Endlich ein großer Elektro-Camper: Vanjorn Charge mit 350 km Reichweite

Vanjorn Charge One und Charge Two
Endlich ein realistisches E-Camping-Konzept?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 03.11.2026
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Rein elektrische Wohnmobile sind ein Konzept, vor dem die großen Hersteller nach wie vor zurückschrecken. Kleine Ausbauer hingegen trauen sich immer häufiger an elektrische Basisfahrzeuge und statten diese mit ihren individuellen Ausbauten aus. Neu im Spiel ist der Charge von der Marke Vanjorn.

Die stylishen Campingmodule von Vanjorn aus den Niederlanden gibt es fix und fertig zusammengestellt auf Basis eines elektrischen Transporters von Peugeot. Dieser hat nach Angaben des Herstellers eine reale Reichweite von etwa 350 km. Startpreis: 85.000 Euro. Was dafür drinsteckt und was möglich ist, haben wir uns angeschaut.

Das Ausbaukonzept: individuelle Möbel, fertig vorbereitet

Die einzelnen Möbelmodule von Vanjorn sind in der Theorie frei miteinander kombinierbar. Dennoch bietet die Marke zwei bereits fertig abgestimmte Ausbauten an: den Vanjorn Charge One und den Vanjorn Charge Two. Hier können sich Kundinnen und Kunden entscheiden, ob sie lieber quer oder längs schlafen möchten.

Mit dabei sind eine kleine Küche und verschiedene Stauraummodule. Möglich ist außerdem ein Badezimmermodul, das allerdings bei der freien Konfiguration ausgewählt werden muss.

Vanjorn Charge
Vanjorn

Der Basispreis bezieht sich auf den fertig vorbereiteten Van ohne Möbelmodule, aber mit folgender Ausstattung:

  • Lithium-Elektrosystem mit Kopplung an die Traktionsbatterie
  • Herausnehmbare Induktionsküche
  • Außensteckdose
  • Infrarot-Fußbodenheizung
  • Rundum-Isolierung
  • Senfgelbes Seitenpaneel vorne
  • Getönte Rückleuchten
  • Regelbares CEE-Ladekabel

Doch die wichtigere Frage lautet: Lohnt sich ein E-Peugeot gegenüber einem regulären Kastenwagen mit Dieselmotor? Reicht die Reichweite, und wie steht es um die Kosten?

Reichweite und Verbrauch im Vergleich zum Diesel

Mit einem Diesel-Camper hat man in der Regel eine Reichweite von 600 bis 900 Kilometern. Der E-Boxer bietet 350 km. Doch: Wer ohnehin regelmäßige Pausen plant oder eher kleine und mittlere Etappen fährt, kommt dank Schnellladefähigkeit schnell wieder auf 80 Prozent Akkuladung – mit bis zu 150 kW.

Vanjorn Charge
Vanjorn

Zudem ist der Preis für Strom auf 100 km aktuell in der Regel deutlich günstiger als der für Diesel auf derselben Etappe. Rechnet man einen Verbrauch von 9,5 Litern auf 100 km gegen 26 kWh auf 100 km, ergibt sich bei einem Strompreis von 0,57 Euro pro kWh und einem Dieselpreis von 2,25 Euro pro Liter ein Unterschied von 6,50 Euro auf 100 km.

Beide Verbrauchswerte liegen für einen großen Transporter eher am unteren Ende. Und für Strom kann man an öffentlichen Ladesäulen selbstverständlich auch gerne mal 70 Cent pro Kilowattstunde zahlen.

Entscheidend sind Infrastruktur und Reiseverhalten

Ein Problem sind insbesondere bei längeren Campingbussen noch die Ladeparkplätze. Wo ein E-SUV noch problemlos hinpasst, ragt ein Transporter bereits auf die Straße. Die Ladeinfrastruktur selbst ist jedoch in Deutschland schon ziemlich gut, und aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Selbst bis nach Kroatien kommt man elektrisch problemlos.

Für wen E-Campingbusse keine Option sind, erklärt sich fast von selbst: Für Camperinnen und Camper, die lieber abgeschieden und abseits einer guten Ladeinfrastruktur reisen, eignet sich ein E-Fahrzeug nicht. Auch wer gerne 800 km und mehr am Stück hinter sich bringt, ist von den ständigen Ladestopps potenziell schnell genervt.

Kurzum: Für gemütlich Fahrende, die ohnehin gerne mal die Beine strecken oder eine nervöse Blase haben, sind Wohnmobile wie der Charge bereits eine Option.

Fazit