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Pilote P 696 U im Test Ingolf Pompe
Pilote P 696 U im Test
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Pilote P 696 U im Test 22 Bilder

Pilote P 696 U: Teilintegrierter mit Riesenbad

Pilote P 696 U im Test Wohnfühl-Mobil mit Riesenbad

Der Trend zur Hecksitzgruppe setzt sich fort. Der neue Pilote-Teilintegrierte ist ein weiteres Beispiel und entpuppt sich als Wohnfühl-Mobil mit Riesenbad – und einer entscheidenden Schwäche.

Nähert man sich dem Pilote P 696 U, scheint anfänglich alles normal. Der kantige Aufbau ist Pilote-typisch hochwertig mit einem GfK-XPS-Sandwich ausgeführt. Die Kabine ist sauber verarbeitet, die Dekorfolien sind dezent. Schaut man genauer hin, merkt man, dass hier ein besonderer Grundriss vor einem steht: keine Fenster vor der Aufbautür und drei große im Heck als Erkennungszeichen einer Rundsitzgruppe. Ordert man das 1.190 Euro teure Komfortpaket für den Teilintegrierten, ist die Aufbautür mit Fenster an die Fahrzeugzentralverriegelung angeschlossen. Noch mehr Teilintegrierte finden Sie hier.

Also Schlüssel gedrückt und nichts wie rein. Wir sind bereit, den Pilote P 696 U zu testen. Beim Einsteigen fällt auf, dass die ebenfalls im Paket enthaltene elektrische Trittstufe wenig Zusatznutzen bringt, denn sie reduziert die Einstiegshöhe zum sowieso schon niedrigen Coupé-Einstieg nur unwesentlich. Die Tür an sich ist mit 50 Zentimetern für heutige Standards schmal geschnitten. Jeder, der erstmals den Wohnraum betritt, reagiert positiv überrascht auf das Bild, das sich ihm bietet. Erstaunt nimmt man den großen Wohnraum und das rechts neben dem Eingang liegende riesige Raumbad zur Kenntnis.

Abtrennbares Fahrerhaus

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An der riesigen und vor allem bequemen Hecksitzgruppe finden sechs Personen leicht ihren Platz. Der Tisch mit klappbarer Platte ist dreh- und verschiebbar und von jedem Sitzplatz aus gut zu erreichen.

Das Raumgefühl sucht seinesgleichen in einem Sieben-Meter-Fahrzeug. Das Bad könnte genauso in einem großen Integrierten stehen. Von Fahrerhaus und Wohnraum lässt es sich durch zwei Schiebetüren abtrennen. Die sind in offener Position während der Fahrt gesichert. Im Testfahrzeug ist die Sicherung der vorderen Tür allerdings etwas schwach dimensioniert, denn diese kann in der Kurve zufallen.

Das ist aber auch die sinnvollere Fahrtposition. So wird das Fahrerhaus akustisch und thermisch vom Aufbau getrennt. Dann kann die Klimaanlage oder die Heizung ihren Job spürbar besser und vor allem schneller erledigen. Außerdem reduziert sich das Geräuschniveau während der Fahrt deutlich. Vielleicht schafft es ja auch eine Fahrtsicherung für die geschlossenen Türen in die Serienproduktion. Der Testwagen ist nämlich der erste, der mit diesem Grundriss gebaut wurde, und somit noch ein Null-Serien-Modell. Neben der Dusche befindet sich der Kleiderschrank mit Stange und ein Regalschrank für weitere Klamotten. Das ist praktisch, denn man hat nach dem Duschen gleich alles griffbereit im selbem Raum. Für Licht und ausreichend Luft im Bad sorgen zwei Dachhauben. Punktabzug gibt es für die Aufpreispolitik. Eine Schrankbeleuchtung steht ebenso für 90 Euro in der Aufpreisliste wie eine klappbare Trockenstange unter der Dusch-Dachhaube.

Küchenaufteilung und Blick aufs Detail

Im Eingangsbereich gefällt ein Sitzpodest mit Schuhfach darunter. So kann man sich der dreckigen Schuhe schnell und unkompliziert entledigen und diese gleich verstauen. Die Küche ist eigentlich gut dimensioniert, hat ausreichend Staumöglichkeiten und einen großen Kühlschrank im Angebot. Die Arbeitsfläche fällt aber trotz Zweiflammkocher etwas knapp aus. Außerdem lässt die Passgenauigkeit besonders der obersten Küchenschublade zu wünschen übrig, denn sie verhakt sich beim Schließen leicht. Ebenso ein Hinweis auf eine nachlässige Verarbeitung gibt das Kabel- und Leitungswirrwarr hinter der unteren Schublade im Küchenblock.

Gemütliche Sitzecke und Gästebett

Das Highlight des 696 U ist die Sitzgruppe. Auf Banklängen von rund 1,40 bis 2,04 Meter kann man es sich hier so richtig bequem machen. Der Tisch ist in der Mitte klappbar für eine bessere Durchgangsmöglichkeit. Da er auch dreh- und verschiebbar ist, kommt man von jedem Sitzplatz gut heran, und bis zu 6 Leute können gemütlich zusammensitzen. Fährt man den Tisch herunter, kann ein großes Gästedoppelbett aus den Polstern der Sitzgruppe gebaut werden. Das funktioniert schnell und einfach. Ebenfalls praktisch: Die Sitzpolster werden magnetisch an den Fahrzeugwänden in Position gehalten und sind so leicht zu entfernen und wieder anzubringen.

Das ist auch im Hinblick auf die Verstaumöglichkeiten wichtig. Ins Heckstaufach passen weder Campingtisch noch -stühle. Die Lösung, die sich Pilote dafür ausgedacht hat, ist mit dem Umbau der Sitzgruppe verbunden. Polster abnehmen, Sitzunterbau hochklappen und so den Stauraum noch erweitern – eine unkomfortable Prozedur, die eher an einen Campingbus erinnert. Außerdem müssen die 3–8 Polster, die man je nach Platzbedarf im Stauraum abnimmt, während der Fahrt irgendwo gelagert werden.

Großes Querdoppelbett

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Das bequeme elektrische Hubbett fällt mit 197 x 155 cm groß aus. Ablagen für Handy, Brille oder Lesestoff sucht man allerdings vergeblich.

Das Hubbett über der Sitzgruppe fährt elektrisch herab. Hier macht sich eine Eigenheit bemerkbar, die nicht dem Vorserienstatus geschuldet, sondern laut Pilote so gewollt ist. Das Bett funktioniert nur, wenn man am übersichtlichen Kontrollbord den AUX-Schalter aktiviert. Dieser schaltet das Radio, die elektrische Zündhilfe des Herds und eben das Hubbett frei. Das Bett fällt mit 1,97 x 1,55 Meter groß aus und ist als Querdoppelbett ausgelegt. Es hängt stabil schienengeführt an vier Gurten. Der Einstieg erfolgt per Leiter. Die Matratze liegt auf einem Lattenrost, und man liegt bequem. Was fehlt, sind Ablagen für Telefon, Buch oder Brille. Hier muss der Küchenblock als Ersatz herhalten.

Außer dem kleinen Außenstauraum im Heck wartet links hinter dem Fahrerhaus ein optionaler Auszug in der Seitenschürze (690 Euro) auf Transportgut, das kälteunempfindlich ist. Hier kann man zum Beispiel Auffahrkeile oder eine Kabeltrommel mitnehmen.

Ist das Pioneer-Media-Paket für 1.390 Euro an Bord, kann man sich nicht nur an der darin enthaltenen guten Rückfahrkamera und an zwei druckvollen Lautsprechern über der Sitzgruppe erfreuen. Auch der Naviceiver kommt mit praktischen Details wie der Möglichkeit der Eingabe von Fahrzeuggewichten und -dimensionen. Ebenso ist der promobil-Stellplatz-Radar bereits integriert. Abstriche gibt es beim Radioempfang: Trotz Außenantenne am Beifahrerkotflügel sind weniger Sender als üblich empfangbar. DAB-Sender werden gar keine empfangen. Das spricht für einen Fehler in der Verkabelung.

Üppiges Ausstattungspaket für den Test

Der Testwagen ist mit üppiger Sonderausstattung bestückt. Insgesamt 23 Einzelpositionen und sechs Pakete summieren sich auf 190 Kilogramm Zusatzgewicht und treiben den Testwagen auf über 78.000 Euro inklusive Fracht und Papieren. Das entspricht einem Preisaufschlag von rund 40 Prozent des Grundpreises. Einige Posten sind dabei nicht ganz nachvollziehbar. LED-Beleuchtungen im Stauraum und im Kleiderschrank sowie ein Handtuchhalter für jeweils 90 Euro sind dafür Beispiele. Auch das Pflichtpaket mit Beifahrerairbag und ESP treibt den Testwagenpreis nach oben.

Pilote P 696 U auf einen Blick

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Der Aufbau aus GfK-Sandwich und XPS-Isolierung ist hochwertig, die Verarbeitung gut. Rahmenfenster gehören zur Serienausstattung.
  • Gurte/Schlafplätze: 4/2–4
  • Zul. Gesamtgewicht: 3.500 kg
  • Länge/Breite/Höhe: 6,99/2,30/2,88 m
  • Grundpreis ab 55.900 Euro

Auf- und Ausbau:
Sandwich-Bauweise, PU-Verstärkungen, außen und innen GfK, Dach/Wand/Boden GfK, Isoliermaterial Wand/Dach/Boden XPS, Wandstärke Wand/Dach/Boden 30/30/50 mm, 4 Kunststoff-Isolierfenster mit Alu-Rahmen, 3 Dachhauben, 1 Panorama-Dachfenster.

Bordtechnik:
Gas-Gebläseheizung/Boiler Truma Combi 4, 12 Ausströmer (2 x Sitzgruppe, 3 x Küche, 1 x Einstieg, 2 x Bad, 4 x Fahrerhaus), Wasseranlage: Frischwasserschläuche, Abwasserrohre, Druckpumpe.

Basisfahrzeug:
Fiat Ducato Multijet 160, Flachrahmen, Vorderradantrieb, Vierzylinder-Turbodiesel, Hubraum 2287 cm3, Leistung 118 kW/160 PS bei 3500/min, Drehmoment 400 Nm bei 1500/min, Neungang-Automatikgetriebe.

Fahrleistungen:
Beschleunigung 0–50/80/100 km/h 6,2/12,4/18,9 s; Elastizität 60–80/100 km/h (Automatik) 4,3/10,7 s; Elastizität 80–100 km/h (Aut.) 7,4 s, Testverbrauch 11,6 L/100 km.

Preise und Ausstattung

  • Grundpreis: 57.790 Euro (Fiat Ducato 35 L, Motor 103 kW/140 PS) mit TÜV und Zulassungsbescheinigung II
  • Testwagenpreis: 78.340 Euro

- 160/177-PS-Motor (15 kg) 2.000/3.500 Euro (im Testwagen enthalten)
- Chassispaket (Pflicht): ESP, Tempomat, Beifahrerairbag, LED-Tagfahrlicht und Nebelleuchten (7 kg) 1.120 Euro (empfohlen) (im Testwagen enthalten)
- Komfortpaket: Aufbautür mit Fenster und ZV, Fliegengittertür, elektrische Trittstufe u. a. (15 kg) 1.190 Euro (empfohlen) (im Testwagen enthalten)
- Energiepaket: Solar 100 W, AGM-Batterie (36 kg) 590 Euro (empfohlen) (im Testwagen enthalten)
- Neungang-Automatik (33 kg) 3.000 Euro (im Testwagen enthalten)
- Abwassertank isoliert und beheizt (2 kg) 290 Euro (empfohlen) (im Testwagen enthalten)

Das fiel uns auf

 Die untere Abdeckung des Gaskastens ist wegklappbar – der Flaschenwechsel so sehr komfortabel.
 Optionales Navi mit Stellplatz-Radar und der Möglichkeit, Fahrzeuggröße und -gewicht zu speichern.
 Vier USB-Anschlüsse gibt es serienmäßig: zwei in der Küche und zwei an der rechten Seitenbank.

  Die Tankentleerung ist gut zu bedienen. Der Auslass mittig unter dem Fahrzeug ist nicht optimal.
  Die Aufbautür mit Fenster und Zentralverriegelung gefällt, ist aber mit 50 cm sehr schmal.

 Kabel und Schlauchchaos im Küchenblock. Hier könnten ein paar Kabelbinder für Ordnung sorgen.

Wertung

  • Wohnen: 3,8 von 5 Punkten
  • Beladen: 2,5 von 5 Punkten
  • Technik: 3,3 von 5 Punkten
  • Fahren: 3,0 von 5 Punkten
  • Preis & Service: 2,5 von 5 Punkten

Fazit

Der Grundriss gefällt mit seinem großen Wohnraum und dem Bad, das beinahe überdimensioniert wirkt. Der fehlende Stauraum für Campingmöbel ist für mich allerdings ein Ausschlusskriterium. Warum nicht die Sitzgruppe 50 cm kleiner machen und so den Platz für einen ausreichend großen Stauraum schaffen? Dann wäre der Pilote für eine größere Zielgruppe sicher ein echtes Wohnfühlmobil.

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