Benimar Tessoro 463 Up (2021) im Test Andreas Becker
Benimar Tessoro 463 Up (2021) im Test
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Benimar Tessoro 463 Up (2021) im Test 22 Bilder

Benimar Tessoro 463 UP (2020) im Test

Benimar Tessoro 463 UP (2020) im Test Teilintegrierter mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis

Die spanische Trigano-Marke Benimar soll den deutschen Markt erobern. Preis und Leistung stehen an oberster Stelle, auch bei diesem stattlichen Teilintegrierten, den promobil schon getestet hat.

Auf der CMT Anfang des Jahres verkündeten die Vertreter der deutschen Trigano-Dependance, dass die in vielen europäischen Ländern etablierte Marke Benimar nach einigen Jahren der Abstinenz nun auch wieder nach Deutschland kommt. Bei allen Reisemobilen des spanischen Herstellers soll der Fokus auf einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis liegen.

Um das zu überprüfen, hat promobil bereits eines der ersten verfügbaren Mobile, das Sondermodell Tessoro 463 Up, in einer Vorserienversion getestet. Mit 7,43 Metern Gesamtlänge ist der Tessoro ein ganz schöner Brummer. Vor allem der hintere Überhang fällt recht üppig aus. Von außen erwartet man darum auch üppige Platzverhältnisse innen – und wird nicht enttäuscht.

Große Sitzgruppe für 6 Personen

Nach dem Einstieg durch die recht schmale Aufbautür erfährt man im Tessoro ein tolles Raumgefühl. Die Sitzgruppe verfügt neben der Quersitzbank mit zwei Gurtplätzen über eine genauso lange Längssitzbank mit seitlicher Armlehne, die den Einstieg optisch vom Wohnbereich separiert. Inklusive der drehbaren Pilotensitze nehmen sechs Personen bequem um den großen, zusätzlich erweiterbaren Tisch Platz. Die niedrigen Sitze lassen sich allerdings nicht bis auf eine passende Höhe anheben.

Benimar Tessoro 463 Up (2021) im Test
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Bis zu sechs Personen können um den erweiterbaren Tisch Platz nehmen. Trotz darüber hängendem Hubbett sind Kopffreiheit und Raumgefühl nicht einengend.

Material und Finish der Möbeloberflächen wirken wertig, die Klappen schließen leise und zuverlässig dank der Soft-Close-Mechanik. Üppig fällt die Stehhöhe aus – selbst an der Sitzgruppe (1,88 Meter), über der ein Hubbett mit zwei Schlafplätzen an der Decke hängt. An dessen Unterseite sitzen gut positionierte Strahler, die den Tisch zufriedenstellend beleuchten. Tagsüber lassen die großen Dach- und Seitenfenster jede Menge Tageslicht herein. Das im Vorserienmodell nicht ganz winddichte und deshalb während der Fahrt sehr laute Skyroof-Fenster in der T-Haube soll laut Hersteller noch gegen ein höherwertiges ausgetauscht werden.

Das Hubbett lässt sich per Knopfdruck absenken, ohne dass zuvor irgendwelche Umbaumaßnahmen nötig wären – die Hängeschränke gleiten passgenau in die Freiräume zwischen den Möbeln darunter. Obwohl die Schienen des Hubsystems und die Möbel ein weiteres Absenken augenscheinlich zulassen würden, stoppt der Elektromotor schon nach 57 Zentimeter – etwas mehr Kopffreiheit würde dem Hubbett guttun. Beim Erklimmen über eine Leiter sind turnerische Fähigkeiten auch deshalb durchaus von Vorteil. Während der Fahrt machen die Schienen zudem durch lautes Knarzen auf sich aufmerksam.

Kaum Arbeitsfläche in der Küche

In der Küche mangelt es vor allem an einem: Arbeitsfläche. Außer den Glasabdeckungen von Spüle und Kocher – letztere ist immerhin zweigeteilt – gibt es praktisch keine nutzbare Fläche. Gemüse muss auf dem Sitzgruppentisch kleingeschnibbelt werden.

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Drei Kochstellen, großes Spülbecken, aber wenig echte Arbeitsfläche – das Gemüse muss man vorne auf dem Tisch schnibbeln.

Der große Dreiflammherd selbst und die Spüle, die von der Druckpumpe augenblicklich mit Wasser versorgt wird, sammeln dagegen Pluspunkte. Auch das Stauraumangebot geht in Ordnung: ein Hängeschrank, zwei Unterschränke und eine Besteckschublade. Dazu gibt es gegenüber noch ein Fach über dem 140-Liter-Kühlschrank, dessen Getränkeschublade im Test voll überzeugen konnte. Sie ist nicht nur praktisch, sondern verhindert auch, dass die im Sommer mühsam erzeugte Kälte beim Öffnen aus dem Kühlschrank "herausfällt".

Komfortables Bad mit separater Dusche

Der hintere Bereich des Tessoro 463 Up ist mit einer Schiebetür von Küche und Sitzgruppe abtrennbar. Das Bad direkt im Anschluss ist in Waschraum und separate Duschkabine geteilt. Ein großer Hängeschrank bietet genug Raum für Hygieneartikel von vier Personen. Die Toilette ist etwas hoch eingebaut, die Trittfläche davor sehr klein. Die an sich praktische Rollotür des Bads macht sich allerdings unbeliebt, weil sie öfter verkantet und blockiert. Die Türen der Duschkabine, welche reichlich Platz bietet, schließen dagegen einfach und zuverlässig.

Mit dem Schlafbereich im Heck hat das Bad ein Manko gemein: Beim getesteten Vorserienwagen findet sich keine einzige Steckdose. Dieser Mangel wird nach Angaben des Importeurs in den Serienmodellen allerdings noch behoben.

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Die Einzelbetten sind etwas kurz (1,88 m), lassen sich aber mit einem Auszug und Zusatzpolster schnell in eine große Liegewiese verwandeln.

Angesichts der stattlichen Fahrzeuglänge fallen die Lattenrost-bewährten Einzelbetten im Heck mit 1,88 Meter nicht übermäßig lang aus. Immerhin muss man nur ein Brett ausziehen und ein Zusatzpolster auflegen – fertig ist das 2,13 Meter lange Querdoppelbett. Der Aufstieg gelingt dann zwar nicht mehr so komfortabel wie über die platzsparenden Klappstufen, dafür aber trotzdem recht bequem via Leiter; wie die Leiter für das Hubbett hat sie ihren festen Platz in der Garage.

Unter dem rechten Einzelbett bietet ein Kleiderschrank ordentlich Platz. Dank ausziehbarer Kleiderstange muss man nicht in den Tiefen des Raums nach dem passenden Hemd angeln. Vom Staufach gegenüber zwackt der Gaskasten ein Gutteil des Platzes ab. Dieser ist in angenehmer Höhe von außen leicht erreichbar. Seine Tür ist allerdings schmal, so dass es Maßarbeit verlangt, die Gasflaschen hineinzuhieven und den Gasregler an den hinteren Behälter anzuschließen.

Frisch- und Abwassertank haben mit 105 Liter eine ordentliche Größe. Letzterer hängt unterflur, ist nicht isoliert. Der Ablasshebel liegt wie so oft im Spritzbereich der Hinterachse – Handschuhe nicht vergessen. Die übrigen Serviceklappen öffnen leicht und die Garagentüren sind groß genug, um Fahrräder einzuladen – zwei davon passen locker in den großen Stauraum, mit etwas Geschick auch drei. Bei Dunkelheit erhellt eine über die gesamte Breite verlaufende LED-Leiste die Garage bestens. Neben den erwähnten Aluleitern und einem Zusatzbrett für den Bettumbau der Sitzgruppe ist hier auch die Kurbelstange der Markise sauber verstaut.

Der Tessoro 463 Up besitzt einen rundum gut ausgestatteten Aufbau. Für das Basisfahrzeug des Testwagens gilt dies mit kleinen Einschränkungen. Das im Sondermodell enthaltene Radio ist schlicht, eine Rückfahrkamera ist nicht vorgesehen. Die spürbare Anfahrschwäche des Ford und das eher indirekte Fahrgefühl sind bekannt. Der 160-PS-Motor ist darüber hinaus aber kräftig und punktet im Kapitel Laufkultur, das Fahrwerk ist zudem sehr komfortabel.

In Deutschland wird der Benimar Tessoro 463 Up für 53.095 Euro und damit nicht zum absoluten Kampfpreis angeboten. Mit Blick auf die insgesamt sehr gute Ausstattung ist er definitiv ein preiswerter Kauf – aber nicht nur das.

Das fiel uns auf

 Dank ausziehbarer Stange muss im niedrigen Kleiderschrank nicht lange geangelt werden.
 Den Aufstieg zu den Heckbetten erleichtern zwei platzsparende Klappstufen.
 Das separate Getränkekühlfach ist praktisch und verhindert, dass die Kälte unten "herausfällt".
 Mit den Teleskopaufstellern lassen sich die Fenster leicht öffnen und in beliebiger Stellung fixieren.
 Die Badschiebetür ist recht schwergängig und verkantet sich leicht. Dann schließt sie nicht ganz.
 Das Dachfenster ist nicht winddicht, saugt am Plissee. Benimar will in der Serie nachbessern.

Benimar Tessoro 463 UP (2020)

Benimar Tessoro 463 Up (2021) im Grundriss
promobil
Benimar Tessoro 463 UP im Grundriss.

Gurte/Schlafplätze: 4/4–6
Zul. Gesamtgewicht: 3500 kg
Länge/Breite/Höhe: 7,43/2,30/2,89 m
Grundpreis ab: 53.095 Euro
Testwagenpreis: 53.095 Euro

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Fazit

Mit dem neuen Benimar Tessoro gibt es noch mehr Auswahl in der – allerdings schon dicht besetzten – unteren Mittelklasse der Teilintegrierten. Sollten die erwähnten Mankos bis zur Markteinführung noch abgestellt werden, ist er eine bedenkenswerte Alternative, vor allem auch wegen seiner ansonsten sehr soliden Machart. Und das versprochene attraktive Preis-Leistungs-Verhältnis kann man ihm ebenfalls attestieren.

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