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Pflege der Wohnmobil-Dichtungen

So erhalten Sie Ihre Gummiprofile

Pflege der Dichtungen Foto: Andreas Becker, Ingolf Pompe, Dominic Vierneisel, Benjamin Köbler-Linsner 10 Bilder

Gummidichtungen finden sich an sehr vielen Stellen am Wohnmobil und Campingbus. Wir verraten Ihnen, wie die Gummiprofile nicht vorzeitig spröde werden und testen drei Pflege-Produkte.

16.05.2018 Dominic Vierneisel
Als ich in promobil über die Pflege der Gummidichtungen gelesen habe, dass man keine Mittel verwenden solle, die Silikon enthalten, war ich zunächst ratlos. Eine Begründung für diese Aussage bleibt ihr nämlich schuldig.

Leserfrage zum Thema Gummidichtungen

Es kann zur Gummipflege Silikon-Spray verwendet werden, wenn dieses frei von Alkoholen, Lösemitteln und Tensiden ist. Alle Sprays, die die zuvor genannten Inhaltsstoffe enthalten, können das Acrylglas angreifen, wenn der behandelte Dichtungsgummi auch nur einen kurzen Kontakt zur Scheibe hat. Unbedenklich für die Gummipflege ist Talkum-Pulver oder schlicht Baby-Puder. Er wird leicht in den Gummi einmassiert, bis sich die Oberfläche glatt anfühlt. Der Puder verhindert, dass Gummi und Fenster aneinander kleben. Weil sie übereinander gleiten, wird der Gummi nicht nach und nach zwischen den Bauteilen zerrieben.

So pflegen Sie Ihre Gummiprofile richtig

Gummiprofile erfüllen vielfältige und wichtige Funktionen im Wohnmobil, denn sie dichten es gegen Wasser, Wind und Geräusche ab. Und zwar an sehr viel mehr Stellen, als man glaubt. Um Fenster, Türen und Klappen kommen gut und gerne 40 Meter Gummi zusammen. Um alle adäquat zu pflegen, kann man durchaus zwei Stunden beschäftigt sein. Doch spätestens wenn die Acrylscheiben an der Dichtung kleben oder sich die Fahrertür nur mit einem schmatzenden Geräusch öffnen lässt, wird es Zeit für eine Kur.

Pflege der Wohnmobil-FensterPflegeprodukte für Acryglasfenster im Test

Die unscheinbaren schwarzen Dinger sind hohen Belastungen ausgesetzt. Besonders an den großen Öffnungen in der Karosserie, die sich beim Fahren ständig gegeneinander bewegen, werden die Gummis teilweise regelrecht zerrieben. Oft ist das an den Hecktüren von Kastenwagen zu beobachten. An der Innenseite des Türfalzes ist der Klarlackauftrag meist nur dünn, raue Metalliclacke wirken dort wie Schmirgel. Ein weiterer Grund für übermäßigen Verschleiß ist ein schlechter Sitz der Dichtungen. Vor der Pflege überprüft man erstmal, ob alle Gummis richtig in ihren Führungen stecken.

Drei Pflegeprodukte für Gummiprofile im Test

Von den zahlreichen Pflegeprodukten am Markt haben wir drei ausprobiert. Sie unterscheiden sich durch die Art des Auftrags. Besonders einfach und schnell anzuwenden ist der Gummipflege-Stift von Nigrin. Mit seiner Schwammspitze lassen sich die Dichtungen leicht nachfahren. Der Auftrag ist gleichmäßig. Über den Testzeitraum von mehreren Wochen verhinderte das Nigrin-Mittel das Festkleben der Dichtungen wirkungsvoll.

Pflege der Dichtungen Foto: Andreas Becker, Ingolf Pompe, Dominic Vierneisel, Benjamin Köbler-Linsner
Die Pflegecreme von Rot-Weiss wird mit einem Mikrofasertuch in die Dichtungen einmassiert.

Etwas aufwendiger ist die Gummipflege von Rot-Weiss aufzutragen. Die dickflüssige Emulsion aus der Tube wird auf ein Tuch gegeben und mit diesem die Dichtung satt und fest eingerieben. Auf diese Weise reinigt das Produkt zudem sehr gut, wie am immer fleckiger werdenden Lappen zu erkennen ist. Selbst spröde wirkende Gummis werden durch die Behandlung wieder beeindruckend weich, geschmeidig und tief schwarz glänzend.

Der dritte Reiniger von Cleanofant pflegt gleichzeitig Gummis und Kunststoff. Für die Reinigung größerer Flächen ist die Sprühflasche sinnvoll, doch bei der Gummipflege empfanden wir sie als eher unpraktisch. Das flüssige Mittel wird auf einen Schwamm gegeben und damit auf die vorgereinigten Gummis aufgetragen. Ein weiterer Grund, warum es nur für ein „bedingt empfehlenswert“ reicht: Die Flasche ist ziemlich teuer. Das Resultat geht insgesamt in Ordnung.

Nicht für alle Gummis ist das nötig, doch für besonders beanspruchte Stellen empfehlen wir einfachen, talkumhaltigen Babypuder. (Die frühere Annahme, Talkum sei krebserregend, wurde mittlerweile widerlegt.) Der minimiert die Reibung an besonders beanspruchten Stellen und lässt Gummi und Blech übereinandergleiten. Die Dichtungen werden damit bis zur Sättigung eingerieben. Der Effekt ist sofort spürbar. Der Nachteil am Puder: Er lässt sich schwer aufbringen und der Auftrag muss häufiger wiederholt werden. Ein nicht unwesentlicher Vorteil: Babypuder ist billig. Nicht vergessen: Auch die jeweiligen Gegenflächen von Schmutzund Gummiabrieb befreien, am besten mit Lackreiniger. Sonst ist der Effekt gleich wieder perdu.

Dichtungs-Pflege

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Könnten sie bitte statt Amazon faire, gute Händler vorort empfehlen. Sollen wirklich ein Pflegestift und eine spraydose oder Tube durch die Republik gefahren werden? Dazu gerade von Amazon? Helft den regionalen Händlern, die sich für unser Hobby einsetzen.

tenere333 18. Mai 2018, 10:09 Uhr
Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
Heft 10/2016
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