellitenschüssel fest auf dem Dach montiert hat. Wer häufig heiße Regionen aufsucht und trotzdem nicht aufs Fernsehen verzichten mag, greift besser zu transportablen Sat-Schüsseln.

Aber auch das Bier bleibt auf Schattenplätzen länger kühl, weil Absorberkühlschränke systembedingt nur 30 Grad Celsius unter die Außentemperatur kommen. Knallt die Sonne durch die Abluftgitter auf die Kühlschrankrückseite, kann es kritisch werden. Spezielle 12-Volt-Kühlschrankventilatoren mildern oder beheben dieses Problem. Sowohl Dometic als auch Thetford haben einbaufertige Ventilator-Sets für rund 45 bzw. 53 Euro im Programm. Erhältlich sind sie im Campingfachhandel.

Tipp 6: Markise

Ratgeber: Schutz gegen Sommerhitze
promobil
Auch für Campingbusse haben Spezialisten Schattenzubehör in petto.

Selbst auf dem lauschigsten Schattenplatz scheint irgendwann die Sonne. Dann schlägt die Stunde von Markise und Sonnendach. Planen mit UV-Blocker schützen Haut und Fahrzeug. Eine vom textilen Vordach beschattete Seitenwand bleibt deutlich kühler als eine direkt bestrahlte.

Das Angebot an Markisen ist enorm. Es reicht vom einfachen Sonnensegel (ab ca. 180 Euro) über in die Kederleiste eingezogene Sackmarkisen, die von Hand entrollt und aufgestellt werden müssen, bis zu klassischen Kassettenmarkisen, die per Handkurbel oder elektrisch ausfahren. Viele Sack- und Kassettenmarkisen lassen sich durch Front- und Seitenteile zu Windfängen und geschlossenen Vorzelten erweitern – eine variable Lösung für die meisten Einsätze mit Ausnahme von extremem Wintercamping.

Tipps und alles rund ums Thema Markise finden Sie hier.

Tipp 7: Belüftete Sitzmatte

Wer keine Klimaanlage fürs Fahrerhaus hat, kann während der Fahrt zwar das Fenster einen Spalt öffnen. Allerdings riskiert man damit im schlimmsten Fall, sich durch den kalten Luftstrom im Nacken einen "Zug" zu holen, eine Muskelverspannung. Eine nachrüstbare Alternative für lange Strecken bei praller Sonne ist eine belüftete Sitzauflage. Diese kühlenden Sitzmatten tragen an mehreren Stellen im Polster einen Luftauslass. Matten wie die von Westfalia werden via 12-Volt-Anschluss betrieben.

Leser-Tipp Wohnmobil
Zubehör

Tipp 8: Kühlmatten

Ganz ohne Strom funktionieren Kühlmatten, die es ebenfalls für die Sitze gibt, aber fürs Bett. Gehen die Temperaturen auch nachts nicht in den Keller, könnte beispielsweise die Freshmat von Wiegel für Linderung sorgen. Die Kühlkissen, die es als 30 mal 40 Zentimeter große Sitz- sowie als 90 mal 90 Zentimeter große faltbare Matratzenauflage gibt, haben einen Gelkern, der bei Druck Kühle erzeugt. Sobald Druck fehlt, regeneriert sich das Gel ohne Strom- oder Kältezufuhr.

Tipp 9: Schutzfarbe

Thema des Monats: Schutz gegen Sommerhitze
Range Rover, I. Wagner, I. Pompe, Hersteller
Selbst auf weißen Dächern soll Cooldry die Oberflächentemperatur messbar senken.

Der Aufbau des Wohnmobils bleibt durch einen UV-Schutzanstrich auf dem Dach kühler, beispielsweise von der Marke Cooldry. Die Dispersionsfarbe enthält Reflexionskomponenten, die bis zu 90 Prozent der Sonnenenergie reflektieren sollen. Des Weiteren gibt der Hersteller an, dass sich die Oberflächentemperatur des nach dem Anstrich mattweißen oder -beigen Dachs bei direkter Sonnenbestrahlung bei Tests von 45,4 auf 31,4 Grad reduziert.

Die Schutzfarbe kann direkt auf das lackierte Blech bzw. GfK aufgetragen werden. Der Originallack kann, muss aber nicht angeschliffen werden. Laut Hersteller genügt ein Liter Cooldry für ca. 1,5 m² bei zwei Schichten. Das heißt: zehn Liter reichen für ca. 15 m², der Literpreis liegt aktuell bei rund 20,40 Euro. Nach rund einer Stunde klebt der Schutzanstrich nicht mehr, nach zwölf bis 16 Stunden kann eine zweite Schicht aufgetragen werden.

Tipp 10: Klimaanlagen

Dachklimaanlagen im Test
Zubehör

Klimaanlagen sind die Hightech-Geräte gegen Hitze. Die Anlagen unterscheiden sich durch ihre Wirkungsweise und den Einbauort. Die effektivste Kühlung, jedoch unter intensivem Einsatz von 230-Volt-Strom, versprechen Kompressor-Klimaanlagen. Diese gibt es für die Montage auf dem Dach in einem Dachlukenausschnitt von 40 mal 40 Zentimeter Größe.

Die wichtigsten Hersteller von Dachklimaanlagen mit 1100 bis 3200 Watt Kühlleistung sind Dometic, Truma, Telair und Coleman. Eine Sonderform der Kompressor-Anlage ist die Saphir-Baureihe von Truma für den Einbau im Fahrzeug. Sie findet Platz im Doppelboden oder in einem anderen Staufach. Alle Kompressor-Klimaanlagen haben ähnliche Nachteile: Geräuschloser Betrieb ist nicht möglich – sowohl innen als auch außen ist stets ein leichtes Brummen vernehmbar. Außerdem wiegen die Geräte zwischen 18 und 24 Kilogramm und brauchen Landstrom.

Umfrage

8131 Mal abgestimmt
Eine Klimaanlage im Aufbau des Wohnmobils finde ich...
... absolut sinnvoll.
... übertrieben.

Wer autark stehen möchte, muss einen Generator an Bord haben, der ebenfalls teuer ist, Energie verbraucht und Geräusche emittiert. Ohne Kompressor und deshalb mit 12 Volt kommt die Verdunster-Klimaanlage Ebercool von Eberspächer zurecht. Das 25 Kilogramm schwere Dachgerät verdampft zwischen einem und drei Liter Wasser pro Stunde, um die Luft um etwas mehr als zehn Grad Celsius im Verhältnis zur Außentemperatur abzukühlen und in den Innenraum zu blasen. Grundsätzlich sind Dachklimaanlagen leichter nachzurüsten als Exemplare für den Einbau innen.

Hitzezubehör