Sommerreifen-Test Ingolf Pompe
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Der große Sommerreifen-Test: Camper mit Grip

Kastenwagen-Sommerreifen im Test Camper mit Grip

Starke Camping-Vans erreichen fast die Fahrdynamik von Limousinen und SUVs. Welche Reifen in 235/55 R 17 diese hohen Anforderungen am sichersten und zugleich komfortabel erfüllen, zeigt dieser Vergleichstest.


Welches sind die besten Reifen für den VW Bulli? Das Angebot in dieser Reifendimension ist groß, welchen also nehmen? Wichtig ist, bei der Auswahl vor allem auf die richtige Tragfähigkeit des Reifens zu achten.

Acht Sommerreifen im Test

Campingbusse wie der California fordern einen Tragfähigkeitsindex von mindestens 103, das entspricht einer Belastbarkeit von 875 Kilo pro Reifen. Das schränkt das Angebot schon etwas ein; wir wählten daraus acht Reifenmodelle im Preisbereich zwischen 90 und 160 Euro aus, die wir auf nassen wie trockenen Straßen einem direkten Vergleich unterzogen haben.

Mit dabei sind der 2018 eingeführte Bridgestone Turanza T005, der jüngst aktualisierte Komfort-Sportler Continental Premium-Contact 6, Falkens Spitzenmodell Azenis FK 510 wie auch der 2019 eingeführte Goodyear Eagle F1 Asymmetric 5. Dazu kommen der preisgünstige Maxxis Premitra 5, der Michelin Primacy 4, der auf Nässe optimierte Nokian Wetproof SUV und, als günstige Zweitmarken-Alternative aus dem Hause Continental, der Sava Intensa UHP 2.

Platz 1: Michelin Primacy 4 (Testsieger)

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Michelin Primacy 4 ist der promobil-Testsieger.

promobil Gesamturteil: sehr empfehlenswert
Gesamtnote: 9,0 von 10 Punkten
Zwischennote trocken: 9,1
Zwischennote nass: 8,8
Zwischennote Umwelt: 10,0

Quickcheck: Michelin überzeugt mit Bestleistungen – das lässt man sich bezahlen.

 Sehr kurze Bremswege auf nassen wie auch auf trockenen Strecken, sehr leises Abrollgeräusch und spritsparend niedriger Rollwiderstand.

 Reagiert bei kräftigen Regenschauern, besonders in Spurrinnen, etwas aquaplaningempfindlich.

Preis: 174 Euro
EU-Labelwert: B/A/70 dB(A)
Last- und Speedindex: 103 V XL
Profieltiefe: 6,5 mm
Produktionswoche/-jahr der Testreifen: 08/2021
Herstellungsland: Italien

Platz 2: Continental Premium-Contact 6

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Continental Premium-Contact 6 ist ein besonders leiser Sommerreifen.

promobil Gesamturteil: empfehlenswert
Gesamtnote: 8,6 von 10 Punkten
Zwischennote trocken: 8,3
Zwischennote nass: 8,9
Zwischennote Umwelt: 8,6

Quickcheck: Extrakomfortabler Premium-Pneu mit Sicherheitsplus

 Komfortabler und dank selbstabdichtender Seal Einlage zusätzlich auch im Innenraum besonders leiser Sommerreifen mit sehr kurzen Bremswegen auf Nässe.

 Leichtes Nachschwingen nach schnellem Spurwechsel.

Preis: 154 Euro
EU-Labelwert: C/A/72 dB(A)
Last- und Speedindex: 103 W XL
Profieltiefe: 7,9 mm
Produktionswoche/-jahr der Testreifen: 49/2020
Herstellungsland: Portugal

Platz 3: Falken Azenis FK 510 SUV
(Preis-Leistungs-Sieger)

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Falken Azenis FK 510 SUV ist der promobil Preis-Leistungs-Sieger.

promobil Gesamturteil: empfehlenswert
Gesamtnote: 8,6 von 10 Punkten
Zwischennote trocken: 8,8
Zwischennote nass: 8,6
Zwischennote Umwelt: 7,6

Quickcheck: Günstiger Newcomer mit hoher Nässesicherheit.

 Sehr hohe Sicherheitsreserven bei Kurvenfahrt auf nasser und trockener Straße. Leise Abrollgeräusche nach außen wie auch in den Innenraum.

 Schwächen beim schnellen Spurwechsel, träges Lenkverhalten.

Preis: 113 Euro EU-Labelwert: C/A/70 dB(A)
Last- und Speedindex: 103 W XL
Profieltiefe: 7,7 mm
Produktionswoche/-jahr der Testreifen: 02/2021
Herstellungsland: Japan

Platz 4: Bridgestone Turanza T005

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Bridgestone Turanza T005 bietet ein überwiegend sicheres Fahrverhalten auf nasser wie auch auf trockener Straße.

promobil Gesamturteil: empfehlenswert Gesamtnote: 8,5 von 10 Punkten
Zwischennote trocken: 8,5
Zwischennote nass: 8,4
Zwischennote Umwelt: 8,8

Quickcheck: Top-Performer mit akustischem Schönheitsfehler.

 Überwiegend sicheres Fahrverhalten auf nasser wie auch auf trockener Straße, kürzeste Bremswege auf trockenem Asphalt, sehr niedriger Rollwiderstand.

 Auf dem T 6.1 besonders bei leichter Kurvenfahrt unangenehmes, pfeifendes Abrollgeräusch.

Preis: 143 Euro
EU-Labelwert: A/A/72 dB(A)
Last- und Speedindex: 103 Y XL
Profieltiefe: 7,2 mm
Produktionswoche/-jahr der Testreifen: 13/2021
Herstellungsland: Ungarn

Platz 5: Nokian Wetproof SUV

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Nokian Wetproof SUV bietet eine hohe Kurvenfestigkeit bei Nässe.

promobil Gesamturteil: empfehlenswert
Gesamtnote: 8,0 von 10 Punkten
Zwischennote trocken: 7,9
Zwischennote nass: 8,0
Zwischennote Umwelt: 7,3

Quickcheck: Günstiger Markenreifen mit ausgewogener Performance.

 Bei kleinen Detailschwächen ausgewogene Nass- und Trockenperformance, hohe Kurvenfestigkeit bei Nässe.

 Nur marginale Schwächen im Längsaquaplaning, etwas träges Anlenken.

Preis: 108 Euro
EU-Labelwert: C/A/71 dB(A)
Last- und Speedindex: 103 W XL
Profieltiefe: 8,0 mm
Produktionswoche/-jahr der Testreifen: 10/2021
Herstellungsland: Russland

Platz 6: Goodyear Eagle F1 Asymmetric 5

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Goodyear Eagle F1 Asymmetric 5 ist -mit Ausnahme etwas längerer Bremswege- ein auf Nässe sehr ausgewogener Reifen mit überragende Aquaplaningsicherheit.

promobil Gesamturteil: noch empfehlenswert
Gesamtnote: 7,9 von 10 Punkten
Zwischennote trocken: 8,4
Zwischennote nass: 7,9
Zwischennote Umwelt: 5,9

Quickcheck: Die hohe Aquaplaningsicherheit kostet viel Rollwiderstand.

 Mit Ausnahme etwas längerer Bremswege auf Nässe sehr ausgewogener Reifen auf nassen und trockenen Fahrbahnen, überragende Aquaplaningsicherheit.

 Etwas längere Bremswege nass, erhöhter Rollwiderstand.

Preis: 151 Euro
EU-Labelwert: C/A/71 dB(A)
Last- und Speedindex: 103 Y XL
Profieltiefe: 7,7 mm
Produktionswoche/-jahr der Testreifen: 10/2021
Herstellungsland: Deutschland

Platz 7: Maxxis Premitra 5

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Der Maxxis Premitra 5 kann in den wesentlichen sicherheitsrelevanten Disziplinen überzeugen.

promobil Gesamturteil: noch empfehlenswert
Gesamtnote: 7,8 von 10 Punkten
Zwischennote trocken: 7,7
Zwischennote nass: 8,0
Zwischennote Umwelt: 7,0

Quickcheck: Sehr preiswerter Reifen ohne wirklich gravierende Schwächen.

 Der Maxxis kann in den wesentlichen sicherheitsrelevanten Disziplinen überzeugen.

 Der Maxxis reagiert vergleichsweise träge auf Lenkbefehle und hat leichte Schwächen beim schnellen Spurwechsel, im Laufgeräusch und im Rollwiderstand.

Preis: 96 Euro
EU-Labelwert: B/A/70 dB(A)
Last- und Speedindex: 103 W RF
Profieltiefe: 7,6 mm
Produktionswoche/-jahr der Testreifen: 07/2021
Herstellungsland: China

Platz 8: Sava Intensa UHP 2

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Sava Intensa UHP 2 ist ein komfortabler und auf trockener Straße weitgehend sicherer Reifen.

promobil Gesamturteil: noch empfehlenswert
Gesamtnote: 7,7 von 10 Punkten
Zwischennote trocken: 8,0
Zwischennote nass: 7,3
Zwischennote Umwelt: 8,4

Quickcheck: Contis Zweitmarke mit etwas zu langem Bremsweg auf Nässe.

 Komfortabler und auf trockener Straße weitgehend sicherer und ausgewogener Reifen mit niedrigem Rollwiderstand.

 Längere Bremswege sowie kleinere Defizite im Handling auf nassem Asphalt.

Preis: 108 Euro
EU-Labelwert: B/B/71 dB(A)
Last- und Speedindex: 103 Y XL
Profieltiefe: 7,0 mm
Produktionswoche/-jahr der Testreifen: 04/2021
Herstellungsland: Slowenien

Welches ist die ideale Reifen-Größe?

Dazu gilt es einiges Grundsätzliches zu beachten. Denn: Im Grunde ist der Bulli, hier genauer der Volkswagen T 6.1, ein Nutzfahrzeug. Gleichzeitig wird er aber auch als Van, Großraumlimousine, Camper oder Reisemobil genutzt. Für all das steht der T 6.1 als gemeinsame Basis. Er spezialisiert sich durch seine Bauart, seine Ausstattung und nicht zuletzt auch durch seine Reifen. Für überwiegende Nutzanwendungen, wie etwa Baustellen- und Kurierfahrten, sowie für Lieferdienste werden eher robuste, "randsteintolerante" Reifen gefordert, die eine hohe Kilometerleistung erreichen.

Für diese, meist mit besonders hohen Lasten arbeitenden Fahrzeuge gibt es spezialisierte Reifen. Sie sind an dem Zusatz "C" hinter der Reifengrößenbezeichnung auf der Flanke zu erkennen. Das "C" steht für "Commercial" und definiert die gewerbliche, oft etwas rauere Nutzung des Fahrzeugs.

Gegenüber Pkw-Reifen sind diese C-Reifen mit deutlich stabileren Flanken versehen, ihre Belastbarkeit ist höher, ihr Profil und ihre Mischung allerdings weniger performanceorientiert, der Abrollkomfort eher Nebensache. Ihre besonders langlebige Auslegung fordert zudem Zugeständnisse bei den Bremswegen und der Nasshaftung – verglichen mit meist deutlichnassgriffstärkeren Pkw-Reifen. Für den T 6.1 und teils auch für seine Vorgänger werden C-Reifen hauptsächlich in den Dimensionen 215/65 R 16 C und 215/60 R 17 C angeboten. Größen, die für den gedachten kommerziellen Einsatz oder für schwerere Camper mit bis zu 3,5 Tonnen Gesamtgewicht empfehlenswert sind.

Campingspezifische Eigenschaften

Für Camping-Fahrzeuge gibt es sogar eine eigene Reifenklasse, die CP-Reifen. Auch sie erfüllen die Anforderungen an permanent hohe Lasten, verbunden mit gesteigerter Robustheit. Statt auf extrem hohe Laufleistungen sind sie aber meist etwas mehr auf gute Nasshaftung optimiert.

Hinzu kommen weitere, eher campingspezifische Eigenschaften. Dazu gehören etwa eine gesteigerte Überladungssicherheit, die Resistenz gegen intensive UV-Einstrahlung, etwa auf sonnenexponierten Plätzen im Süden, höhere Widerstandsfähigkeit gegenüber Standplatten bei langen Ruhephasen im Winterlager oder auch die verbesserte Sicherheit gegen schleichenden Druckverlust durch extra luftdichte Schichten an der Reifeninnenwand.

Diese speziell für Camper und Reisemobile gedachten Reifen sind an der Buchstabenkombination "CP" hinter der Reifengröße erkennbar. Angeboten werden sie allerdings nur in einigen wenigen Reifengrößen, die im Wesentlichen auf den häufig für Campingfahrzeuge genutzten Fiat Ducato passen. In den relevanten Serien-Reifengrößen des VW T 6.1, hier 215/65 R 16 C und 215/60 R 17 C, sind sie zum aktuellen Zeitpunkt nicht zu haben – also keine wirkliche Option.

Sind breite Reifen nicht ohnehin besser?

Vielleicht die ab Werk ebenso lieferbaren Reifenmodelle mit 255/45 R 18. Das ist die sportliche Show-Größe am T 6.1. Die auch für schwere Limousinen oder SUV entwickelten Reifen sorgen für eine schicke Optik. Durch die großen Felgen verringert sich aber zwangsläufig die Flankenhöhe des Reifens. Das mag im ersten Eindruck sportlich wirken, fordert aber Zugeständnisse beim Abrollkomfort sowie bei der Robustheit der Rad-Reifen-Kombination, die so eben für schick herausgeputzte T 6.1-Vans Sinn ergibt – für Camper ist dieses Format aber eher nicht empfehlenswert.

Bleibt noch die vernünftige Mitte, die ebenso werkseitig lieferbare Größe 235/55 R 17. Auch diese Reifen decken grundsätzlich die Ansprüche großer Limousinen oder SUVs ab, was einerseits an den hohen Reifentragfähigkeiten und andererseits an den ebenso stattlichen Geschwindigkeitsindices von W oder Y (270 oder 300 km/h zulässige Höchstgeschwindigkeit) abzulesen ist.

Doch ihre robuste Konstruktion aus gripstarker, breiter Lauffläche, verbunden mit nicht zu niedrigen, flexiblen Seitenwänden, die auch noch sensibel harte Straßenfugen und -kanten abfedern, wie auch ihre hohe Tragfähigkeit machen diese Größe zur Empfehlung für flotte Camper. Eine Dimension, mit der Busse wie etwa der VW California Fahrdynamik auf Pkw-Niveau erreichen können – ohne dabei auf einen guten Abrollkomfort verzichten zu müssen.

So haben wir die Reifen getestet

Mit Brems-, Seitenführungs-,Handling- und Aquaplaningtests auf nassen Strecken sowie hochdynamischen Spurwechseln, Komfortprüfungen, Brems- und Handlingtests auf trockener Piste bis hin zur Zeitenjagd auf einem rennstreckenartigen Rundkurs nehmen wir die Fähigkeiten jedes Reifens messtechnisch und subjektiv unter die Lupe. Besonders im Fokus steht dabei sicheres Verhalten auf nasser Fahrbahn.

Während die getesteten Reifen in ihren messbaren Eigenschaften auf trockenem Asphalt dicht an dicht auf hohem Niveau agieren, unterscheidet sich ihre Nässeperformance weit deutlicher: Fast vier Meter Unterschied im Bremsen aus 80 km/h wie auch gravierende Unterschiede in der Aquaplaningsicherheit können in Notsituationen schnell zwischen "Autsch" und "Glück gehabt" entscheiden. Wer mit bestmöglicher Sicherheit und Performance, dazu fein definiertem Fahrgefühl, leisem Abrollen und gutem Fahrkomfort die hohen Ansprüche der Tester erfüllen kann, hat beste Chancen auf die vorderen Plätze.

Das Ergebnis: Mit den kürzesten Bremswegen – nass wie trocken –, dazu mit spritsparend niedrigem Rollwiderstand und leisestem Abrollgeräusch ist in diesem Vergleich Michelins Primacy 4 nicht zu schlagen und damit der Testsieger.

Minimal schwächer beim Trockenbremsen, dafür etwas präziser im Handling und einen Hauch komfortabler, rangiert Continentals Premium Contact 6 auf Platz zwei. Denselben Podiumsplatz erreicht der recht günstige Falken, der zwar bei den Bremsleistungen der Favoriten nicht ganz mitkommt, sich dafür aber im Kurvengrip – nass wie trocken – deutlich absetzen kann. Trotz kleiner Detailschwächen erreicht er so Punktgleichheit zum zweitplatzierten Conti.

Technisch gleichauf wäre auch der Bridgestone – wenn da nicht ein unangenehmes Pfeifgeräusch schon bei mäßig schneller Kurvenfahrt das sonst gute Gesamtbild trüben würde. Der sehr ausgewogene Nokian sichert sich – bei geringfügig längeren Nassbremswegen – Platz vier. Knapp dahinter der Goodyear-Pneu, der sich trotz bester Aquaplaningsicherheit aber mit schwachem Nassbremsen und hohem Rollwiderstand nur eine Haaresbreite vor dem Maxxis auf Rang fünf platzieren kann.

Und der günstige Sava? Bei guten Leistungen auf trockenen Straßen, gutem Komfort und relativ niedrigem Rollwiderstand sind es im Wesentlichen seine längeren Bremswege auf Nässe, die ihn ans Ende des Feldes verbannen. Dennoch ein Achtungserfolg: Mit einer Gesamtnote von 7,7 in diesem, von hoher Leistungsdichte geprägten Testfeld ist dieser Reifen alles andere als schlecht und für uns, eben mit gewissen Einschränkungen, "noch empfehlenswert".

Setzt man die Leistungen der Reifen darüber hinaus noch in Relation zu den Kosten, führt am Preis-Leistungs-Sieger Falken Azenis FK 510 kaum ein Weg vorbei: Bei tolerierbaren Schwächen in Dynamik und Effizienz bietet er ein zwar etwas lenkträges, aber, bei ordentlichen Sicherheitsreserven, meist gut beherrschbares Fahrverhalten. Und das zu einem sehr vernünftigen Preis.

Das promobil-Testverfahren

Die Gesamtnote des promobil-Reifentests wird, wie auch bei anderen vergleichenden Warentests, nach einem zuvor festgelegten Schlüssel aus den gewichteten Einzelnoten berechnet. Die maximal erreichbare Punktzahl ist in allen Testdisziplinen einheitlich auf 10 Punkte festgelegt. In diesem Test wurde der promobil-Schlüssel für Sommerreifen verwendet: Nass 50 %, Trocken 40 %; Umwelt 10 %. Erreicht ein Reifen in einer der sicherheits-relevanten Disziplinen – wie etwa bei den Bremstests – weniger als sechs Punkte (nicht empfehlenswert), wird er in der Gesamtnote um einen vollen Punkt abgewertet. Ist er gar in mehreren Disziplinen nicht empfehlenswert, können entsprechend weitere Punkte abgezogen werden. Mit diesem Verfahren soll erreicht werden, dass sehr einseitig – und damit realitätsfern – spezialisierte Reifen mit gravierenden Defiziten in anderen wichtigen Disziplinen von wünschenswert breitbandig ausgelegten, jeweils zufriedenstellenden Produkten klarer zu unterscheiden sind.

Die Ergebnisse der Nassprüfung

Gute und vor allem sichere Performance auf trockener Fahrbahn – das sollte jeder Reifen können. Die Königsdisziplin eines Sommerreifens liegt jedoch im Nassen. Wer schmiert, verliert. Denn allein der Bremsweg wird bei der Nasswertung mit starken 40 Prozent gewichtet. Wer hier patzt, hat keine Chance auf eine gute Testnote. Die Aquaplaningtests werden jeweils getrennt in Längs- und Querrichtung durchgeführt. Sie geben Auskunft über die Reaktion der Reifen etwa beim Durchfahren von tiefen Spurrinnen auf Landstraßen oder Autobahnen sowie tückischen Pfützen in Kurven. Die Höhe der kritischen Aufschwimmgeschwindigkeit bei Geradeausfahrt oder die erreichbare Querbeschleunigung bei Wasserdurchfahrt in Kurven wird nach VDA-Kriterien bewertet und soll jeweils die Sicherheitsreserven der Reifen aufzeigen. Für höchstmögliche Ergebnissicherheit werden sämtliche Versuche mehrfach wiederholt.

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Die Ergebnisse der Trockenprüfung

Wer bremst, verliert. Und zwar an Geschwindigkeit. Je schneller, desto besser, desto sicherer. Ein kurzer Bremsweg auf trockener Bahn hat deshalb eine höhere Sicherheitsrelevanz als Komfort oder Kraftstoffeinsparung und wird in diesem Test sehr hoch gewichtet. Fast in gleichem Maße geht die Fahrstabilität bei dynamischen Spurwechselmanövern in die Wertung mit ein. Hier etwa wird das Fahrzeug bei Autobahntempo durch beherzten Lenkeingriff um eine Fahrspur versetzt. Bewertet werden hier die Lenk-ansprache, die Balance des Fahrzeugs, die Fahrstabilität und somit die Sicherheit des Reifenkonzepts. Die Beurteilung erfolgt hier ausschließlich subjektiv. Bei den Fahrdynamiktests auf trockenem Asphalt und den statischen Prüfungen im Labor einschließlich der obligatorischen Schnelllaufprüfung leistete sich keiner der getesteten Reifen gravierende sicherheitsrelevante Schwächen.

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Ronal Räder mit markantem Speichenprofil

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Ronal
In klassischem Silber überzeugt die Fünfspeichenfelge mit robustem und pflegeleichtem Auftreten.

Beim promobil-Sommerreifentest 2021 kamen auf den verwendeten VW T 6.1 neben den Serien-Stahlrädern auch Ronal-Räder des Designs R64 zum Einsatz – eine kraftvolle Leicht-Lkw-Felge, die speziell für hohe Traglasten von bis zu 1400 kg pro Rad konzipiert wurde. Das markante Speichen-Design erlaubt die Produktion der Felge in zwei Varianten: In klassischem Silber überzeugt die Fünfspeichenfelge mit robustem und pflegeleichtem Auftreten. In Jetblack-Schwarz kommt das Rad mit teils beschichteten Oberflächen und ist im Bereich der Speichen sowie des Felgenhorns hochglänzend überdreht. In beiden Oberflächenvarianten – Silber und Jetblack matt-frontkopiert – steht das Rad derzeit in 6,5 x 16 wie auch in 7,0 x 17 Zoll für Radnaben mit Fünflochanbindung zur Verfügung. Damit passt die Felge auf Vans, Familientransporter, leichte Nutzfahrzeuge und Geländewagen wie etwa Ford Transit, Citroën Spacetourer, Peugeot Traveller, Toyota Proace, SsangYong Rexton oder den VW Crafter, auf denen das Rad mit dem mitgelieferten Gutachten oft eintragungsfrei gefahren werden kann. Das R64-Rad in 17 Zoll, etwa für VW T 6.1 California, wird im Fachhandel in Silber ab etwa 195 Euro/ Stück angeboten, in Jetblack matt-frontkopiert ist es ab 209 Euro zu haben.

Fazit

Sicher wie im Pkw

Personenwagen-ähnliche Fahrdynamik mit hoher Kurvensicherheit und kurzen Bremswegen auf nasser wie trockener Straße. Dazu ausgezeichneter Abrollkomfort und leise Rollgeräusche: Das ist der Vorteil des neben dem T 6.1 auch auf schwerere Limousinen und SUVs passenden Reifenformats dieses Tests. Die Leistungsdichte der getesteten Reifen ist hoch, wirklich schlecht ist keiner. Die Top-Marken lassen sich ihr tadelloses Image und ihre fast fehlerfreie Performance bezahlen. Wer ein wenig von seinen Perfektionsansprüchen abrückt, kommt mit kleinen Einschränkungen auch deutlich günstiger weg.