Groß, schwer, luxuriös – das ist die klassische Rechnung, wenn Menschen an die teuersten Wohnmobile denken. Doch auf der CMT 2026 zeigt sich: Nicht nur Luxus-Liner kosten unglaublich viel Geld. Wer sich durch die Messehallen bewegt, stößt auf Wohnmobile und Campingbusse mit völlig normalen Längen unter sieben Metern, auf deren Preisschilder trotzdem mehr als 200.000 Euro stehen.
Was auf den ersten Blick überrascht, ergibt beim genauen Hinsehen Sinn. Denn der Preis pro Meter Fahrzeuglänge oder gar pro Kubikmeter Wohnraum liegt bei manchen dieser Modelle sehr dicht am Niveau der Luxusmarken Concorde, Morelo & Co. Die Rechnung: Weniger Platz bedeutet mehr Anspruch pro Quadratzentimeter, denn es handelt sich dabei um Campingbusse für Expeditionen, individuell angepasste Wohnmobile oder Campingfahrzeuge aus edlen Manufakturen.
Warum sind diese Kompaktcamper so sündhaft teuer?
Diese Camper richten sich an eine Zielgruppe, die bewusst kompakt reisen will – aber nicht auf Komfort, Individualität, Qualität, Technik oder Autarkie verzichten möchte. Jeder dieser Camper ist ein Beispiel dafür, wie hoch der Anspruch an ein kompaktes Reisemobil heute sein kann – technisch, gestalterisch und preislich.
Boxmanufaktur Denali 720 Q

357.985 Euro kostet das Messemodell des Denali 720 Q, das Boxmanufaktur auf der CMT 2026 zeigt.
- Basisfahrzeug: Mercedes Sprinter Select 419 CDI
- Aufbauart: Expeditionsmobil mit Koffer
Der Denali 720 Q fällt auf. Massiver Kofferaufbau, edler Innenausbau. Die Boxmanufaktur kombiniert hier das klassische Expeditionsformat mit dem Komfort eines Designerlofts – inklusive Fußbodenheizung, Solaranlage, Lithiumbatterien und einer durchdachten Nasszelle. Wer bereit ist, über 290.000 Euro auszugeben, bekommt ein autarkes Zuhause für jedes Gelände. Das Modell mit der Messeausstattung kostet 357.985 Euro.
Dovra RIG X 610

Mit knapp 250.000 Euro ist der Grundpreis des Dovra RIG X 610 schon hoch.
- Basisfahrzeug: Mercedes Sprinter 419 CDI 4x4
- Aufbauart: Campingbus
Gerade mal 6,10 Meter misst der Dovra RIG X 610 – und bringt trotzdem alles mit, was man für lange Reisen abseits asphaltierter Straßen benötigt. Allradantrieb, verstärktes Fahrwerk, Aluminiumdächer und ein kompromissloser GfK-Kofferaufbau machen ihn geländetauglich. Innen zeigt er sich modern und hochwertig, mit Querbett, großem Küchenblock und Stauraum für zwei Personen. Preis: rund 249.460 Euro.
Dopfer 332 A – Granit First Edition

Für knapp 280.000 Euro bekommt man das Messemodell Dopfer 332 A – Granit First Edition.
- Basisfahrzeug: Mercedes Sprinter
- Aufbauart: Alkoven
Der Dopfer 332 A kombiniert kompakte Maße mit klassischem Alkoven-Aufbau – allerdings auf Premium-Niveau. In der "Granit First Edition" zeigt sich das am Materialmix, an den Isolationswerten und an der serienmäßigen Ausstattung. Der Innenausbau ist typisch für Dopfer aus Vollholz. Am Grundriss lässt sich gut erkennen, dass der 332 A ein kompakter Adventrue-Alkoven für zwei Personen ist. Denn mehr als zwei Schlaf- und Sitzplätze haben hier keinen Platz. Dafür bringt das Fahrzeug viel Laderaum und fast 500 kg Zuladung mit. Das Modell auf der Messe kostet 279.900 Euro, also 51.000 Euro mehr als der Grundpreis. Darin enthalten: Sonderausstattung wie Solarmodule, Fahrradträger und Lenkradheizung.
Greenlander Sherpa

Greenlander stellt auf der CMT eine Variante des Sherpas mit Iveco-Basisfahrzeug aus, die fast 325.000 Euro kostet.
- Basisfahrzeug: Iveco Daily 4x4
- Aufbauart: Expeditionsmobil
Der Greenlander Sherpa richtet sich an Abenteurer mit Stil. Außen robust, innen gemütlich – der Innenausbau aus Holz und Naturmaterialien erinnert eher an eine Berghütte als an ein Wohnmobil. Der Aufbau aus Naturfaserverbundstoff ist das Markenzeichen von Greenlander. Die Allradplattform des Daily sorgt für Traktion, die Technik für autarkes Reisen. Preislich stark abhängig von der Konfiguration, gibt es das Fahrzeug ab 324.900 Euro.
La Strada Nova EB

Der La Strada Nova steht auf der CMT in einer Ausstattungsvariante für 203.000 Euro.
- Basisfahrzeug: Mercedes Sprinter
- Aufbauart: Teilintegrierter
Eleganz auf knapp sieben Metern – der Nova EB zeigt, wie viel Premium in einem Teilintegrierten stecken kann. Einzelbetten, große Garage, hochwertige Möbel, ein wohnliches Bad und zahlreiche Komfortoptionen machen ihn zum Liebling anspruchsvoller Paare. In der Ausstattung auf der CMT klettert der Preis auf 203.791 Euro. Im ausgestellten Campingbus enthalten sind eine Klimaanlage, schickeres Möbeldesign, Solarmodule, Wechselrichter und Co.
LOEF 680 mit U-Sitzgruppe

Hinter dem optionalen Aufstelldach des Loef 680 befindet sich eine begehbare Transportplattform, auch bei dem Modell auf der CMT.
- Basisfahrzeug: MAN TGE
- Aufbauart: Campingbus
Der LOEF 680 ist ein Campervan für Genießer. Statt Querbett hier U-Sitzgruppe im Heck, die sich zu zwei einzelnen Längsbetten oder eben einem breiten im Heck umbauen lässt. Echtholzdekor und eine Küche mit Induktionskochfeld, Multimedia-Anlage und die smarte Steuerung gehören zur Ausstattung dazu. Der gesamte Ausbau von LOEF wirkt wie ein mobiles Apartment – durchdacht bis ins Detail. Mit Solaranlage, Wechselrichter, Lithiumbatterie und mehr kostet das Messemodell 238.000 Euro. Zielgruppe: Paare mit Designanspruch und Lust auf urbane Autarkie.
Noah Camper Arche
- Basisfahrzeug: Mercedes Sprinter
- Aufbauart: Campingbus
Der Arche ist der erste eigene Ausbau von Noah Camper – und ein echter Statement-Van. Bis zu vier Personen reisen hier im hochwertigen Naturholzambiente. Die Technik ist top: Diesel-Warmluftheizung, Solarpaket, Lithiumspeicher, starker Wechselrichter. Besonders: das Deckensystem mit Spannnetzen für Kinderbetten. Der auf der CMT 2026 gezeigte Messeausbau kostet 215.000 Euro, für Familien mit Stil und Abenteuerlust.
Rhön Camp The Rebel

290.000 Euro kostet das Messemodell des The Rebel, das Rhön Camp auf der CMT 2026 zeigt.
- Basisfahrzeug: Mercedes Sprinter 4x4
- Aufbauart: Expeditions-Camper
Der Name ist Programm: The Rebel will nicht brav sein – sondern kompromisslos. Robuster GFK-Koffer, grobstollige Reifen, Alu-Anbauteile und eine Technik, die auf Wochen ohne Infrastruktur ausgelegt ist. Innen überrascht er mit wohnlicher Einrichtung und großem Raumgefühl. Zielgruppe: Weltreisende mit Budget, die für ihr Fahrzeug mindestens 203.000 Euro ausgeben wollen. Das Messemodell kostet sogar 290.000 Euro und hat einige Extras dabei.
SLM SPR 700

SPR 700 von SLM kostet in der Messeausstattung 245.000 Euro. Dabei ist viel Zusatzausstattung.
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- Basisfahrzeug: Mercedes Sprinter
- Aufbauart: Campingbus
Der SPR 700 von SLM zeigt, wie viel Platz sieben Meter bieten können – wenn man ihn klug nutzt. Zwei Längsbetten im Heck, Raumbad, große Küche, klare Linien – alles wirkt wie aus einem Guss. Die Verarbeitung ist hochwertig, die Ausstattung umfangreich. Auf der Messe wird ein Modell mit einem Preis von 245.000 Euro ausgestellt.
Was kostet der Meter Luxus?
Ein 6-Meter-Camper für 240.000 Euro? Der Preis pro Kubikmeter Fahrzeug liegt beim Dovra RIG X610 bei knapp 6500 Euro. Das ist gar nicht so weit weg vom Concorde Centurion 1200 GSI, bei dem der Kubikmeter in der Grundausstattung bei der Erstvorstellung etwa 7075 Euro kostet (Grundpreis 844.700 Euro).
Wer den reinen Platzfaktor ausblendet, erkennt: Der Unterschied liegt in Technik, Autarkie und Ausbauqualität, die bei den teuren Luxuslinern und den teuren Campingbussen, Alkoven oder Expeditionsmobilen auf ähnlichem Niveau liegt. Diese Kompaktmodelle sparen an Länge, nicht an Anspruch.












