Burgenland Highlights: Safari, Weinwandern und Raab

Burgenland Highlights mit Stellplatz-Tipps
Vom Neusiedler See bis zur Raab

ArtikeldatumVeröffentlicht am 02.11.2026
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Das Burgenland im Osten Österreichs ist ein überschaubares, aber überraschend kontrastreiches Land. Sein touristisches Herz schlägt am Neusiedler See, nur 50 Kilometer von Wien entfernt, wo die letzten Ausläufer der Alpen in die Weiten der pannonischen Tiefebene übergehen. Grassteppen, die mitunter an die Weiten der afrikanischen Serengeti erinnern, und eine reiche Vogelwelt prägen den Nationalpark an der Südostseite. Für einen erlebnisreichen Einstieg in das Burgenland-Abenteuer ist eine Fahrrad-Safari mit den Nationalpark-Rangern die erste Wahl.

Ein echter Pluspunkt: Jeder sechste Burgenland-Urlauber ist mit Reisemobil, Caravan oder Zelt unterwegs, dementsprechend dicht geknüpft ist das Netz an Stell- und Campingplätzen. Besonders im Norden, und hier mit Fokus rund um den seichten, 320 Quadratkilometer großen Steppensee, rollt das Burgenland den Camping-Urlaubern den roten Teppich aus.

Als reizvolles Hügelmeer lernen wir das einwohnermäßig kleinste Bundesland Österreichs im Mittelabschnitt kennen. Hier ist "pannonisch Wandern" angesagt – Umschreibung für Touren ohne viele Höhenmeter, dafür aber mit einem Blick auf die Genussmomente und die großartige Weinbaukultur, die das Burgenland prägen. Ganz im Süden entfaltet eine Slow-Travel-Region par excellence ihren Charme. Eine Paddeltour auf der langsam dahinfließenden Raab rundet die Palette der Naturerlebnisse ab.

1# Exotisch: Safari im Seewinkel

Vom Aussichtsturm eröffnet sich ein Blick auf eine Landschaft, die eine Spur exotisch anmutet. Eine weite Grasebene entrollt sich bis zum Horizont, konturiert von Bauminseln und lagunenartigen Wasserflächen. In der Luft liegt ein vielstimmiges Zwitschern, Krächzen und Pfeifen. "An die 350 Vogelarten lassen sich bei uns beobachten", sagt Rangerin Linda Pössler, die an diesem Tag eine Fahrrad-Tour in den Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel begleitet.

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Stefan Spath

100 Quadratkilometer groß, am Westrand der Puszta gelegen und verzahnt mit dem ungarischen Fertö-Hanság-Reservat, ist das Schutzgebiet für seine außergewöhnliche ökologische Vielfalt bekannt. Vom Nationalparkzentrum in Illmitz radeln wir los. Erster Stopp ist die Zicklacke, einer von vielen salzhaltigen Seen, die im Frühjahr zur Mega-Drehscheibe auf dem großen Vogelzug nach Norden werden. Feldstecher und ein High-Tech-Spektiv stellt der Nationalpark bereit. Wir beobachten Kiebitze, die ihr Revier mit rasanten Sturzflügen abstecken, Rotfußfalken und Graugänse, die auf den Hutweiden ihre Jungen aufziehen. Letztere gehören zum elitären Kreis der "Big 5" der burgenländischen Steppe. Die übrigen vier sind noch imposanter. Von einer Aussichtswarte in der "Hölle" – so heißt ein Teilgebiet des Nationalparks – beobachten wir eine Herde ungarischer Steppenrinder. Sie helfen dabei, die wertvollen Brutflächen im Seevorgelände frei zu halten. Das tun auch die pechschwarzen Wasserbüffel, die etwas später in das Blickfeld des Spektivs geraten. Begleitet werden sie von Kuhreihern – eine Symbiose, wie sie auch in Afrika gang und gäbe ist. Als schließlich aus dem Schilfgürtel am See Weiße Barockesel auftauchen, fehlen zu den "Big 5" nur mehr die scheuen Przewalski-Wildpferde. Als die Sonne in intensiven Rot- und Orangetönen schließlich im Westen abtaucht, beschleicht uns nicht das erste Mal das Gefühl, statt im nahen Burgenland auf einem fernen Kontinent gelandet zu sein.

Der besondere Tipp: Tomaten in Frauenkirchen

Im Tomaten-Paradies. Für eine Weltreise in Sachen guter Geschmack ist Frauenkirchen eine erstklassige Adresse. Dort widmet sich Slow- Food-Pionier Erich Stekovics der Kultivierung alter Tomatensorten, die Namen tragen wie Brandywine, Barry’s Crazy Cherry und Harzer Kind (aus der ehemaligen DDR). Im Frühjahr startet der Schäferhof mit dem Verkauf von Setzlingen, es folgen Führungen über die Felder, und im Hochsommer kommen Bio-Sortenraritäten in den Verkauf, wie sie im Supermarkt nie und nimmer zu finden sind. Im Hofladen gibt’s außerdem Sugos, Chutneys und Chilis für jeden Geschmack.

2# Bezaubernd: Weinwandern im Blaufränkischland

Präsentiert sich das Burgenland rund um den Neusiedler See flach wie ein Brett, so wechselt die Szenerie mit dem Aufbruch in Richtung Süden rasch. Wir passieren die kleine Landesmetropole Eisenstadt, die sich am Fuße des bewaldeten Leithagebirges ausbreitet, bald grüßt die trutzige Burg Forchtenstein von einem Felskegel, dann wogen die Hügel der Region Mittelburgenland-Rosalia dahin. Hier liegt das Blaufränkischland, das mit seinem welligen Profil wie geschaffen ist für Wanderungen auf "pannonische Art" – eine Umschreibung für gemütliche Touren mit Fokus auf Genussmomenten statt Gipfelstürmen.

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Stefan Spath

Neckenmarkt etwa macht seine Besucher auf dem WeinSteinWeg mit dem kulinarischen Markenzeichen der Region – dem gehaltvollen Blaufränkisch-Rotwein – vertraut. Hellgrüne Rebstöcke geben uns Geleit. Für malerische Akzente sorgen Kleinode wie die Donatus-Kapelle, die 1735 zu Ehren des Schutzpatrons der Winzer errichtet wurde. Ihrem Insel-Dasein inmitten des Rebenmeers verdankt sie den Ruf als Kraftort und romantische Hochzeits-Location. Tische und Bänke sind auch an diesem Tag unter der schattenspendenden Linde aufgebaut, weit tragen die Töne der Blasmusik-Kapelle.

Nur einen Kilometer nördlich verläuft die Grenze zu Ungarn, die bis 1989/90 Teil des Eisernen Vorhangs war. Ein ausgedienter Grenzturm, den die Neckenmarkter von den Nachbarn erwarben und in ihren Weinbergen neu aufstellten, erinnert an die bewegte Geschichte der Region. Der zehn Kilometer lange Rundweg verbindet herrliche Panoramen mit Natur und Kultur – und die Kulinarik darf natürlich auch nicht fehlen. Entweder bei einem Picknick in den Weinbergen oder in einem Heurigen-Lokal wie der stimmungsvollen "Anna Schenke". Eine Rosmarin-Rhabarberschorle stillt den größten Durst, und neben der typischen kalten Jause machen einem Piadine mit Pastramifülle und Somlauer Nockerl, eine sündhaft gute ungarische Süßspeise, schöne Augen!

Der besondere Tipp: Franz Liszt, ein Weltstar aus Raiding

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Stefan Spath

Was Klangkünstler angeht, hat das Burgenland nicht nur Joseph Haydn zu bieten. 1811 wurde in Raiding im Blaufränkischland Franz Liszt geboren, der als Klaviervirtuose Maßstäbe in der Musikwelt setzte und in der Präsentation völlig neue Wege ging. Er erfand den Solo-Klavierabend, tourte durch ganz Europa und sorgte mit seinem expressiven Spiel vor allem bei Frauen für Begeisterungsstürme. Für die Fan-Euphorie um den Maestro prägte Heinrich Heine den Begriff "Lisztomanie". Der 900-Einwohner-Ort huldigt dem Pianisten, Komponisten und Dirigenten († 1886) mit einem Festival, einem der schönsten Konzertsäle Österreichs und einem erstklassigen Museum.

3# Entspannend: Kanutour auf der Raab

Die Kanus gleiten durch einen Korridor aus dichtem Grün. Vogelstimmen übertönen das leise Plätschern beim Eintauchen der Paddel. Silberweiden, Eschen und Pappeln breiten ihre Äste über dem Fluss aus. Über dem Wasser huschen Blauflügel-Prachtlibellen dahin. Ganz im Süden, im Dreiländereck mit Ungarn und Slowenien, hat das Burgenland sein vielleicht bezauberndstes Natur-Abenteuer zu bieten: eine Kanutour auf der Raab, die abschnittsweise von dschungelartiger Vegetation eingerahmt wird.

Von Mai bis Oktober lädt das Team des Dreiländer-Naturparks Raab-Örség-Goricko zu entspannten Flussabenteuern ein. Das kleine Paddel-Einmaleins, Sicherheitstipps, dann geht’s los. Höchstens knietief ist die Raab, die sich durch Felder und Wiesen in Richtung Ungarn schlängelt. An jeder zweiten Biegung gibt es was zu sehen. Ein Reiherpaar schraubt sich in die Lüfte. Guide Mario Baier fischt eine Bachmuschel aus den Fluten – Zeichen für die gute Wasserqualität. Eine kahle Stelle an der Uferböschung identifiziert er als Entree zur Höhle eines Bibers, der sich aber erst mit Einbruch der Dämmerung als Flussgestalter betätigt.

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BurgenlandTourismus_stillsandemotions

Dann der Höhepunkt. Der Naturpark-Mitarbeiter lotst den Konvoi in einen Altarm. "Jetzt sind wir auf dem Amazonas Österreichs", sagt er. Gut, zumindest eine Mini-Version davon. Hier beschreibt die Raab eine beinahe 360-Grad-Schleife. Das Grün rückt noch näher heran, ein Ast, der den Wasserlauf blockiert, muss weggeschoben werden. König hier ist der blau-orange Eisvogel, der sich auf der Jagd nach kleinen Fischen pfeilschnell ins Wasser stürzt. Ausgedehntere Touren führen tief nach Ungarn hinein, wo die Raab in die Donau mündet. Doch schon die Kurzversion, eineinhalb Stunden dauert sie, sorgt für Tiefenentspannung.

Der besondere Tipp: Auf den Spuren des Uhudlers

Kein österreichischer Wein ist so legendenumwittert wie der Uhudler. Diese südburgenländische Spezialität wird aus den Direktträger-Rebsorten Concord, Ripatella, Elvira und Delaware gewonnen und zeichnet sich durch ein fruchtintensives Aroma mit Noten von Erd- und Waldbeeren aus. Auf dem Uhudler-Radweg (B 72) rund um Königsdorf, im Kellerviertel von Heiligenbrunn und im Weinmuseum in Moschendorf kann man alles rund um das Kultgetränk in Erfahrung bringen.

Stellplätze im Überblick

Stellplatz an der Hubertusschenke

7312 Horitschon (AT)
Stellplatz an der Hubertusschenke
6 Bewertungen
ab 10 €/Nacht
Strom vorhanden
Wasser vorhanden
WC vorhanden
Hunde erlaubt

Gebührenpflichtiger Stellplatz für 10 Mobile am Ortsrand der Weinbaugemeinde im Blaufränkischland. Der Stellplatz liegt auf dem Parkplatz einer Heurigen-Gaststätte an einer Ausfallstraße. Gepflastert, überwiegend eben, teils schattig. Lokal Mo.–Sa. geöffnet, Lebensmittelladen gegenüber, Ortszentrum zu Fuß erreichbar. Preis (Mobil/2 Erw.): 15 Euro inkl. Strom, Wasser, WC-Benutzung.

Info: Hauptstraße 104, GPS 47°35’30’’N, 16°32’05’’E, Telefon 0043/261042206

Stellplatz Thorschütz

7563 Königsdorf (AT)
Reisemobilstellplatz Thorschütz
5 Bewertungen
ab 34 €/Nacht
Strom vorhanden
Wasser vorhanden
Grauwasser-Entsorgung vorhanden
Chemie-WC vorhanden
WC vorhanden
Dusche vorhanden
WLAN vorhanden
Hunde erlaubt

Gebührenpflichtiger Stellplatz für 30 Mobile am Ortsrand an einem Naturbadesee. Überwiegend eben, geschottert und Rasenflächen, kein Schatten. Am Platz: WC- und Duschcontainer, SB-Automat für Getränke und regionale Snacks. In der Nähe: Imbiss (Mai–Okt), Zentrum, E-Bike-Verleih, Fahrradwege. Preis (Mobil/2 Erw.): 34 Euro, inkl. V+E, WLAN, Eintritt zu Badesee. Ortstaxe: 4,50 Euro/Erwachsener. Burgenland-Card inkludiert. Geöffnet April bis Oktober.

Info: Seestraße 33, GPS 47°00’26’’N, 16°09’42’’E, Telefon 0043/33252373

Stellplatz beim Weingut Sloboda

7141 Podersdorf am See (AT)
Stellplatz am Weingut Sloboda
10 Bewertungen
ab 21 €/Nacht
Strom vorhanden
Wasser vorhanden
Grauwasser-Entsorgung vorhanden
Chemie-WC vorhanden
Platz für Wohnmobile mit Überlänge
Hunde erlaubt

Gebührenpflichtiger Stellplatz für 10 Mobile in Ortsrand-Ruhelage bei Weingut. Ebene Wiesenplätze, wenig Schatten, angrenzend an Felder und Weingärten. Am Platz: Heurigen-Lokal (Mi.–So.) mit schönem Gastgarten, Direkteinstieg in Radwegnetz um den See und Nationalpark. Preis (Mobil/2 Erw.): 21 Euro, inkl. Strom, Wasser & Entsorgung Grauwasser, Ortstaxe: 4,50 Euro/Erwachsener. Beim Kauf von 12 Flaschen Wein 1 Nacht gebührenfrei. Max. 3 Nächte. Ganzjährig.

Info: Alter Satz 1, GPS 47°51’01’’N, 16°49’52’’E, Telefon 0043/69911950313

Fazit