Der Fiat Ducato und seine Geschwister sind als Basis für Reisemobile weitverbreitet. In ihren Sitzkonsolen lässt sich die Bordbatterie platzsparend und sicher installieren. Deshalb hat sich dafür eine eigene Bauform entwickelt, die Untersitz-Batterien. Inzwischen gibt es sogar Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LFP) für diese Konsole, die sagenhafte 700 Ah elektrische Energie und mehr speichern können. Für diesen Vergleichstest haben wir uns aber die gängigere und deutlich günstiger Klasse mit 200 bis 350 Ah Kapazität ausgesucht.
Acht Modelle stellten sich dem Test, der nach dem gleichen Prozedere ablief, wie bei den neun LFP-Batterien im DIN-Gehäuse, die im ersten Test präsentiert wurden.
Welche Vorteile haben Lithium-Eisenphosphata-BatterienWer auf eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie – kurz LFP – umsteigt, wünscht sich vor allem längere Autarkie. Die liefern LFP-Akkus ohne Frage, weil sie in der gleichen Gehäusegröße mehr Kapazität unterbekommen. Zudem werden LFP-Akkus gerne genutzt, um stärkere Verbraucher betreiben zu können – etwa über einen Wechselrichter, eine Kaffeemaschine oder gar ein Induktionskochfeld.
Testsieger tHEnergy Bat Pro 325 US
Die Thenergy Bat PRO 325 U erreicht mit 80 von 100 Punkten ("Sehr gut") den Testsieg. Die brandneue Untersitz-Lithium-Batterie überzeugt mit hoher Kapazität, einem starken Dauerentladestrom von 300 A und einem BMS, das bei Spitzenlast zuverlässig abschaltet. Das Modell wurde erst im August auf dem Caravan Salon vorgestellt und ist noch nicht im Handel. Wir verlinken deshalb auf das Schwestermodell Thenergy Bat PRO 400 US mit noch mehr Kapazität. Knapp hinter dem Testsieger folgen die Bulltron 350 Ah mit 76 Punkten und die Renogy Pro 200 Ah mit 75 Punkten, die beide das Urteil "Gut" erhalten.
Test-Ergebnisse im Detail: Untersitz-Lithium-Batterien
Acht Hersteller haben promobil ihre LiFePO₄-Akkus mit DIN-Gehäuse für den Aufbau-Batterie-Test geschickt. Durch die rasante Entwicklung der Batterietechnologie haben alle Modelle 200 Ah oder mehr Kapazität.
➤Promobil-Urteil: 69/100, gut
Die Alden Solarwatt 310 Ah erfreut mit deutlich mehr Kapazität als sein Nennwert (107,1 %). Dafür ist der freigegebene Dauerentladestrom mit 200 A (0,65 C) ziemlich konservativ niedrig ausgelegt. Doch das, was sie verspricht, hält sie auch. Die Alden-Batterie ist darum eher für Langzeit- als für Power-User. Wobei der kurzzeitige Spitzenstrom mit 640 A überraschend hoch angegeben ist. Das Test-Set-up lässt – technisch bedingt – nur maximal 480 A zu. Das liefert sie immerhin 13 Sekunden lang, bevor das BMS abschaltet.

Farblich gekennzeichnete Schraubpole – das passt.
Das Frostladeverhalten ist ebenfalls seriös. Im Test wurde mit rund 5,8 A vorgeheizt und nach 9 Minuten die eigentliche Ladung gestartet. Solide fällt auch das verschraubte Metallgehäuse mit zwei Klappgriffen aus. Die Schraubpole sind farblich gekennzeichnet. Mit Zusatzausstattung wie Schaltern oder Datenanschlüssen geizt die Batterie allerdings.
- UVP/Marktpreis: k.A./1985 Euro
- Preis pro Ah: 6,40 Euro
➤Promobil-Urteil: 57/100, befriedigend
Die Berger Pro 300 Ah lockt vor allem mit ihrem günstigen Straßenpreis von deutlich unter 900 Euro für eine Nennkapazität von 300 Ah. Die angegebene Dauerstromabgabe von immerhin 250 A verkraftet die Batterie stoisch. Beaufschlagt mit dem Maximalstrom von 480 A hält sie immerhin 16 Sekunden durch. Allerdings schaltet das BMS nach rund 35 Sekunden wieder ein, um es 12 Sekunden lang noch mal zu versuchen – kein sinnvolles Verhalten.

Farblich gekennzeichnete Schraubpole, die aber ziemlich nahe beieinander liegen.
Bedenklicher für die Lebensdauer der Zellen ist aber das Frostladeverhalten. Das BMS steigt sofort mit dem normalen Ladevorgang ein und gibt schon nach rund 30 Sekunden einen Ladestrom von rund 87 A auf die gefrorenen Zellen; das kann sie schädigen. Das Kunststoffgehäuse ist verschraubt, die Schraubpole sind solide, liegen aber nahe beieinander, was Kurzschlussgefahr birgt. Wer das Frostladen vermeidet, bekommt aber unschlagbar viel Kapazität für wenig Geld.
- UVP/Marktpreis: 1240/840 Euro
- Preis pro Ah: 2,80 Euro
➤Promobil-Urteil: 76/100, gut
Zwei Eigenschaften stechen bei der Bulltron Polar 350Ah Untersitz hervor: Sie glänzt mit der höchsten Kapazität und hat alles doppelt eingebaut: BMS, Einschalter, Anschlüsse und externes Bluetooth-Modul. Der deutsche Hersteller verspricht sich von Letzterem sowohl eine hohe Ausfallsicherheit als auch Leistungsfähigkeit – 300 A Dauerstrom sind freigegeben und werden auch zuverlässig über die Testdauer geliefert. Das Frostladen geht mit rund 10 A Heizstrom relativ schnell, sodass nach rund 6 min 30 s die Ladung starten kann. Das verschraubte Metallgehäuse mit Trageschlaufen ist solide, wie auch die farblich indizierten Pole mit Stehbolzen.

Solide Pole mit Stehbolzen.
Nicht ganz überzeugen kann die App mit sehr kleiner Schrift. Ein Fragezeichen hinterlässt das Spitzenlastverhalten. Da der messtechnische Maximalstrom von 480 A weit niedriger liegt als die Herstellerangabe (1000 A!), schaltet das BMS folgerichtig nicht sofort ab. Dass aber über fast eine Minute Testdauer kein Abschalten erfolgt, kann in einem üblichen Bordstromnetz kritisch werden.
- UVP/Marktpreis: 2799/1844 Euro
- Preis pro Ah: 5,27 Euro
Carbest Li 200 BHD
➤Promobil-Urteil: 60/100, befriedigend
Die Batterie der Reimo-Hausmarke ist sehr defensiv ausgelegt. Das zeigt sich etwa beim Frostverhalten, bei dem die Heizung mehr als elf Minuten lang mit rund 14 A versorgt wird, bevor die normale Ladung startet. Der Dauerentladestrom ist mit 100 A angegeben, was 0,5 C entspricht – dem absolut niedrigsten Wert in diesem Test. Diesen Strom liefert sie dementsprechend ohne Probleme. Den kurzzeitigen Spitzenstrom von immerhin 350 A hält die Carbest für 6 s, bevor das BMS zuverlässig abschaltet.

Pole mit praktischen Stehbolzen, die aber sehr eng nebeneinander liegen (Kurzschlussgefahr).
Das solide Metallgehäuse der Batterie ist verschraubt, hat aber keinerlei Greif- und Befestigungsmöglichkeiten. Die farblich gekennzeichneten Pole haben praktische Stehbolzen, liegen aber nahe beieinander, was Kurzschlussgefahr birgt. Auch wenn das BMS laut Hersteller dann abschaltet, sollte man einen Kurzschluss vermeiden. Einen Ein-/Ausschalter gibt es ebenso wenig wie Service- oder Datenanschlüsse.
- UVP/Marktpreis: 1099/997 Euro
- Preis pro Ah: 4,99 Euro
➤Promobil-Urteil: 59/100, befriedigend
Mit rund 317 Ah liefert die Liontron LX Smart 300 Ah im Test ein gutes Stück mehr Kapazität als versprochen. Ähnlich wie beim Carbest-Akku ist auch hier die Auslegung eher defensiv, aber weniger strikt. Den Dauerstrom von 200 A (0,67 C) hält sie konstant. Beim wenig höheren Spitzenstrom (250 A) schaltet das BMS nach 10 s ab. Beim Frostladen zeigt sich das BMS zunächst seltsam unentschlossen, schaltet über 43 s hinweg mehrfach ein und aus, bevor ein relativ niedriger Heizstrom von rund 4 A über lange 22 min angelegt wird.

Pole ohne Farbkennung und eng beieinander liegend.
Grund ist wohl der spezielle Batterieaufbau mit Rundzellen, die als besonders robust und ausfallsicher gelten. Das verschraubte Gehäuse besteht aus Kunststoff mit seitlichen Griffmulden. Die Pole mit Stehbolzen sind nur mit Zeichen gekennzeichnet und liegen eng beieinander, was bei der Installation mehr Umsicht erfordert. Schalter oder Service-/Datenanschlüsse gibt es am Gehäuse nicht.
- UVP/Marktpreis: 2952/2515 Euro
- Preis pro Ah: 8,38 Euro
➤Promobil-Urteil: 63/100, befriedigend
Geringes Gewicht, kompaktes Gehäuse und hohe Stromfreigaben machen neugierig. Die Kapazität der Power-Xtreme X 210 bleibt rund 12 Ah unter dem Nennwert, allerdings beendete das BMS die Ladung vor Testende ohne erkennbaren Grund. Beaufschlagt mit der eher hoch angegebenen Dauerlast von 250 A (1,19 C!), schaltet das BMS nach gut der Hälfte der Testdauer ab. Das wäre bei dieser Last okay, wenn es nicht nach 15 s wieder ein- und nach weiteren 35 s erneut abschalten würde – und so fort.

Schraubpole an kleinem Gehäuseabsatz: Große Kabelschuhe sind hier schwierig anzuschrauben.
Dieses inkonsequente Abschalten kann gefährlich werden. Beim Frosttest passierte zunächst nichts, bis bemerkt wurde, dass die Heizung über die App manuell gestartet werden muss. Nach fast 13 min Heizstrom (6,4 A) startet die eigentliche Ladung. Das verschweißte Kunststoffgehäuse hat Griffmulden und Befestigungswinkel, eine praktische Ladezustandsanzeige und eine Servicebuchse nebst einer austauschbaren Sicherung.
- UVP/Marktpreis: 2075/1929 Euro
- Preis pro Ah: 9,19 Euro
➤Promobil-Urteil: 75/100, gut
Die Renogy Pro 200 Ah bringt rund 11 Ah mehr mit als die versprochene Kapazität. Die relativ hohe freigegebene Dauerlast (200 A/1 C) hält die Batterie über die Testdauer konstant – Respekt. Die Spitzenlast von 380 A schafft sie 13 s lang und schaltet dann zuverlässig ab. Beim Frostladetest genehmigt sich das BMS im Test zunächst eine kleine "Bedenkzeit" von rund 75 s, bevor der Heizstrom von 7 A für lange 26 min angelegt wird. Bis zum eigentlichen Ladungsstart vergeht damit fast eine halbe Stunde – das erscheint etwas übervorsichtig lang.

Die relativ leichte Batterie (22 kg) lässt sich am Griff gut tragen.
Die Renogy-Batterie hat ein solides, verschraubtes Metallgehäuse mit einem stabilen Klappgriff an der Oberseite. Die Schraubpole sind farblich indiziert und relativ weit auseinander platziert. Schalter oder Anschlussbuchsen sucht man allerdings vergeblich. Positiv ist die siebenjährige Garantiedauer. Die App ist ordentlich gestaltet, die Verbindung scheint sicher und nicht so leicht mit anderen Apps zu kapern.
- UVP/Marktpreis: 1108/1064 Euro
- Preis pro Ah: 5,32 Euro
➤Promobil-Urteil: 80/100, sehr gut
Die Bat Pro 325 US von tHEnergy kam gerade erst auf den Markt, da sind kleine Bugs in der mit heißer Nadel gestrickten App-Testversion noch verzeihbar. Gut: Die Verbindung zwischen App und Batterie ist sicher gestaltet und nicht so leicht zu entern. Auch gut: Die Batterie erreicht ihre hohe Nennkapazität und auch die stattliche Dauerlast von 300 A liefert sie über die Testdauer von 10 min ab, erwärmt sich dabei aber spürbar. Bei der Spitzenlast von 450 A schaltet sie nach 9 s konsequent ab.

Ein/AusSchalter und Daten-Anschlüsse am verschraubten Metallgehäuse.
Ungewöhnlich erscheint das Frostladeverhalten. Statt eines klassischen Heizelements vertraut tHE auf ein spezielles Elektrolyt und ein gezieltes Anladen, das mit rund 34 A startet und sich dann langsam steigert, um nach rund 43 min den vollen Ladestrom von rund 85 A zu erreichen. Stabiles Metallgehäuse mit Trageschlaufen und Schraubfüßen. Solide Schraubpole, Einschalter und Service-/Datenanschlüsse sind vorhanden.
- UVP/Marktpreis: 2099/k.A. Euro
- Preis pro Ah: 6,46 Euro
So testet promobil Untersitz-Lithium-Batterien
Durchgeführt wurden sämtliche Messreihen in Kooperation mit den Batterieexperten des Herstellers Ten Haaft. Sie stellten nicht nur die Mess- und Kühltechnik, sondern standen auch bei der Planung und Durchführung der Tests zur Seite. Zur Wahrung der Unabhängigkeit wurden die Tests in einem extra Messraum abseits des Firmengeländes und ausschließlich von promobil-Mitarbeitern durchgeführt.

Die Wärmebildkamera macht Temperaturunterschiede sichtbar.
Sämtliche Tests wurden nach folgendem Ablauf absolviert:
- Vorbereitung: Vollladung mit anschließender Balancing-Zeit (eine Stunde) bei Ladespannung.
- Kapazitätskontrolle: kontrolliertes Entladen (0,5 C) zur Kapazitätsermittlung am Messshunt (Diagramm unten).
- Last-Messreihe: Nach erneuter Vollladung mussten die Batterien im Last-Messlauf 10 min lang ihren zulässigen Dauerentladestrom nach Herstellerangabe liefern. Dabei wurde zum einen die Lastfestigkeit überprüft, zum anderen lässt der dabei gemessene Spannungsabfall Rückschlüsse auf die Qualität der internen Zellverkabelung zu. Nach einer Ruhephase wurde im Anschluss mit maximalem Entladestrom nach Herstellerangabe bzw. Maximum des Messgeräts (480 A) die Abschaltfunktion des BMS geprüft.
- Frost-Messreihe: Zur Vorbereitung auf den Frosttest wurden die Batterien gezielt auf SOC 80 % entladen und dann in die Tiefkühltruhe gestellt. Nach mindestens 12 Stunden in der –12-Grad-kalten Truhe und einer Kerntemperatur von unter –5 Grad wurde das Anlade-/Heizverhalten überprüft.
- App-Check: Verbindungsaufbau, Funktionsumfang, Bedienung und Sicherheit waren die Hauptkriterien bei der Prüfung der zugehörigen App.





