Phoenix Maxi A 7800 RSL: So gut klappt gasfrei kochen und heizen im Wohnmobil

Gasfreie Bordtechnik im Phoenix Maxi 7800 RSL
Mit Strom und Diesel komfortabel unterwegs

ArtikeldatumVeröffentlicht am 06.01.2026
Als Favorit speichern

Der Phoenix Maxi-Alkoven 7800 RSL kommt ohne Gas aus. Statt Gasheizung, Absorberkühlschrank und Gaskocher setzt Phoenix erstmals komplett auf Diesel und Strom. Der Hersteller geht auf die zunehmende Nachfrage nach Wohnmobilne mit gasfreier Bordtechnik ein. Denn es gibt immer noch Campende, die ein mulmiges Gefühl im Umgang mit dem leicht entzündlichen Gas haben. Relevanter ist aber die Gasversorgungslage: Strom und Diesel sind nahezu überall problemlos verfügbar, Gasnachschub in den verschiedenen Urlaubsländern zu bekommen ist dagegen oft schwierig. Einen Energieträger weniger managen zu müssen kann den Betrieb darum erheblich bequemer. Ob der Maxi-Alkoven 7800 SL den versprochenen Komfortgewinn im Alltag wirklich liefert, zeigt der Test des ersten gasfreien Wohnmobils von Phoenix.

Diese Bordtechnik steckt Maxi-Akoven 7800

Bei dem Mobil substituiert Phoenix sämtliche Gasgeräte durch mit Diesel bzw. Strom betriebene Aggregate. Statt einer Gas-Warmwasserheizung von Alde ist die neue Diesel-Version installiert (plus 2.400 Euro). Den Absorberkühlschrank ersetzt ein 12-V-Kompressorgerät von Kissmann: Der KT 210-5/3 (plus 1.160 Euro) kommt bei Phoenix auch in anderen Modellen zum Einsatz. Solide gebaut und mit großem Volumen (150/44 L), kommt er einem Haushaltsgerät sehr nahe, überzeugt mit tadelloser Kühlung, benötigt aber auch ein entsprechendes Einbauvolumen.

Grundriss, Maße, BettenDer 7800 RSL ist ein Alkoven für Paare. Die U-Sitzgruppe im Heck mit gut 1,30 Meter langen Längsschenkeln und stabilem Doppelsäulentisch prägt ein komfortables Ambiente. Vorn liegen zwei breite, knapp zwei Meter lange Alkovenbetten. Der Aufstieg über Einlegebretter funktioniert bequem, blockiert aber teils die Stauräume darunter. Das Raumbad dahinter glänzt mit einem Waschtisch aus Mineralwerkstoff, großer Dusche und WC mit Fäkaltank. Die Küche mit 1,59 Meter Länge und 94 Zentimeter Arbeitshöhe überzeugt mit hohem Praxisnutzen: große Spüle, viel Stauraum und Arbeitsfläche, 150-Liter-Kühlschrank, große Abfalleimer sowie nette Details wie Lift für die Kaffeemaschine und Gläservitrine. Der solide, dick isolierte Aufbau schützt Tanks und Technik im beheizten Doppelboden. Die Elektroinstallationen sind mustergültig, die Möbel massiv und sauber verarbeitet. Trotz der Sitzgruppe bleibt Platz für eine Heckgarage, die zwei Fahrräder aufnimmt. Mit 7,80 Meter Länge und 7,2 Tonnen Gesamtgewicht steht der Maxi-Alkoven 7800 RSL für Raum und Qualität – ein Leichtgewicht ist der Phoenix weder technisch noch finanziell. Der Grundpreis liegt bei 226 880 Euro.nhalt

Gasfrei kochen dank Induktionskochfeld

Anstelle des Gaskochers ist ein Induktionskochfeld von Dometic installiert. Das CVI 1525 kostet 3.210 Euro Aufpreis und besitzt zwei Platten mit 1.000 und 1.300 Watt Leistung. Da es deutlich mehr Strom benötigt als ein Gasgerät und zudem mit Wechselstrom arbeitet, stattet Phoenix den Maxi in dieser Konfiguration immer mit dem "LI-Power-Paket" für 11.030 Euro extra aus: Der bisherige 210-Ah-Gel-Akku weicht einer LiFePO4-Batterie von Super B mit 340 Ah. Ergänzt wird das Paket durch das Multiplus-System von Victron; es kombiniert ein 120-A-Ladegerät mit einem Sinus-Wechselrichter mit hohen 3.000 Watt Dauerleistung. Neun zusätzliche Steckdosen verteilen den Strom im Fahrzeug. Optional liefert zudem eine Solaranlage mit vier 220-Watt-Modulen für 7.200 Euro Energienachschub.

Gasfrei, Bordtechnik, Kochplatte, Küche
Ingolf Pompe

Im Test gefällt das Induktionskochfeld mit unkomplizierter Bedienung dank verständlich beschrifteter Tasten. Voraussetzung ist geeignetes Kochgeschirr aus magnetisierbarem Material – die typischen Alu-Campingtöpfe sind ungeeignet. Ein Liter Wasser erhitzt sich spürbar schneller als auf einem üblichen, nominell sogar leistungsstärkeren Gasherd. Allerdings ist der Stromverbrauch dabei hoch: Das einmalige Aufkochen von einem Liter Wasser verringert den Füllstand der Batterie um gut 20 Ah. Ohne großen Energiespeicher wäre längeres Kochen nicht alltagstauglich. Mit dem Power-Paket hat Phoenix nicht ohne Grund vorgesorgt.

Wie schlägt sich die Dieselheizung?

Als größter Energieverbraucher – zumindest im Winter – lässt sich die Heizung nur schwer austauschen. Adäquater elektrischer Ersatz ist derzeit nicht zu haben – oder zumindest nicht für den Serieneinsatz in Sicht. Die großen Heizungslieferanten Truma, Webasto, Eberspächer und Alde sowie neue Mitbewerber wie Scheer oder Timberline setzen nach wie vor auf fossile Energieträger: Gas oder inzwischen mehrheitlich Diesel.

Das verbreitetste Warmwasser-Heizsystem stammt vom schwedischen Hersteller Alde und ist für höchsten Komfort beim Wintercamping bekannt. Seit Kurzem ist auch hier eine Diesel-betriebene Version verfügbar. Phoenix baut die Compact 4000 D als einer der ersten Hersteller in ein Reisemobil ein. In der getesteten Plus-Version bereitet zudem ein Plattenwärmetauscher kontinuierlich Warmwasser.

So heizt der Phoenix Maxi

Das Konvektionsheizprinzip ist dasselbe wie beim Gasgerät. Kühlere Luft erwärmt sich beim Durchströmen der Heizkörper (Konvektoren) und steigt nach oben. Beim Test ist nach entsprechender Aufheizphase in dieser Hinsicht kein Unterschied zur Gasversion auszumachen. Über das Bedienpanel lässt sich die Alde-Diesel einfach einstellen und steuern.

Direkt nach dem Start ist außerhalb des Fahrzeugs deutlicher Abgasgeruch wahrzunehmen. Ebenso arbeitet der Brenner vernehmlich. Was indes eher den Stellplatznachbarn auffallen dürfte, denn im Wohnraum bleiben Phoenix-Fahrer von beidem unbehelligt. Ist nach der Warmlaufphase die Solltemperatur erreicht, verringert sich das Betriebsgeräusch, und der Abgasgeruch verschwindet völlig. Die Wärmeverteilung im Maxi-Alkoven ist gleichmäßig und zugfrei, das Raumklima sehr angenehm. Damit besteht auch die subjektive Komfortprüfung – neben dem Aufheiztest, über den sie im verlinkten Beitrag mehr erfahren:

Fazit