Tauchpumpen gelten im Reisemobil als robuste, vergleichsweise einfache Technik. Viele arbeiten über Jahre hinweg zuverlässig – bis etwas schiefgeht. Die häufigsten Ursachen für Ausfälle sind seit jeher dieselben: Frost, Trockenlauf und Fremdkörper im Tank. Dazu kommen Schäden im Leitungssystem, besonders in der Steigleitung oberhalb des Rückschlagventils. Mit ein paar gezielten Handgriffen lassen sich diese Risiken jedoch deutlich reduzieren. Die besten Tipps, um Pumpe und Leitungen dauerhaft vor Defekten zu bewahren.
1. Frost: Der stille Pumpenkiller
Kaum eine Komponente im Frischwassersystem reagiert so empfindlich auf Frost wie die Tauchpumpe. Ihr Gehäuse und das Pumpenrad sind nicht für Ausdehnungsdruck gefrorenen Wassers ausgelegt. Bleibt Flüssigkeit im Tank oder in der Steigleitung stehen, wirkt der Frost wie ein hydraulischer Presskolben – mit fatalen Folgen.
Was hilft? Tank konsequent entleeren, Pumpe ausschütteln.

Hat die Wasseranlage eine Tauchpumpe, hängt diese direkt im Tank. Damit sie komplett wasserfrei wird, sollte man sie am besten etwas ausschütteln.
Vor der Winterpause gilt daher: Der Frischwassertank muss restlos leer sein. "Leer" bedeutet hier nicht nur abgepumpt. Es sollte kein Restwasser in Mulden, Ecken oder an der Tanksohle stehen. Optimal ist eine manuelle Nachkontrolle mit Taschenlampe, bevor das Mobil eingewintert wird. Nachdem der Tank leer ist, hilft es, die Pumpe einige Sekunden leicht auszuschwenken. Damit verschwindet Wasser, das sich im Gehäuse oder Zwischenräumen gesammelt hat.
Was hilft? Steigleitung oberhalb des Rückschlagventils leeren.
Ein oft übersehener Punkt: Auch in der Leitung zwischen Pumpe und Armatur verbleibt Wasser – selbst dann, wenn der Tank trocken ist. Besonders oberhalb des Rückschlagventils entsteht so in der Steigleitung eine kleine Frostfalle.
Zwei Methoden helfen:
- Pumpe kurz laufen lassen, bis der Strang hörbar leerzieht.
- Rückschlagventil kurz lösen, damit die Leitung leerlaufen kann.
Wer diese Routine einhält, verhindert zuverlässig Frostschäden an Pumpe, Ventil und Leitung.
2. Trockenlauf: Wenn die Pumpe ohne Kühlung heißläuft

Vor dem Entleeren als Erstes das Bordnetz ausschalten, damit beim Öffnen der Hähne nicht die Pumpe trockenläuft und Schaden nimmt.
Tauchpumpen sind auf das umgebende Wasser angewiesen. Es kühlt und schmiert Motor und Pumpenrad. Fehlt diese Umgebung – etwa wenn bei leerem Tank die Pumpe weiterläuft, weil versehentlich eine Armatur geöffnet wurde – verwandelt sich der Normalbetrieb in einen Hitzetest.
Was hilft? Pumpe stromlos schalten.
Im Alltag läuft die Pumpe nur, wenn der Mikroschalter im Hahn schließt. Trotzdem ist es sinnvoll, die Pumpe bei längerer Nichtnutzung zusätzlich über den vorhandenen Bordschalter oder den Hauptschalter abzuschalten. So verhindert man, dass sie unbemerkt anspringt.
Einige Pumpen, etwa von Hersteller Reich, besitzen ein kleines Fettdepot am Flügelrad. Das gibt ihnen etwas mehr Trockenlauf-Reserve, aber keine Dauerabsicherung. Verlässt man sich darauf, droht dennoch ein Festfressen des Rotors.
3. Sauberkeit im Tank: Kleine Partikel, große Wirkung

Mit einer gründlichen Tankreinigung legt man den Grundstein für genießbares Trinkwasser im Reisemobil und schützt die Tauchpumpe.
Fremdkörper aus dem Tank können dafür sorgen, dass das Pumpenrad blockiert. Dann kann der Motor überhitzen – und fällt nach einiger Zeit endgültig aus. Neben Sand und Staub bereiten auch Schwebstoffe wie Haare oder Kalk mitunter Ablagerungsprobleme.
Was hilft? Sauberkeit im Tank und ein Vorsieb.
Ein sauberer Tank ist der einfachste Schutz. Beim Befüllen sollte man also darauf achten, dass keine Schmutzstoffe eingetragen werden. Eine gründliche Reinigung – ideal im Frühjahr und Herbst – reduziert das Risiko von Blockaden ebenso erheblich.
Ein kleines Vorsieb an der unteren Ansaugöffnung der Pumpe verhindert, dass Partikel direkt ins Pumpenrad gelangen. Bei vielen Pumpen gehört es zum Standard, bei älteren Modellen fehlt es häufig.
4. Leitungen schützen: Rückschlagventil, Verbindungen und konstruktive Knackpunkte
Das Rückschlagventil ist zentraler Bestandteil eines Tauchpumpensystems. Es hält die Leitung gefüllt und verhindert Rückfluss in den Tank. So fließt beim Öffnen der Armatur sofort Wasser. Die Schwachstelle ist weniger das Ventil selbst als das Wasser, das darüber stehen bleibt.
Was hilft? Modernes Rückschlagventil erwägen.
Bei älteren Pumpen ist das Ventil oft aufgeschweißt. Beim Tausch lohnt sich ein System, das einfach auf die Pumpe gesteckt und per Sicherungsring fixiert wird. Die Uniquick-Rückschlagventile von Reich eignen sich dafür. Sie erleichtern spätere Wartungen und ebenso einen etwaigen späteren Tausch der Pumpe.
Leitungslängen, enge Radien oder Stellen, an denen die Leitung ansteigt, können Wasser sammeln. Wer diese Zonen kennt, kann sie gezielt entleeren oder optimieren.












