Viele Reisemobile und Campingbusse stehen im Herbst und Winter für mehrere Wochen oder sogar Monate ungenutzt auf dem Abstellplatz. Genau diese Zeit lässt sich sinnvoll nutzen: Während der vergangenen Reisen haben viele Camperinnen und Camper vermutlich bemerkt, was im Alltag fehlt – mehr Strom, besserer Internetempfang oder mehr Komfort am Stellplatz.
Wer zur Herbstzeit nachrüstet, kann in Ruhe Angebote vergleichen und einen Werkstatttermin vereinbaren. Im Frühjahr ist das Wohnmobil dann bereit für die nächste Saison.
Hubstützen: Schluss mit dem Wackeln
Unebene Stellplätze, wackelnde Bewegungen beim Schlafen oder eine schiefe Sitzgruppe: Hubstützen können den Aufenthalt im Wohnmobil deutlich komfortabler machen und nivellieren es automatisch. Je nach System werden sie manuell, elektrisch oder hydraulisch bedient. Vollautomatische Anlagen richten das Fahrzeug teilweise selbstständig aus.

High-End-Hubstütze: Bei der Alko-HY4-Anlage hat jeder Hubzylinder eine eigene Hydraulikeinheit.
Wichtig: Die Stützen müssen zum Fahrzeug passen und dürfen nicht mit einer Hebebühne verwechselt werden. Je nach System ist außerdem ein fachgerechter Einbau erforderlich.
Lithium-Batterie: Mehr Strom ohne Landstrom
Wer häufig frei steht, stößt mit einer herkömmlichen Bordbatterie schnell an Grenzen. Eine Lithium-Batterie bietet mehr nutzbare Kapazität bei vergleichsweise geringem Gewicht. Das ist besonders praktisch, wenn Sie unterwegs E-Bike-Ladegeräte, Kaffeemaschine oder andere elektrische Verbraucher nutzen.

In die Ducato-Sitzkonsole passt einiges an Batteriepower – inzwischen gibt es Exemplare mit über 700 Ah Kapazität.
Vor dem Einbau müssen Batteriekapazität, Platzangebot und die vorhandene Ladeelektronik geprüft werden. Ladegerät, Ladebooster und Solaranlage sollten zur neuen Batterie passen.
Mehr dazu: Lithium-Untersitzbatterien im Test
Solaranlage: Strom für autarke Reisen
Eine Solaranlage lädt die Bordbatterie während des Tages nach und kann die Zeit ohne Landstrom verlängern. Besonders für alle, die gerne frei stehen, ist sie eine der sinnvollsten Nachrüstungen.
Vor der Montage sollten Sie überlegen, wie viel Strom Sie tatsächlich benötigen. Davon hängen Größe und Anzahl der Solarmodule sowie die Leistung des Ladereglers ab. Auch Dachfläche, Verschattung und die vorhandene Batterie spielen eine Rolle.
LTE- oder 5G-Antenne: Besser verbunden
Ob Navigation, Wetter-App, Streaming oder Homeoffice: Eine stabile Internetverbindung ist für viele Reisende wichtig. Eine Außenantenne kann den Mobilfunkempfang verbessern, vor allem wenn der Router im Fahrzeug ungünstig steht.

Eine WLAN-Antenne wird auf dem Dach befestigt.
Sie ersetzt allerdings keinen Mobilfunktarif und kann dort kein Signal erzeugen, wo kein Netz verfügbar ist. Vor dem Kauf sollten Sie prüfen, ob die Antenne zum vorhandenen Router passt und ob LTE oder 5G benötigt wird.
Gasflaschen-Umschaltanlage: Mehr Sicherheit in kalten Nächten
Eine automatische Gasflaschen-Umschaltanlage wechselt selbstständig auf die zweite Flasche, wenn die erste leer ist. Das ist besonders im Herbst und Winter praktisch, wenn die Heizung über Nacht durchlaufen soll.

Kein lästiges Umstöpseln mehr mit einer automatischen Umschaltanlage.
Der Einbau gehört in die Hände eines Fachbetriebs. Die Anlage muss zu den Gasflaschen, Druckreglern und Schläuchen passen. Nach der Montage ist außerdem eine Prüfung der Gasanlage erforderlich.
Weitere sinnvolle Nachrüstungen
Je nach Bedarf können auch kleinere Verbesserungen den Alltag erleichtern:
- USB-C-Steckdosen für Smartphone, Tablet und Kamera – siehe: Steckdosen nachrüsten
- Wechselrichter für ausgewählte 230-Volt-Geräte – Wann ist ein Wechselrichter notwendig?
- Ladebooster für eine effektivere Batterieladung während der Fahrt – So lädt die Bordbatterie schneller
- Rückfahrkamera für leichteres Rangieren – zum Beispiel eine 360-Grad-Kamera nachrüsten
- Fahrradträger oder Markise für mehr Freizeitkomfort – hier vergleichen wir Transportysteme für Bikes
- Heckauszug für einen besseren Zugriff auf die Garage
Vor dem Einbau prüfen
Nicht jede Nachrüstung passt zu jedem Wohnmobil. Vor der Bestellung sollten Sie deshalb klären:
- Passt das Zubehör zum Fahrzeug?
- Wie viel Gewicht kommt hinzu?
- Wird die zulässige Gesamtmasse oder eine Achslast beeinflusst?
- Sind zusätzliche Kabel, Sicherungen oder Steuergeräte nötig?
- Muss der Einbau von einer Fachwerkstatt erledigt werden?
- Sind Prüfungen, Abnahmen oder Änderungen an den Fahrzeugpapieren erforderlich?





